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Deutschland, Bundesland Bayern, Regierungsbezirk Oberfranken, Kreisfreie Stadt Coburg

Seit 2005 führt Coburg den Beinamen Europastadt. Über der Stadt erhebt sich mit der Veste Coburg die zweitgrößte erhaltene Burg Deutschlands.

Stadtteile:
Coburg (Kernstadt), Beiersdorf (mit Callenberg), Bertelsdorf (mit Glend), Cortendorf, Creidlitz, Ketschendorf, Lützelbuch, Neu- und Neershof, Neuses, Rögen, Scheuerfeld (mit Dörfles und Eichhof), Seidmannsdorf (mit Löbelstein), Wüstenahorn.

Nachbargemeinden:
Lautertal, Dörfles-Esbach, Rödental, Ebersdorf bei Coburg, Grub am Forst, Niederfüllbach, Untersiemau, Ahorn, Weitramsdorf und Meeder.

03.09.1921

In Coburg kommt es bei Demonstrationen gegen die Ermordung Matthias Erzbergers zu blutigen Zusammenstößen zwischen der bayerischen Landespolizei und den Protestierenden. Mehrere Menschen werden durch eine Handgranate, die von der Polizei geworfen wurde, verletzt.

Nationalsozialismus

Ab 1922 entwickelte sich Coburg zu einer Hochburg des Nationalsozialismus. Schon 1929 erhielt die NSDAP zum ersten Mal in einer deutschen Stadt bei den Stadtratswahlen die absolute Mehrheit der Sitze. Coburg verlieh 1932 als erste deutsche Stadt Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde.
Ab 1939 durfte Coburg den Ehrentitel „Erste nationalsozialistische Stadt Deutschlands“ führen.

139 (Namenentlich bekannt) Bürger Coburgs wurden zwischen 1933-1945 von den Nazis ermordet. Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen.

Lager und Haftstätten 1932-1946

Schutzhaftlager (Angerturnhalle)

Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Unterscharführer
Niedballa Gustav
* 29.08.1908 in Stettin
† 25.10.1976 in Coburg
vor 1945 SS-Dentist im KL Oranienburg, KL Vaivara, KL Auschwitz u. KL Monowitz
nach 1945 Praxis in Coburg

Personenverzeichnis

Politiker (KPD) und Widerstandskämpfer
Friedrich Schaper * 14.10.1890 in
Holzminden + 27.05.1966 in Coburg
verhaftet 24.04.1933 in Nürnberg
24.04.1933-27.04.1933 "Schutzhaft"
Gerichtsgefängnis Fürth
27.04.1933-21.04.1939 Konzentrationslager
Dachau (Häftlings Nu 5536) "Schutzhaft", vom 28.04.1933-30.04.1933 wird seine Haft aufgrund der Wahlen unterbrochen.
06.09.1939-07.09.1939
Landgerichtsgefängnis Bamberg Wilhelmsplatz 1 "Schutzhaft"
08.09.1939-12.01.1940 Konzentrationslager
Buchenwald
Am 22.08.1944 nach erneuter Verhaftung Flucht, lebte daraufhin bis 13.04.1945 illegal in Tettau und Umgebung.
Friedrich Schaper lebte ab 1955 lebte als Rentner in Tettau. Er verstarb am 27.05.1966 in Coburg.

Mitbürger der Gemeinde die hier geboren oder gelebt haben und zwischen 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert sowie zu schaden gekommen sind

11.04.1945

Nach Artilleriebeschuss und Bombardierung durch Tiefflieger wurde Coburg am 11. April 1945 durch Verbände der 11th U.S. 3rd Armored Division General Patton's Army besetzt.

1945

Im Rahmen der Entnazifizierung wurden alle Parteigenossen, die vor dem 1. Mai 1937 die NSDAP-Mitgliedschaft erworben hatten, von der amerikanischen Militärregierung entlassen. Im Herbst 1945 waren dies 247 der 328 Stadtbediensteten, weitere 30 Personen folgten im Dezember. Von den 150 Mitarbeitern der Sparkasse verloren 104 ihren Arbeitsplatz. Zur Stadtratswahl am 26. Mai 1946 waren wegen der NS-Vergangenheit 2.600 Einwohner nicht wahlberechtigt.