Dachau

Konzentrationslager Dachau


Gründung des Lagers


Politische Häftlinge warten auf ihren Abtransport nach Dachau

Warum fiel die Wahl des Standorts für das Konzentrationslager gerade auf die Nähe des damaligen Marktes Dachau?

1916 siedelte sich in Dachau, genauer gesagt auf Fluren der Gemeinden Prittlbach und Ebenhausen, eine Pulver- und Munitionsfabrik an. Damit zog erstmals Industrie in Dachau ein. Aber mit dem Niedergang dieser Fabrik wurde aus dem Markt in den 20er Jahren die "notleidendste Stadt Bayerns" mit der höchsten Arbeitslosenrate im Reich (1926). Das voll erschlossene und hermetisch abgeschlossene Gelände gehörte dem Staat und war Heinrich Himmler bekannt – wohl deshalb wurde dieser Ort für das erste Lager ausgewählt. Der Dachauer Gemeinderat wurde darüber nicht informiert. Dachau selbst war auch keineswegs eine Hochburg der völkischen Bewegung, die NSDAP hatte im Gegensatz zur KPD nicht von der Arbeitslosigkeit profitiert. Der Auf- und Ausbau des Lagers erfolgte weitgehend unabhängig von jedweden Plänen der Gemeinde. Bis 1934 (bis zum Röhm-Putsch) bestanden Kontakte zum Lager, auch die örtliche Presse berichtete darüber. Danach war das Lager weitgehend autark, wenn auch die Lagerleitung sich durchaus bei gesellschaftlichen Anlässen im Ort sehen ließ. Der wirtschaftliche Aufschwung, den man sich erhofft hatte, blieb aus. Bei dem ab 1935 verfolgten Weg, den Fremdenverkehr in die Gemeinde zu holen, störte das Lager nur noch. Es gehörte aber immer noch nicht offiziell zu Dachau, erst 1939 wurden Prittlbach und Ebenhausen und damit auch das KZ-Gelände eingemeindet.

Die im Ersten Weltkrieg errichtete und aufgrund des Versailler Vertrag vom 10. Januar 1920 Pulver- und Munitionsfabrik Dachau auf den aneinandergrenzenden Gemeindefluren der beiden Dörfer Etzenhausen und Prittlbach gelegen, mußte ihre Produktionsstätte stilllegen und die Anlagen zur Herstellung der Munition entfernen, das Gelände war seitdem verwaist.

Der Dachauer Schriftsteller Eugen Mondt, der unweit des leerstehenden Fabrikkomplexes lebte, schreibt in seinen Erinnerungen:
Das Werk erschien mir unheimlich. »Es wirkt wie eine Totenstadt.« »Es ist, als wäre kein Segen mehr auf der Stätte, wo einmal Pulver für den Krieg gemacht wurde.«

Julius Zerfaß, Feuilletonredakteur der Münchener Post und später als Sozialdemokrat selbst Dachau-Häftling in seinen Erinnerungen:
Im Laufe der Jahre wucherten Baum und Strauch wild ins Dickicht, in den Höfen wuchsen Gras und Brennesseln, Wege und Mauern vermoosten. Zerfall fraß.

Dieses Bild bot das stillgelegte Industriegelände als die Nationalsozialisten in München hierauf Aufmerksam gemacht wurden.
Nach dem Reichstagsbrand lief auch in Bayern die Verfolgung der Kommunisten auf Hochtouren, und so wandte sich der Staatskommissar für das Innenministerium, Adolf Wagner, am 13. März 1933an seinen Amtskollegen Hans Frank im Justizministerium:
»Falls die den Justizbehörden zur Verfügung stehenden Gefängnisse nicht ausreichend sein sollten, empfehle ich, dieselben Methoden zur Anwendung zu bringen, die man früher den Masseninhaftierten der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei gegenüber anwandte. Man sperrte sie bekanntlich in irgendein leer stehendes Gemäuer und kümmerte sich nicht darum, ob sie den Unbilden der Witterung ausgesetzt waren oder nicht.« Wagner weiter: In der Umgebung von München erfülle kein Gemäuer, die Voraussetzungen für die Pläne der Nationalsozialisten besser als die Pulver- und Munitionsfabrik Dachau.

Die Existenz des verwaisten Werks war den führenden Männern der Partei mit Sicherheit bekannt:

Hermann Esser, Vertrauter Hitlers und alter Münchner Mitkämpfer war nach der »nationalen Revolution« in Bayern zum Staatsminister ohne Geschäftsbereich und zum Chef der Staatskanzlei aufgestiegen. Er ist am 29. Juli 1900 in Röhrmoos im damaligen Bezirk Dachau geboren. Das Dorf lag nur wenige Kilometer vom Würmmüllerhölzl entfernt, wo 1916 der Bau der Pulver- und Munitionsfabrik ihren Anfang genommen hatte.

Heinrich Himmler, seit dem 9. März 1933 kommissarischer Polizeipräsident von München, muß davon gewußt haben, er hatte nach seinem Examen am 5. August 1922 bis Ende August 1923 als landwirtschaftlicher Assistent bei der Stickstoff-Land GmbH in Schleißheim gearbeitet und dort auch gewohnt. Das Gelände der ehemaligen Munitionsfabrik liegt nicht weit von der Landstraße entfernt, die Schleißheim mit Dachau verbindet.

Hermann Larcher, Redaktionschef und Geschäftsführer der Dachauer Zeitung und "Vertrauter" Hitlers war ebenfalls mit den örtlichen Gegebenheiten in der Dachauer Umgebung gut vertraut.
Er hatte sich schon vor der »Machtergreifung« der NSDAP öffentlich über den Niedergang, den die Pulver- und Munitionsfabrik genommen hatte, beklagt.
Am 25.01.1933 wurde in einem Artikel der Dachauer Zeitung gefordert, das stillgelegte Werk wieder einer Verwendung zuzuführen. Das Blatt empfahl deshalb, Teile der Fabrik in ein Wohnlager für Arbeitssuchende umzuwandeln, die tagsüber in den Mooren und in den Wäldern der Umgebung eine Beschäftigung finden sollten.
Der Verfasser des Artikels, der seinen Artikel "anonym" verfasste, bezeichnete den Leiter des Lagers als einen »Führer, dessen Aufgabe die Arbeitseinteilung, Arbeitsüberwachung, die Überwachung der Unterkunft, Verpflegung und Beschäftigung durch Unterricht, Pflege der Kameradschaft und der Gesamtlagerordnung wäre«. Auch über die Vollmachten des Lagerleiters bestanden klare Vorstellungen: »Die Anweisungen seiner Amtsbefugnisse erhält dieser von der entsprechenden staatlichen oder sonstigen behördlichen Dienststelle.« Er wurde noch deutlicher, als er feststellte: Ob nun die Unterbringung an diesem Ort »für die Arbeitswilligen - Zwang oder freiwillig« sein werde, »darüber dürfte wohl in sehr kurzer Zeit von Regierungsseiten Klarheit geschaffen werden«.

Bereits im März 1933 sorgte Himmler für Klarheit. Er kündigte die Eröffnung eines Konzentrationslagers in der ehemaligen Dachauer Pulver- und Munitionsfabrik an.
Für diese Klarheit war in der Tat von Regierungsseiten somit gesorgt.

Am 14. März 1933, waren aus dem Arbeitslager Planegg 50 Mann abgestellt worden, und hatten damit begonnen, erste Instandsetzungsarbeiten zu erledigen.

Die Dachauer Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom Dienstag, dem 21. März 1933:
Am Sonntagvormittag kam eine große Kraftwagenkolonne der Polizei in dem Werk an, außerdem eine starke Abteilung Freiwilliger Arbeitsdienst der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Auf dem Wasserturm der ehemaligen Pulverfabrik weht, weithin sichtbar, die schwarz-weiß-rote Flagge, ein Zeichen, daß in dem verödeten Gelände der großen Dachauer Pulverfabrik neues Leben eingezogen ist.

Die Dachauer Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom Mittwoch, dem 22. März 1933:
Wir haben bereits vor einigen Monaten über die Möglichkeit der Verwendung der großen Werksanlagen Abhandlungen aus berufener Feder gebracht, und was damals geschrieben wurde, ist heute zur Tatsache geworden.

Bevor die ersten Schutzhaftgefangenen, wie der Terminus der braunen Machthaber für die politischen Häftlinge zynisch lautete, in Dachau eintrafen, mußte in aller Eile der Posten- und Patrouillendienst für die Bewachung des Lagers organisiert werden. Noch am selben Montag, an dem Himmler die Presse über die bevorstehende Eröffnung des KL informierte - Reinhard Heydrich, damals Chef der Bayerischen Politischen Polizei in München, bezeichnete Dachau von Anfang an als »Konzentrationslager« -, erreichte das Kommando der Schutzpolizei München ein Schreiben der Regierung von Oberbayern, in dem die leitenden Beamten aufgefordert wurden, eine Hundertschaft zur Sicherung »des Sammellagers für politische Gefangene in Dachau« zu entsenden. »Als Führer«, so wurde ausdrücklich betont, »ist ein sehr energischer Polizei-Hauptmann zu bestimmen.«
Aus der Mitteilung der Regierung von Oberbayern ging deutlich hervor, daß die Zeit drängte. Dem Kommando der Schutzpolizei, das am 20. März mit dem Befehl konfrontiert wurde, blieben nur 24 Stunden, um der Anordnung nachzukommen. Denn das Präsidium der Regierung von Oberbayern forderte: »Die Hundertschaft tritt ab 21.03.1933 18:00 Uhr den Wachdienst im Lager an. Ich ersuche das Eintreffen der Hundertschaft in Dachau so zu regeln, daß sie noch bei Tageslicht den Posten- und Patrouillendienst einweisen kann. « Mit der Ankunft der Gefangenen sei bereits am Morgen des nächsten Tages zu rechnen.

Für den Wachdienst stellte die Bayerische Landespolizei die 2. Polizei-Hundertschaft mit 54 Mann unter dem Kommando des Polizei-Hauptmanns Schlemmer ab. Das Kommando machte sich wie angeordnet noch am 21.03.1933 zum Bestimmungsort auf und traten noch am gleichen Abend ihren Dienst an.
Die Beamten waren entsetzt über das was sie vorfanden. Auf dem verlassenen und verwarlosten Gelände, standen mehr als zwanzig ein- und zweistöckige Steinbauten, die alle halb verfallen waren.
Bei einer ersten Begehung durch die Beamten, atellte sich heraus, das das ehemalige Verwaltungsgebäude noch einen brauchbaren Eindruck machte.
Das zuvor hier tätig gewesene Arbeitsdienstkommando (eine Abteilung Freiwilliger des Arbeitsdienstes der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei), darüber hatte die Dachauer Zeitung am 21. März 1933 berichtet, hatte die Gebäude, die die Häftlinge zunächst aufnehmen sollten, notdürftig instand gesetzt und mit einem dreifachen Stacheldrahtverhau in einer Höhe von zwei Metern umgeben. In einem Artikel den ein Mitarbeiter der Bayerischen Staatszeitung, der das Lager vor der Ankunft der Gefangenen besichtigt hatte, heißt es: »Erste Arbeit der Lagerinsassen wird sein, die weiteren Steinbauten, die sich in recht heruntergekommenem Zustand befinden, selber wieder herzurichten.«

Am 22. März 1933 einem Mittwoch trafen auf offenen Lastwagen zusammengepfercht die angekündigten Schutzhäftlinge im Lager an. Es handelte sich überwiegend um Politische aus dem
Gefängnis Stadelheim in München und aus der Strafanstalt Landsberg am Lech. Sie wurden nach ihrer Ankunft in den Keller des Verwaltungsgebäudes geführt, hier wurden ihre Personalien von Polizeibeamten in eine Liste eingetragen. Da die Polizisten in alphabetischer Reihenfolge vorgingen, erhielt der Rechtsreferendar Claus Bastian aus München die Nummer »1«. Er war damit der erste registrierte Dachau-Häftling.
Die Angehörigen der Bayerischen Landespolizei im Volksmund „Grüne Polizei“, hegten gegenüber den Häftlingen keinen Haß und verhielten sich den Männern gegenüber sehr korrekt. Es gab keine Beschimpfungen und keine Mißhandlungen. Zwischen den Polizisten und den Inhaftierten entwickelte sich sogar bald ein kameradschaftliches, fast herzliches Verhältnis. Viele der Bewacher machten kein Hehl daraus, daß sie für die Kommunisten, die ihnen bisher in düsteren Farben erschienen waren und die sich ihnen nun ganz anders darstellten, Sympathie empfanden. Sie unterhielten sich, ja diskutierten mit ihnen in freundschaftlichem Ton und steckten ihnen, obwohl das Rauchen im Lager verboten war, heimlich Zigaretten zu, so viele sie wollten. Auch die Verpflegung war gut und schmackhaft. Die Gefangenen erhielten die gleiche Kost wie die Polizeibeamten. Zubereitet wurde das Essen in Gulaschkanonen im Freien, da eine Küche im Lager noch nicht bestand.

Doch Heinrich Himmler waren die Polizisten in Dachau ein Dorn im Auge. Im Interesse der Partei verfolgte er das Ziel, die Aufsicht über das Konzentrationslager wieder der Bayerischen Landespolizei zu nehmen und der SS zu übergeben, um die Entscheidungsgewalt über das Schicksal der politischen Gegner an sich zu reißen. Das Lager sollte für immer der Kontrolle durch die Justiz entzogen werden. Deshalb war der Reichsführer-SS von Anfang an fest entschlossen, um das KL eine Mauer des Schweigens zu errichten, die das geltende Recht nicht mehr zu durchdringen vermochte. Was in Dachau Rechtens war, sollte nicht länger dem Urteil des Richters unterliegen, sondern allein dem Diktat des Bewachers. So wandelte sich das Konzentrationslager nach Himmlers Absichten von einem Platz der Verbannung zu einem Ort der Vollstreckung. Das KL wurde damit für den politisch Andersdenkenden zu einer Bedrohung mit unkalkulierbaren Folgen, die von der mehr oder minder befristeten Haft bis zur heimtückischen Ermordung reichen konnten. Himmler war sich darüber im klaren, daß er sich bei der Durchsetzung dieser Pläne nicht auf die altgedienten Beamten der Landespolizei stützen konnte, deren Loyalität gegenüber dem Rechtsstaat noch tief verwurzelt war. Er brauchte Gefolgsleute, die den Zielen der Partei treu ergeben waren. In seinen SS-Männern hatte er diese Truppe, die er benötigte, um die letzten Schranken der Menschenrechte in Dachau niederzureißen. Kaum war Himmler am 1. April 1933 zum Politischen Polizeikommandeur Bayerns ernannt, unterstellte er bereits am Tag darauf das Konzentrationslager sich selbst in seiner Funktion als Chef der politischen Hilfspolizei, die sich aus Angehörigen der SA und der SS zusammensetzte. Er erreichte damit, daß das KL aus dem Machtbereich der Polizei in die Zuständigkeit der SS überging. Auf diesem Wege war er gleich in drei Eigenschaften zum Herrn über das Konzentrationslager geworden: als Politischer Polizeikommandeur Bayerns, als Chef der politischen Hilfspolizei und als Reichsführer-SS.
Am 2. April teilte Himmler dem Kommando der Schutzpolizei München mit, das die Befehlsgewalt über das Lager an die SS übergehe, dies stieß jedoch auf Widerstand seitens der Polizei. In einem Protestschreiben vom 6. April an den Reichsführer-SS Himmler machten sie ihrem Unmut Luft, und protestierten gegen den Entzug aller Rechte im KL Dachau und gegen die totale Übernahme des Kommandos durch die SS. »Solange eine Polizeitruppe für das Konzentrationslager Dachau abgestellt wird«, forderte das Kommando der Schutzpolizei, »ist der Pol. Führer voll verantwortlich für die innere und äußere Sicherheit des Gefangenenlagers, für Ausbildung der Wachtruppe und für Ausbau des Feuerschutzes und Alarmwesens. Die SS. -Verbände sind ihm - auch für Ausbildung - unterstellt. « Himmler lenkte ein und erklärte sich damit einverstanden, daß die SS im KL Dachau zwar die Wachmannschaften stellte, die Führung der Wachtruppe aber in den Händen der Polizei blieb. Zugleich wurde den Polizeibeamten die Ausbildung der SS-Verbände im Wachdienst übertragen.

Am 07. April 1933 teilte das Kommando der Schutzpolizei München in einem Rundschreiben zum Wachwechsel in Dachau mit:
»Die Bewachung des Sammellagers Dachau wird ab Dienstag, 11.04.1933 von der politischen Hilfspolizei (SS) übernommen. Die Führer für das Wachkommando werden von der Bereitsch. Pol. gegeben.«

Wie die Zahlen der Wachmannschaften beweisen, baute die SS ihre Position im Lager in größter Eile aus.
Die erste SS-Einheit unter dem Kommando des SS-Sturmführers Robert Erpsenmüller als Voraustruppe bestandaus etwa sechzig Mann.
Zum 11. April 1933, dem offiziellen Einzug der SS im Lager, war durch die SS-Führung die Wachtruppe sofort auf 138 Mann erhöht worden. Die Mannschaftsstärke wuchs in der nächsten Zeit schnell weiter an.
Am 12. April belief sich die Zahl der Bewacher auf 196, am 20. April auf 217,am 30. April auf 234 Mann.
Wie die ersten SS-Männer unter Führung von Erpsenmüller nach Dachau gelangten.
SS-Untersturmführer Hans Steinbrenner
Polizeiliche Vernehmung am 19. und am 20. August 1948 im Internierten-Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen:
»Nach der Machtübernahme im März 1933 machte ich Dienst beim SS-Motorsturm II/l. Ich wurde hierbei mit noch anderen Kameraden zur Verstärkung der Münchner Schutzpolizei herangezogen. « Auf dem Wege zur Polizeidirektion in der Ettstraße, wo er seinen Dienst habe verrichten wollen, sei er auf dem Promenadeplatz von dem damaligen SS-Sturmführer Erpsenmüller angehalten und aufgefordert worden, in einen bereitstehenden Omnibus einzusteigen. »Mit diesem Omnibus«, fuhr Steinbrenner fort, »wurden wir in die Schwabinger Brauerei verbracht. Wir wußten damals noch nicht, was los war. In dieser Brauerei sind noch mehrere SS-Männer zugestiegen, außerdem wurden Waffen und Munition verteilt. Im Omnibus, aber noch in der Brauerei in Schwabing, wurde gefragt, wer den Weg nach der Pulverfabrik in Dachau kenne. Anschl. fuhren wir nach Dachau. «


Wäckerle Hilmar - Erster Lagerkommanndant

Im Leben der Häftlinge bedeutete der Wechsel des Wachpersonals einen katastrophalen Einschnitt. Der Polizei-Führer, der zwar nach außen dem gesamten Lager vorstand, hatte nun keine Befehlsgewalt mehr über sie. Zuständig für die Inhaftierten war seit der Übergabe des Inneren Gefangenenlagers an die SS am 11. April der Lagerführer, und dieser kam auch aus den Reihen der SS. Der SS-Sturmhauptführer, der sich bereits seit dem 29. März in Dachau aufhielt hieß Hilmar Wäckerle.
Er unterzeichnete am 19. April 1933 das Vernehmungsprotokoll des Schutzhaftgefangenen Karl Brandl erstenmals als »Lagerkommandant«.

Mit Hilmar Wäckerle ein ehemaliger Diplom-Landwirt (wie sein oberster Chef Himmler) begann der Terror in Dachau. Wer war diese Bestie, die soviel Elend und Unglück über die Gefangenen brachte?

Aussagen seiner Vorgesetzten:
Wäckerle »Er war ein überzeugter und bemühter Nationalsozialist - gewandt, pflichttreu und verantwortungsbewußt.«

SS-Nummer 9729
01. März 1931 war er noch SS-Anwärter
am 25. Oktober 1931 schon Scharführer
am 9. Februar 1932 Truppführer
am 24. August 1932 Sturmführer
am 30. Januar 1933 Sturmhauptführer

Er besaß alle Auszeichnungen, die die SS verlieh:
Ehrendolch
Ehrendegen
Winkel
Totenkopfring.
Als alter Kämpfer, der an Hitlers Marsch zur Feldherrnhalle am 09. November 1923 in München teilgenommen hatte, trug er außerdem den Blutorden.
Woher kam dieser Mann, der so ergeben dem Nationalsozialismus diente?
Hilmar Wäckerles und Heinrich Himmlers Werdegang weisen überaschend viele gemeinsamkeiten auf:
Hilmar Wäckerle wählte wie Himmler den Beruf des Diplom-Landwirts und studierte wie dieser an der Technischen Hochschule in München

Lebenslauf vom 16. Mai 1936
Wäckerle Hilmar
(Chef des I. Bataillons der 2. Standarte, später Standarte Germania, der SS-Verfügungstruppe in Hamburg-Veddel
»Am 24. November 1899 wurde ich als zweiter Sohn des Notars Andreas Wäckerle und dessen Ehefrau Marie Wäckerle, geb. Schmitt, geboren in Forchheim (Oberfranken). Meine Jugendzeit verlebte ich in Forchheim, Fürth in Bayern und München. Im Oktober 1913 wurde ich in das bayrische Kadettenkorps in München aufgenommen. Am 1. August 1917 trat ich von dort über in das 2. Bayrische Infanterie-Regiment in München als Fahnenjunker - Unteroffizier. Nach der Kommandierung zu verschiedenen Kursen kam ich anfangs März 1918 zum Regiment ins Feld nach Frankreich und machte dort sämtliche Offensiven und Abwehrschlachten des Regiments mit. Am 27. September 1918 wurde ich verwundet und kam ins Lazarett nach Bingen a. Rh.
Nach der Revolution besuchte ich einen Kursus zur Ablegung des Abiturs. Bei Ausbruch der Räterepublik in München meldete ich mich beim Freikorps und tat dort wieder Dienste bis August 1919. Mit der Charakterisierung zum Leutnant ging ich von der Reichswehr ab und erlernte die Landwirtschaft. 1924 erwarb ich in München nach entsprechender Prüfung den Grad eines Diplom-Landwirtes. Während meiner praktischen Tätigkeit in der Landwirtschaft und während meiner Studentenjahre gehörte ich dem Freikorps »Oberland“ an. 1922 trat ich das erste Mal der NSDAP bei. Ich habe den ganzen Aufbau der Partei in München miterlebt, so den 1. Mai 1923 und den 9. November 1923. Während des passiven Widerstandes war ich in den von Franzosen besetzten badischen und pfälzischen Gebieten zu verschiedenen Aktionen eingesetzt, schließlich durfte ich noch verschiedene Unternehmen gegen Separatisten in der Pfalz, vor allem den 9. Januar 1924 in Speyer, mitmachen. Nach meinem Examen war ich in der Landwirtschaftspraxis tätig in Thüringen, Oberbayern und im Allgäu. Ich spezialisierte mich auf Grünlandwirtschaft und Viehzucht (staatl. anerk. Hochzucht). 1931 meldete ich mich wieder in Kempten bei der Partei an und stellte dort die SS mit auf. Von der Partei wurde ich verwandt als landwirtschaftlicher Fachberater und Versammlungsredner. Bei der Machtübernahme 1933 gab ich auf Befehl des Reichsführers meine Stellung auf und wurde nach Dachau kommandiert und bin seitdem hauptamtlich in der SS, seit 17. Mai 1934 bin ich in der Verfügungs-Truppe.«

Wäckerle nahm es aber mit der Wahrheit nicht so genau. Er verschweigt in seinem Lebenslauf:
Himmler hatte ihn bereits im Sommer 1933 wieder seines Postens im KL Dachau enthoben.

