Auschwitz Teil 6 (Januar - Juni 1944)

04.01.1944


07.01.1944

Auschwitz, 7. Januar 1944
Standortbefehl Nr. 2/44

Arische Häftlinge beim Straßenbau
Ich habe festgestellt, daß arische Häftlingsfrauen, darunter auch reichsdeutsche, bei Außenkommandos zu schweren und schwersten Arbeiten (Straßenbau) eingesetzt sind, wogegen auf der anderen Seite Judenweiber im warmen Zimmer sitzen und die schönsten Posten innehaben. Dies ist selbstverständlich ein Unding. Ich erwarte, daß dieser Hinweis genügt, diesen unmöglichen Zustand sofort abzustellen und nur dann jüdische Häftlinge im Innendienst zu verwenden, wenn geignete arische, insbesondere deutsche Kräfte nicht mehr vorhanden sind.

Der Standortälteste
gez. Liebehenschel
SS-Obersturmbannführer

F.d.R.
Zoller
SS-Hauptsturmführer und Adjutant


12.01.1944

Am 12. Januar 1944 trifft ein Transport mit 1000 jüdische Häftlinge im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 10. Januar 1944 das Konzentrationslager Stutthof verlassen (134 Frauen und 120 Männer werden als Häftlinge übernommen, 746 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt)


13.01.1944

am 13. Januar 1944 trifft ein Transport mit 73 Männern aus dem Kriegsgefangenenlager Lamsdorf im KL Auschwitz ein.


15.01.1944

Am 15. Januar 1944 trifft ein Transport mit Schutzhaftgefangenen im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 08. Januar 1944 das Arbeitserziehungslager Breitenau verlassen


17.01.1944

Am 17. Januar 1944 trifft ein Transport mit 657 Juden und unerwünschte Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 10. Januar 1944 Mechelen/Malines verlassen


19.01.1944

Kommandantur
Standortbefehl.
1.) Belobigung. Der SS-Unterscharführer Johann Ratzka, 3. Kompanie, hat am 10.01.1944 durch besondere Aufmerksamkeit und entschlossenes Handeln die Flucht von zwei Häftlingen verhindert. Ich spreche ihm für sein umsichtiges Verhalten meine besondere Anerkennung aus. Ratzka erhält als Belohnung fünf Tage Sonderurlaub. Ich spreche dem SS-Schützen
Paul Korhamer, 5. Kompanie, meine besondere Anerkennung aus, weil er am 04.01.1944 durch umsichtiges Verhalten die Flucht eines Häftlings in Jaworzno verhindert hat. Korhamer erhält als Belohnung fünf Tage Sonderurlaub.


20.01.1944

Laut überlieferter "Belegstärke"- und "Arbeitseinsatzlisten" lebten am 20. Januar 1944 insgesamt 27.053 weibliche Häftlinge in Auschwitz-Birkenau.

Transport
Am 20.01.1944 erreicht der am 19.01.1944 um 9:00 Uhr vom
Gefängnis Frankenthal abgegangene Gefangenensammeltransport das Konzentrationslager Auschwitz. Eine der "Häftlinge" ist die am 05.03.1890 in Ludwigshafen am Rhein geborene Jüdin Schuster Marie Regina geb. Meyer.


21.01.1944

Am 21.01.1944 erreicht der Transport I/106 mit 48 Juden und unerwünschte Elemente aus Berlin kommend das Konzentrationslager Auschwitz. Der Transport hat Berlin am 20.01.1944 verlassen.

Auschwitz, 21. Januar 1944
Standortbefehl Nr. 4/44

Unterbringung und ärztliche Behandlung reichsdeutscher Häftlinge
In Ergänzung bereits bestehender RFSS-Befehle ordne ich nochmals folgendes an:
1. Reichsdeutsche kranke Häftlinge sind in jedem Fall von SS-Ärzten zu behandeln. Zum kleinen ärztlichen Hilfsdienst dürfen von den SS-Ärzten unter Aufsicht reichsdeutsche Häftlingsärzte herangezogen werden. Ich verbiete nochmals, daß zur Behandlung von reichsdeutschen Häftlingen fremdländische Häftlingsärzte oder fremdländisches Sanitätspersonal verwendet wird.
2. Reichsdeutsche männliche Häftlinge, die krank werden und längere Zeit (die Entscheidung trifft der verantwortliche Lagerarzt) stationär behandelt werden müssen, sind sofort in den Krankenbau des Stammlagers einzuliefern.
3. Ich weise ebenfalls auf den bereits bestehenden Befehl hin, wonach reichsdeutsche Häftlinge von den übrigen fremdländischen Häftlingen getrennt unterzubringen sind.
4. Mit den deutschen weiblichen Häftlingen ist bezüglich Behandlung und Unterbringung sinngemäß wie bei den reichsdeutschen männlichen Häftlingen zu verfahren: Unterbringung erfolgt aber nicht im Stammlager.
5. Die Durchführung dieser Maßnahmen ist mir bis zum 1.2.1944 zu melden.


