Simon Josef

* 23.05.1865

geb. Ort
Schöllkrippen Ortteil Schneppenbach

geb. Land
Deutschland, Bundesland Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken, Landkreis Aschaffenburg, Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen

Wohnort
Nürnberg
Deutschland, Bundesland Bayern, Regierungsbezirk Mittelfranken, Kreisfreie Stadt Nürnberg

Todestag
01.04.1949

Todesort/Land
Kornwestheim

Deutschland, Bundesland Baden-Württemberg, Regierungsbezirk Stuttgart, Landkreis Ludwigsburg

Josef Simon war ein deutscher Gewerkschafter und Politiker (SPD).

Josef Simon wurde als Sohn eines Schäfers geboren
1871 - 1878 Besuch der Dorfschulen in Ernstkirchen, Kleinkahl und Johannesberg
1878 - 1881 Ausbildung zum Schuhmacher in Huckelheim
Er stieg im Laufe der Zeit als Schumachermeister zum Geschäftsführer der Firma Salamander auf
1885 in Offenbach am Main Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und des freigewerkschaftlichen Schuhmacherverbands
1886 Hochzeit
1888, während der Hochphase der von Bismarck forcierten Bekämpfung der Sozialdemokratie, wurde Simon von der Frankfurter Polizei wegen der Verbreitung verbotener Druckschriften in Untersuchungshaft genommen. Da das nachfolgende Verfahren mit dem Freispruch Simons endete, wiesen die Behörden ihn ersatzweise aufgrund der Sozialistengesetze aus dem Frankfurter Belagerungszustandsgebiet aus.
1888/89 Umzug nach Nürnberg
1894 - 1900 Vorsitzender des zentralen Verbandsausschusses der Gewerkschaft.
1897 - 1900 Gemeindebevollmächtigter in Ilversgehofen
1897 - 1899 Geschäftsführer einer genossenschaftlich organisierte Schuhfabrik
1900 Vorsitzender des Zentralverbandes der Schumacher Deutschlands
1900 hauptamtlicher Vorsitzender der Schuhmachergewerkschaft mit Sitz in Nürnberg
1907 Sekretär der Internationalen Vereinigung der Schuh- und Lederindustriearbeiter
1907 - 1918 Mitglied im Bayerischen Landtag
1908 - 1920 Gemeindebevollmächtiger in Nürnberg
1910 und 1926 unternahm er Reisen in die Vereinigten Staaten, um die dortigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu studieren
00.01.1912 - 1918 Mitglied im Reichstag (Wahlkreis Oberfranken 1)
1914 Wahl in den Landesvorstand der bayerischen SPD
1916 schließt er sich aus Ablehnung der Kriegskredite der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft an
1917 verläßt Simon die SPD und schließt sich der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) an
1918/1919 gehört Simon für die USPD dem provisorischen Nationalrat in Bayern an
00.01.1919 Mitglied der Weimarer Nationalversammlung (Wahlkreis 26 Oberfranken), vorzeitiges Auscheiden, nachdem seine Wahl im November für ungültig erklärt wird
00.03.1919 - 00.04.1919 Bayerische Minister für Handel und Gewerbe
1920 - 1922 Mitglied des Beirats bzw. dem Parteirats der USPD
00.06.1920 - 1932 Mitglied des Reichstages
1920 - 1929 Stadtrat in Nürnberg
1922 verläßt Simon die USPD wieder, um zur SPD zurückzukehren, deren Reichstagsfraktion er sich nun auch wieder anschloss
1922 - 1933 Mitglied im Reichswirtschaftsrat
1933 hauptamtlicher Vorsitzender der Schuhmachergewerkschaft mit Sitz in Nürnberg
02.05.1933 als Vorsitzender des Zentralverbands Deutscher Schuhmacher fristlos entlassen
03.05.1933 in Berlin im Auftrag der Kriminalpolizei Nürnberg verhaftet
03.05.1933 - 09.05.1933
Polizeigefängnis Berlin am Alexanderplatz
10.05.1933 - 30.06.1933
Strafgefängnis Nürnberg Mannertstraße 6
01.07.1933-25.01.1934 Konzentrationslager
Dachau
Simon erinnert sich:
„Dann wurden wir zum Fotografieren zu einer Gruppe zusammengestellt. Es wurde mir ein Pappdeckel umgehängt, auf dem geschrieben stand: »Ich bin ein klassenbewußter SPD-Bonze.« Ich riß das Plakat herunter, aber es wurde mir wieder umgehängt mit der Drohung, wenn ich es wieder abreiße würde ich Prügel bekommen. Unsere Bilder wurden dann von der SS im Lager für 20 Reichspfennig verkauft.“
Nach der Entlassung aus dem KZ Dachau unter Gestapo Überwachung


05.08.1935 Gestapo-Verhör und Hausdurchsuchung in Nürnberg, erneute Verhaftung
29.08.1935 Schutzhaftbefehl (Haft im Strafvollstreckungsgefängnis Nürnberg und im
Landgerichtsgefängnis Fürth) Einleitung eines Strafverfahrens durch den Oberstaatsanwalt beim Volksgerichtshof in Berlin (Az. 14 J 270/35)
12.09.1935 Abgabe des Verfahrens an das OLG München
19.10.1935 Verfahren vor dem OLG München eingestellt (Az. I 4 OJs 133a - u/1935)
Anfang Dezember 1935 als Zeuge in einem Verfahren (unter anderem gegen Friedrich Puchta) in das
Gefängnis München-Stadelheim überführt,
20.12.1935 nach Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung nach Nürnberg entlassen (. Unter Zwang unterschrieb er eine Erklärung, künftig alle Aktivitäten gegen das Regime zu unterlassen. Dennoch hielt er Kontakt unter anderem mit Wilhelm Leuschner)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beteiligte Simon sich am Wiederaufbau der SPD in Nürnberg. Aufgrund seiner früheren Leistungen wurde er zum Ehrenvorsitzender der örtlichen Parteigruppe sowie der Gewerkschaft gewählt. Außerdem wurde ihm der Vorsitz über den Aufsichtsrat der Konsumgenossenschaft für Nürnberg und Fürth anvertraut. Josef Simon starb während des Gründungskongresses der Gewerkschaft Leder am 1. April 1949 in Kornwestheim bei Stuttgart.

Zum Andenken an Josef Simon wurde 1972 eine Straße in Nürnberg-Langwasser nach ihm benannt.