Was war der Grund:
Im Mai 1933 beginnt die Staatsanwaltschaft beim Landgericht München II wegen Mordverdachtes gegen die SS-Wachmannschaften zu ermitteln. An Ort und Stelle stellen Oberstaatsanwalt Carl Wintersberger, sein engster Mitarbeiter, der I. Staatsanwalt Josef Hartinger, und der Landgerichtsarzt Dr. Flamm Untersuchungen an und vernehmen verdächtige SS-Posten.

Hintergrund der Ermittlungen
Wintersberger legte dem Kommandanten die Ermordung der Häftlinge Louis Schloss am 16. Mai, Leonhard Hausmann am 17. Mai, Dr. Alfred Strauss am 24. Mai und Sebastian Nefzger in der Nacht zum 26. Mai zur Last. Weitere Opfer der Dachauer SS, die in den ersten zwei Monaten seit Bestehen des Lagers umkamen, waren Fritz Dressel, Sepp Götz, Wilhelm Aron und Karl Lehrburger sowie Herbert Hunglinger, der die Folterungen der Bewacher nicht mehr ertrug und der deshalb selbst Hand an sich legte.

Besonders Hartinger macht der SS das Leben schwer. Die befragten Häftlinge schwiegen, wohl wissend welche Folgen eine Aussage für sie hätte.

Wintersberger erhebt am 1. Juni 1933 öffentliche Klage gegen den Lagerkommandanten Hilmar Wäckerle "wegen Verbrechens der Körperverletzung mit Todesfolge". Sein mutiger Einsatz bewirkt, daß sich das bayerische Kabinett unter Ministerpräsident Siebert mit den Mordfällen in Dachau beschäftigen und Himmler den Kommandanten Wäckerle fallenlassen muß. In letzter Konsequenz bewirkt der Einsatz der Staatsanwälte indes keine Verbesserung für die Häftlinge. Wintersberger beantragt zwar noch vergeblich Haftbefehle gegen Wäckerle und dessen Nachfolger Theodor Eicke, wenig später jedoch wird er nach Bamberg versetzt, und sein Nachfolger schlägt, nachdem auch Josef Hartinger versetzt worden ist, auf Betreiben der SS und des bayerischen Innenministers Wagner das Verfahren nieder.


Der Reichsführer Himmler geriet immer mehr unter Druck der bayerischen Justiz, und auch die Medien waren aufmerksam geworden. Er enthob Wäckerle daher seines Postens. Wäckerle blieb aber von jeder Strafe unbehelligt, und Wintersberger mußte später die Verfahren einstellen.

Am 15. Juli 1933 verließ Wäckerle das Lager Dachau und wurde unverzüglich zum Stabsführer beim SS-Abschnitt X in Stuttgart unter SS-Brigadeführer Freiherr von Malsen-Ponikkau ernannt.
Sein vorgesetzter Führer des SS-Oberabschnitts Südwest bescheinigte dem im September 1934 dem mittlerweile zum SS-Sturmbannführer beförderten Blutordensträger später:
»Wäckerle ist in der politischen Bereitschaft Süd-West der befähigste Kompanieführer. Sehr guter Ausbilder, hat die Kompanie gut in Ordnung. Verhalten in- u. außerdienstlich kein Tadel. Sehr fleißig, bildet sich weiter. Ich halte Wäckerle für durchaus befähigt, ein Bataillon der politischen Bereitschaft zu führen.«

Vom 13. bis zum 29. Mai 1935 nimmt der SS-Sturmbannführer Wäckerle an einem Waffenlehrgang für Stabsoffiziere der Infanterie an der Infanterieschule in Döberitz teil. Der Kommandeur der Infanterieschule beurteilt Wäckerle später so: Wäckerle sei eine »energische, soldatisch recht befähigte Persönlichkeit«, »Zum Batl.-Kdr. noch nicht geeignet, da noch zu unausgeglichen u. unerfahren, um ein Offz.-Korps zu erziehen.«

In den Personalakten der SS fehlt jeder Hinweis von den Verbrechen, die Wäckerle in Dachau begangen hat
Der SS-Führer verschwieg auch im Privatleben seine Vergangenheit in Dachau, seine Ehefrau, die er am 15. September 1934 heiratete, erfuhr angeblich (dies kann man glauben aber auch nicht) erst im Januar 1983 mehr als vierzig Jahre nach dem Tode ihres Mannes aus der Presse, daß er einstmals Kommandant des Konzentrationslagers Dachau war. Hilmar Wäckerle fiel als hochdekorierter SS-Standartenführer und als Kommandeur des SS-Regiments Westland am 2. Juli 1941 in Slowita, 40 Kilometer östlich von Lemberg.


Eicke Theodor - zweiter Lagerkommanndant

Nach dem "Ausscheiden" Wäckerles in Dachau bestimmte Himmler am 26. Juni 1933 einen Mann zum Kommandanten in Dachau, der zu diesem Zeitpunkt - gemessen an bürgerlichen Karrierevorstellungen und auch aus der Perspektive der SS - als gescheiterte Persönlichkeit galt: einen erwerbslosen, vorbestraften Psychiatriepatienten, der wegen diverser Querelen innerhalb der SS aus deren Listen gestrichen war - Eicke Theodor - eine Bestie in Menschengestalt.
Ausführlicher
Bericht und Hintergrundinformationen.

SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS
Eicke Theodor
* 17.10.1892 Hampont
+ 26.02.1943 Artelnoje (15 km Östlich von Orelka/Kreis Dimitrowsk Orlowski/gebiet Orel)

09.03.1934 Kommandant des KL Dachau
04.07.1934-14.11.1939 Inspekteur der Konzentrationslager und Führer der SS-Wachverbände
14.11.1939-23.02.1943 Kommandeur SS-Totenkopfdivision (ex SS-Wachverbände)


Reiner Alexander - dritter Lagerkommandant

Nach der Ermordung Röhms wurde Eicke befördert und konnte die Inspektion der Konzentrationslager aufbauen und SS-Wachverbände leiten. Diese Zeit nach der Entmachtung der SA im Sommer 1934 war auch in Bezug auf die Lagerkommandanten eine Übergangszeit. Am 6. Dezember 1934 ernannte Himmler SS-Oberführer und Zahnarzt Alexander Reiner zum neuen Kommandanten. Reiner nahm zunächst Urlaub und wurde währenddessen „wegen ungebührlichem Verhaltens an seiner früheren Wirkungsstätte in Danzig“ seines Amtes enthoben. Er trat die Kommandantur nie an


Deubel Heinrich - vierter Lagerkommandant

SS-Oberführer
Deubel Heinrich
10.12.1934-01.04.1936


Loritz Hans - fünfter Lagerkommandant

SS-Oberführer
Loritz Hans
01.04.1936-19.02.1940
wurde seines Amts enthoben, später Kommandant im KZ Sachsenhausen


Piorkowski Alex - sechster Lagerkommandant

19.02.1940-01.09.1942


Weiß Martin - siebter Lagerkommandant

01.09.1942 - 31.10.1943
danach Kommandant im Vernichtungslager Lublin-Majdanek


Weiter Eduard - achter Lagerkommandant

01.10.1943 - 26.04.1945
letzter regulärer Kommandant


Führung des Schutzhaftlagers

Gefangenen-Bereich

SS-Standartenführer
Tamaschke Günther (1. Schutzhaftlagerführer)
Stellvertreter von Lagerkommandant Eicke Theodor

SS-Standartenführer
Lippert Michel (Führer des SS-Sturmbanns „D“, der Dachauer Wachverbände)
neben Tamaschke Günther war er Stellvertreter von Lagerkommandant Eicke Theodor

SS-Standartenführer
d’Angelo Karl (1. Schutzhaftlagerführer)

SS-Sturmbannführer
Weiseborn Jakob (1. Schutzhaftlagerführer)

SS-Standartenführer
Baranowski Hermann (1. Schutzhaftlagerführer)

SS-Sturmbannführer
Grünewald Adam (1. Schutzhaftlagerführer)

SS-Sturmbannführer
Zill Egon (1. Schutzhaftlagerführer)

SS-Hauptsturmführer
Redwitz Michael (1. Schutzhaftlagerführer)

SS-Hauptsturmführer
Hofmann Franz (1. Schutzhaftlagerführer)

SS-Obersturmbannführer
Ruppert Friedrich (1. Schutzhaftlagerführer)

SS-Obersturmbannführer
Jarolin Josef (Rapportführer und später 3. Schutzhaftlagerführer)

SS-Hauptscharführer
Seuß Josef (Rapportführer und stellvertretender Schutzhaftlagerführer)

SS-Hauptscharführer
Trenkle Franz (Rapportführer und stellvertretender Schutzhaftlagerführer)

SS-Hauptscharführer
Eichberger Leonhard (Rapportführer und stellvertretender Schutzhaftlagerführer)

SS-Oberscharführer
Böttger Franz (Rapportführer und stellvertretender Schutzhaftlagerführer)


Politische Abteilung (Lager-Gestapo)

Leiter der Politischen Abteilung
Johann Kick
1937-00.09.1944

Leiter der Politischen Abteilung
Otto Kloppmann,
00.09.1944-00.04.1945


Bunker

Die Zellen hatten alle die gleiche Größe (2,20 breit, 2,90 tief und 3,10 Meter hoch), sie waren nummeriert, ihr Boden bestand aus Parkett. An den Türen war jeweils eine verschließbare Essensklappe und ein Spion aus Glas angebracht, der mit einer Blende von außen abgedeckt werden konnte. Jeder Gefangenenraum verfügte über einen Heizkörper, ein Waschbecken und eine Spültoilette. Heizung wie Wasserzufuhr konnten vom Gang aus reguliert werden. Entsprechende Kräne befanden sich in Wandkästen neben den Zellentüren. Auch das elektrische Licht in den Gefangenenräumen musste im Flur an- und ausgeschaltet werden. In allen Zellen gab es kleine Lüftungskanäle und ein schmales, vergittertes Oberlicht, das gekippt werden konnten. Doch Rollläden ermöglichten es der SS, einzelne Räume von außen völlig zu verdunkeln. In den meisten Verliesen war eine Pritsche angebracht, die an die Wand hochgeklappt werden konnte.
Prominente Bunkerinsassen
Zelle 30 Dr. Martin Niemöller, Pastor in Berlin 1942/43-April 1945
Zelle 31 Dr. Michael Höck, Schriftleiter der "Münchner Katholischen Kirchenzeitung" 1942/43-April 1945;
Gabriel Piguet, Erzbischof von Clermont-Ferrand April 1945
Zelle 32 Dr. Johannes Neuhäusler, Domkapitular in München1942/43-April 1945
Zelle 33 Speise- und Aufenthaltsraum
Zelle 34 Kapelle mit (Koffer-)Altar
Zelle 35 Corbinian Hofmeister (1891-1966), Abt von Metten, Ostern 1943 verhaftet, April 1944-April 1945 im KZ Dachau;
Karl Kunkel, Kaplan in Königsberg April 1945


Lagerbordell

Im Block 170a befand sich bis Ende 1944 das Lagerbordell. 174 der Frauen sind namentlich bekannt, vermutlich waren es viel mehr.
In der Gedenkstätte Dachau wird das Bordell bei Führungen nicht erwähnt.
Die Baracken kamen von der arisierten Holz-Firma Wehoba (Weilheimer Holzhaus- und Barackenbau GmbH) vormals Deinhauswerk aus Weilheim i.OB. Besitzer der Firma Deinhauswerk war die Familie Grunwald. Richard Grunwald lebte mit seiner Frau in Weilheim. Die Familie Grunwald hatte einen Sohn, Bernd. Richard Grunwald hatte seit 1926 eine Holzbaufirma im Trifthof. Die Holzbaufirma stellt Bretter her, mit denen z.B. Treppen, Balkone oder Dächer gebaut werden. Viele Weilheimer kauften bei ihm ein.
Als die Nazis an die Macht kamen, kaufte niemand mehr so gerne bei Richard Grunwald ein. Die Nazis hängten Schilder an jüdische Geschäfte: Kauft nicht beim Juden. 1937 musste er sein Geschäft verkaufen. Richard Grunwald ging nach München, verzog dann in die Niederlande und später nach Belgien. Im September 1942 wurde er vom nahe Paris gelegenen Sammel- und Durchgangslager Drancy nach Auschwitz deportiert, wo er umgebracht wurde. Seine Frau Hedwig, die keine Jüdin war, überlebte mit dem Sohn, Bernd den Krieg.


Außenlager

Ampfing bei Mühldorf
1944–1945

Asbach-Bäumenheim

1944–1945

Augsburg-Haunstetten
1943 –1944


Augsburg-Pfersee
1944-1945


Augsburg-Kriegshaber
1944 –1945

Bad Ischl
1942


Bad Tölz
1940 –1945


Blaichach
1944 –1945

Burgau
1945


Dachau
1942 –1945

Dachau
1943 –1945



Dachau
1940 –1945


Eching/Neufahrn
1945


Ellwangen
1941


Eschelbach/Wolnzach
1944 –1945


Feldafing
1942 –1945

Fischbachau
1944 –1945



Fischbachau
28.02.1945 - 14.04.1945


Fischen im Allgäu
1944 –1945

Fischhorn
(Großglocknerstraße)
1944 –1945

Friedrichshafen a. Bodensee
1943 –1944

Gablingen
1943 –1944

Garching-Hochbrück
1941 –1945

Garmisch-Partenkirchen
1944 –1945


Gendorf/Burgkirchen/Alz
1943 –1945

Germering
1944


Gmund am Tegernsee
1944 –1945

Hallein
1943 –1945

Hausham-Eckart
1942 –1945

Heidenheim a.d. Brenz
1941–1942

Heppenheim/Bergstrasse
1941–1943

Hof-Moschendorf
1944

Horgau
1945

Hurlach
1944 –1945

Itter
1943 –1945


Karlsfeld
1944

Kaufbeuren
1944 –1945

Kaufering
1944-1945

Kempten
1943 –1945

Kempten-Kottern
1943 –1945

Landsberg
1944 –1945

Landsberg
1944 –1945

Landsberg-Erpfting
1944 –1945

Landsberg-Stadtwaldhof
1944 –1945


Landshut
1944 –1945


Lauingen
1944 –1945

Lauingen
1944-1945

Lauingen
1945


Lochau b. Bregenz
1944 –1945


Markt Schwaben
1944 –1945


Mauerstetten-Steinholz
1944-1945


Mettenheim
1944 –1945

Mittergars
1944

München
1943 –1945


München
1942 –1945


München
1944 –1945

München
1942 –1943


München
1942 –1944


München
1944 –1945


München
1944 –1945



München
1943 –1945

München
1942 –1944


München
1945



München
1944 –1945


München
1944 –1945


München
1942-1944


München-Allach
1943 –1945


München-Allach
1944 –1945

München-Allach
1945

München-Freimann
1944 –1945



München-Freimann
1941–1945




München-Giesing
1944 –1945


München-Neuaubing
1944 –1945

München-Riem
1944 –1945


München-Sendling
1942


Neustift i. Stubaital
1942 –1945


Nürnberg
1941–1943


Oberilzmühle/Salzweg bei Passau
1942



Obermeitingen
1944 –1945


Oberstdorf-Birgsau
1943 –1945

Ottobrunn
1944 –1945

Pabenschwandt/Plainfeld
1942 –1945


Penzing bei Landsberg
1944–1945





Plansee/Breitenwang
1942 –1945



Stadt Friedrichshafen-Raderach
1944 –1945

Radolfzell
1941–1945

Salzburg
1944 –1945


Salzburg
1942 –1943

Saulgau
1943 –1945

Schlachters-Biesings/Sigmarszell
1944 –1945



Schloss Lind b. Neumarkt
1942


Schönau-Königssee
1944

Seehausen am Staffelsee
1944 –1945

Seestall/Fuchstal
1944 –1945

St. Gilgen a. Wolfgangsee
1938 –1942

St. Johann i. Tirol
1940 –1941

St. Lambrecht
1942

Steinhöring
1944 –1945

Stephanskirchen-Haidholzen
1944 –1945

Strobl-Gschwandt
1941

Sudelfeld/Bayrischzell
1939 –1945


Thalham/Obertaufkirchen
1944 –1945

Thansau/Rohrdorf
1944 –1945



Traunstein
1942 –1945

Trostberg
1944 –1945

Türkheim
1944 –1945

Überlingen
1944 –1945


Ulm-Söflingen
1945

Unterfahlheim/Nersingen
1943 –1945


Utting
1944 –1945

Valepp/Schliersee
1942 -1945


Weißsee/Uttendorf
1944

Waldlager V/VI
ca. 2 000 davon 50 Frauen

SS-Arbeitslager Bäumenheim

ca. 300 – 500

SS-Arbeitslager Haunstetten
ca. 2700


SS-Arbeitslager Augsburg-Pfersee
ca. 1 500 – 2 000

SS-Arbeitslager Michelwerke
ca. 500 jüdische Frauen

Außenkommando Umsiedlerlager
ca. 60


Außenkommando SS-Kaserne/
Junkerschule Bad Tölz
bis zu 200

SS-Arbeitslager Blaichach
ca. 700

SS-Arbeitslager Burgau
ca. 1 000 Frauen
100 –150 Männer

Außenkommando Präzifix
ca. 370

Außenkommando
Fleischwerke Hans Wülfert
ca. 300


Außenkommando
Porzellanmanufaktur Allach
30 – 40

SS-Arbeitslager Eching
SS-Arbeitslager Neufahrn
ca. 500

Außenkommando
SS-Kaserne Ellwangen
ca. 35

Außenkommando
Eschelbach
ca. 40

SS-Arbeitslager Feldafing
ca. 200

Außenkommando
Fischbachau
ca. 10 – 20


Außenkommando
Frau Dr. Schweninger
1

SS-Arbeitslager Fischen
ca. 300

Außenkommando
SS-Remontenamt Schloss Fischhorn
ca. 100

SS-Arbeitslager Friedrichshafen
800 –1000

SS-Arbeitslager Gablingen
350 –1000

Außenkommando Schleißheim
60 –100

Außenkommando
Garmisch-Partenkirchen
20 – 30

SS-Arbeitslager Gendorf
ca. 250

SS-Arbeitslager Germering
ca. 280


Außenkommando Gmund
ca. 15

Außenkommando Hallein
ca. 50

Außenkommando Hausham
ca. 10 Frauen u. 12 Männer

Außenkommando Polizeischule
ca. 50

Außenkommando Heppenheim
ca. 60

Außenkommando Moschendorf
ca. 100

SS-Arbeitslager Horgau
ca. 300 v.a. Juden

Kaufering IV
ca. 3 000 davon ca. 30 Frauen

SS-Sonderkommando Schloss Itter
bis zu 27 Sonderhäftlinge


Lager Rothschwaige
ca. 500

SS-Arbeitslager Kaufbeuren
500 – 600

Kaufering III
ca. 2 300 davon ca. 350 Frauen

SS-Arbeitslager Sachse
500 –700

SS-Arbeitslager Kottern
600 –1000

Kaufering I
1 800 –2 000 u. ca. 300 Frauen

Kaufering II
ca. 1 000 Männer u. Frauen

Kaufering VII
1 300 –1 700 Männer u. Frauen

Kaufering XI
2 000 –3 000 Männer u. Frauen


OT-Gerätelager
OT-Baukommando
500 – 600

SS-Arbeitslager Lauingen I
500 –1000

SS-Arbeitslager Lauingen II
ca. 300

SS-Arbeitslager
Lauingen-Birkacherhof
ca. 1000

Außenkommando
Lochau Birkacherhof
ca. 20

Außenkommando
Markt Schwaben
ca. 20

SS-Arbeitslager Riederloh II
ca. 1 000


SS-Arbeitslager M1
ca. 3 200, davon ca. 200 Frauen

OT-Lager Mittergars
ca. 300

Außenkommando
Parteikanzlei der NSDAP
20 –70

Arbeitseinsätze für
SS-Standortverwaltung
bis 50

Außenkommando Loden-Frey
25– 35

Außenkommando Ehrengut
10 – 20


Außenkommando
Bartolith-Werke
ca. 50

Außenkommando Gestapo
Wittelsbacher Palais
40 –50

Bombensuchkommando
Bergmannschule
ca. 10


Außenkommando Nützl
ca. 25

Außenkommando
Lebensborn
25 – 30

Außenkommando
Katastropheneinsatz
ca. 50


Bombensuchkommando
Stielerschule
ca. 100

Außenkommando
Hauptbahnhof / Reichsbahn
ca. 100

Außenkommando Möhlstraße
ca. 15


SS-Arbeitslager Allach
3 000 –10 000


OT-Lager Karlsfeld
700 –1000

Frauenlager Allach
700 –1000 Frauen

Außenkommando
Reichsbahnausbesserungswerk
Freimann
200 – 300


Außenkommando
SS-Standortverwaltung
Freimann
25 – 50


SS-Arbeitslager
Agfa-Camerawerk
ca. 700 Frauen

SS-Arbeitslager Neuaubing
ca. 500

SS-Arbeitslager Riem
bis zu 1500


Außenkommando
(Architekt Bücklers)
ca. 40

Außenkommando
SS-Hochgebirgsschule
30 – 60

Außenkommando
SS-Kaserne Nürnberg
ca. 100

Außenkommando Passau I
Passau-Oberilzmühle
ca. 70


Kaufering IX
unbekannt


Außenkommando Birgsau
25 – 30


SS-Arbeitslager
350 – 450

SS-Versuchsgut
Ansitz Pabenschwandt
ca. 10 Frauen

Dachau 3K
SS-Arbeitslager Landsberg
Turnhalle des Fliegerhorstes
ca. 330 französische
Widerstandskämpfer


SS-Sonderkommando
Plansee–Hotel Forelle
ca. 10 – 24 Männer u. ca. 14 Frauen


SS-Arbeitslager Oberraderach
ca. 300

Außenkommando Radolfzell
bis 100

Außenkommando Salzburg
17


Außenkommando Salzburg
ca. 30

SS-Arbeitslager Saulgau
bis 400

Außenkommando Schlachters
6 – 8



Außenkommando Schloss Lind
ca. 20


Außenkommando Königssee
bis zu 100

SS-Arbeitslager Seehausen
30 – 50

Kaufering VIII
ca. 500 Männer u. Frauen

Außenkommando Wolfgangsee
bis zu 25

Außenkommando St. Johann
20

SS-Arbeitslager St. Lambrecht
ca. 110

Außenkommando Lebensborn
ca. 50 Frauen u. Männer

SS-Arbeitslager Stephanskirchen
ca. 200

Außenkommando Strobl
24

Außenkommando
SS-Berghaus Sudelfeld
30 –150

OT-Lager Thalham
ca. 250

Außenkommando
RFSS-Gut Thansau
ca. 50


Außenkommando Traunstein
ca. 20

SS-Arbeitslager Trostberg
700– 800

Kaufering VI
ca. 2 000 Frauen u. Männer

SS-Arbeitslager Überlingen/Aufkirch
700 – 800

SS-Arbeitslager Ulm
30 – 40

Außenkommando
Fischereischule Unterfahlheim
7– 25

Kaufering X
ca. 500 Männer u. 15 Frauen

Außenkommando
Forsthaus Valepp
ca. 20

SS-Arbeitslager Weißsee
ca. 450

Organisation Todt
(Bunkerbau)

Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)


Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)


Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)

Michel-Werke
(Rüstungsproduktion)

Barackenbau



Waffen-SS und Polizei
(Bauarbeiten, Hausarbeiten)


BMW
(Fertigung von Motoren)

Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)


Schraubenfabrik Präzifix


(Fleischwaren & Konservenfabrik)
Hans Wülfert GmbH


Porzellanmanufaktur Allach
(Porzellanherstellung)


Organisation Todt
(Bau eines Flugplatzes)


Bauarbeiten



Parteikanzlei-Außenstelle
(im Institut Maria Hilf)


Bau der Reichsschule der NSDAP


Bauleitung der Waffen-SS u. Polizei
(Straßenbau)



keine Daten



Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)

Bauleitung der Waffen-SS u. Polizei
(Bauarbeiten)


Fa. Luftschiffbau Zeppelin
(Bau von Raketenteilen)

Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)

Waffen-SS
(Bauarbeiten)

Bauleitung der Waffen-SS u. Polizei
(Bauarbeiten)


Anorgana
(IG Farben)

Fa. Dornier
(Aufräumarbeiten n. Bombenangriffen)


Bauleitung der Waffen-SS u. Polizei
(Stollenbau)

Bauarbeiten und Stollenbau


Heilkräuterkultur des SS-WVHA
(Feldarbeit, Bauarbeiten)

Bauarbeiten


TROKOFA
Deutsche Saatzuchtgesellschaft

SS-Hauptzeugamt
(Instandsetzung von Kriegsgerät)

Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)

Organisation Todt
(Bunkerbau)

SS
(Bauarbeiten)


Organisation Todt
(Bauarbeiten)

BMW
(Produktion v. Flugzeugmotoren)

Organisation Todt
(Bunkerbau)

BMW
(Produktion von Flugzeugteilen)

Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)

Organisation Todt
(Bunkerbau)

Organisation Todt
(Bunkerbau)

Organisation Todt
(Bunkerbau)

Organisation Todt
(Bunkerbau)


Organisation Todt
(Bau eines Nachschublagers)


Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)

Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)

Messerschmitt
(Flugzeugproduktion)


Versuchslabor
für Blutgerinnungsmittel


Bauleitung der Waffen-SS u. Polizei
(Bauarbeiten)


Dynamit AG
(Bauarbeiten)


Organisation Todt
(Bunkerbau)

Organisation Todt
(Bunkerbau)

Instandhaltungsarbeiten



SS-Standortverwaltung
(Instandhaltungsarbeiten)


Fa. Loden-Frey
(Hilfsarbeiten)

Fa. Ehrengut
(Produktion v. Baracken-Elementen)

Bartolith-Werke
(Herstellung von Bau-
bzw. Zementplatten)

Gestapo-Leitstelle
(Instandhaltungsarbeiten)


Bombenräumung




Fa. Franz Nützl
(Gartenbau)

SS-Lebensborn
(Bau-, Aufräum-
und Instandhaltungsarbeiten)

Bombenräumung




Bombenräumung



Reichsbahndirektion München
(Aufräumarbeiten)


Instandhaltung von
SS-Dienststellen


BMW
(Fertigung von Flugzeugmotoren)
(Bunkerbau)

BMW
(Bunkerbau)

BMW


Reichsbahnausbesserungswerk
Freimann
(Reparatur von Lokomotiven)



SS-Standortverwaltung
(Bauarbeiten)




Agfa
(Bau von Bomben- und
Elektroteilen, Zünderfertigung)

Fa. Dornier
(Flugzeugbau)

Organisation Todt
(Bauarbeiten auf dem
Flugplatz Riem)

Fa. Grunow
(Bauarbeiten)


SS-Hochgebirgsschule Neustift
(Bauarbeiten)


Bauleitung der Waffen-SS u. Polizei
(Bauarbeiten)


Fa. A. Fischer
(Bauarbeiten)



Organisation Todt
(Bauarbeiten
am Flugplatz Lagerlechfeld)

Waffen-SS
(Bauarbeiten)


Luftfahrtforschungsanstalt
(Bauarbeiten)

SS
(Hausarbeit, Gartenarbeit)


Fliegerhorst Penzing






Bedienung der Geiseln




Fa. Luftschiffbau Zeppelin
(Raketenbau)

SS-Unterführerschule
(Bauarbeiten)

Bauleitung
Waffen-SS u. Polizei
(Aufräumarbeiten)

SS
(Bauarbeiten)

Fa. Luftschiffbau Zeppelin
(Raketenbau)

Institut für
wehrwissenschaftliche
Zweckforschung
(medizin. Versuche)

SS-Gut Schloss Lind
(Landwirtschaft)


Bau- und Renovierungsarbeiten


Bauleitung d. Waffen-SS u. Polizei
(Bauarbeiten)

Organisation Todt
(Bauarbeiten, Bau v. Messgeräten)

Bauarbeiten


Bau eines SS-Erholungsheims


SS
(Bauarbeiten)

SS-Lebensbornheim
(Hausarbeiten, Bauarbeiten)

BMW
(Produktion von Flugmotoren)

Bauarbeiten


Bau- und Hausarbeiten im
SS-Erholungsheim/Lazarett Sudelfeld

Organisation Todt
(Erdarbeiten, Bauarbeiten)

Adjudantur des Reichsführers-SS
(Aufräumarbeiten)



SS-Genesungsheim
(Ausbesserungsarbeiten)

BMW
(Reparaturarbeiten)

Organisation Todt
(Bauarbeiten)

Organisation Todt
(Stollenbau für die
Rüstungsproduktion)

Klöckner-Humboldt-Deutz
(Bau von U-Booten)

Dr. Karl Rühmer
Satzfischzucht


Dykerhoff & Widmann
(Produktion v. Fertigbetonteilen)

Bauleitung d. Waffen-SS & Polizei
(Wegebau)


Reichsbahndirektion München
(Bau einer Staumauer)


SS-Ärzte

Babor Karl (Assistenzarzt in der „Biochemischen Versuchsstation")
1964 bei Addis Abeba tot aufgefunden

Beiglböck Wilhelm
1963 verstorben

SS-Hauptsturmführer
Brachtel Rudolf
ab 00.04.1941 im Lager Dachau
nach 1945 Freispruch, 1988 verstorben

Brandt Karl (Chirurg)
nach 1945 Todesstrafe

SS-Untersturmführer
Eisele Hans
nach 1945 Todesstrafe, wurde aber Begnadigt

Eppinger Hans
beging 1946 vor Einvernahme im Nürnberger Ärzteprozess in Wien Selbstmord

Finke Erich (Luftwaffenarzt)
führte zusammen mit Rascher und Holzlöhner Unterkühlungsversuche durch

SS-Obersturmführer
Hintermayer Fritz (Lagerarzt)
* 28.10.1911 in Grafing bei München + 29.05.1946 in Landsberg am Lech
NSDAP Mitgliedsnummer: 1200.381 SS (Mitgliedsnummer: 310340
Der ehemalige deutsche Häftling Eugen Seybold bezeugte u.a., dass Hintermayer zwei
schwangere russische Frauen mit Einspritzungen getötet hatte. Nach Aussagen des ehemaligen tschechischen Häftlingsarztes Franz Blaha vom 9. Januar 1946 in Nürnberg war Hintermayer an Salzwasserexperimenten und Luftdruckexperimenten an einer größeren Zahl von KZ-Häftlingen beteiligt, die für die Versuchspersonen in der Regel mit schwersten körperlichen und seelischen Verletzungen verbunden waren und meist mit ihrem Tod endeten. Weiterhin gibt es Aussagen, dass von Hintermayer im April 1945 achtzehn geisteskranke junge Häftlinge durch Injektionen getötet wurden. Hintermayer war laut eigener Aussage an Malariaversuchen beteiligt.
Fritz Hintermayer aus Grafing versteckte sich nach 1945 in seinem Grafinger Haus am Goldberg, Goldbergstraße (heute Straße der Opfer des Faschismus). Hier in Grafing muß man von seinen Taten gewußt haben, durch Hinweise aus der Bevölkerung, wurde das Haus am 29. April 1945 von US-Soldaten umstellt. Sie forderten den SS-Sturmbahnführer mit dem Megafon auf, sich zu ergeben, was er auch tat.
Er wurde im
Dachau-Hauptprozess, der im Rahmen der Dachauer Prozesse stattfand, mit 39 weiteren Leitungs- und Mannschaftsangehörigen des KZ Dachau wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Wegen seiner in Dachau begangenen Taten wurde er am 13. Dezember 1945 zum Tode verurteilt. Beim Urteil wurden als individuelle Exzesstaten bei Hintermayer die Teilnahme an Exekutionen zur Feststellung des Todes der Hingerichteten, die Gabe von zwei tödlichen Injektionen an zwei schwangeren Häftlingsfrauen sowie die Vorbereitung der Tötung von sieben psychisch kranken Häftlingen berücksichtigt. Das Urteil wurde am 5. April 1946 vom Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Europa bestätigt, dem hierzu eine entsprechende Empfehlung durch ein sogenanntes „Review Board“ der Armee vorlag. Seine Todesstrafe wurde am 29. Mai 1946 im damaligen Kriegsverbrechergefängnis Landsberg durch den Strang vollstreckt.

Holzlöhner Ernst

Jäger Wilhelm

Dr. Kießwetter Rudolph (Biochemiker)
spritzte 10 Häftlingen Eiter in die Oberschenkel bzw. in die Venen, 7 starben
Experimente mit Entzündungen Sulfonamid-Experimente

Dr. Lang (SS-Chefarzt des Krankenreviers)

Dr. Lauk
Assistenzarzt in der Malaria-Versuchsstation von Schilling

SS-Standartenführer
Lolling Enno
nach 1945 Suizid

Mrugowsky Joachim
nach 1945 Todesstrafe

Münch Hans
ab 00.01.1945 im Lager Dachau
nach 1945 im Krakauer Auschwitzprozess freigesprochen

Mürmelstatt Helmut

Nachtsheim Hans

Dr. Nuernbergk,
war einer der ersten Lagerärzte in Dachau

Plötner Kurt

Poppendick Helmut

SS-Hauptsturmführer
Puhr Fridolin

SS-Untersturmführer
Rascher Sigmund
* 12.02.1909 in München
+ 26.04.1945 im KZ Dachau (Zelle 73 dem sogenannten Dachau Bunker) durch einen Genickschuss exekutiert
Rascher Sigmund war verheiratet mit Karoline Diehl, geborene Wiedemann, eine ehemalige Schlagersängerin und Witwe des Theaterregisseurs Oskar Diehl. (Karoline Diehl, Spitzname Nini. Sie wohnt in der Trogerstraße 56, beim Klinikum rechts der Isar. Nini gibt vor, 1903 geboren zu sein, in Wirklichkeit ist ihr Geburtsjahr 1893. Sie ist also sechzehn Jahre älter als Sigmund. Nini ist Konzertsängerin. Sie tritt in Kirchen auf und unterrichtet katholische Würdenträger in Gesangstechnik. 1919 hatte sie den Theaterregisseur Oskar Diehl geheiratet, einen Kriegsversehrten mit Knochentuberkulose.) siehe
Bericht Rascher/Diehl
Rascher ließ seinen eigenen Vater in ein Konzentrationslager deportieren. Die von ihm im KZ Dachau durchgeführten und geplant tödlich verlaufenden Menschenversuche sind nach 1945 als unmenschlich und verbrecherisch klassifiziert worden.
Er wird im März 1944 zusammen mit seine Frau verhaftet. Seine Frau hat eine vierte Schwangerschaft vorgetäuscht und am Münchener Hauptbahnhof einen Säugling entführt. Die Polizei ermittelte sehr schnell die Entführerin. Auch bei den anderen drei Kindern bestand nun der Verdacht, sie könnten keine leiblichen Kinder sein. Eine Untersuchung durch die Münchner Kriminalpolizei deckt einen Hexenkessel von Mord, Intrigen, Erpressung, Bestechung, Vorteilsnahme, von Lügen und falschen Anschuldigungen auf. Bei den Ermittlungen, wird auch das verschwinden von Julie Muschler, Laborassistentin und Haushälterin der Raschers die 1943 bei einem gemeinsamen Bergausflug mit dem Ehepaar Rascher „verschwunden“ ist, nochmals untersucht. Ihre Leiche wird nach umfangreichen Ermittlungen in der Nähe des von der Familie Rascher bevorzugten Wanderweges gefunden. Die Raschers gerieten unter Mordverdacht. Rascher wurde nicht geglaubt, er könne als Arzt die vorgetäuschte Schwangerschaft seiner Frau nicht bemerkt haben. Seine Ehefrau wurde ins KZ Ravensbrück verbracht, wo sie nach einem missglückten Fluchtversuch gehängt wurde. Rascher selbst kam zunächst ins KZ Buchenwald. Himmler sorgte für die Entlassung seines Günstlings; wegen erdrückender Beweise musste dieser jedoch wieder inhaftiert werden. Zu Ende des Krieges wurde er ins KZ Dachau verlegt und kam dort in den Bunker, und wurde am 26.04.1945 durch einen Genickschuss exekutiert. Die Kinder wurden in einem Lebensborn-Heim untergebracht.

Romberg Hans
nach 1945 Freispruch

Rostock Paul (Chirurg)
nach 1945 Freispruch

Ruff Siegfried

SS-Arzt
Schenck Ernst
1998 verstorben

Schilling Claus (Lagerarzt)
Tropenmediziner
nach 1945 Todesstrafe

Chef des Sanitätswesens der Luftwaffe
Prof. Dr. Schröder Oskar
in Meerwasserversuche involviert

SS-Sturmbannführer
Schütz Heinrich (Leiter der „Biochemischen Versuchsstation")
beteiligt an Sulfonamid-Experimente von Karl Gebhardt
1975 verurteilt war aber nie in Haft

SS-Sturmbannführer
Schumann Horst
1970 zu 2 Jahre Haft verurteilt
1983 verstorben

SS-Hauptsturmführer
Sonntag Walter
war machweislich im Herbst 1942 in Dachau

Vetter Hellmuth
1949 Todesstrafe

SS-Sturmbannführer
Witteler Wilhelm

SS-Sturmbannführer
Wolter Waldemar

Prof. Weltz Georg
führte in München für die Luftwaffe analog Unterkühlungsversuche an Tieren durch, und war bei einem Vortrag Raschers anwesend, d.h. er war über die Experimente an Menschen informiert
nach 1945 Freispruch

von Weyherns

Erika Flocken (Ärztin) Organisation Todt
kam als Gutachterin für Selektionen von Häftlingen, die anschließend abtransportiert wurden z.B. in die NS-Tötungsanstalt Hartheim ins Hauptlager und in die Außenlager (T4, Euthanasiemorde)

Mennecke Friedrich
kam als Gutachteri für Selektionen von Häftlingen, die anschließend abtransportiert wurden z.B. in die NS-Tötungsanstalt Hartheim ins Hauptlager und in die Außenlager (T4, Euthanasiemorde)


Versuche an Tuberkulosekranken

Nach Angaben des im KZ Dachau internierten österreichischen Landwirts Walter Neff wurde 1941 auf dem Revierblock 5 auf Befehl des Reichsführers-SS Heinrich Himmler eine Versuchsstation mit Tbc-Kranken eingerichtet. Dort sollte überprüft werden, inwieweit mit der „Homöopathie“ (oder richtiger: was Heinrich Himmler darunter verstand) auch Erfolge bei lungenkranken Häftlingen zu erzielen sind. Da es damals noch keine Antibiotika gab und Sulfonamide sich als wirkungslos gegen Tuberkulose erwiesen hatten, war ein solcher Versuch medizinisch nicht abwegig, doch bleibt – und das ist entscheidend – die ethische Problematik, nämlich die der fehlenden Freiwilligkeit und Zustimmung.

Es gab zwei Stationen mit jeweils 48 an Tuberkulose erkrankten Häftlingen, deren Krankheitszustand in etwa gleich war. Beide Gruppen erhielten Zusatzkost (ein halber Liter Milch pro Tag, 300 oder 500 Gramm Weißbrot und 30 Gramm Butter). Die Station A wurde schulmedizinisch behandelt (Pneumothorax, Traubenzucker- und Kalziumgaben, Lebertran), die Station B bekam eine sogenannte homöopathische Behandlung, wie einer der beiden Versuchsleiter 1947 bei seiner Vernehmung bestätigte. Dabei handelte es sich nachweislich um Gaben von Spenglersan®. Dieses Mittel wird übrigens heute noch vertrieben. Es enthält Kolloide aus Antigenen und Antitoxinen verschiedener Bakterienstämme, die nach homöopathischen Potenzierungsverfahren zu einer D9-Potenz verdünnt werden. Später kam noch eine dritte Versuchsgruppe hinzu: diese erhielt „Spagyrische Essenzen nach Dr. Zimpel“. Lieferant war die Homöopathische Zentralapotheke in Göppingen. Eine weitere, vierte Gruppe, die unbehandelt blieb, wurde noch zur Kontrolle hinzugenommen. Es wurden also beide Male keine Mittel der klassischen Homöopathie angewendet, sondern Heilverfahren, die sich homöopathischer Methoden (vor allem Potenzierung) bedienten.

Nach etwa zwölf Monaten wurden die Versuche eingestellt, nachdem eine Ärztekommission, zu der auch Reichsärzteführer Leonardo Conti gehörte, zu dem Ergebnis gekommen war, dass die „biologische“ Methode nicht die Erwartungen erfüllt hatte. Laut Zeugenaussagen wurde bei dieser klinischen Studie jedoch manipuliert; denn dem einflussreichen Reichsarzt-SS Ernst-Robert Grawitz war offenbar trotz Himmlers gegenteiliger Hoffnung daran gelegen, die Überlegenheit der Schulmedizin zu demonstrieren.
Quelle: Dtsch Arztebl 2014


Nachwuchs KL Lagerführer

Den Nachwuchs ihrer Lagerführer schulte die SS jedoch weiter in der Kommandantur von Dachau. Nahezu alle Lagerkommandanten und Schutzhaftlagerführer erhielten dort ihr Rüstzeug. Unter den Kommandanten, die aus dem KL Dachau hervorgingen, befanden sich:

Richard Baer
1944-1945: KL Auschwitz
1945: KL Dora-Mittelbau

Hermann Baranowski
1938-1939: KL Sachsenhausen

Adam Grünewald
1943-1944: KL Herzogenbusch

Paul Werner Hoppe
1942-1945: KL Stutthof)

Max Koegel
1938-1939: KL Lichtenburg und KL Ravensbrück
1942-1943: KL Lublin-Majdanek
1943-1945: KL Flossenbürg

Josef Kramer
1942-1944: KL Natzweiler
1944: KL Auschwitz II-Birkenau
1944_1945: KL Bergen-Belsen)

Martin Gottfried Weiß
1940-1942: KL Neuengamme
1942-1943: KL Dachau
1943-1944: KL Lublin-Majdanek

Egon Zill
1942: KL Natzweiler
1942-1943: KL Flossenbürg

Rudolf Höß,
1940-1943 KL Auschwitz

Schutzhaftlagerführer, die in Dachau ihre Karriere begannen:
Hans Aumeier
1938-1941: KL Flossenbürg
1942-1943: KL Auschwitz
1943-1944: Kommandant des KL Vaivara in Estland

Georg Bachmayer
1940-1945: KL Mauthausen

Ludwig Baumgartner
1944-1945: KL Flossenbürg

Karl Fritzsch
1940-1941: KL Auschwitz
1942-1944: KL Flossenbürg)

Franz Hofmann
1943-1944: KL Auschwitz I
1944: KL Natzweiler

Max Schobert
1942-1945: KL Buchenwald

Johann Schwarzhuber
1943-1944: KL Auschwitz II-Birkenau, Männerlager
1945: KL Ravensbrück

Anton Thumann 1941-1943: KL Groß-Rosen
1943-1944: KL Lublin-Majdanek
1944-1945: KL Neuengamme

Franz Xaver Trenkle
1943-1944: KL Bergen-Belsen


Namensliste der Opfer

Namensliste der Täter


Dachau-Lied

1. Stacheldraht, mit Tod geladen,ist um unsre Welt gespannt
Drauf ein Himmel ohne Gnaden sendet Frost und Sonnenbrand
Fern von uns sind alle Freuden, fern die Heimat, fern die Fraun
wenn wir stumm zur Arbeit schreiten,Tausende im Morgengraun
Doch wir haben die Losung von Dachau gelernt und wurden stahlhart dabei
Sei ein Mann, Kamerad,bleib ein Mensch, Kamerad, mach
ganze Arbeit, pack an, Kamerad, denn Arbeit, Arbeit macht frei!

2. Vor der Mündung der Gewehre leben wir bei Tag und Nacht
Leben wird uns hier zur Lehre, schwerer, als wir's je gedacht
Keiner mehr zählt Tag' und Wochen, mancher schon die Jahre nicht
und gar viele sind zerbrochen und verloren ihr Gesicht
Und wir haben die Losung

3. Schlepp den Stein und zieh den Wagen, keine Last sei dir zu schwer
Der du warst in fernen Tagen, bist du heut schon längst nicht mehr
Stich den Spaten in die Erde, grab dein Mitleid tief hinein
und im eignen Schweiße werde selber du zu Stahl und Stein
Und wir haben die Losung

4. Einst wird die Sirene künden:Auf, zum letzten Zählappell!
Draußen dann, wo wir uns finden, bist du, Kamerad, zur Stell'
Hell wird uns die Freiheit lachen, vorwärts geht's mit frischem Mut
und die Arbeit, die wir machen, diese Arbeit, die wird gut!
Denn wir haben die Losung

Den Text schrieb der österreichische Dichter Jura Soyfer, der Häftling im Lager Dachau war.
Soyfer starb im Februar 1939 im Konzentrationslager Buchenwald

Melodie - Herbert Zipper


Lagerordnung für das Gefangenenlager

Kommandantur 01.10.1933

Disziplinar- u. Strafordnung für das Gefangenenlager

§1
Mit drei Tagen strengem Arrest wird bestraft:
1. Wer nach dem Weckruf nicht sofort die Schlafstelle verlässt oder das Bett oder die Stube nicht in Ordnung bringt.

§2
Mit fünf Tagen strengem Arrest wird bestraft:
1.Wer bei Vernehmungen und Verhör wissentlich die Unwahrheit sagt.
2.Wer in dem Lager ohne Berechtigung Zivilkleider trägt.

§3
Mit fünf Tagen strengem Arrest und mehrwöchentlicher Strafarbeit wird bestraft:
1. Wer einem Zählappell oder einem Appell zur Arbeitseinteilung ohne Grund oder Genehmigung seines Stationsführers fernbleibt.
2. Wer sich ohne Grund zum Arzt meldet oder nach erfolgter Krankmeldung nicht unverzüglich den Arzt aufsucht, ferner, wer ohne Wissen des Stationsführers sich zum Arzt oder Zahnarzt meldet oder das Revier aufsucht.