gez. Liebehenschel
SS-Obersturmbannführer

F.d.R.
Zoller
SS-Hauptsturmführer und Adjutant


22.01.1944

Am 22. Januar 1944 trifft ein Transport mit 1147/1153 Juden und unerwünschte Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 20. Januar 1944 Drancy verlassen

Am 22. Januar 1944 findet im Quarantäne Lager eine Selektion statt, fast alle Juden des Lagerabschnittes werden zur Vergasung geholt. Zwei Tage lang blieben die 542 Selektierten ohne Essen in einem Block eingesperrt. Als schließlich abends die Lastwagen kommen, um sie zum Krematorium zu bringen, mußten die Häftlinge fast völlig nackt, nur mit einem Mantel bekleidet, einzeln aus dem Block im Laufschritt zum Auto. Der Rapportführer SS-Unterscharführer Karl Kurpanik rief einzelne Häftlinge, die er kannte, zu sich und sagte ihnen, er wolle sie retten, sie sollten rasch auf Block 2 laufen. Dann schoß er ihnen nach und übte sich so in Genickschüssen.


26.01.1944

Am 26. Januar 1944 versucht der Häftling Szaja Unglik (Häftlingsnummer 43645) zu fliehen. Es gelingt ihm, einen SS-Mann, der als Fahrer Brennmaterial ins Lager bringt zu bestechen. Er versteckt sich auf der Ladefläche des LKW und gelangt so mit Hilfe des bestochenen Fahrers aus dem Lager. Am vorher vereinbarten Absetzungsort, übergibt Szaja Unglik dem SS-Mann das Geld und wird von diesem erschossen. Sein Leichnam wird ins Lager zurückgebracht, auf der Lagerstraße auf einen Sessel in sitzender Haltung angebunden, zwei Tage zur Schau gestellt. Vorher wurde er beim Ausmarsch der Kommandos im Männerlager BIId gezeigt. Gegenüber der Musikkapelle stand der Sessel mit der Leiche. Der SS-Mann gab an, er hätte nicht gewußt, daß sich ein Häftling auf seinem Wagen versteckt hatte. Als er ihn entdeckte, habe er ihn erschossen.


27.01.1944

Am 27. Januar 1944 trifft ein Transport mit 948 Juden und unerwünschte Elemente (darunter 122 Kinder) im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 25. Januar 1944 Westerbork verlassen (190 Männer und 69 Frauen werden als Häftlinge übernommen, 689 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt)


30.01.1944

am 30.01.1944 wird dem Stellvertretenden Rapportführer SS-Unterscharführer Blaufuß Werner * 17.11.1911 in Oesterwiehe, das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern verliehen. (das KVK für KL Angehörige läßt Beteiligung an Tötungen vermuten).


01.02.1944

Auschwitz, 01. Februar 1944
Standortbefehl Nr. 5/44
Der Reichsführer-SS hat mit Wirkung vom 30.01.1944 zum SS-Obersturmführer befördert:
SS-Untersturmführer Heinrich Josten
SS-Untersturmführer Heinz Kühler
SS-Untersturmführer Theodor Lange
SS-Untersturmführer
Johann Schwarzhuber


02.02.1944

Am 02. Februar 1944 verläßt ein Transport mit 303 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Flossenbürg


06.02.1944

Am 06 Februar 1944 trifft ein Transport mit 700 Juden und unerwünschte Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 30. Januar 1944 Mailand (San Vittore Gefängnis) verlassen (97 Männer und 31 Frauen werden als Häftlinge übernommen, 572 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt)

Am 06. Februar 1944 trifft ein Transport mit 1200/1214 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 03. Februar 1944 Drancy verlassen