§4
Mit 8 Tagen strengem Arrest wird bestraft:
1. Wer zum Zwecke der Beschwerden Unterschriften sammelt.
2. Wer einen falschen Rapport, eine wesentlich falsche Meldung oder eine unbegründete Beschwerde erstattet oder vorbringt.
3. Wer mehr als 2 Briefe oder 2 Postkarten im Monat schreibt oder zur Erlangung dieses Zweckes unter falschen Namen schreibt.
4. Wer als Stubenältester Gefangenen anderer Stationen oder Stuben den Aufenthalt innerhalb einer Belegschaft gestattet.
5. Wer sich unbefugt in einem fremden Saal, auch innerhalb der eigenen Station, aufhält.
6. Wer sich nicht in die allgemeine Stationsordnung fügt, johlt, schreit oder sich ungebührlich benimmt.
7. Wer als Stubenältester innerhalb seines Ordnungsbereiches Ungeziefer (Wanzen, Läuse, Filzläuse usw.) aufkommen lässt: wird dieser Zustand bewusst herbeigeführt oder auf andere Stationsäle übertragen, dann kommt Sabotage in Betracht.
8. Wer mit einer ansteckenden oder übertragbaren Krankheit behaftet ist und bei der Einlieferung keine Anzeige erstattet.
9. Wer erhaltene Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke vorsätzlich beschädigt, nicht reinigt und in Ordnung hält; außerdem wird er zum Schadenersatz herangezogen.
10. Wer als Beauftragter bei der Essenausgabe Mitgefangene bevorzugt oder politisch andersgesinnte Gefangene benachteiligt.

§5
Mit 8 Tagen strengem Arrest und mit mehrwöchentlicher Strafarbeit wird bestraft:
1. Wer sich vor der Arbeit drückt oder zur Zwecke des Nichtstuns körperliche Gebrechen vorschützt oder Krankheiten.
2. Wer ohne Befehl eine Arbeitsstätte oder Werkstat verlässt, vorzeitig einrückt, seine Abmeldung beim aufsichtsführenden SS-Mann unterlässt, sich beim Verlassen bei einem Mitgefangenen abmeldet.

§6
Mit 8 Tagen strengem Arrest und mit je 25 Stockhieben zu Beginn und am Ende der Strafe wird bestraft:
1. wer einem SS-Angehörigen gegenüber abfällige oder spöttische Bemerkungen macht, die vorgeschriebene Ehrenbezeugung absichtlich unterlässt, oder durch sein sonstiges Verhalten zu erkennen gibt, dass er sich dem Zwange der Zucht und Ordnung nicht fügen will,
2. wer als Gefangenen-Feldwebel, als Gefangenen-Korporalschaftsführer oder als Vorarbeiter die Befugnisse als Ordnungsmann überschreitet, sich die Rechte eines Vorgesetzten anderen Gefangenen gegenüber anmaßt, gleichgesinnten Gefangenen Vorteile in der Arbeit oder auf andere Weise verschafft, politisch anders gesinnte Mitgefangene schikaniert, falsche Meldungen über sie erstattet, oder sonstwie benachteiligt.

§7

Mit 14 Tagen strengem Arrest wird bestraft:
1. Wer eigenmächtig ohne Befehl des Kompanieführers die für ihn bestimmte Unterkunft mit einer anderen vertauscht, oder Mitgefangene dazu anstiftet oder verleitet,
2. wer auslaufenden Wäschepaketen verbotene oder im Lager hergestellte Gegenstände beifügt, darin versteckt, oder in Wäschestücken usw. einnäht,
3. wer Baracken, Unterkünfte, oder andere Gebäude außerhalb der vorgeschriebenen Eingänge betritt oder verlässt, durch Fenster oder vorhandene Öffnungen kriecht,
4. wer in den Unterkünften, Aborten und an feuergefährlichen Orten raucht, oder feuergefährliche Gegenstände an solchen Orten aufbewahrt oder niederlegt. Ist infolge Außerachtlassung dieses Verbots ein Brand entstanden, dann wird Sabotage angenommen.

§8
Mit 14 Tagen strengem Arrest und mit 25 Stockhieben zu Beginn und am Ende der Strafe werden bestraft:
1. Wer das Gefangenenlager ohne Begleitperson verlässt oder betritt, wer unbefugt sich einer ausmarschierenden Arbeitskolonne anschließt,
2. wer in Briefen oder sonstigen Mitteilungen abfällige Bemerkungen über nationalsozialistische Führer, über Staat und Regierung, Behörden und Einrichtungen zum Ausdruck bringt, marxistische oder liberalistische Führer oder Novemberparteien verherrlicht, Vorgänge im Konzentrationslager mitteilt,
3. wer verbotene Gegenstände, Werkzeuge, Hieb- und Stoßwaffen in seiner Unterkunft oder in Strohsäcken aufbewahrt.

§9
Mit 21 Tagen strengem Arrest wird bestraft:
Wer staatseigene Gegenstände, gleich welcher Art, vom vorgeschriebenen Ort nach einem anderen verschleppt, vorsätzlich beschädigt, zerstört, verschleudert, umarbeitet, oder zu einem anderen als vorgeschriebenen Zweck verwendet; abgesehen von der Strafe haftet nach Umständen der Einzelne oder die gesamte Gefangenenkompanie für den entstandenen Schaden.

§10
Mit 42 Tagen strengem Arrest oder dauernder Verwahrung in Einzelhaft wird bestraft:
1. Wer Geldbeträge im Lager ansammelt, verbotene Bestrebungen in- oder außerhalb des Lagers finanziert, oder Mitgefangene durch Geld gefügig macht, oder zum Schweigen verpflichtet,
2. wer Geldbeträge, die aus verbotenen Sammlungen der roten Hilfe stammen, sich schicken lässt, oder an Mitgefangene verteilt,
3. wer Geistlichen Mitteilungen macht, welche außerhalb des Rahmens der Seelsorge liegen, Briefe oder Mitteilungen zur Weitergabe zusteckt, den Geistlichen zu verbotenen Zwecken zu gewinnen sucht,
4. die Symbole des nationalsozialistischen Staates oder die Träger derselben verächtlich macht, beschimpft, oder auf andere Weise missachtet.

§11
Wer im Lager, an der Arbeitsstelle, in den Unterkünften, in Küchen und Werkstätten, Aborten und Ruheplätzen zum Zwecke der Aufwiegelung politisiert, aufreizende Reden hält, sich mit anderen zu diesem Zwecke zusammenfindet, Cliquen bildet, oder umhertreibt, wahre oder unwahre Nachrichten zum Zwecke der gegnerischen Greuelpropaganda über das Konzentrationslager oder dessen Einrichtungen sammelt, empfängt, vergräbt, weiter erzählt an fremde Besucher oder an andere weitergibt, mittels Kassiber oder auf andere Weise aus dem Lager hinausschmuggelt, Entlassenen oder Überstellten schriftlich oder mündlich mitgibt, in Kleidungsstücken oder anderen Gegenständen versteckt, mittels Steine usw. über die Lagermauer wirft, oder Geheimschriften anfertigt, ferner wer zum Zwecke der Aufwiegelung auf Barackendächer und Bäume steigt, durch Lichtsignale oder auf andere Weise Zeichen gibt oder nach außen Verbindung sucht, oder wer andere zur Flucht oder zu einem Verbrechen verleitet, hierzu Ratschläge erteilt oder durch andere Mittel unterstützt, wird kraft revolutionären Rechts als Aufwiegler gehängt!

§12
Wer einen Posten oder SS-Mann tätlich angreift, den Gehorsam oder an der Arbeitsstelle die Arbeit verweigert, andere zum Zwecke der Meuterei zu den gleichen Taten auffordert oder verleitet, als Meuterer eine Marschkolonne oder eine Arbeitsstätte verlässt, andere dazu auffordert, während des Marsches oder der Arbeit johlt, schreit, hetzt oder Ansprachen hält, wird als Meuterer auf der Stelle erschossen oder nachträglich gehängt.

§13
Wer vorsätzlich im Lager, in den Unterkünften, Werkstätten, Arbeitsstätten, in Küchen, Magazinen usw. einen Brand, eine Explosion, einen Wasser- oder einen sonstigen Sachschaden herbeiführt, ferner wer am Drahthindernis, an einer Starkstromleitung in einer Schaltstation, an Fernsprech- oder Wasserleitungen, an der Lagermauer oder sonstigen Sicherheitseinrichtungen, an Heizungs- oder Kesselanlagen, an Maschinen oder Kraftfahrzeugen Handlungen vornimmt, die dem gegebenen Auftrag nicht entsprechen, wird wegen Sabotage mit dem Tode bestraft. Geschah die Handlung aus Fahrlässigkeit, dann wird der Schuldige in Einzelhaft verwahrt. In Zweifelsfällen wird jedoch Sabotage angenommen.

§14
Wer einem SS-Mann oder Posten Geschenke anbietet, ihn mit Geschenken, Geld oder anderen Mitteln zu gewinnen sucht, Handlungen zum Zwecke der Zersetzung der SS-Truppe vornimmt, in Gegenwart eines Postens oder SS-Mannes politische Gespräche anknüpft, den Marxismus bezw. eine andere Novemberpartei oder deren Führer verherrlicht, abfällige Bemerkungen über die SS, SA, den nationalsozialistischen Staat, seinen Führer und seine Einrichtungen macht, oder sich sonst widerspenstig zeigt, ferner wer im Lager verbotene Gegenstände zur Zwecke des Kassiberschmuggels oder zu Angriffszwecken herstellt oder an andere weitergibt, wird wegen Gemeingefährlichkeit dauernd in Einzelhaft verwahrt. Eine Entlassung für solche Personen kommt nicht in Frage.

§15
Wer sich wiederholt von der Arbeit drückt, trotz vorhergehender Verwarnung den Appellen zur Arbeitseinteilung oder den Zählappellen fernbleibt, sich dauernd ohne Grund zu Arzt oder Zahnarzt meldet, körperliche Leiden oder Gebrechen vorschützt nicht ausrückt, dauernd faul und träge sich benimmt, beanstandet wurde, anstößige Briefe schreibt, Mitgefangene bestiehlt, schlägt, wegen ihrer Gesinnung schikaniert, verspottet oder lächerlich macht, wird wegen Unverbesserlichkeit mit dauernder Strafarbeit, mit Arrest, mit Strafexerzieren oder mit Prügel bestraft.

§16
Wer nach Eintritt des Zapfenstreichs sich außerhalb seiner Unterkunft bewegt, mit anderen einen Haufen bildet, auf die Aufforderung eines SS-Mannes nicht sofort auseinandergeht, nach Eintritt des Alarms nicht sofort seine Unterkunft aufsucht oder während der Dauer des Alarms die Station verlässt oder die Fenster öffnet, wird vom nächststehenden SS-Mann oder Posten beschossen.

§17
Wer verboten Gegenstände (Werkzeuge, Messer, Feilen, usw.) mit sich führt oder unbefugt Zivilkleidung trägt, kann wegen Fluchtverdachts in Einzelhaft verwahrt werden.

§18
Wer als Stubenältester, als Vorarbeiter oder als Gefangener von dem Vorhaben oder Verdacht eine Aufwiegelung, Meuterei, Sabotage oder sonstigen strafbaren Handlung Kenntnis erhält, wird, falls er seine Kenntnisse nicht sofort zur Meldung bringt, als Täter bestraft. Der Anzeigende wird wegen Erstattung einer falschen Meldung nicht zur Verantwortung gezogen, wenn er durch besondere Umstände getäuscht worden ist.


§19
Arrest wird in einer Zelle, bei hartem Lager, bei Wasser und Brot vollstreckt. Jeden 4. Tag erhält der Häftling warmes Essen. Strafarbeit umfasst harte körperliche oder besonders schmutzige Arbeit, die unter besonderer Aufsicht durchgeführt wird. Als Nebenstrafen kommen in Betracht: Strafexerzieren, Prügelstrafe, Postsperre, Kostentzug, hartes Lager, Pfahlbinden, Verweis und Verwarnungen. Sämtliche Strafen werden aktlich vermerkt. Arrest und Strafarbeit verlängern die Schutzhaft um mindestens 8 Wochen; eine verhängte Nebenstrafe verlängert die Schutzhaft um mindestens 4 Wochen. In Einzelhaft verwahrte Häftlinge kommen in absehbarer Zeit nicht zur Entlassung.

Der Kommandant des Konzentrationslagers

gez. Eicke SS-Oberführer.


Emil Mahl, der Henker von Dachau

Emil Mahl, der Henker von Dachau, gab im Dachauer Prozeß eine eidesstattliche Erklärung zu seiner Tätigkeit ab:

Die Jüdin Fritzi Kahn verliebte sich in einen KZ-Wachmann und wurde schwanger. Sie wurde nach Dachau überstellt und im Hof des Krematoriums aufgehängt. Ihr nackter Körper wurde zur Abschreckung der Häftlinge am Galgen hängen gelassen.
„Ich kann mich an die Exekution der Jüdin Fritzi Kahn besonders gut erinnern. Diese war wegen Rassenschande zum Tode verurteilt worden und wurde in Dachau hingerichtet. Die Angeklagte wurde gezwungen, sich in der Gaskammer vollständig zu entkleiden. Sie hat sich erst gesträubt, unbekleidet in die Gegenwart der vielen anwesenden Männer zu kommen. Sie wurde dann von den SS-Hauptscharführern Kuhn und Boettger aus der Gaskammer mit Gewalt herausgebracht. Sie hat versucht, ihren Körper mit den Händen zu bedecken. Dies hat Lachen und unflätige Witze der anwesenden SS-Leute hervorgerufen. Dann wurde sie auf die Falltür gestellt und ich habe ihr die Schlinge um den Hals gelegt."


21.03.1933

Am 21.03.1933 erscheint in der Münchner Neuesten Nachrichten der Bericht:
Am Mittwoch wird in der Nähe von Dachau das erste Konzentrationslager eröffnet. Es hat ein Fassungsvermögen von 5000 Menschen. Hier werden die gesamten kommunistischen und - soweit notwendig - Reichsbanner- und marxistischen Funktionäre, die die Sicherheit des Staates gefährden, zusammengezogen, da es auf die Dauer nicht möglich ist, wenn der Staatsapparat nicht so sehr belastet werden soll, die einzelnen kommunistischen Funktionäre in den Gerichtsgefängnissen zu lassen, während es andererseits auch nicht angängig ist, diese Funktionäre wieder in die Freiheit zu lassen. Bei einzelnen Versuchen, die wir gemacht haben, war der Erfolg der, daß sie weiter hetzen und zu organisieren versuchen. Wir haben diese Maßnahme ohne jede Rücksicht auf kleinliche Bedenken getroffen in der Überzeugung, damit zur Beruhigung der nationalen Bevölkerung und in ihrem Sinn zu handeln.


22.03.1933

Am 22.03.1933 werden die ersten Politischen „Schutzhafthäftlinge“ aus der Strafanstalt Landsberg am Lech Hindenburgring 12 kommend im Schutzhaftlager (Konzentrationslager) Dachau aufgenommen. Im Lager Dachau werden sie von den dort eingesetzten Beamten der 2. Polizei-Hundertschaft (Bayerische Landespolizei) unter dem Kommando des Polizei-Hauptmanns Schlemmer bereits erwartet und ins Lager gebracht und registriert. Sie haben Landsberg zusammengepfercht auf offenen LKWs am 22.03.1933 verlassen.

Am 22.03.1933 werden die ersten Politischen „Schutzhafthäftlinge“ aus aus dem
Gefängnis Stadelheim in München kommend im Schutzhaftlager (Konzentrationslager) Dachau aufgenommen. Im Lager Dachau werden sie von den dort eingesetzten Beamten der 2. Polizei-Hundertschaft (Bayerische Landespolizei) unter dem Kommando des Polizei-Hauptmanns Schlemmer bereits erwartet und ins Lager gebracht und registriert. Sie haben München zusammengepfercht auf offenen LKWs am 22.03.1933 verlassen.


25.03.1933

Am 25.03.1933 wird der bayrische Politiker (KPD) und Widerstandskämpfer Götz Joseph (* 15.11.1895 in München, Beruf: Schlosser in München) im Lager Dachau aufgenommen. Er wurde vom Gefängnis München Am Neudeck am 25.03.1933 hierher überstellt. Nach der Flucht des Mithäftlings Hans Beimler in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1933 (* 02.07.1895 in München - am 01.12.1936 im Spanischen Bürgerkrieg vor Madrid gefallen) wird Joseph Götz als Vergeltungsmaßnahme am 09.05.1933 im Arrestlokal des KZ Dachau erschossen.
(Im Zuge des Vorgehens gegen die KPD und ihre Abgeordneten nach dem Reichstagsbrand befand Joseph Götz sich vom 20.03.1933-25.03.1933 im Gefängnis Neudeck in "Schutzhaft".


00.04.1933

KPD-Stadtrat (in Augsburg) Leonhard Hausmann
Er war einer der ersten Todesopfer des KZs. Der Mörder, der SS-Mann Karl Ehmann, kam ebenfalls aus Augsburg und kannte Hausmann. Er hatte ihn in eine Fichtenschonung zum Arbeitseinsatz befohlen und dort wegen eines angeblichen Fluchtversuchs erschossen. Zu dieser Zeit gab es noch eine gerichtsärztliche Untersuchung, die ergab, dass der Schuss aus 30 cm Entfernung abgegeben worden war. Ein mutiger Staatsanwalt stellte Strafantrag. Aber erst 1950 wurde Ehmann vor Gericht gestellt und wegen Mordes und mehrerer schwerer Körperverletzungen zu acht Jahren verurteilt.


25.04.1933

Am 25.04.1933 wird der am 02.07.1895 in München als Johannes Baptist Beimler geborene Politiker im Konzentrationslager Dachau aufgenommen. Hans Beimler kommt aus dem Polizeigefängnis München Ettstraße und hat dieses am 25.04.1933 unter Bewachung verlassen. Dem Politiker und Widerstandskämpfer gelingt in der Nacht vom 08. auf den 09. Mai 1933 in der Uniform eines von ihm ermordeteten SS Mannes die Flucht aus dem Lager. Als Vergeltungsmaßnahme wird am 09.05.1933 der Häftling Götz Joseph im Arrestlokal des KZ Dachau erschossen. Hans Beimler wird am 01.12.1936 im Spanischen Bürgerkrieg vor Madrid erschossen. (Ausführlicher Bericht, Lied Hans Beimler).

Am 25.04.1933 wird der am 13.06.1896 in
Stammbach geborene Politiker Pittroff Johann Nikolaus Claus im Konzentrationslager Dachau aufgenommen. Er ist im Lager Dachau vom 25.04.1933-01.05.1933 inhaftiert („Schutzhaft“). Claus Pittroff wurde am 25.04.1933 vom Schutzhaftlager (Zuchthaus) Bayreuth Ortsteil St. Georgen Markgrafenallee 49 überstellt, wo er sich vom 10.03.1933-25.04.1933 in „Schutzhaft“ war. Claus Pittroff verstarb am 02.12.1958 in Bayreuth.


26.04.1933

Am 26.04.1933 wird der am 27.03.1901 in Erlangen geborene Politiker und spätere Oberbürgermeister der Stadt Erlangen Poeschke Michael Georg ins Konzentrationslager Dachau übernommen. Hier befindet er sich vom 26.04.1933-20.06.1934, mit einer Unterbrechung vom 27.04.1933-30.06.1933 (Eröffnung des bayerischen Landtages, dessen Mitglied er nach der Neu-Zusammensetzung geworden war, und Behandlung im Krankenhaus) in „Schutzhaft.“ Er wurde am 26.04.1933 vom Amtsgerichtsgefängnis Erlangen überstellt. Michael Poeschke ist am 10.05.1959 in Langenzenn verstorben.


27.04.1933

Am 27.04.1933 wird der am 14.10.1890 in Holzminden geborene Politiker (KPD) Friedrich Schaper (verhaftet 24.04.1933 in Nürnberg) ins Konzentrationslager Dachau übernommen (Häftlings Nu 5536). Er ist in Dachau vom 27.04.1933-21.04.1939 in „Schutzhaft“. Vom 28.04.1933-30.04.1933 wird seine Haft aufgrund der Wahlen unterbrochen. Friedrich Schaper wurde am 27.04.1933 vom Gerichtsgefängnis Fürth ins Konzentrationslager Dachau überstellt. Er befand sich vom 24.04.1933-27.04.1933 im Gerichtsgefängnis Fürth in „Schutzhaft“. Friedrich Schaper lebte ab 1955 lebte als Rentner in Tettau. Er verstarb am 27.05.1966 in Coburg


04.05.1933

Am 04.05.1933 wird der am 01.06.1896 in Welsberg Bezirksamt Staffelstein geborene Dressel Friedrich im Konzentrationslager Dachau aufgenommen. Friedrich Dressel war zuvor im Polizeigefängnis München Ettstraße inhaftiert, und war von dort am 04.05.1933 nach Dachau überstellt worden.
(Friedrich Dressel war von Beruf Zimmerer und von 1928 bis 1933 Vorsitzender der KPD-Fraktion im Bayerischen Landtag.
Im März 1929 organisierte er eine Protestdemonstration der Münchner Arbeitslosenbewegung und wurde deswegen von der bayrischen Justiz angeklagt. Nach Aufhebung seiner Immunität als Abgeordneter wurde er zu einer mehrermonatigen Haftstrafe verurteilt.Am 3. Mai 1933 wurde Dressel erneut von der bayrischen Polizei verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt. Dort wurde er zur Isolation von den übrigen Häftlingen in den sogenannten Arrestbau gebracht. Nach mehreren Tagen systematischer körperlicher und psychischer Misshandlung durch die SS-Wachmannschaften unternahm Dressel einen Suizidversuch, indem er sich mit seinem Brotmesser die Pulsadern auftrennte. Er starb schließlich an den Folgen seiner Verletzungen bzw. an den ihm nach seiner Einweisung ins Krankenrevier weiterhin beigebrachten Misshandlungen. Dressels Mithäftling Hans Beimler, der unmittelbar nach Dressels Suizidversuch zu dem Halbtoten gebracht worden war, um ihn seinerseits zum Selbstmord zu ermutigen, indem man ihm zeigte „wie man das macht“, berichtete später hierüber:
„Der linke Arm lag ausgestreckt auf dem Boden, quer über den Vorderarm drei Schnitte. Das Brotmesser daneben. Es war alles aufgeklärt. Der Genosse wurde durch die unerhörten Quälerei in den Tod getrieben wie das an mir und auch an anderen geschah, dazu getrieben Hand ans ich zu legen. Er wurde dabei unvorsichtigerweise von einem Sturmführer gefunden als er noch nicht verblutet war. Ein Gefangener, Dr. Katz, hätte den Genossen am Leben erhalten können. Doch der Wille des Kommandanten war dass Dressel wieder vom Revier in die Zelle geworfen und dem Doktor untersagt wurde den verwundeten Freund weiter zu behandeln. Man holt um eine Behandlung vorzutäuschen zwei SA-Sanitäter. Am Abend des 7. Mai riss die Mörderbande den Verband von der Wunde und der Genosse verblutete dann endgültig. Als Abschluss machten sie den Musikabend und besoffen sich zur eigenen Betäubung.“
Darüber berichtete auch das Bamberger Tagblatt am 10.05.1933 auf Seite 2.
Wie erst durch Ermittlungen nach 1945 geklärt wurde, hat er keinen Selbstmord verübt, sondern wurde von Angehörigen der SS erschlagen.


09.05.1933

In der Nacht vom 8. Mai zum 9. Mai 1933 gelang dem am 2. Juli 1895 in München als Johannes Baptist Beimler geborenen Politiker (KPD) die Flucht aus dem Lager, wobei er offenbar einen SS-Mann tötete, um in dessen Uniform zu flüchten. Nach einigen Wochen Unterschlupf bei Gleichgesinnten in Bayern konnte er sich nach Prag absetzen. Bis Ende 1936 arbeitete er unter Emigranten in Prag und Zürich, bevor er zur Unterstützung der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg am 5. August nach Barcelona ging, um sich dort an der Aufstellung der Thälmann-Brigade und den
Internationalen Brigaden zu beteiligen.
Als politischer Kommissar aller deutschen Bataillone der Internationalen Brigaden kämpfte er für die Spanische Republik. Am 1. Dezember 1936 kam er unter bis heute ungeklärten Umständen in der Nähe von Madrid zu Tode.

Auszug aus seinem Bericht vom Mörderlager Dachau:
Nun überreichte (der Lagerverwalter Vogel) mir einen 2 Meter langen Kälberstrick von der Stärke eines Fingers und forderte mich auf, denselben am kleinen Wasserleitungshahn aufzuhängen. Ich stieg auf die Pritsche und hängte den Strick an den Hahn. Nachdem ich wieder heruntergestiegen war, gab er mir folgende Weisung: Wenn in Zukunft wieder jemand die Zelle betritt, haben Sie eine militärische Haltung einzunehmen und zu sagen: Der Schutzhaftgefangene Beimler meldet sich zur Stelle und - auf den Strick zeigend - sollten Sie irgendwelche Zweifel bekommen, dann steht er ihnen zur Verfügung.


18.05.1933

Am 18.05.1933 wird der am 18.06.1905 in Hof an der Saale geborene Politiker und spätere stellvertretende Oberbürgermeister und Fürsorgereferent der Stadt Hof an der Saale Schiller Hans ins Konzentrationslager Dachau übernommen, Häftlings Nu 4586. Er ist in Dachau vom 18.05.1933-01.12.1933 in Haft („Schutzhaft“). Er wurde am 18.05.1933 vom Schutzhaftlager (Zuchthaus) Bayreuth-St. Georgen überstellt, wo er vom 22.03.1933-18.05.1933 inhaftiert („Schutzhaft“) war. Hans Schiller ist am 05.04.1962 in Bozen verstorben.


31.05.1933

Am 31.05.1933 wird der am 26.01.1903 in Köln Ortsteil Mülheim geborene Politiker Marx Franz im Konzentrationslager Dachau übernommen (Häftlings Nu 2033) und bleibt bis zum 06.09.1933 inhaftiert. Franz Marx wurde am 31.05.1933 vom Polizeigefängnis München (Ettstraße) überstellt. Franz Marx ist am 25.12.1985 in Gauting verstorben.


06.06.1933

Am 06.06.1933 werden 13 "unerwünschte Personen" ins Konzentrationslager Dachau übernommen. Sie wurden am 06.06.1933 vom Amtsgerichtsgefängnis Fürstenfeldbruck Stadelbergerstraße 5 überstellt. Die Menschen kommen aus Kirchseeon, Ebersberg, Forstinning, Poing, Grafing und Aßling.


24.06.1933

Am 24.06.1933 wird der am 08.03.1878 in Lübeck geborene und in Schweinfurt lebende deutsche Politiker (USPD und SPD) Soldmann Fritz ins Konzentrationslager Dachau übernommen. Er ist in Dachau vom 24.06.1933-24.08.1934 inhaftiert. Fritz Soldmann wurde am 23.06.1933 vom Gefängnis Schweinfurt Hadergasse 29 überstellt, wo er vom 01.06.1933-23.06.1933 inhaftiert war. Fritz Soldmann ist am 31.05.1945 in Wolkramshausen Ortsteil Wernrode wenige Tage nach seiner Befreiung aus dem KZ Buchenwald an den Haftfolgen verstorben, seine Urne wird 1948 nach Schweinfurt überführt und dort am 10.08.1948 auf dem Städtischen Friedhof beigesetzt.


26.06.1933

Am 26.06.1933 wird der am 25.02.1900 in Moos bei Forstinning geborene Politiker Hundhammer Alois im Konzentrationslager Dachau übernommen. Er wurde am 26.06.1933 vom Polizeigefängnis München (Ettstraße) überstellt. Er bleibt bis zum 22.07.1933 inhaftiert. Er stirbt am 01.08.1974 in München.


30.06.1933

Am 30.06.1933 wird der am 02.12.1897 in Stockheim bei Kronach geborene Politiker (KPD) und spätere Nürnberger Stadtrat Hermann Schirmer ins Konzentrationslager Dachau übernommen. Hermann Schirmer war vom 30.06.1933-07.02.1934 im KZ Dachau in Schutzhaft (Häftlings Nu 2225 und 4178). Er wurde am 30.06.1933 vom Polizeigefängnis Nürnberg Ludwigstraße 36 überstellt, wo er vom 01.06.1933-30.06.1933 inhaftiert („Schutzhaft“) war. Er verstarb am 12.02.1981 in Berlin (Ost).


01.07.1933

Am 01.07.1933 wird der am 12.09.1888 in Nürnberg geborene Politiker Lowig Georg ins Lager Dachau übernommen. Er wurde am 01.07.1933 vom Polizeigefängnis Nürnberg überstellt. Er ist in Dachau bis zum 24.08.1933 inhaftiert. Lowig Georg stirbt am 13.12.1967 in Altdorf bei Nürnberg.

Am 01.07.1933 wird der am 15.04.1886 in
Neustadt bei Coburg geborene Politiker Meyer Ludwig ins Lager Dachau übernommen. Er wurde am 01.07.1933 vom Polizeigefängnis München (Ettstraße) überstellt. Er bleibt bis zum 31.08.1933 im KZ Dachau in Schutzhaft. Ludwig Meyer ist am 11.08.1957 nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren in Coburg verstorben.

Am 01.07.1933 wird der am 13.09.1900 in Ludwigshafen am Rhein geborene Politiker Müller Herbert ins Lager Dachau übernommen. Er wurde am 01.07.1933 vom Amtsgerichtsgefängnis Ludwigshafen am Rhein, Wittelsbachstraße 10 überstellt. (im Amtsgerichtsgefängnis seit dem 02.05.1933 inhaftiert). Er ist bis zum 03.04.1935 in Dachau inhaftiert. Herbert Müller ist am 24.11.1994 in Ludwigshafen am Rhein verstorben.

Am 01.07.1933 wird der am 23.05.1865 in
Schöllkrippen Ortteil Schneppenbach geborene Gewerkschafter und Politiker (SPD) Josef Simon ins Konzentrationslager Dachau übernommen, wo er vom 01.07.1933-25.01.1934 inhaftiert ist („Schutzhaft“). Josef Simon wurde am 30.06.1933 vom Strafgefängnis Nürnberg Mannertstraße 6 überstellt, wo er vom 10.05.1933-30.06.1933 inhaftiert war („Schutzhaft“). Josef Simon verstarb am 01.04.1949 in Kornwestheim.


03.07.1933

Am 03.07.1933 wird der am 01.02.1896 in Theisseil geborene Politiker Leopold Hofmann im Lager Dachau übernommen. Er wurde am 03.07.1933 vom Gefängnis Regensburg überstellt. (08.04.1933 im Gefängnis Regensburg in Polizeihaft, 25.06.1933-03.07.1933 im Gefängnis Regensburg inhaftiert, 03.07.1933-16.10.1933 KZ Dachau, 22.08.1944-01.09.1944 KZ Flossenbürg Häftlings Nu 17460) + 28.06.1963 in Regensburg

Am 03.07.1933 werden 15 Personen ("Schutzhäftlinge"), unter Ihnen auch SPD Funktionäre und die Stadträte Dennstädt, Baier, Schlauch und Grosch Georg * 09.12.1906 in Bamberg + 27.07.1987 in Bamberg, sowie die Exstadträte Göttling und Dotterweich, die im
Landgerichtsgefängnis Bamberg festgehalten wurden im Lager Dachau übernommen. Sie haben Bamberg am 03.07.1933 unter Bewachung mit einem Zug verlassen.


11.07.1933

Am 11.07.1933 wird der am 08.09.1892 in Bad Aibling geborene Politiker und spätere Bürgermeister von Penzberg Prandl Michael ins Konzentrationslager Dachau übernommen und bleibt hier bis zum 10.08.1933 inhaftiert ("Schutzhaft" Häftlings Nu 2935). Er wurde am 11.07.1933 vom Polizeigefängnis München Ettstraße 2-4 ins Konzentrationslager Dachau überstellt. Michael Prandl war vom 30.06.1933-11.07.1933 im Gefängnis Laufen und im Polizeigefängnis München in "Schutzhaft". Michael Prandl verstarb am 25.10.1976 in Penzberg.


05.08.1933

Am 05.08.1933 wird der am 28.05.1895 in Bad Tölz geborene Politiker Kiene Josef ins Konzentrationslager Dachau übernommen. Er wurde am 05.08.1933 vom Landgerichtsgefängnis Traunstein überstellt. Josef Kiene bleibt bis zum 23.12.1933 in Dachau inhaftiert. Er stirbt am 30.01.1981 in Trostberg


10.08.1933

Am 10.08.1933 werden 68 Funktionäre der illegalen KPD im Lager übernommen. Sie waren bei einer Großrazzia in München verhaftet worden.


17.08.1933

Am 17.08.1933 wird der am 10.06.1880 in Dresden-Löbtau geborene Politiker (SPD) und spätere (nach 1945) Landrat des Landkreises Naila Artur Tübel ins Konzentrationslager Dachau übernommen (Häftlings Nu 3379). Er ist in Dachau vom 17.08.1933-20./22.07.1934 in „Schutzhaft“. Er wurde am 17.08.1933 vom Schutzhaftlager (Zuchthaus) Bayreuth-St. Georgen überstellt. Er war in St. Georgen vom 17.07.1933-17.08.1933 inhaftiert („Schutzhaft“). Artur Tübel verstirbt am 12.08.1957 in Naila.


22.08.1933

Am 22.08.1933 wird der aus München-Pasing stammende KPD-Funktionär Franz Stenzer, Instrukteur der illegalen KPD in Süddeutschland, im Konzentrationslager Dachau ,,auf der Flucht erschossen“.
Franz Stenzer geriet bei einer Besprechung am 30. Mai 1933 der Politischen Polizei in die Hände, kam als Schutzhaftgefangener in das KZ Dachau. Dort wurde er schwer gefoltert und am 10.August 1933 noch in den sogenannten Kommandantur-Arrest gesperrt. Am 22.August 1933 wurde Franz Stenzer vom SS-Scharführer Dirnagel im Todeskeller ermordet, angeblich „auf der Flucht erschossen“.
Stenzers Frau wurde am Tage seiner Beisetzung bedingt freigelassen und zog mit ihren drei Töchtern, den Zwillingen Emma und Elise (* 02.09.1923) und Lilly (* 01.07.1927) in ihr Heimatdorf Anspach im Taunus. Die Rote Hilfe organisierte Ende November 1933 ihre Flucht aus Deutschland.


12.09.1933

Am 12.09.1933 wird der am 08.04.1878 in Kirchroth Ortsteil Pillnach geborene Politiker Albert Roßhaupter ins Lager Dachau übernommen. Hier ist er vom 12.09.1933-19.03.1934 in „Schutzhaft“. (Häftlings Nu 3720). Albert Roßhaupter wurde am 11.09.1933 vom Amtsgerichtsgefängnis Fürstenfeldbruck Stadelbergerstraße 5 überstellt. Er war in Fürstenfeldbruck vom 23.06.1933-11.09.1933 inhaftiert („Schutzhaft“). Albert Roßhaupter ist am 14.12.1949 in Mammendorf (Nannhofen) verstorben.


28.11.1933

Am 28. November 1933 wird der 1893 geborene aus Memmingen stammende Stricker Fritz Bürk während eines Kohlenhol-Kommandos von dem SS-Scharführer Wilhelm Birzle ausgesondert und auf der Lagerlatrine erschossen


01.12.1933

Am 01.12.1933 wird der am 18.06.1905 in Hof an der Saale geborene Politiker und spätere stellvertretende Oberbürgermeister und Fürsorgereferent der Stadt Hof an der Saale Schiller Hans vom Konzentrationslager Dachau ins Polizeigefängnis Nürnberg Ludwigstraße 36 überstellt. Er befand sich in Dachau vom 18.05.1933-01.12.1933 in Haft („Schutzhaft“) Häftlings Nu 4586. Er wird am 01.12.1933 ins Polizeigefängnis Nürnberg übernommen, wo er vom 01.12.1933-23.01.1935 aufgrund eines Urteils des 4. Strafsenat des Reichsgerichts vom 23.11.1933 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einem Jahr und einem Monat Gefängnis inhaftiert ist. Hans Schiller ist am 05.04.1962 in Bozen verstorben.


07.12.1933

Auf Weisung des Politischen Polizeikommandeurs in Bayern, Reichsführer SS Heinrich Himmler, werden rund 400 Schutzhäftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen. Die Amnestie wird mit dem für die Reichsregierung positiven Wahlausgang vom 12. November begründet.


01.05.1934

Anlässlich des Feiertags der nationalen Arbeit werden fast 200 politische Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen


16.06.1934

Am 16.06.1934 wird der am 31.01.1896 in München geborene Ackermann Josef im Konzentrationslager Dachau aufgenommen. Er kommt aus dem Gefängnis München-Stadelheim über das Polizeigefängnis München (Ettstraße) und ist in Dachau bis 28.08.1934 inhaftiert. (Ackermann Josef * 31.01.1896 in München + 22.08.1959 in Luzern, Beruf: Schriftsteller und Redakteur).


16.03.1935

Am 16.03.1935 wird der am 17.10.1905 im Münchener Stadtteil Aubing geborene Politiker (SPD) und spätere Oberbürgermeister von Rosenheim Josef Sebald ins Lager Dachau übernommen, Häftlings Nu 7132. Er ist in Dachau vom 16.03.1935-26.11.1935 inhaftiert ("Schutzhaft"). Er wurde am 16,03.1935 vom Polizeigefängnis München Ettstraße 2-4 überstellt, wo er vom 26.02.1935-16.03.1935 inhaftiert ("Schutzhaft") war. Josef Sebald erlag am 27.08.1960 seinem langen Krebsleiden im Loretokrankenhaus in Rosenheim.


05.10.1935

Am 05.10.1935 wird der am 02.12.1897 in Stockheim bei Kronach geborene Politiker (KPD) und spätere Nürnberger Stadtrat Hermann Schirmer ins Lager Dachau übernommen. Hermann Schirmer war vom 05.10.1935-16.10.1936 im KZ Dachau in Schutzhaft (Häftlings Nu 8325). Hermann Schirmer wurde am 04.10.1935 vom Strafgefängnis Nürnberg Mannertstraße 6 überstellt, wo er vom 01.06.1935-04.10.1935 inhaftiert („Schutzhaft“) war. Er verstarb am 12.02.1981 in Berlin (Ost).


20.12.1935

Am 20.12.1935 wird der am 28.05.1895 in Bad Tölz geborene Politiker Kiene Josef im Konzentrationslager Dachau (Häftlings Nu 8858) übernommen. Er wurde am 20.12.1935 vom Polizeigefängnis München (Ettstraße) überstellt. Josef Kiene bleibt bis zum 07.09.1936 im Lager Dachau in Schutzhaft inhaftiert. Er stirbt am 30.01.1981 in Trostberg


08.05.1936


Heinrich Himmler zu Besuch in Dacha

Reichsführer-SS Heinrich Himmler am 8. Mai 1936 zu Besuch in Dachau. Hier begutachtet er das Modell einer SS-Kaserne für die Standarte 1 in unmittelbarer Nähe des KZ Dachau


12.09.1936

Am 12.09.1936 wird der am 08.01.1897 in Köln-Ehrenfeld geborene (+ 16.03.1968 in Ost-Berlin) deutsche Politiker (KPD/SED) Boulanger Jakob im Konzentrationslager Dachau aufgenommen. Er kommt vom Zuchthaus Amberg, der Transport hat Amberg am 12.09.1936 verlassen. Er ist in Dachau bis zum 26.09.1939 inhaftiert und wird am 26.09.1939 ins Konzentrationslager Buchenwald überstellt. (27.07.1933-15.08.1933 in Schutzhaft, ab 16.08.1933 Gerichtsgefängnis Erfurt in gerichtlicher Untersuchungshaft, 12.12.1934 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren verurteilt).


13.02.1937

Am 13.02.1937 treffen mit einem Transport 26 jüdische "Häftlinge" aus dem KL Sachsenhausen im KL Dachau ein.


04.02.1938

Mit seinem mutigen Auftritt im Edenpalast-Prozess hat Hans Litten Geschichte geschrieben. Auch Hitler hat jenen 8. Mai 1931 nicht vergessen. Es war eine persönliche Feindschaft, die Littens Lebensschicksal besiegelte. Am 27. Februar 1933 brennt der Reichstag. Schon in den frühen Morgenstunden des kommenden Tages wird Litten verhaftet. Es beginnt ein fünfjähriger Leidensweg durch Gefängnisse und Konzentrationslager. Sonnenburg, Esterwegen, Lichtenburg, Buchenwald und zuletzt Dachau. Am Ende hat er keine Kraft mehr, am Ende ist die Seelennot zu groß. In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1938 erhängt sich Hans Litten. Er wurde 34 Jahre alt.


04.04.1938

Im April 1938 werden 600 Rekruten nach Dachau einberufen. Die Hundertschaften bestehen aus 4 Zügen mit je vier Gruppen mit je 12 SS-Anwärtern. Die 11. Hundertschaft besteht im April 1938 aus 16 Saarländern, 40 Österreichern und dem Rest Reichsdeutsche.


19.04.1938

Am 19.04.1938 wird der am 21.07.1885 in Amberg geborene Lorenz Hagen (Gewerkschafter und Politiker SPD) im Konzentrationslager Dachau aufgenommen. Er wurde am 19.04.1938 vom Polizeigefängnis Nürnberg Ludwigstraße 36 überstellt. (Lorenz Hagen 01.09.1933-26.09.1933 im Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert, 15.07.1935-18.12.1935 im Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert, 26.01.1938-19.04.1938 im Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert, 19.04.1938-26.09.1939 im KZ Dachau inhaftiert Häftlings Nu 14008, 26.09.1939-01.06.1940 oder 01.07.1940 im KZ Buchenwald inhaftiert Häftlings Nu 7622, 23.08.1944-26.09.1944 erneut im KZ Dachau inhaftiert Häftlings Nu 93016). Er starb am 23.07.1965 in München und wurde auf dem Waldfriedhof in München/Alter Teil im Grab Nr. 96-W-20 beigesetzt.


28.04.1938

Der erste in Dachau umgekommene Österreicher war der am 28. April 1938 in den Selbstmord getriebene Hans Kotanyi, Gesellschafter der gleichnamigen Paprikamühle


20.07.1938

am 20.07.1938 trifft mit einem Transport der am 20.01.1899 in Unterammergau geborene Speer Augustin im KL Dachau ein. Der Transport kommt aus München.


03.08.1938

Mit diesem Transport trifft der 30jährige Pfarradministrator Rieser Andreas vom Polizeigefängnis München im Konzentrationslager Dachau ein.


08.08.1938

Am 08.08.1938 2:00 Uhr Morgens werden 300 Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau in Viehwagons verladen und ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Sie treffen am 08.08.1938 in Mauthausen ein. Hier bauten sie vier Baracken auf, das war das Anfangslager. In den Akten der Häftlinge steht: Befristete „Vorbeugungshäftlinge“ (RU=Rückkehr unerwünscht).


25.10.1938

Am 25. Oktober 1938, zwölf Tage vor der offiziellen „Ursache“ der November Pogrome, dem Attentat eines Juden in Paris, bekam das KZ Dachau den Auftrag, 5000 Häftlingskleider mit Judensternen zu nähen. Geplant war eine Massendeportation.


12.11.1938

Transport
am 12.11.1938 treffen mit einem Sammeltransport ? „Schutzhäftlinge“ aus dem
Polizeigefängnis Salzburg am Rudolfsplatz 2 im KL Dachau ein


01.04.1939

Am 01.04.1939 werden 127 politische und BV Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau ins Konzentrationslager Flossenbürg überstellt. Die Häftlinge erreichen das Lager Flossenbürg am 01.04.1939.


26.09.1939

Am 26.09.1939 wird der am 21.07.1885 in Amberg geborene Lorenz Hagen (Gewerkschafter und Politiker SPD) im Konzentrationslager Buchenwald aufgenommen. Er wurde am 26.09.1939 vom Konzentrationslager Dachau im Zuge einer vorübergehenden Teilräumung des Lagers Dachau überstellt. (Lorenz Hagen 01.09.1933-26.09.1933 im Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert, 15.07.1935-18.12.1935 im Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert, 26.01.1938-19.04.1938 im Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert, 19.04.1938-26.09.1939 im KZ Dachau inhaftiert Häftlings Nu 14008, 26.09.1939-01.06.1940 oder 01.07.1940 im KZ Buchenwald inhaftiert Häftlings Nu 7622, 23.08.1944-26.09.1944 erneut im KZ Dachau inhaftiert Häftlings Nu 93016). Er starb am 23.07.1965 in München und wurde auf dem Waldfriedhof in München/Alter Teil im Grab Nr. 96-W-20 beigesetzt.

Am 26.09.1939 wird der am 08.01.1897 in
Köln-Ehrenfeld geborene (+ 16.03.1968 in Ost-Berlin) deutsche Politiker (KPD/SED) Boulanger Jakob vom Konzentrationslager Dachau im Zuge einer vorübergehenden Teilräumung des Lagers Dachau ins Konzentrationslager Buchenwald überstellt, hier wird er am 26.09.1939 aufgenommen. (Zuchthaus Amberg bis 12.09.1936, er ist in Dachau bis zum 26.09.1939 inhaftiert. (27.07.1933-15.08.1933 in Schutzhaft, ab 16.08.1933 Gerichtsgefängnis Erfurt in gerichtlicher Untersuchungshaft, 12.12.1934 wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einer Zuchthausstrafe von drei Jahren verurteilt).

Mit diesem
Transport wird der 30jährige Pfarradministrator Rieser Andreas vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Buchenwald überstellt.


27.09.1939

Transport
Mit diesem
Transport werden ? "Häftlinge" (die genaue Anzahl ist nicht bekannt) vom KL Dachau zum KL Mauthausen überstellt.

Transport
Am 27.09.1939 werden aufgrund eine zeitweisen Teilräumung (27.09.1939 bis zum 18.02.1940) des Lagers Dachau, Häftlinge in andere Lager verlegt. Dieser Transport geht ins Konzentrationslager
Buchenwald. Der Transport erreicht Buchenwald am 27.09.1939.


28.02.1940

Am 27.09.1939 trifft ein Transport mit ? "Häftlingen" (die genaue Anzahl ist nicht bekannt) vom KL Mauthausen kommend im KL Dachau ein.