07.02.1944

Auschwitz, 7. Februar 1944
Standortbefehl Nr. 6/44

1. Häftlingstransporte
Wenn wir Menschen (Häftlinge) zu einem anderen Arbeitseinsatz transportieren müssen, so sind zur Erhaltung der Arbeitskraft auch für den Transport alle notwendigen Vorbedingungen zu treffen, damit die vor Abgang des Transportes festgestellte Arbeitsfähigkeit durch den Transport nicht leidet. Dazu befehle ich nochmals folgendes:
a) Die Gesamtverantwortung für jeden abgehenden Transport trägt der Lagerkommandant persönlich.
b) Das Aussuchen (Musterung) geschieht, wie befohlen, durch den Lagerarzt, den Schutzhaftlagerführer und den Häftlingseinsatzführer; bei Abgabe von Lager zu Lager gegebenenfalls auch in Gegenwart von entsprechenden Führern des neuen Lagers. Der Schutzhaftlagerführer ist allein für die ordnungsmäßige Transportvorbereitung bis
zum Abgang des Zuges dem Lagerkommandanten verantwortlich. Hierzu gehört:
Bereitstellung einer ausreichenden Transportbegleitung, Bewaffnung (M-Pi.) und ausreichende Verpflegung für diese; bei größeren Transporten (mehr als 4 Waggons) ist stets ein SS-Führer als Transportführer einzuteilen. Ebenfalls ist für die Häftlinge, wie befohlen, ordnungsgemäße Bekleidung und ausreichende Transportverpflegung mitzunehmen. Bei der Mitnahme der Verpflegung sind die derzeitigen Verkehrsverhältnisse zu berücksichtigen, also immer mehr mitgeben! Die Transportverpflegung darf den Häftlingen nicht auf einmal ausgehändigt werden. Der Transportzug muß für die Lagerung mit Holzwolle pp. ausgelegt werden. In jedem Waggon befindet sich ein Gefäß mit abgekochtem Wasser oder Tee, ein Abortkübel und gesichertes Licht (Stall-Laternen). Bei größerer Kälte müssen die Eisenbahnwaggons durch die Reichsbahn mit Öfen ausgestattet werden. Bei mäßig kalter Witterung genügt als Kälteschutz der bereits angedeutete Bodenbelag und das Umwickeln der Füße und der Brust mit Zeitungspapier. Die Lagerverwaltung bitte ich, die erforderlichen Transportgeräte, soweit noch nicht vorhanden, zu beschaffen und dem Schutzhaftlagerführer zu übergeben. Der Schutzhaftlagerführer übergibt die Transportausstattung dem jeweiligen Transportführer schriftlich, dieser sorgt nach Ablieferung des Transportes für vollständige Rückbeförderung des Gerätes. Vor Beladung des Transportzuges sind die Waggons durch den Schutzhaftlagerführer und den Transportführer auf Sicherheit genauestens zu überprüfen. Festgestellte Fehler sind in dieser Hinsicht sofort durch geeignete Handwerkskräfte zu beseitigen.
c) Die Anmeldung des Transportzuges und die Erstellung der Transportlisten werden nach wie vor durch die Abteilung II gemacht.
d) Alle Dienststellenleiter, die an der Durchführung eines Transportes mit beteiligt sind, ersuche ich, sich für die ordnungsgemäße Erledigung der vorbeschriebenen Maßnahmen persönlich einzusetzen.

gez. Liebehenschel
SS-Obersturmbannführer

F.d.R.
Zoller
SS-Hauptsturmführer und Adjutant


09.02.1944

Am 09. Februar 1944 verläßt ein Transport mit 112 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Flossenbürg


10.02.1944

Am 10. Februar 1944 trifft ein Transport mit 1015 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 08. Februar 1944 Westerbork verlassen

Nachdem sich mehrere aus dem KL Flossenbürg überstellte Häftlinge über zu kleine Essensportionen beschwert haben, führen die Blockältesten Mietek Katarczynski und Franz Karosiewicz am 10.02.1944 unter dem Kommando des Rapportführers SS-Unterscharführer Karl Kurpanik bei den "Flossenbürger" Häftlingen eine Strafaktion durch. Hierbei werden die Häftlinge:
Piotr Pagodicz (Häftlingsnummer 166345)
Andreas Smolnik (Häftlingsnummer 166203)
Josef Krajec (Häftlingsnummer 166357)
erdrosselt, indem ihnen ein Stock über die Kehle gelegt wurde, auf den sich die Blockältesten stellten.
Dem Häftling
Godziński Józef (Häftlingsnummer 92308) werden durch die Schläge zwei halbreife Furunkeln am Gesäß so platt geschlagen, daß er innerhalb von zwölf Stunden eine mächtige Gesäßphlegmone mit Sepsis bekam und in den Krankenbau überstellt werden mußte.Einige Tage später muß der Häftling Nikolaj Simjanko (Häftlingsnummer 166.025) mit den gleichen Verletzungen in den Krankenbau überstellt werden.