24.05.1940

Am 24.05.1940 wird der am 12.09.1904 in Weißenburg in Bayern geborene Politiker (SPD) Heinrich Stöhr ins Lager Dachau übernommen (Häftlings Nu 10561) wo er bis zur Befreiung des Lagers am 29.04.1945 inhaftiert war. Er wurde am 24.05.1940 vom Zuchthaus Amberg Katharinenfriedhofstraße überstellt. Er war im Zuchthaus Ebrach und Amberg vom 06.01.1935-24.05.1940 inhaftiert ("Schutzhaft"). Heinrich Stöhr lebte nach 1945 in Weißenburg. Er verstarb am 09.12.1958 in Treuchtlingen unerwartet an den Folgen eines Herzinfarktes.


25.05.1940

am 25.05.1940 werden mit einem Transport 1083 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Gusen überstellt.


05.06.1940

am 05.06.1940 werden mit einem Transport 1584 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Gusen überstellt.


26.06.1940

am 26.06.1940 werden mit einem Transport 1002 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Gusen überstellt.


01.07.1940

Mit den Assekuranzen wurden auch Feuerversicherungen für die KZ-Betriebe abgeschlossen, und zwar zunächst für Dachau, dem Vorbild für alle anderen Lager. In der dortigen Tischlerei mußten 600 Häftlinge schuften. Am 1. Juli 1940 inspizierte der Allianz-Vertreter Steiner in SS-Begleitung den Betrieb und zählte danach penibel auf sechs Seiten alles auf, von der Kreissäge bis zum "Kochkessel für Wurstwaren", was für den KZ-Betrieb Wert hatte. Am Ende kam Steiner auf eine Versicherungssumme von immerhin 500 000 Reichsmark, mit entsprechend hohen Prämien. Die KZ-Betriebe wurden von mehreren Assekuranzen gemeinsam versichert. Bei der Tischlerei in Dachau übernahm die Allianz mit 30 Prozent die Federführung. Der Rest ging an den Gerling Konzern, die Aachener und Münchener Feuerversicherung, die National Allgemeine Versicherungs A. G. und die Württembergische Feuerversicherung.


02.08.1940

am 02.08.1940 werden mit einem Transport 1500 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Gusen überstellt.


16.08.1940

am 16.08.1940 werden mit einem Transport 1000 "Häftlinge" (darunter 613 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Gusen überstellt.


25.08.1940

am 25.08.1940 werden mit einem Transport 160 "Häftlinge" (darunter 44 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Neuengamme überstellt.


30.08.1940

am 30.08.1940 werden mit einem Transport 1000 "Häftlinge" (darunter 44 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.


03.09.1940

am 03.09.1940 werden mit einem Transport 1000 "Häftlinge" (darunter 507 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.


07.09.1940

am 07.09.1940 werden mit einem Transport 500 "Häftlinge" (darunter 126 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.


07.12.1940

Mit diesem Transport trifft der 30jährige Pfarradministrator Rieser Andreas vom Konzentrationslager Buchenwald im Konzentrationslager Dachau ein.


11.12.1940

am 11.12.1940 werden mit einem Transport 500 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Buchenwald überstellt.


13.12.1940

Mit einem Transport werden 500 "Häftlinge" (darunter 493 Polen) aus dem Konzentrationslager Dachau ins KL Auschwitz überstellt. Nach der Übernahme ins Lager Auschwitz werden 500 Personen mit den Häftlingsnummern 6885 - 7384 registriert


14.12.1940

Transport
Am 14.12.1940 treffen mit einem
Transport aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen ? Juden u. unerwünschte Elemente im KL Dachau ein.
Einer der deportierten war der Katholische Geistliche u. Jesuit Kaluza (Puddle) Franciszek * 1877 in Lazach.

Einer von ihnen ist der am 17.09.1872 in Mayen geborene katholischer Pfarrer Zilliken Josef Kaspar.
Tatvorwurf:
Am 27.05.1940 besuchte Zilliken in Gesellschaft von Johannes Schulz, dem Pfarrer von Nickenich, das Ausflugslokal „Waldfrieden“ in Wassenach. Beide begingen den Affront, den zufälligerweise ebenfalls als Gast anwesenden
Hermann Göring nicht nur nicht mit dem verpflichtenden „Heil Hitler“ zu grüßen, sondern ihn und seine Begleitoffiziere zu ignorieren. Göring fühlte sich brüskiert und Zilliken wurden noch am selben Abend von der Gestapo verhaftet und in das Gefängnis Andernach verbracht. Am 08.06.1940 ordnete das Reichssicherheitshauptamt in Berlin für Zilliken die so genannte „Schutzhaft“ an.
Am 14.06.1940 wurde er in das KZ Buchenwald deportiert, am 31.07.1940 in das KZ Sachsenhausen-Oranienburg überstellt und schließlich am 14.12.1940 in das KZ Dachau.
Nach 1945 aus einem NKWD Protokoll
„Auch Göring war in Hochstimmung. Beim Warten auf den Wagen vor dem Unterstand schilderte er Hitler sein jüngstes `Abenteuer`. Einige Tage zuvor war er in einem Lokal am Rhein gewesen. Alle Gäste seien aufgestanden, nur zwei katholische Priester nicht. `Denen habe ich es aber gezeigt. Ich habe sie ins KZ geschickt`, sagte Göring lachend. `Und habe befohlen, dort eine Stange mit einer alten Mütze von mir aufzustellen. Jetzt müssen sie jeden Tag daran vorbeimarschieren und den nationalsozialistischen Gruß üben.“


23.01.1941

Am 23.01.1941 werden mit einem Transport 484 Häftlinge (darunter 77 Polen) aus dem Konzentrationslager Dachau ins Konzentrationslager Neuengamme überstellt. In diesem Transport waren laut Transportliste unter anderem: 29 Bibelforscher und 30 Zeugen Jehovas. Der Transport trifft am 23.01.1941 im Lager Neuengamme ein.


27.02.1941

am 27.02.1941 werden mit einem Transport 34 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt


10.03.1941

am 10.03.1941 werden mit einem Transport 150 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Mauthausen überstellt.


02.04.1941

am 02.04.1941 wird mit einem Transport 1 "Häftling" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.


07.04.1941

Am 07.04.1941 werden mit einem Transport 300 männliche Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau ins Konzentrationslager Ravensbrück (Männerlager) überstellt. Der Transport erreicht das Lager Ravensbrück am 08.04.1941


16.04.1941

am 16.04.1941 werden mit einem Transport 2 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.


21.05.1941

Das Ensemble des Münchner Gärtnerplatztheaters, darunter der Schauspieler Johannes Heesters, tritt zur Unterhaltung des SS-Personals im bayerischen KZ Dachau auf (“Truppenbetreuung“); wie fast alle inländischen ’Künstler’ stellt sich auch der Niederländer Heesters (“Ich glaube, das ist das beste an unserem Beruf: Man muss auf der Bühne stehen und die Leute vergessen lassen, was draußen passiert. Dann hat man erreicht, was man in dem Beruf erreichen kann“) mit 20 Filmen in den Dienst des NS-Staates und trägt mit dazu bei, dass sich Deutsche zumindest vorübergehend in Traumwelten flüchten und der Realität entfliehen können, um dann wieder ’weiterzumachen’ – in der Rüstungsindustrie, an der Front und im KZ; im Jahre 2008 klagt der inzwischen 104 Jahre alte Heesters gegen die Aussage, er sei 1941 vor der SS-Wachmannschaft des KZ Dachau aufgetreten auf Widerruf und Unterlassung; den KZ-Besuch selbst bestreitet der ‘Entertainer‘ nicht – zu erdrückend sind die vorliegenden Dokumente und Zeugenaussagen.


22.06.1941

am 22.06.1941 werden mit einem Transport 42 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Mauthausen überstellt


12.07.1941

am 12.07.1941 werden mit einem Transport 1000 "Häftlinge" (darunter 291 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Buchenwald überstellt.


14.09.1941

Am 14.09.1941 trifft ein Transport (Überstellung) mit Häftlingen aus dem Konzentrationslager Neuengamme im Konzentrationslager Dachau ein. Der Transport hat Neuengamme am 14.09.1941 verlassen.


02.11.1941

am 02.11.1941 werden mit einem Transport 38 "Häftlinge" (darunter 13 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Ravensbrück überstellt.


12.12.1941

Sammeltransport
Am 12.12.1941 trifft mit einem
Sammeltransport der am 19.10.1900 in Würzburg geborene Katholische Geistliche Häfner Georg vom Gestapo-Gefängnis Würzburg Ottostraße 5 kommend im KL Dachau ein. Bei seiner Übernahme ins KL erhält er die Häftlingsnummer 28876. Der Transport hat Würzburg am 11.12.1941 verlassen.


17.12.1941

am 17.12.1941 werden mit einem Transport 120 "Häftlinge" (darunter 19 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.


21.12.1941

am 21.12.1941 werden mit einem Transport 8 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.


15.01.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 98 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 15.01.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


16.01.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 100 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 16.01.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


19.01.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 100 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 19.01.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


20.01.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 99 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 20.01.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


22.01.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 100 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 22.01.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


26.01.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 100 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 26.01.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


27.01.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 100 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 27.01.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


11.02.1942

am 11.02.1942 werden mit einem Transport 168 "Häftlinge" (darunter 11 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Mauthausen überstellt.


16.02.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 60 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 16.02.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.

Transport
am 16.02.1942 werden mit einem
Transport 41 "Häftlinge" (darunter 6 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Mauthausen überstellt.


17.02.1942

Am 17.02.1942 verläßt ein "Invalidentransport" mit 100 KV (keine Verwendung) Häftlingen das Konzentrationslager Dachau mit Ziel Hartheim/Linz. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 über 18000 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 17.02.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet. Die Todesurkunden trugen bei vielen als Sterbedatum den 11. April 1942.


19.02.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 99 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 19.02.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


23.02.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 100 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 23.02.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


24.02.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 100 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 24.02.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


26.02.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 99 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 26.02.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


02.03.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 100 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 02.03.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


03.03.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 97 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 03.03.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


04.05.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 118 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 04.05.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


06.05.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 119 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 06.05.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


18.05.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 116 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 18.05.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


20.05.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 60 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 20.05.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


25.05.1942

am 25.05.1942 wird der am 19.08.1923 in Zweibrücken geb. Schu Harry Harald ins Konzentrationslager Dachau übernommen. Schu war am 25.05.1942 mit einen Transport von der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken Lerchesflurweg 37 zum Konzentrationslager Dachau überstellt worden.


28.05.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 119 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 28.05.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


03.06.1942

Transport
Am 03.06.1942 treffen mit einem
Transport 58 Priester u. Mönche aus dem KL Auschwitz im KL Dachau ein. (Vorbereitung des Transportes)


05.06.1942

am 05.06.1942 werden mit einem Transport 93 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Mauthausen überstellt.


10.06.1942

am 10.06.1942 werden mit einem Transport 50 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Buchenwald überstellt.


11.06.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 29 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 11.06.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


02.07.1942

am 02.07.1942 werden mit einem Transport 10 "Häftlinge" (darunter 7 Polen) vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Ravensbrück überstellt.


31.07.1942

am 31.07.1942 werden mit einem Transport 4 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt.


04.08.1942

am 04.08.1942 werden mit einem Transport 10 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Natzweiler überstellt.


10.08.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 98 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 10.08.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


12.08.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 83 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 12.08.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


19.08.1942

Am 19.08.1942 werden mit einem Transport 17 "Häftlinge" vom KL Dachau zum KL Auschwitz überstellt. Bei der Übernahme ins KL Auschwitz erhalten die "Häftlinge" die Häftlingsnummern 60348 - 60364. Als der Transport aus Dachau in Auschwitz ankam, grassierte dort eine Fleckfieber-Epidemie.


07.10.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 90 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 07.10.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


12.10.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 120 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 12.10.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


14.10.1942

Invalidentransport
Mit diesem "
Invalidentransport" werden 120 KV (keine Verwendung) "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Dachau zur Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim deportiert. Hier im Schloss Hartheim, einer ehemaligen Anstalt für Geisteskranke wurden seit Frühjahr 1940 Insassen aus Kranken- und Pflegeanstalten sowie aus Altenheimen ermordet. Ab Januar 1942 erlitten Tausende von Häftlingen vor allem aus den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen das gleiche Schicksal. Der Transport erreicht Hartheim am 14.10.1942. Die Häftlinge werden noch am gleichen Tag ermordet.


29.10.1942

Mit diesem Transport werden 499 nichtjüdische Häftlinge aus dem KL Dachau ins KL Auschwitz überstellt. Über diese Lieferung beschwerte sich Arbeitseinsatzführer Schwarz am folgenden Tage bei seinem Fachvorgesetzten Maurer telegrafisch: „Die Häftlinge sind in denkbar schlechtester Verfassung, körperlich sehr schwach. Ein Drittel vielleicht nach 14-tägiger Erholungszeit einsatzfähig. Für den Buna-Einsatz sind die Häftlinge vollkommen ausgeschlossen.“


06.03.1943

Der deutsche Sozialdemokrat Kurt Schumacher wird wegen seines schlechten Gesundheitszustandes aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen. Die Stadt Hannover wird ihm als Zwangsaufenthalt zugewiesen


08.03.1943

Schreiben des Amtes IV des Reichssicherheitshauptamtes an das Amt II, Gruppe II C,
z.Hd. SS-Standartenführer Fritzel o.V.I.A. –betreffend „Taschengeld für die in Dachau und Sachsenhausen internierten rumänischen politischen Flüchtlinge“
Auf Anordnung des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei ist den in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau internierten rumänischen politischen Flüchtlingen und ehemaligen führenden Mitgliedern der rumänischen Legionärsbewegung „EiserneGarde“ monatlich je 50,-- RM Taschengeld zu zahlen. Das Geld ist den Lagerkommandanten zur Verwaltung zu übersenden. Die Mittel wurden aus dem Sonderkonto „R“ gegeben.
Es handelt sich um folgende Personen:
Horia Sima, geb. 3.07.06 in Kronstadt, Sachsenhausen
Traian Borubaru, geb. 24.10.12 in Banloc, Sachsenhausen
Vasile Jasinschi, geb. 17.12.92 in Burna, Dachau
Corneliu Georgescu, geb. 2.1.02 in Poiana Sibiu, Dachau
Constantin Papanace, geb. 15.9.04 Cella, Dachau
Gheorghe Jilava Dragomir, geb. 3.3.02 in Buzau, Dachau
Dumitru Groza, geb. 25.12.13 in Cugir Hunedoara, Dachau
Nicolae Horodniceanu, geb. 16.6.07 in Spiridonesti Roman, Dachau
Viorel Trifa, geb. 28.6.14 in Campeni-Turda, Dachau
Ilie Garneata, geb. 20.7.98 geb. in Marmornica, Dachau
Constantin Stoicanescu, geb. am 11.5.09 in Arad, Dachau
Virgil Mihailescu, geb. 14.7.06 in Bukarest, Dachau
Ilie Smultea, geb. 29.9.15 in Teregora, Dachau.
Ich bitte, die Gelder monatlich ab 1.3.43 den Lagerkommandanten, die von hier unterrichtet sind, zur Verfügung zu stellen.
Um Mitteilung über das von dort Veranlaßte wäre ich dankbar.
Im Auftrage:
gez. Unterschrift


26.09.1943

am 26.09.1943 werden in einem Transport 75 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Buchenwald transportiert.


30.09.1943

am 30.09.1943 werden in einem Transport 50 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau zum Konzentrationslager Buchenwald transportiert.


11.05.1944

Am 11. Mai 1944 wurde im KL Dachau ein Lagerbordell in Betrieb genommen, sechs Frauen aus Ravensbrück trafen ein. Es stand in Zusammenhang mit der Dienstvorschrift Oswald Pohls, außergewöhnliche Arbeitsleistungen bei Häftlingen zu honorieren und damit zu steigern. Gegen Ende des Jahres löste man es wieder auf. Bis in die 1990er Jahre galten die Betroffenen nicht als Opfer der Naziherrschaft und erhielten keine Entschädigung.


15.06.1944

Mit diesem Transport werden 6 "Häftlinge" zu Bombenräumarbeiten vom Konzentrationslager Dachau nach Zell am Harmersbach bei Offenburg geschickt


25.08.1944

Transport
am 25.08.1944 treffen mit einem Sammeltransport ? „Schutzhäftlinge“ aus dem
Polizeigefängnis Salzburg am Rudolfsplatz 2 im KL Dachau ein


27.08.1944

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
“Einige deutsche Häftlinge, die täglich in München oder in der Stadt Dachau arbeiten, bringen ihm (dem Oberpfleger im Krankenrevier, wo auch Rost eingesetzt ist) ebenfalls ab und zu Medikamente mit, die sie dort von der Zivilbevölkerung im Tausch gegen irgend etwas anderes, aber auch
häufig umsonst bekommen, da – besonders in Dachau –wohl viele ahnen, wie wir hier leben müssen, auch wenn sie das Elend nicht in seinem vollen Umfang übersehen können.“


30.08.1944

Am 30.08.1944 wird der am 12.09.1888 in Nürnberg geborene Politiker Lowig Georg ins Lager Dachau (Häftlings Nu 494717) übernommen. Er wurde am 30.08.1944 vom Polizeigefängnis Nürnberg überstellt. Er ist in Dachau bis zum 04.09.1944 inhaftiert. Lowig Georg stirbt am 13.12.1967 in Altdorf bei Nürnberg.

Am 30.08.1944 wird der am 15.11.1877 in Kasendorf geborene Politiker, MdL in
Bayern, ehemaliger Stadtrat in Kulmbach, Matthäus Schneider ins Lager Dachau übernommen. Er war in Dachau vom 30.08.1944-29.09.1944 inhaftiert "Schutzhaft" (Häftlings Nu 94708). Er wurde am 28.08.1944 vom
Schutzhaftlager Bayreuth-St. Georgen Markgrafenallee 49 überstellt. Matthäus Schneider war vom 22.08.1944-28.08.1944 in Bayreuth inhaftiert. Er ist am 29.09.1944 im Konzentrationslager Dachau verstorben.

Am 30.08.1944 wird der am 09.06.1880 in
Schwarzenbach an der Saale geborene Politiker (SPD, USPD) Hans Seidel ins Lager Dachau übernommen Häftlings Nu 94707. In Dachau war er vom 30.08.1944-13.09.1944 inhaftiert. Er wurde am 28.08.1944 vom Gerichtsgefängnis Hof an der Saale überstellt (Aktion Gitter). Er war vom 24.08.1944-28.08.1944 im Gerichtsgefängnis Hof inhaftiert. Hans Seidel ist am 05.03.1959 in Hof an der Saale verstorben.

Am 30.08.1944 wird der am 10.06.1880 in
Dresden-Löbtau geborene Politiker (SPD) und spätere (nach 1945) Landrat des Landkreises Naila Artur Tübel ins Lager Dachau übernommen (Häftlings Nu 94709). In Dachau war er vom 30.08.1944-13.09.1944 inhaftiert. Er wurde am 28.08.1944 vom Gerichtsgefängnis Hof an der Saale überstellt (Aktion Gitter). Er war vom 22.08.1944-28.08.1944 im Gerichtsgefängnis Hof inhaftiert. Artur Tübel verstirbt am 12.08.1957 in Naila.


04.09.1944

Am 04.09.1944 treffen mit einem Transport 2400 "Häftlinge" aus dem KL Natzweiler im KL Dachau ein. Der Transport hat den Bahnhof Rothau in der Nacht vom 02./03.09.1944 verlassen. Die "Häftlinge" wurden am 05.09.1944 unter den Dachauer Häftlingsnummern 98137 - 100536 registriert.


06.09.1944

Transport
Am 06.09.1944 treffen mit einem
Transport 1990 "Häftlinge" aus dem KL Natzweiler im KL Dachau ein. Der Transport hat den Bahnhof Rothau am 04.09.1944 verlassen. Die "Häftlinge" wurden am 07.09.1944 unter den Dachauer Häftlingsnummern 100647 - 102636 registriert.

Transport
In der Nacht vom 06.09.1944 zum 07.09.1944 treffen mit einem
Transport 1127 "Häftlinge" aus dem KL Natzweiler im KL Dachau ein. Der Transport hat den Bahnhof Rothau am 04.09.1944 verlassen. Die "Häftlinge" wurden am 08.09.1944 unter den Dachauer Häftlingsnummern 102877 - 103998 registriert.


21.09.1944

Transport
Am 21.09.1944 treffen mit einem
Transport 401 "Häftlinge" aus dem KL Natzweiler (Kommando Steinbruch) im KL Dachau ein. Der Transport hat den Bahnhof Rothau am 19./20.09.1944 verlassen. Die "Häftlinge" wurden am 21.09.1944 unter den Dachauer Häftlingsnummern 110689 - 111089 registriert.


26.09.1944

Am 26.09.1944 verläßt ein Transport mit 1000 KZ-Häftlingen (zwischen 11 und 65 Jahren) das Konzentrationslager Dachau. Ziel ist das Konzentrationslager Natzweiler (Außenlager Adlerwerke Frankfurt am Main). Der Transport erreicht die Firmeneigene Rampe am 29.09.1944. Es handelte sich überwiegend um aufständische, die beim Warschauer Aufstand gekämpft hatten, und nach der Niederschlagung durch die Nazis verschleppt worden waren.


13.12.1944

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
Nun weiß ich auch wozu die Fliegen dienen, die August (ein Pfleger) tagtäglich so feierlich in diese Stube bringt... Jeden Morgen Punkt zehn Uhr. Und täglich dasselbe Schauspiel: voran Professor Schilling, der hier das Kommando führt (ein alter, bärbeißiger Kerl, vor dem alle Angst haben), gefolgt von zwei Pflegern, und hinter ihnen August mit seinen – durch eine Art Käseglocke überdeckten – Fliegen, die er so vorsichtig und feierlich vor sich herträgt, als ob er in einer Prozession schritte, mit dem Allerheiligsten in seinen Händen. Diese Fliegen werden also dazu benutzt, um hier bei Häftlingen – zur Zeit fast ausschließlich bei Italienern, Zigeunern und Russen, ... – Malaria hervorzurufen, Versuche, an denen bereits Hunderte gestorben sind und an denen noch viele, viele sterben werden.“


09.02.1945

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
Draußen in der Blockstraße scheint die Sonne, auch auf die Leichen, die dort liegen, heute ungefähr hundertunddreißig. Durchs offene Fenster dringt die Stimme von Dr. Blaha aus der Totenkammer herüber, der stets im gleichen Tonfall auf lateinisch seine Diagnose herunterleiert. Er ist am
Seziertisch mit dem Öffnen und Zerlegen der Leichen beschäftigt. Ich kann ihn von meinem Platz aus nicht sehen, ihn nicht und seine Toten nicht – und auch nicht die blutigen Kleider...“


01.03.1945

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
"Heute wieder in Stube IV vom ’Scheißereiblock’ gewesen. Ich musste den Pfleger rufen, der hinten in der Stube beschäftigt war, konnte es aber in dieser Luft nicht länger als fünf Minuten aushalten. Alles riecht hier nach Auswurf, Kot, Urin, nach verunreinigten Laken und Matratzen. Aus den oberen Betten tropft der Urin durch – und nicht nur Urin – sickert dann weiter bis in die untersten Reihen, wo sie sowieso schon in durchnässten, beschmutzten Betten liegen. Größeres Elend ist kaum vorstellbar. Die meisten dieser Kranken haben keine Widerstandskraft mehr. Sie liegen unbeweglich, starren still vor sich hin, lassen alles laufen und warten nur noch auf den Tod.“


09.03.1945

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
"Täglich noch längere Totenlisten. Nicht nur im (Kranken-) Revier und in den Quarantänebaracken, sondern auch in allen anderen. Block 30 – der
Totenblock – in dem tausend Mann lagen, ist bereits einmal völlig ausgestorben und schon wieder mit neuen Kandidaten vollgestopft. Ich fürchte, dass er nochmals aussterben wird. Also wiederum tausend Tote allein in diesem Block...“


12.03.1945

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
"Schon seit Tagen haben wir kein Heizmaterial, oft zittern wir geradezu vor Kälte! Kohlen schon seit Wochen nicht mehr gesehen, und auch die alten Kisten, die unser russischer Stubendienst immer wieder zu ’finden’ wusste, sind aufgebraucht. Noch mehr Latten vom Zaun in der Blockstraße können wir nicht abreißen, und wenn wir wieder einen Sarg ’organisieren’, merken sie das in der Totenkammer. Das einzige, was wir noch
auftreiben können, sind alte Holzschuhe. Die hole ich nun jeden Abend– ... – von den Toten, die dann im ’Bad’ liegen... Vier Holzschuhe brennen ungefähr eine halbe Stunde.“


21.03.1945

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
Nachdem ich nun Tag für Tag mit den Totenlisten von Block zu Block gehe – ... –, steht es bei mir fest, dass Hunger eine der Hauptursachen des großen Sterbens ist. Im Block 2, wo die meisten Deutschen liegen: fast keine Toten... Im Block 14: keine Toten. Dort liegt das Küchenpersonal. Im Block 18: fast keine Toten. Der Block der Tschechen, deren Pakete bis jetzt noch regelmäßig eintreffen. Im Block 26 – dem Geistlichenblock: fast keine Toten; sie haben lange Zeit hindurch sehr viele Pakete bekommen, und die meisten von ihnen bekommen sie noch. Sonst überall: Tote – Tote – Tote. Sie liegen nicht nur in der Straße vor der Totenkammer, sondern nun auch vor den Quarantänebaracken, nackt im Schnee – oft sogar
darunter begraben. Sie liegen auch in den Waschräumen und im WC.“


12.04.1945

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
“Sprach lange mit Auer (Mithäftling), der sehr ruhig und als gläubiger Katholik auf den Tod vorbereitet ist. Ich fragte ihn nach einigen historischen Einzelheiten aus Bayerns Geschichte, um diesen Teil Deutschlands nicht nur als ein Netz von Konzentrations- und Judenlagern und von SS-Kasernen zu sehen. Auch in Bayern – erzählte Auer – waren einst Kulturzentren: Landshut, wo sich nun eines unserer Außenkommandos befindet, hatte vor Jahrhunderten sogar eine Universität; und Ravensburg, ein anderes Außenkommando, war eine berühmte Handelsstadt...“
(Ravensburg gehörte ab 1803 einige Jahre zu Bayern)


15.04.1945

Am 15.04.1945 werden die Sonder- und Sippenhäftlinge des RSHA die im Konzentrationslager Flossenbürg festgehalten wurden, im Konzentrationslager Dachau aufgenommen. Sie haben Flossenbürg am 15.04.1945 mit Busse und PKWs unter Bewachung Richtung Konzentrationslager Dachau verlassen. Ein erster Transport hatte Flossenbürg bereits am 09.04.1945 Richtung Dachau verlassen. Unter den deportierten befindet sich auch der am 27.03.1898 in Steinwiesen geborene Dr. oec. publ. Müller Josef. Er war in Flossenbürg vom 03.04.1945-15.04.1945 inhaftiert. In Dachau bleibt er bis zum 24.04.1945 inhaftiert. Josef Müller ist am 12.09.1979 in München verstorben, und wurde auf dem Münchener Waldfriedhof - Neuer Teil, Lorettoplatz 3, Lage 461-W-20 beerdigt.


21.04.1945

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
“Ich möchte gerne wissen, wie viel SS noch hier ist? Einige hundert? Ein paar tausend? Keiner von uns weiß es genau – das einzige, was wir wohl wissen, ist, dass jede Nacht Hunderte Dachau verlassen. Aber es werden wohl auf jeden Fall noch genug übrig sein ... um uns zu erledigen. Ins
(Kranken-) Revier kommt bereits keine SS mehr... ’Sie’ scheinen noch keinen Beschluß über uns gefasst zu haben... Wir scheinen noch insofern Glück zu haben, als sich die SS über das Schicksal, das sie uns bereiten will, nicht einig ist. Ruppert und seine Anhänger sind absolut für unsere Abschlachtung oder Evakuierung... Warum sind die Amerikaner eigentlich noch nicht hier? Ich habe oft das Gefühl, dass sie Dachau nicht für so wichtig halten...“


24.04.1945

Am 24.04.1945 werden in Begleitung von einigen Dutzend SS- und SD-Bewachern unter Leitung von SS-Obersturmführer Edgar Stiller und SS-Untersturmführer Bader, 98 Sonder- und 37 Sippenhäftlinge des RSHA (Namensliste) die aus verschiedenen Lagern hier im Konzentrationslager Dachau in den letzten Tagen eingeliefert wurden, in Busse und Lastwagen verladen. Es soll eine dramatische Odyssee in die Dolomiten werden. SS-Obersturmführer Edgar Stiller und SS-Untersturmführer Bader haben Befehl, die Gefangenen im Falle eines Befreiungsversuches zu liquidieren. Die Gruppe trifft am 25.04.1945 im Arbeitserziehungslager Innsbruck-Reichenau ein, wo sie bis zum 27.04.1945 verbleiben. (Quelle: Akte Josef Müller, BEG 14084). (Bericht des Transportes und der Befreiung)


26.04.1945

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
“Pat, der amerikanische Pfleger aus 9, flüsterte mir soeben, dass eine der Aufseherinnen wichtige Briefe vom Schreibtisch des Kommandanten weggenommen und kopiert hat. Er habe die Abschriften selber gesehen! Es handelt sich um einen Befehl der SS-Leitung, in dem Himmler persönlich anordnet, dass das Lager Dachau unter allen Umständen zu evakuieren sei; falls dies nicht mehr möglich ist, müssen alle Gefangenen liquidiert werden.“ (das später aufgefundene Originaldokument bestätigt diesen Sachverhalt)

Eine Häftlingsgruppe des KZ Dachau versucht das Lager in seine Gewalt zu bringen, wird jedoch von der Wachmannschaft überwältigt, die Rädelsführer erschossen; am Abend des gleichen Tages startet ein von Himmler angeordneter Gewaltmarsch nach Süden, zu dem etwa 7000 Dachau-Häftlinge unter SS-Bewachung gezwungen werden; der Reichsführer SS hatte geplant sie als Geiseln zu benutzen.


Rotkreuzeinsatz 27.04. – 16.05.1945

Bericht von Marga Dürst:
27. April 1945: Abfahrtsort war Kreuzlingen. Wir warteten bereits 1 - 2 Tage auf eine Bewilligung aus Bern um loszufahren.
Eine Rotkreuzkolonne bestand aus 1 Arzt, 1 Kolonnenführer, 2 - 3 Rotkreuzschwestern, und 12 Fahrzeugen mit Fahrern.
Das Ziel, der ca. 10 weissen Lastwagen mit rotem Kreuz, beladen mit Lebensmittelpaketen, war bei der Rückfahrt möglichst viele kranke Häftlinge an die Schweizer - Grenze zu bringen - in Lazarette am Bodensee auf der deutschen Seite. Eine Einreise in die Schweiz gab es nicht. Die Fahrt von Kreuzlingen über Ravensburg – Ulm – München nach Dachau dauerte Tage. Die Strassen und Brücken waren zerstört. Lange Flüchtlingsströme verlangten oft Umwege und Zwischenhalte. Es war ein sehr langsames Vorwärtskommen.

Ich erinnere mich an eine kühle nasse Nacht in einem Bombenkrater unter einem Regenschirm im zerstörten München. Spät in der Nacht trafen wir in Dachau
ein. Das Lager war offen. In Dachau waren bereits die US-Truppen einquartiert. Etwas verloren, hungrig und müde mussten wir uns selber helfen.
Niemand kümmerte sich um uns. in einer leeren SS-Kaserne im obersten Stock mit zerstörten Fenstern, mitten im „Grümpel“ mit Hitlerliteratur, fanden wir eine Nische, wo wir wohl eingeschlafen sind. Es wurde geräumt und alles aus den Fenstern geworfen und angezündet. Die Flammen züngelten die ganze Nacht an der Kaserne hoch. Am anderen Morgen konnten wir uns frei im Lager bewegen. Berge von Leichen waren da, leere Gaskammern, und auch noch Holzbaracken mit vielen zurückgelassenen, kranken und total abgemagerten Patienten. Es waren vor allem Intellektuelle wie Professoren und Ärzte. Sie wussten nicht, dass das Lager befreit wurde. Wir konnten uns kaum trennen, mussten trösten, Hände halten, Briefchen mitnehmen – ein unvergessliches Erlebnis. Zum Essen bekamen sie eine dunkle, braune Wassersuppe. Arme, schwache Häftlinge, die wohl nicht flüchten konnten, begleiteten uns durch das Lager. Sie waren auch auf der Suche nach etwas zu essen. Sie fanden es in den Abfalleimern der Amerikaner, welche lustig und laut ihr eigens für sie angeliefertes Essen verzehrten. Staunen mussten wir auch über die amerikanischen Krankenschwestern in ihren rosa gestreiften, äusserst eleganten Overalls und eleganten Schuhen, die man hauptsächlich mit den amerikanischen Soldaten sah. Wir Krankenschwestern aus der Schweiz trugen Bergschuhe und ein grobes blaugraues Arbeitstenue aus dickstem Stoff. Auch kann ich mich nicht erinnern, dass wir dieses je ausziehen konnten. Der Kontrast war für uns Schweizer kaum zu verstehen, auch uns wurde nichts angeboten. Unsere Lastwagen wurden währenddessen mit Stroh ausgelegt und mit den Ärmsten der Armen, die noch einigermassen transportfähig waren, beladen. Während der Rückreise mussten wir oft anhalten. Viele wollten
aussteigen, konnten dann aber kaum mehr einsteigen. Sie setzten sich an den Strassenrand und stürzten sich wie Tiere gierig auf das verstaubte Gras.
Die Menschen wurden systematisch gequält, ausgehungert und gefoltert. Am Schluss ihrer Leiden erschoss, vergaste oder verbrannte man sie. Die Asche von angeblich 250 000 verbrannten Menschen lag noch neben den Öfen. Als wir in Dachau eintrafen, befanden sich noch 32 000 Häftlinge in diesem Lager. Täglich starben noch ca. 10% dieser Menschen, denn es war den Amerikanern selbstverständlich nicht möglich, eine sofortige Besserung der Lebensbedingungen herbeizuführen. 17 Männer der SS-Bewachungstruppe konnten rechtzeitig dingfest gemacht werden, der grösste Teil aber flüchtete. Die SS hatte in Dachau vorgesehen, die Gaskammern vor dem Eintreffen der Amerikaner zu zerstören. Sie waren zur Sprengung vorbereitet, der Plan aber misslang. Die SS erledigten jeden, ob Deutschen oder Ausländer, der beim Bau oder Betrieb der Vernichtungsanlagen beteiligt war. Nur ganz wenigen gelang es, sich ihrer Tötung zu entziehen. Die Lagerinsassen bestätigten uns, dass Hitler wie Himmler sehr wohl über die Vernichtungsmethoden und Lagerverhältnisse informiert waren und diese sogar inspiziert hatten“.


28.04.1945

Am 28. April 1945 erreicht ein Transport (Todesmarsch) mit Gefangenen unter dem Kommando des SS-Hauptscharführer Otto Moll aus dem Außenlager Kaufering II kommend das Lager Dachau. Der Transport hat das Lager Kaufering II am 25. April 1945 verlassen.


29.04.1945

Befreiung des KL Dachaus

Die 42nd US Infantry Division "Rainbow" und die 45. US Infanterie- Division befreiten gemeinsam mit der 20th U.S. Armored Division das KL Dachau am 29.04.1945.

Die 45th U.S. Infantry Division hatte den Auftrag bekommen das KL zu befreien. Aber Brig. General Henning Linden von der 42th U.S Infantry Division "Rainbow" war derjenige dem am 29. April 1945 durch den SS-Untersturmführer Heinrich Wicker das Lager übergeben wurde


Als das Konzentrationslager Dachau, am 29. April 1945 befreit wurde, waren 86 von den 67.665 im Register eingetragenen Menschen türkische Staatsbürger

Dachau-Tagebucheintrag des niederländischen Dachau Häftling Nico Rost
“Die SS hat eine weiße Fahne gehisst! Am Eingang ihres Lagers. Die Aufregung bei uns ist unbeschreiblich. Jeder, der nur irgendwie kann, läuft zum Appellplatz, von wo aus man die Fahne sehen kann... Sind die Amerikaner also schon so nahe? ... Warum sind denn die Wachtürme rings um unser Lager noch immer mit SS besetzt? ... Warum sind ihre Maschinenpistolen noch immer drohend auf unsere Baracken gerichtet? ... Um drei begann es! Die beklemmnde Stille wurde plötzlich von Maschinengewehrfeuer und dem Geknatter von Handfeuerwaffen unterbrochen... Es war genau 5.28 Uhr – ... – als sich das große Tor öffnete... Die SS-Männer im Torgebäude und in den Wachtürmen wurden von den Amerikanern heruntergeholt und niedergeknallt. Wir hörten die Schüsse – und wir sahen sie fallen... Vorsichtig betraten die ersten Amerikaner unser Lager...: ’Hello boys, here we are!’ Nun gab es kein Halten mehr. In einem einzigen, brüllenden, jubelnden, langanhaltenden Schrei entlud sich die aufgespeicherte Spannung der letzten Stunden, und Tausende stürzten auf die Amerikaner zu: lachend, weinend, rufend...“


05.08.1945

In München findet eine Trauerfeier für die Opfer des Konzentrationslagers Dachau statt, bei der die Urnen von 4111 ums Leben gekommenen Häftlingen beigesetzt werden


15.11.1945

Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau beginnt der erste Prozeß gegen 32 ehemalige Angehörige der SS-Wachmannschaften


13.12.1945

Der amerikanische Militärgerichtshof in Dachau spricht alle 40 angeklagten Angehörigen der Wachmannschaften des ehemaligen Konzentrationslagers schuldig. 36 Angeklagte werden zum Tode verurteilt, drei zu langjährigen Gefängnisstrafen


09.01.1946

Aussage Dr. Franz Blaha am 09. Januar 1946 in Nürnberg
Dr. Franz Blaha, geboren in der Tschechoslowakei und tschechoslowakischer Staatsbürger. 1939 Leiter eines Krankenhauses in der Tschechoslowakei, von den Deutschen 1939 nach der Besetzung der Tschechoslowakei verhaftet. Von 1941 bis April 1945 Häftling im Konzentrationslager in Dachau.

Ich, Franz BLAHA, mache unter Eid und nach vorheriger Einschwörung folgende Erklärung:

1. Ich studierte Medizin in Prag, Wien, Straßburg und Paris und empfing mein Diplom im Jahre 1920. Vom Jahre 1920 bis 1926 war ich klinischer Assistent. Im Jahre 1926 wurde ich leitender Arzt des Iglau-Krankenhauses in Mähren, Czechoslovakei. Ich hielt diese Stellung bis 1939. Dann kamen die Deutschen nach Czechoslovakei, und ich wurde als Geisel festgenommen und gefangen gehalten wegen Zusammenarbeit mit der Tschechischen Regierung. Im April 1941 wurde ich als Gefangener zu dem Konzentrationslager nach Dachau gesandt und verblieb dort bis zur Befreiung des Lagers im April 1945. Bis Juli 1941 arbeitete ich in einer Strafkompanie. Nachher sandte man mich zu dem Krankenhaus, und ich wurde Typhoid-Versuchen unterworfen, die von Dr. Mürmelstadt durchgeführt wurden. Nachher wollte man an mir eine Versuchsoperation durchführen, und ich verhinderte das nur, indem ich zugab, daß ich ein Arzt war. Wenn diese Tatsache vorher bekannt war, hätte ich sehr darunter gelitten, weil Intellektuelle immer sehr rauh in den Strafkompanien behandelt wurden. Im Oktober 1941 wurde ich zur Arbeit zu den Gewürzplantagen geschickt und ging dann später in das Laboratorium, um an diesen Gewürzen zu arbeiten. Im Juni 1942 wurde in das Krankenhaus als Chirurg genommen. Kurz nachher wurde mir befohlen, Magenoperationen an 20 gesunden Gefangenen durchzuführen. Weil ich das nicht durchführen wollte, wurde ich in das Autopsiezimmer versetzt, wo ich bis zum April 1945 verblieb. Während ich dort war, führte ich ungefähr 7000 Autopsien durch. Insgesamt sind 12000 Autopsien unter meiner Leitung durchgeführt worden.

2. Von Mitte 1941 bis zum Ende 1942 sind ungefähr 500 Operationen an gesunden Gefangenen durchgeführt worden. Diese waren für die Belehrung der SS medizinischen Studenten und Ärzte und schließen Operationen am Magen, Gallenblase und Hals ein. Diese Operationen, obwohl gefährlich und schwer, sind von Studenten und Ärzten durchgeführt worden, die nur 2 Jahre Schulung hatten. Gewöhnlichenfalls [194] würden solche Operationen nur von Chirurgen unternommen werden, die mindestens 4 Jahre chirurgische Praxis hatten. Viele Gefangene starben am Operationstisch, und viele andere starben später von den Nachwirkungen. Ich habe alle diese Körper autopsiert. Die Ärzte, die diese Operationen leiteten, waren: Lang, Mürmelstadt, Wolter, Ramsauer und Kahr. Standartenführer Dr. Lolling war öfters Zeuge dieser Operationen.

3. Während meines Aufenthalts in Dachau wurde mir von vielen Arten medizinischer Versuche bekannt, die dort mit menschlichen Opfern durchgeführt wurden. Diese Personen waren nie mals Freiwillige und wurden gezwungen, sich solchen Versuchen zu unterwerfen. Malaria-Versuche an ungefähr 1200 Menschen wurden von Dr. Klaus Schilling zwischen 1941 und 1945 durchgeführt. Schilling wurde persönlich von Himmler befohlen, diese Versuche durchzuführen. Die Opfer sind entweder von Mosquitos gebissen worden, oder es wurde ihnen Malaria-Sporozoiten, die man von Mosquitos nahm, eingespritzt. Verschiedene Arten von Behandlungen wurden angewandt, einschließlich Quinin, Pyrifer, Neosalvarsan, Antipirin, Pyramidon und ein Medikament mit dem Namen 2516 Behring. Ich habe die Körper der Menschen, die an diesen Malaria-Versuchen gestorben, autopsiert. Dreißig bis Vierzig sind von Malaria selbst gestorben. Dreihundert bis Vierhundert starben später von Krankheiten, die tödlich waren, wegen des körperlichen Zustandes, der nach den Malaria-Anfällen auftrat. In Zufügung starben Menschen von Vergiftungen durch Über- Dosen von Neosalvarsan und Pyramiden. Dr. Schilling war zur Zeit der Autopsien auf den Körpern seiner Patienten, die ich durchführte, anwesend.

4. Im Jahre 1942 und 1943 sind Versuche an Menschen von Dr. Sigismund Rascher durchgeführt worden, um die Wirkungen des wechselnden Luftdrucks an Menschen festzustellen. 25 Personen sind zu gleicher Zeit in einen besonders konstruierten Wagen hineingeführt worden, in dem der Druck nach Bedarf erhöht und erniedrigt werden konnte. Der Zweck war, die Wirkungen der Höhen und des raschen Fallschirmabsprunges an Menschen festzustellen. Durch ein Fenster in diesem Behälter sah ich diese Menschen am Boden des Wagens liegen. Die meisten der Gefangenen, die dazu benutzt worden sind, starben von diesen Versuchen, von innerlichen Blutungen der Lunge oder des Gehirnes. Die Übrigen husteten Blut, wenn sie herausgenommen wurden. Es war meine Arbeit, die Körper herauszunehmen und dann, wenn sie tot gefunden worden sind, die inneren Organe nach München zum Studium zu schicken. Diese Versuche wurden an ungefähr vier- bis fünfhundert Gefangenen durchgeführt. Die Überlebenden sind zu Invalidenblocks gesandt worden und wurden kurz nachher liquidiert. Nur wenige sind entronnen.

5. Rascher hat auch Versuche über die Wirkung kalten Wassers an Menschen durchgeführt. Dies wurde getan, um einen Weg zu finden, die Flieger wieder zu beleben, die in den Ozean fielen. Die Person wurde ins eiskalte Wasser gesetzt und dort solange gehalten, bis er das Bewußtsein verlor. Blut wurde von seinem Hals genommen und jedes Mal geprüft, wenn seine Körper-Temperatur um einen Grad fiel. Dieser Fall wurde durch ein Rectal-Thermometer festgestellt. Urin wurde auch zeitweise geprüft. Manche Männer hielten 24-36 Stunden aus. Die niedrigste Körpertemperatur erreichte 19 Grad C., aber die meisten Männer starben bei 25 bis 26 Grad Celsius. Als die Menschen vom Eiswasser entfernt wurden, hat man versucht, sie durch Kunst-Sonnenwärme, heißes Wasser, Elektro-Therapie und Tierwärme zu beleben. Für das letztere sind Prostituierte benutzt worden, und man legte den Körper des bewußtlosen Mannes zwischen die Körper zweier Frauen. Himmler war bei so einem Versuch anwesend. Ich konnte ihn durch ein Fenster von der Blockstraße sehen. Ich war persönlich bei einigen dieser Kaltwasser-Versuche anwesend, zur Zeit, wo Rascher abwesend war, und ich sah auch Notizen und Diagramme darüber in Raschers Laboratorium. An ungefähr 300 Personen wurden diese Versuche durchgeführt. Die Mehrzahl von denen starb. Von denen, die überlebten, wurden viele geisteskrank. Diejenigen, die nicht starben, wurden in die Invalidenblocks geschickt und wurden dann später genau so wie die Opfer der Luftdruckversuche getötet. Ich kenne nur zwei, die überlebten, einen Jugoslawen und einen Polen. Beide sind geisteskrank.

6. Leber-Punktion-Versuche sind von Dr. Brachtl durchgeführt worden, sowohl an gesunden Menschen als auch an Menschen, die Krankheiten des Magens und der Gallenblase hatten. Es wurde eine Nadel in die Leber einer Person gestoßen, und ein kleines Stück der Leber wurde herausgenommen. Es wurde keine Narkose benützt. Dieser Versuch ist sehr schmerzhaft und hatte oft ernste Nachfolgen, da der Magen oder große Blutadern oft durchlöchert, wodurch ein Blutsturz verursacht wurde. Viele Menschen sind an diesen Versuchen gestorben, und es wurden dazu polnische, russische, tschechische und deutsche Häftlinge herbeigenommen. Insgesamt sind ungefähr 175 Menschen diesen Versuchen unterworfen worden.