12.02.1944

Am 12. Februar 1944 trifft ein Transport mit 1500 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 10. Februar 1944 Drancy verlassen


14.02.1944

Auschwitz, 14. Februar 1944
Standortsonderbefehl

Geheim! Nur für den Dienstgebrauch!
Sonderbefehl über die Herabsetzung der Häftlingsarbeitskommandos bei allen Dienststellen im Standort Auschwitz

Jeder deutsche Mensch, insbesondere der SS-Mann weiß, worum es jetzt im 5. Kriegsjahr
geht. Alle Arbeitskräfte und jede Arbeitsstunde gehören der Rüstung und damit dem Siege.
Die Durchführung dieser Forderung steht bei der Lösung aller anderen, auch noch so
notwendigen Aufgaben an erster Stelle. Es muß nun endlich danach gehandelt werden;
gesprochen ist darüber genug. Wir haben im eigenen Lagerhaushalt damit sofort
anzufangen. Wenn hier in Auschwitz von rund 41 000 arbeitsfähigen Häftlingen über 12 000
Häftlinge für die Aufrechterhaltung der Lagerbetriebe pp. eingesetzt sind, so ist diese
friedensmäßige, arbeitseinsatzmäßige verschwenderische Auffassung nicht mehr zu
verantworten. Durch längere persönliche Beobachtungen habe ich festgestellt, daß auf allen
Arbeitsplätzen - außer den Rüstungsbetrieben - viel zu viele Häftlinge eingesetzt sind, die
nicht ausgenutzt werden, faulenzen und durch falsche Arbeitseinteilung und unzulängliche
Beaufsichtigung sogar zum Faulenzen erzogen werden. Während draußen in den
Rüstungsbetrieben usw. bei dauernd reduziertem Arbeiterbestand die Arbeitsleistungen von
Tag zu Tag gesteigert werden, haben verantwortliche SS-Dienstgrade auch hier im KLDienst
diesen Standpunkt noch nicht erfaßt. Damit mache ich nunmehr Schluß. Ich werde als
verantwortlicher SS-Führer für den Gesamtarbeitseinsatz im Standort Auschwitz die
notwendige Zahl von Arbeitskräften für die einzelnen Arbeitsplätze, beginnend in den
Lagerbetrieben, selbst feststellen. Mit diesen Zahlen muß die bisherige Arbeitsleistung nicht
nur geschafft, sondern noch gesteigert werden. Unterführer, die das nicht fertig bringen,
sollen mir das melden; ich werde das betreffende Arbeitskommando dann einige Tage selbst
übernehmen und ihnen zeigen, daß das von mir befohlene Arbeitsziel mit den gestellten
Häftlingen in jedem Fall erreicht werden kann. Die Lagerkommandanten II und III bitte ich, für ihren Dienstbereich sofort ebenso zu verfahren. In den zukünftigen Beförderungsbeurteilungen sind die dienstlichen Leistungen in dieser Hinsicht besonders
hervorzuheben und zu bewerten. Daß zur Steigerung der Arbeitsleistungen der Häftlinge
eine stärkere Beaufsichtigung durch SS-Dienstgrade notwendig ist, wissen wir, wir wissen
aber auch, daß solche SS-Aufsichtsdienstgrade zusätzlich nicht zur Verfügung stehen, weil sie an der Front oder bei uns an anderen wichtigen Stellen Dienst machen. Wir helfen uns
also selber. Hierzu befehle ich:
Alle im Innendienst (Bürodienst) tätigen SS-Angehörigen werden nach einem besonderen
Dienstplan, der von mir und den Lagerkommandanten II und III festgelegt wird, täglich 1-2
Stunden zur Beaufsichtigung und Kontrolle der Außen-Häftlingsarbeitsstellen herangezogen.
Es gibt keinen Arbeitsplatz mehr, der nicht dauernd überwacht wird. Die ausfallenden
Arbeitstunden sind, soweit sie durch geeignete Maßnahmen nicht während der festgesetzten Dienstzeit ausgeglichen werden können, nach beendeter Bürozeit nachzuholen. Die Überwachung der Arbeitsstellen hat sich darauf zu erstrecken, daß jeder Häftling während der Arbeitszeit auch dauernd arbeitet. Häftlinge, die nicht arbeiten, oder nicht wissen, was sie tun müssen, sind von den Kontrollorganen namentlich zu erfassen und meiner Abteilung IIIa - Zentralarbeitseinsatz - zu melden. Sie rücken am nächsten Tag nicht mehr aus und werden zusammengefaßt einem Rüstungsbetrieb zugeführt, bzw. abgegeben. Andererseits muß, wie mehrfach befohlen, alles getan werden, um die Arbeitsfähigkeit und die Arbeitskraft der Häftlinge zu erhalten. Dazu gehört, daß der Häftling nach ordentlich getaner Arbeit auch entsprechend behandelt wird. Das Wichtigste sei nochmals gesagt:
1. Es gibt am Tage, wie bisher, nur einen Zählappell, der nicht länger als 10-15 Minuten
dauert.
2. Die Freizeit dient der Wiedererlangung verbrauchter Arbeitskräfte; hierzu gehört
ausreichender Schlaf. Unnötige und gar schikanöse Beanspruchung der Häftlinge in der
Freizeit fällt weg. Verstöße hiergegen sind mit strengsten Strafen zu ahnden.
3. Der Verpflegung ist höchstes Augenmerk zuzuwenden, d.h. es muß jeder Häftling auch
wirklich das bekommen, was ihm zusteht (Schwer- und Schwerstarbeiterzulagen). Die
Paketzufuhr spielt hierbei ebenfalls eine wichtige Rolle. In Auschwitz sind innerhalb von 2
½ Monaten weit über 1 Million Pakete eingegangen. Empfänger vieler Pakete, die
verderbliche Ware erhielten, die sie, wie ich mich überzeugt habe, nicht allein verzehren
können, werden bei entsprechender Belehrung, wenn sie es schon nicht alleine tun, an
andere diesbezüglich schlechter gestellte Häftlinge abgegeben.
4. Der Zustand der Bekleidung muß laufend überwacht werden, besonders Schuhwerk.
5. Kranke Häftlinge rechtzeitig herausziehen. Lieber bei entsprechender ärztlicher
Behandlung eine kurze Zeit in den Krankenbau, und dann wieder gesund an den
Arbeitsplatz, als eine lange Zeit ohne Arbeitsleistung am Arbeitsplatz belassen.
6. Dem fleißigen Häftling Erleichterungen jedmöglichster Art, gesteigert bis zur
Wiedererlangung der Freiheit; dem faulen, unverbesserlichen Häftling die Härte aller
bestimmungsmäßig möglichen Strafen.
Ich habe noch einmal schriftlich auf die Wichtigkeit dieser dringlichen Maßnahmen
hingewiesen, für weitere schriftliche Erklärungen auf diesem Gebiet habe ich keine Zeit. Mit den Lagerkommandanten II und III werde ich ich persönlich von der Durchführung dieses
Befehls überzeugen. Daß nun schlagartig gehandelt werden muß, ist klar, und ich hoffe, daß
ein Jeder von sich aus schon das Erforderliche tun wird. Dem Hauptamtschef, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Pohl, habe ich hierüber entsprechend
berichtet. Für die Häftlingsarbeitskommandos der Bauleitung ergeht durch den
Hauptamtschef gesonderter Befehl.