7. Phlegmone-Versuche sind von Dr. Schütz, Dr. Babor, Dr. Kieselwetter und Prof. Lauer, durchgeführt worden. 40 gesunde Menschen sind auf einmal benützt worden, von denen 20 intramuskuläre und 20 intravenöse Injektionen von dem Eiter kranker Menschen erhielten. Drei Tage lang wurde jede Behandlung dieser Menschen verboten, zu welcher Zeit ernste Entzündungen, und in vielen Fällen allgemeine Blutvergiftung auftrat. Dann wurde jede Gruppe wieder in Gruppen von 10 unterteilt. Die Hälfte chemische Behandlung mit Flüssigkeit und Pillen, die alle 10 Minuten 24 Stunden lang eingegeben wurden. Der Rest wurde mit Sulfonamide und Chirurgie behandelt. In manchen Fällen sind alle Glieder amputiert worden. Meine Autopsie zeigte auch, daß die chemische Behandlung schädlich war und sogar Perforationen der Magenwand verursachte. Für diese Versuche sind gewöhnlich polnische, tschechische und holländische Priester benützt worden. Die Versuche waren sehr schmerzhaft. Die meisten der sechs bis achthundert Personen, die dazu benützt wurden, starben am Ende. Die anderen wurden Invaliden und wurden später getötet.

8. Im Herbst 1944 wurden an 60 bis 80 Menschen Salzwasser-Versuche durchgeführt. Sie wurden 5 Tage lang in ein Zimmer eingesperrt und bekamen nichts anderes als Salzwasser zu essen. Während dieser Zeit ist ihr Urin, Blut und Exkrement geprüft worden. Keiner dieser Gefangenen starb, möglicherweise, weil sie Nahrung von anderen Gefangenen geschmuggelt bekamen. Ungarn und Zigeuner sind für diese Versuche benützt worden.

9. Es war allgemein üblich, die Häute der Leichen toter Gefangener zu entfernen. Es wurde mir öfters befohlen, dies zu tun. Dr. Rascher und Dr. Volter im besonderen verlangte diese menschliche Haut von Menschen-Rücken und -Brüsten. Sie wurde chemisch behandelt und in die Sonne zum Trocknen gelegt. Nachher wurde sie in verschiedenen Größen zugeschnitten für Benützung von Sättel, Reithosen, Handschuhe, Hausschuhe und Damenhandtaschen. Tätowierte Haut wurde besonders von den SS-Männern geschätzt. Russen, Polen und andere Häftlinge sind auf diese Art benutzt worden, aber es war verboten, die Haut eines Deutschen auszuschneiden. Diese Haut mußte von gesunden Personen kommen und durfte keine Fehler haben. Manchmal hatten wir nicht genügend Körper mit guter Haut, und dann würde Rascher gewöhnlich sagen: ›Gut, Ihr werdet die Körper bekommen‹. Den nächsten Tag erhielten wir dann 20 bis 30 Körper junger Menschen. Sie sind gewöhnlich in den Hals geschossen worden oder auf den Kopf geschlagen worden, so daß die Haut unbeschädigt blieb. Wir bekamen auch häufig Verlangen für die Schädel und Skelette von Gefangenen. In diesen Fällen kochten wir den Schädel oder den Körper in einem Kessel. Dann wurden die weichen Teile entfernt, die Knochen gebleicht und getrocknet und dann wieder zusammengesetzt. Bei den Schädeln war es wichtig, gute Zähne zu haben. Als wir eine Anfrage für Schädel von Oranienburg bekamen, würden die SS-Männer sagen: Wir werden versuchen, Euch einige mit guten Zähnen zu verschaffen. Deswegen war es gefährlich, eine gute Haut oder gute Zähne zu haben.


10. Transporte von Struthof, Belsen, Auschwitz und Mauthausen und aus anderen Lagern kamen oft in Dachau an. Viele von diesen waren 10 bis 14 Tage unterwegs, ohne Wasser und Nahrung. An einem solchen Menschentransport, der im November 1942 ankam, konnte ich Spuren von Menschenfresserei sehen. Die lebenden Gefangenen hatten das Fleisch der toten Körper gegessen. Ein anderer Transport kam von Compiegne, Frankreich. Professor Limousin von Clermont-Ferrand, der später mein Assistent wurde, sagte mir, daß 2000 Personen auf diesem Transport waren, wenn er begonnen hat. Essen war vorhanden, aber überhaupt kein Wasser. 800 starben unterwegs und wurden hinausgeworfen. Wenn der Transport nach 12 Tagen ankam, wurden mehr als 500 Personen am Zug tot vorgefunden. Von den übrigen sind die meisten kurz nach der Ankunft gestorben. Ich habe diesen Transport untersucht, weil das Internationale Bote Kreuz sich darüber beschwerte. Die SS wollte einen Bericht, daß die Toten durch Kämpfe und Aufstände unterwegs verursacht wurden. Ich habe einige der Körper untersucht und habe gefunden, daß sie durch Wassermangel und Erstickung gestorben sind. Es war damals Hochsommer, 120 Menschen wurden in jeden Waggon gestopft.

11. Im Jahre 1941 und 1942 hatten wir im Lager die sogenannten Invaliden-Transporte. Diese setzten sich von Menschen zusammen, die entweder krank oder aus irgendeinem Grund arbeitsunfähig waren. Wir nannten sie ›Himmelfahrt-Kommandos‹. Jede Woche wurden ungefähr 100 bis 120 gezwungen, zu dem Brausebad zu gehen. Dort wurde ihnen von 4 Menschen Injektionen von Phenol, Evipan oder Benzin eingegeben, die einen baldigen Tod verursachten. Nach 1943 sind diese Invaliden zu anderen Lagern zur Liquidierung verschickt worden. Ich weiß, daß sie getötet worden sind, da ich die Protokolle und Statistiken sah, die mit einem Kreuz und dem Datum ihrer Abfahrt versehen wurde. Dies war die übliche Art und Weise, wie Tote registriert wurden. Das wurde sowohl in der Kartothek des Lagers Dachau als auch im Registrar des Standesamtes Dachau angezeigt. 1000 bis 2000 sind alle 3 Monate so weggefahren, so daß ungefähr 5000 im Jahre 1943 auf diese Art und Weise zum Tod gesandt wurden. Dasselbe bewahrheitet sich auch im Jahre 1944. Im April 1945 wurde ein jüdischer Transport in Dachau aufgeladen und wurde an der Eisenbahn stehen gelassen. Der Bahnhof war durch Bombardierung beschädigt und sie konnten nicht wegfahren. So wurden sie einfach dort zum Sterben gelassen. Man ließ sie nicht aussteigen. Zur Zeit, wo das Lager befreit wurde, waren sie alle durch Hungersnot tot.

12. Viele Hinrichtungen durch Gas, Erschießungen und Injektionen fanden im Lager statt. Die Gaskammer wurde im Jahre 1944 vollendet, ich wurde von Dr. Rascher gerufen, um die ersten Opfer zu untersuchen. Von den 8 bis 9 Personen, die in der Kammer waren, waren drei noch am Leben, und die anderen schienen tot zu sein. Ihre Augen waren rot und ihre Gesichter aufgedunst. Viele Gefangene wurden später auf diese Art und Weise getötet. Nachher wurden sie zum Krematorium gebracht, wo ich ihre Zähne auf Gold untersuchen mußte. Wenn sie Gold enthielten, wurden sie herausgezogen. Viele kranke Häftlinge sind durch Injektionen im Krankenhaus getötet worden. Manche Häftlinge, die im Krankenhaus getötet wurden, kamen in den Autopsie-Saal ohne den Zettel mit ihrem Namen und Nummer, die gewöhnlich auf der großen Zehe angebunden war. Anstatt dessen hatten sie einen Zettel angebunden: ›Nicht Sezieren‹. Ich habe einige dieser Häftlinge autopsiert und gefunden, daß sie vollkommen gesund waren und nur durch Injektionen ihren Tod fanden. Manchmal sind Häftlinge getötet worden nur, weil sie unter Dysenterie litten oder erbrachen, sodaß sie den Pflegern zu viel Mühe gaben. Geisteskranke wurden liquidiert, indem sie zur Gaskammer geführt wurden und dort entweder Injektionen bekamen oder erschossen wurden. Die übliche Methode der Hinrichtung war Erschießen. Häftlinge konnten vor dem Krematorium erschossen werden und dann hineingetragen werden. Ich habe gesehen, wie Menschen in die Öfen hineingestoßen wurden, als sie noch atmeten und Geräusche machten. Im Falle sie zu lebendig waren, wurden sie gewöhnlich auf den Kopf geschlagen.

13. Die Haupthinrichtungen, von denen ich weiß, da ich die Opfer untersuchte oder solche Untersuchungen leitete, waren die folgenden: Im Jahre 1942 sind 5000 bis 6000 Russen in einem abgegrenzten Lager in Dachau gefangen gehalten worden. Sie sind in Gruppen von 500 bis 600 zu dem Schießplatz in der Nähe des Lagers zu Fuß genommen worden und wurden dort erschossen. Solche Gruppen verließen das Lager ungefähr drei Mal in der Woche. Am Abend gingen wir hinaus, um die Körper auf Rollwagen zurückzuholen und sie dann zu untersuchen. Im Februar 1944 kamen ungefähr 40 russische Studenten von Moosburg an. Ich kannte einige dieser Jungen im Spital. Ich untersuchte ihre Körper, nachdem sie vor dem Kre matorium erschossen wurden. Im September 1944 wurde eine Gruppe von 94 hohen russischen Offizieren erschossen, einschließlich zwei Militärärzte, die zusammen mit mir im Krankenhaus arbeiteten.

Ich untersuchte ihre Leichen. Im April 1945 wurde eine Anzahl prominenter Leute erschossen, die in dem Bunker gehalten waren. Darunter waren zwei französische Generale, an deren Namen ich mich nicht erinnern kann. Aber ich erkannte sie an ihrer Uniform. Ich untersuchte sie, nachdem sie erschossen worden waren. Im Jahre 1944 und 1945 ist eine Anzahl von Frauen durch Hängen, Schießen und Injektionen getötet worden. Ich untersuchte sie und fand, daß sie in manchen Fällen schwanger waren. Im Jahre 1945, kurz bevor das Lager befreit wurde, wurden alle ›Nacht- und Nebel‹-Häftlinge hingerichtet. Diese waren Häftlinge, denen verboten war, irgendeine Verbindung mit der Außenwelt zu haben. Sie waren besonders abgegrenzt und es war ihnen nicht gestattet, Briefe zu senden oder zu erhalten. Es waren 30 bis 40, und manche von ihnen waren krank. Diese sind auf Tragbahren zu dem Krematorium getragen worden. Ich untersuchte sie und fand, daß sie alle in den Hals geschossen worden sind.

14. Von 1941 an wurde das Lager immer mehr überfüllt. Im Jahre 1943 war das Krankenhaus für die Häftlinge schon überfüllt. Im Jahre 1944 und 1945 wurde es unmöglich, irgendwelche sanitäre Zustände aufrecht zu halten. Säle, die im Jahre 1942 300 oder 400 Personen hielten, wurden im Jahre 1943 mit 1000 Personen gefüllt und im ersten Vierteljahr von 1945 mit 2000 oder mehr. Die Zimmer konnten nicht gereinigt werden, weil sie zu überfüllt waren und kein Reinigungsmaterial vorhanden war. Nur einmal im Monat konnte gebadet werden. Klosett-Einrichtungen waren vollständig unzureichend. Medizin war fast überhaupt keine vorhanden, aber, nachdem das Lager befreit wurde, konnte ich feststellen, daß genug Medizin für das ganze Lager im SS-Krankenhaus vorhanden war, wenn es uns zur Verfügung gestellt worden wäre. Neue Ankömmlinge im Lager wurden stundenlang im Freien aufgestellt. Manchmal standen sie von früh bis nacht. Es spielte keine Rolle, ob das im Winter oder im Sommer war. Das kam vor während 1943, 1944 und dem ersten Vierteljahr von 1945. Ich konnte diese Formationen durch das Fenster meines Autopsie-Saales sehen. Viele der Menschen, die auf diese Art in der Kälte stehen mußten, wurden lungenkrank und starben. Ich hatte verschiedene Bekannte, die auf diese Art und Weise während 1944 und 1945 getötet worden sind. Im Oktober 1944 wurde von einem Transport von Ungarn Fleckfieber in das Lager gebracht und eine Epidemie begann. Ich untersuchte viele Leichen dieser Transporte und meldete die Lage zu Dr. Hintermayer. Er verbat mir auf Todesstrafe zu erwähnen, daß eine Typhus-Epidemie im Lager sei. Er sagte, daß es Sabotage wäre, und ich versuchte, eine Quarantäne auf das Lager aufzulegen, so daß die Häftlinge nicht in der Rüstungs-Industrie arbeiten mußten. Überhaupt keine verhindernde Maßnahmen sind genommen worden. Neue gesunde Ankömmlinge wurden in Blocks gesetzt, wo eine Epidemie schon anwesend war. Es sind auch infizierte Personen in diese Blocks gesandt worden. Der dreißigste Block zum Beispiel ist drei Mal ausgestorben. Erst zu Weihnachten, wenn die Epidemie sich in das SS-Lager verbreitete, wurde eine Quarantäne auferlegt. Trotzdem sind neue Transporte weiter angekommen. Wir hatten 200 bis 300 Typhusfälle im Tag und ungefähr hundert Todesfälle im Fleckfieber im Tag. Insgesamt hatten wir 28000 Fälle und 15000 Tote. Außer diesen, die von Krankheiten starben, konnte ich auch durch meine Autopsien sehen, daß viele Tote nur durch Unterernährung verursacht wurden. Solche Todesfälle kamen in allen Jahren vor, von 1941 bis 1945. Es waren meistens Italiener, Russen und Franzosen. Diese Menschen sind einfach zu Tode gehungert worden. Zur Zeit des Todeswogen die Menschen von 50 bis 60 Pfund. Autopsien zeigten, daß ihre inneren Organe oft zu einem Drittel ihrer ursprünglichen Größe zusammengeschrunken waren.

Die oben erklärten Tatsachen sind wahr. Diese meine Erklärung erfolgte freiwillig und ohne Zwang; ich habe sie gelesen und am 9. Januar 1946 in Nürnberg, Deutschland, gezeichnet.
Dr. Franz Blaha.


14.10.1947

Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 6b Vr 369/47

KZ-Dachau-Prozess (Medizinverbrechen)

Opfer
Roma

Tatland (Tatort)
Deutschland

Volksgerichtsverfahren gegen: Dr. Wilhelm Beiglböck

wegen
§§ 10, 11 VG (Illegalität), § 1 KVG (Verbrechen gegen die Menschlichkeit) u. § 3 KVG (Quälerei und Misshandlung)

Tatvorwurf/Tatvorwürfe
Ermordung und Misshandlung von Angehörigen der Roma und Sinti.
Beiglböck leitete ab Sommer 1944 die Luftwaffenversuchsstation im KZ-Dachau. Dem Beschuldigten wurde zur Last gelegt, Experimente mit Meerwasser an Roma und Sinti durchgeführt zu haben, die zum Tod oder zu schwerer Gesundheitsschädigung der Betroffenen führten.
Im November 1946 wurde Beiglböck aus dem Grazer Landesgericht nach Nürnberg überstellt und im zweiten Nürnberger-Prozess (Ärzte-Prozess) zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt.
Beiglböck gehörte der NSDAP seit Juni 1933 an und war seit 1934 aktives Mitglied der SA. Von 1935-1937 leitete er die illegale Zelle an der I. Medizinischen Universitätsklinik. Er galt als verdienter und einsatzbereiter Nationalsozialist.

Verlauf der Vorerhebungen/Voruntersuchung bzw. des Gerichtsverfahrens:
14.07.1947: Abbrechung des Verfahrens gemäß § 412 StPO.
14.10.1947: Einstellung des Verfahrens gemäß § 90 StPO (Zurücklegung der Anzeige)


24.04.1948

Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 12 Vr 8456/46

KZ-Dachau-Prozess

Opfer
Häftlinge

Tatland (Tatort)
Deutschland (KZ Dachau)

Volksgerichtsverfahren gegen: Josef Voggesberger
Angeklagter wird fälschlich auch als Josef Voggenhuber bezeichnet!

wegen
Misshandlung von Häftlingen des KZ Dachau in seiner Funktion als Arbeitskommandoführer in den Jahren 1938 bis 1940 (in einigen Fällen mit Todesfolge)

Verlauf der Vorerhebungen/Voruntersuchung bzw. des Gerichtsverfahrens
Am 24.04.1948 wurde Voggesberger zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde am 30.09.1948 vollstreckt.


1955

Um bauliche Zeugen einer unrühmlichen Vergangenheit zu beseitigen, gibt ein Sprecher der Stadt Dachau den Abriss des Krematoriums des
ehemaligen KZ Dachau bekannt; der Bürgermeister des Ortes vertritt immer noch die Meinung, bei vielen einstigen Häftlingen habe es sich um gewöhnliche Kriminelle oder politische Abweichler gehandelt, die “illegalen Widerstand gegen die damalige Regierung“ geleistet hätten; wenige Jahre zuvor war erst auf massiven Druck des Auslands hin im Krematoriumsgebäude eine inoffizielle Ausstellung über die dort geschehenen
Verbrechen zustande gekommen, veranstaltet von einem Verband Überlebender; zwei Jahre später hatte die Dachauer Polizei die Ausstellungst
ücke abtransportiert; auch nach der jüngsten Ankündigung des Bürgermeisters bedarf es erst eines erneuten internationalen Proteststurms, ehe sich die bayerische Regierung einschaltet und den Abriss untersagt.


15.06.1955

Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 8e Vr 523/55

Arisierungsprozess

Volksgerichtsverfahren gegen: Johann (Hans) Feichtinger
alias Hans Rinnerthaler

wegen:
§ 11 VG (Handlungen aus besonders verwerflicher Gesinnung), § 3 KVG (Quälerei und Misshandlung), § 6 KVG (Arisierung) und § 7 KVG (Denunziation)

Folgende Verbrechen wurden dem Beschuldigten vorgeworfen:
Aufbewahrung von Waffen und Sprengstoff für die SA.
Misshandlung von KZ-Häftlingen in Dachau und Mauthausen als Angehöriger der Waffen-SS.
Arisierung der Firma Suwewerk, Sportartikel- und Metallwarenfabrik, Wien XV, Flachgasse 35-41 im Jahre 1943. Geschädigter: Si(e)gmund Werner.
Misshandlung von ArbeiterInnen der Firma Suwewerk.
Denunziation des Franzosen Henri Lemanach und weiterer namentlich nicht bekannter ArbeiterInnen wegen Arbeitsverweigerung.

07.06.1947: Unterbrechung des Verfahrens gemäß § 412 StPO.
24.05.1955: Fortsetzung des Verfahrens unter Vg 8e Vr 523/55.
15.06.1955: Einstellung des Verfahrens gemäß § 109 StPO.

Anmerkung:
Johann Feichtinger, der nach dem Krieg für tot erklärt wurde, lebte bis Ende der sechziger Jahre unter dem Namen Hans Rinnerthaler in Bayern. Nach Bekanntwerden seiner wahren Identität beging er Anfang November 1969 Selbstmord.


29.07.1963

Der Mailänder Bischof Lercaro weiht im Beisein des italienischen Staatspräsidenten Segni, des deutschen Bundespräsidenten Lübke und des bayerischen Ministerpräsidenten Goppel die Kapelle Regina Pacis in Dachau ein. Papst Johannes XXIII. stiftete Messgewänder. Die Kapelle wurde mit Marmor aus Candoglia im Renaissancestil erbaut. Architekt war Ronca Euena. Zur Finanzierung des Baus hatte der Papst Pius XII. einen wertvollen Kelch verkauft. Den Marmor stiftete der Mailänder Kardinal Montini, der spätere Papst Paul VI. Die Kapelle erinnert an die 38.000 Italiener, die in nationalsozialistischen Konzentrationslagern (davon 1.735 in Dachau) umkamen und ist mittlerweile auch Zeichen für die von den Nazis Ermordeten aller Nationen


06.05.1967

Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau wird eine jüdische Gedenkstätte eingeweiht. Von den jüdischen Gemeinden in Bayern wurden dafür 300 000 DM aufgebracht, das Land Bayern und die Stadt München spenden je 30 000 DM


03.07.1974

In Dortmund stirbt der Arbeitsphysiologe Gunther Lehmann; der aus Werneck stammende Unterfranke wurde 1934 Professor in Münster und 1938 Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie in Dortmund; während des Krieges als Oberstabsarzt widmete er sich der Luftwaffenforschung (z. B. “Untersuchungen über die Einwirkungen von Sauerstoffatmung, Sauerstoffmangel und Pharmaka auf die Ermüdbarkeit“) und war an Menschenversuchen (Dachau) beteiligt; nach 1945 konnte er seine Karriere ungehindert fortsetzen (Direktor des Max-Planck-Instituts für Arbeitsphysiologie Dortmund, Honorarprofessor der TH-Hannover, Redakteur der Zeitschrift “Grenzgebiete der Medizin“, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rates der Max-Planck-Gesellschaft u. a.)


20.08.2004

Eine Skinhead-Musikgruppe veranstaltet auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau ein Privatkonzert mit Liedern rechtsextremistischen Inhalts; die Texte solcher Nazibands, hier ein Beispiel der Gruppe “Macht und Ehre“, wollen provozieren, während sie gleichzeitig ein Weltbild reflektieren, das durch die Aufklärungsversuche moderner ’Vergangenheitsbewältiger’ nicht beeinflussbar erscheint:
Komm mal her, du altes Judenschwein ich trete dir mal die
Fresse ordentlich ein
Du bist der letzte Abschaum und musst hängen am nächsten Baum
An der Pappel leuchtest du wirklich gut, du stinkendes Judenblut
Mit dem Waschen haben wir keine Sorgen,
denn Juden sind als Seife geboren.


Verfahren nach 1945

NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt
Obj. 14 ZB 54/043
Ermittlungsverfahren (nach SMAD-Befehl 201; Kontrollrats-Gesetz Nr. 10; Kontrollrats-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38) gegen den Lebensmittelhändler u. ehemaligen SS-Unterscharführer der Waffen-SS und SS-Wachmann im KZ-Lager Dachau Kurt Lauckner, geb. 18.11.1891, wegen politischer Tätigkeiten

NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt
Obj. 14 ZB 56/406
Ermittlungsverfahren (nach SMAD-Befehl 201; Kontrollrats-Gesetz Nr. 10; Kontrollrats-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38) gegen den ehemaligen Polizisten und Wachmann im KZ-Lager Dachau Otto Pöhland, geb. 01.03.1898, wegen politischer Tätigkeiten


NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt
Obj. 14 ZD 54/3166
Ermittlungsverfahren (nach SMAD-Befehl 201; Kontrollrats-Gesetz Nr. 10; Kontrollrats-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38) gegen den Packer und ehemaligen SS-Angehörigen Arno Max Siegel, geb. 30.12.1894, wegen des Verdachts der Misshandlung von KZ-Häftlingen im KZ-Lager Dachau und wegen politischer Tätigkeiten


  • Unbekannter Künstler:
    dachaulied.mp3