gez. Liebehenschel
SS-Obersturmbannführer

F.d.R.
Zoller
SS-Hauptsturmführer und Adjutant


Standortbefehl 7
Um eine genaue Kontrolle über sämtliche Pkw-Fahrten, auch der kleinen Fahrten innerhalb des Lagerbereichs, zu gewähren, ist in jedem Fall die übliche Kraftfahrzeuganforderung herzureichen. Pkw-Fahrten innerhalb des Lagerbereiches ohne Fahrbefehl des SS-Standortältesten sind verboten.


15.02.1944

Am 15. Februar 1944 verläßt ein Transport mit 1500 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Mauthausen


22.02.1944

Am 22.02.1944 trifft der 49. Transport (Osttransport) mit 29 „Juden und unerwünschte Elemente“ von Berlin kommend im Konzentrationslager Auschwitz ein. Der Transport hat Berlin am 22.02.1944 verlassen. 3 Personen werden ins Lager übernommen, 26 werden der Sonderbehandlung zugeführt. Unter den deportierten befindet sich auch Ernst Loevy, Letzter Firmeninhaber der S. A. Loevy. Die jüdischen Bronzegießer Albert und Siegfried Loevy fertigten den Schriftzug "DEM DEUTSCHEN VOLKE", Inschrift am Berliner Reichstag 1916 für den Kaiser an. Die neue Widmung nach 1945 am deutschen Parlamentsgebäude lautet: "DEM .EUTSCHEN .OLKE". Welche tragische Geschichte sich hinter der Reichstagsinschrift verbirgt weiß kaum jemand. Die Familiengeschichte der Bronzegießer Loevy blieb dahinter jahrzehntelang verschüttet: Im "Dritten Reich" wurden sie verfolgt und ermordet, Nachkriegsdeutschland interessierte sich nicht für sie. Die Firma "S. A. Loevy" wird Juli 1939 vom Arisierer Hans Bötzelen "übernommen" - nachdem die Loevys noch die Bronzearbeiten für Hitlers Neue Reichskanzlei geliefert hatten.

Am 22. Februar 1944 verläßt ein Transport mit 145 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Buchenwald


24.02.1944

Am 24.02.1944 wurde die Zahl der Häftlinge im Sonderkommando um die Hälfte reduziert
Am 24. Februar 1944 verläßt ein Transport mit
200 Angehörige des Sonderkommandos das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Majdanek


26.02.1944

Am 26.02.1944 treffen mit dem 8 RSHA Transport 650 Juden und unerwünschte Elemente aus dem Polizei- und Durchgangslager Fossoli im Konzentrationslager Auschwitz ein. Der Transport hat Fossoli am 22.02.1944 verlassen. Aus diesem Transport werden 95 Männer und 29 Frauen als Häftlinge übernommen, 526 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt.

Am 26. Februar 1944 verläßt ein Transport mit 200 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Majdanek


01.03.1944

Am 01. März 1944 verläßt ein Transport mit 13 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Sachsenhausen

Am 01. März 1944 verläßt ein Transport mit 421 Häftlinge das
Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Buchenwald


05.03.1944

Am 05. März 1944 trifft ein Transport mit 732 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 03. März 1944 Westerbork verlassen


08.03.1944

Am 08. März 1944 verläßt ein Transport mit 85 Polen u. Russen das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Buchenwald

In der Nacht vom 08. auf den 09. März 1944 wurden 3791 Theresienstädter Juden vergast.


10.03.1944

Am 10. März 1944 trifft ein Transport mit 1500/1501 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 07. März 1944 Drancy verlassen


11.03.1944

Am 11. März 1944 trifft ein Transport mit 32 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 09. März 1944 Berlin verlassen


18.03.1944

Der Reichsdeutsche Häftling Rudolf Friemel heiratete am 18.03.1944 im Lager seine spanische Frau Margarita Ferrer Rey. Margarita Friemel wurde Ende 1944 gehängt.


21.03.1944

Am 21. März 1944 verläßt ein Transport mit 30 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Natzweiler


22.03.1944

Am 22. März 1944 verläßt ein Transport mit Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Ravensbrück

Am 22.März 1944 berichtet die "Los Angeles Times", unter Bezug auf das Informationsministerium der polnischen Exilregierung, daß in Auschwitz mehr als 500.000 Menschen, hauptsächlich Juden, getötet worden seien. Innerhalb des Lagers gebe es drei Krematorien zur Beseitigung von täglich 10.000 Leichen. Auch die Existenz der Gaskammern wird in dem Artikel erwähnt


25.03.1944

Am 25. März 1944 trifft ein Transport mit 599 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 23. März 1944 Westerbork verlassen


30.03.1944

Am 30. März 1944 trifft ein Transport mit 1000/1025 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 27. März 1944 Drancy verlassen

Am 30. März 1944 verläßt ein Transport mit 202 Häftlinge das
Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Buchenwald

Am 30. März 1944 verläßt ein Transport mit 106 Häftlinge das
Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Neuengamme


03.04.1944

Am 03. April 1944 verläßt ein Transport mit 24 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager (ZAL) Plaszow


05.04.1944

Am 05.04.1944 floh mit Hilfe des SS-Mannes Viktor Pestek der Häftling Siegfried Lederer aus dem Lager. Pestek wurde später festgenommen und am 08.10.1944 erschossen.

Am 5. April 1944 fordert Obersturmführer Gerstein schriftlich von der Degesch eine sofortige Sendung von 5 Tonnen Zyklon B ohne Warnstoff. Die Sendung war schon vom Hauptsanitätspark der Wehrmacht genehmigt worden, weil die Waffen-SS sie dringend benötigt

Der Chef
des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes
D II/Az: 27/2 Ma./F.
Tgb.Nr. 236/44 geh.

Berlin, den 5.4.1944
Geheime Reichssache!
2 Ausfertigungen
1. Ausfertigung

Betrifft: Sicherungsmaßnahmen in Auschwitz
Bezug: Dortg. Schreiben vom 24.3.44
Tgb.Nr. 38/32/44 geh. Bra./H.

Anlagen: 2 Pläne

An den Reichsführer-SS
Berlin SW 11
Prinz Albrechtstr. 8

Reichsführer!
Die Ausdehnung und die hohe Belegstärke des Konzentrationslagers Auschwitz veranlaßten
mich, bereits im Oktober v.J. eine Dreiteilung des Lagers vorzuschlagen. Nach Erteilung
Ihrer Zustimmung wurde sie mit Wirkung vom 10.11.1943 durchgeführt. Es bestehen seitdem somit in Auschwitz 3 Konzentrationslager.
Über die für den A-Fall getroffenen Sicherungsmaßnahmen berichte ich folgendes:
1.) Das Lager I umfaßt das massive Männerlager und hat zur Zeit eine Belegstärke von rund
16.000 Häftlingen.
Es ist mit einer Umzäunung und Drahthindernissen umgeben, die, wie in allen
Konzentrationslagern, elektrisch geladen werden. Außerdem sind Postentürme vorhanden,
die mit Maschinengewehren besetzt sind.
Das Lager II befindet sich vom Lager I etwa 3 km entfernt. In diesem sind 15.000 männliche
und 21.000 weibliche Häftlinge untergebracht. Von der Gesamtzahl mit rund 36.000 Häftlingen entfallen etwa 15.000 auf nicht einsatzfähige.
Das Lager II ist ebenfalls mit einer elektrisch geladenen Drahtsicherung umgeben, auch
Postentürme sind vorhanden.
Das Lager III umfaßt alle in Oberschlesien bestehenden Aussenlager bei Industriebetrieben,
die räumlich weit voneinander entfernt liegen. Es besteht zur Zeit aus 14 Aussenlagern mit
einer Gesamthäftlingsstärke von rund 15.000 Männern. Diese Arbeitslager sind ebenfalls mit der üblichen Drahtsicherung umgeben und haben gleichfalls Postentürme. Das größte dieser Arbeitslager befindet sich in Auschwitz bei der I.G. Farbenindustrie AG. Es ist zur Zeit mit etwa 7.000 Häftlingen belegt.
Die übrigen Außenlager haben wesentlich geringere Stärken.
Zusammengefaßt ergibt sich folgendes Bild:
Auschwitz I 16.000 Männer
Auschwitz II 15.000 ‘’ 21.000 Frauen
Auschwitz III 15.000 ‘’
_______________________________________
46.000 Männer 21.000 Frauen
zusammen: 67.000

Die größte Belegstärke hat das Lager II, wobei jedoch berücksichtigt werden muß, daß von
der dort vorhandenen Gesamtzahl mit 36.000 Häftlingen etwa 21.000 auf Frauen entfallen.
2.) Von der Gesamthäftlingszahl mit 67.000 sind die in den Außenlagern befindlichen und die stationärkranken Häftlinge abzusetzen, wenn die Frage der Gefährdung durch einen etwaigen Aufstand oder Ausbruch für Oberschlesien betrachtet werden soll.
Von der Gesamthäftlingszahl mit 67.000 werden die in den Außenlagern (Lager III) untergebrachten 15.000 abgesetzt. Die Zahl der Stationärkranken und Invaliden beträgt zur Zeit 18.000, so daß praktisch mit 34.000 Häftlingen zu rechnen ist. Diese würden für Auschwitz für den A-Fall dann eine Gefährdung bedeuten können, wenn die Sicherungsmaßnahmen ungenügend wären.
3.) Zur Bewachung der Häftlinge sind für die Lager I und II einschließlich der Kommandanturangehörigen, die im A-Fall mit eingesetzt werden, 2.300 SS-Angehörige vorhanden.
Für die Aussenlager des Lagers III stehen 650 Wachmannschaften außerdem zur Verfügung.

SS-Obergruppenführer Schmauser stellt bis Mitte ds. M. eine Polizeikompanie von 130 Mann ab. Diese Kompanie soll zur zusätzlichen Sicherung des Lagers II gegebenenfalls eingesetzt werden. Sie wird daher in unmittelbarer Nähe dieses Lagers untergebracht.
4.) Neben der unmittelbaren Sicherung der Lager I und II durch besetzte Postentürme und durch elektrisch ladbare Drahtumzäunung ist als innerer Ring eine Bunkerlinie geschaffen worden, die von SS-Angehörigen besetzt wird. Auf beiliegender Karte ist diese Bunkerlinie rot eingezeichnet.

Im A-Falle wird als weitere Sicherung der äußere Ring gebildet, der von der Wehrmacht besetzt wird. Auf beiliegender Karte ist dieser äußere Ring durch die eingezeichneten Feldstellungen, mit Angabe der zum Einsatz vorgesehenen Wehrmachtsteile, zu erkennen.
In den äußeren Ring ist auch das Arbeitslager bei der I.G. Farbenindustrie AG, in dem außer unseren Häftlingen rund 15.000 Menschen beschäftigt werden, einbezogen. Der Einsatz der Wehrmacht wurde vor einigen Wochen in Auschwitz zwischen SS-Obergruppenführer Schmauser und dem Kommand. General des VIII. A.K., Herrn General der Kavallerie von Koch-Erbach, festgelegt.
Ich füge ferner einen Alarmplan bei, nach dem es dem SS-Standortältesten in Auschwitz möglich ist, alle beteiligten Stellen unmittelbar durch Telefon, Funk oder Fernschreiber in kürzester Zeit zu alarmieren.
Es ist weiter dafür Vorsorge getroffen, daß bei Massenausbrüchen eine Groß-Fahndung
unter Leitung der Kripoleitstelle Kattowitz einsetzt.
Die in Auschwitz liegenden Luftwaffeneinheiten in Stärke von 1.000 Mann stehen zur Verfügung, wenn der Alarm nicht mit einem Luftangriff zusammenfällt. Es kann mit diesen Luftwaffeneinheiten jedoch nicht unbedingt gerechnet werden. Bei Ausarbeitung des Einsatzplanes ist diesem Umstand Rechnung getragen worden. In Kürze werden Planspiele mit allen beteiligten Stellen durchgeführt.
Ich glaube, Reichsführer, daß die getroffenen Vorkehrungen und Sicherungsmaßnahmen im A-Falle ausreichen werden.

Heil Hitler!
gez. Pohl
SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS


06.04.1944

Kommandantur
Als die Auschwitzer Kommandantur am 6. April 1944 gegen 11:30 Uhr das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) in Berlin, das Wirtschaft-Verwaltungsamt (WVHA) in Oranienburg, alle östlichen Staats- und Kriminalleitstellen sowie die Grenzwachen alarmierten, waren „Siegfried“ Lederer und
Viktor Pestek bereits in Pilsen untergetaucht.


07.04.1944

Am 07.04.1944 können die beiden Häftlinge Fred Wetzler und Walter Rosenberg (nahm später den Namen Rudolf Vrba an), aus Auschwitz flüchten. Am 21.04.1944 erreichen sie das slowakische Grenzdorf Skalite.
In Zilina wurden die beiden Flüchtlinge jeweils einzeln von Ing. Oskar Krasnansky, Mitglied der Widerstandsbewegung, befragt. Das bei diesen Verhören aufgenommene Protokoll, der Wetzler- Vrba-Bericht, wurde nach Budapest, Genf, Istanbul und London geschickt.
In Wetzlers 1944 publiziertem Bericht hieß es u. a. über die – nach gleichen Plänen gebauten – Krematorien II und III:
„Von hier (der Vorbereitungshalle, wie Wetzler den Vorraum nennt) geht eine Tür, und einige Treppen führen hinunter in die etwas tiefer gelegene, schmale und sehr lange Vergasungskammer. Die Wände dieser Kammer sind durch blinde Duschanlagen markiert, was einen riesigen Waschraum vortäuscht. Am flachen Dach sind drei durch Klappen von außen hermetisch verschließbare Fenster. Von der Gaskammer führt durch die Halle ein Gleispaar zum Ofenraum. Die Vergasung wird nun so vorgenommen, daß die Unglücklichen in die Halle B gebracht werden, wo ihnen gesagt wird, daß sie in das Bad geführt werden.
Dort müssen sie sich auskleiden. Hierauf werden sie in die Gaskammer C gedrängt. 2000 Personen füllen diese Kammer derart, daß jeder nur aufrecht stehen kann. Um diese Menge in die Kammer einpferchen zu können, werden öfters Schüsse abgegeben, um die sich bereits in der Kammer befindlichen zu veranlassen, daß sie sich zusammendrängen. Wenn schon alles in der Kammer ist, wird die schwere Tür geschlossen.
Kurze Zeit wird dann gewartet, vermutlich darum, daß die Temperatur in der Kammer auf eine gewisse Höhe steigen soll, dann steigen SS-Männer mit Gasmasken auf das Dach, öffnen die Klappen und schütten aus Blechdosen ein Präparat in Staubform in die Kammer.“


Am 07. April 1944 trifft ein Transport mit 625 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 04. April 1944 Mechelen (Malines) verlassen

Am 07. April 1944 trifft ein Transport mit 240 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 05. April 1944 Westerbork verlassen


10.04.1944

Am 10. April 1944 trifft ein Transport mit 935 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 05. April 1944 Fossoli verlassen (154 Männer und 80 Frauen werden als Häftlinge übernommen, 692 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt)


11.04.1944

Am 11. April 1944 trifft nach neuntägiger Fahrt im abgeriegelten Güterwaggon trifft ein Transport mit 2.500 Juden im KL Auschwitz ein. Dieser Transport kommt aus Athen. Nach der "Selektion" werden 328 Frauen und 320 Männer als Häftlinge registriert. Etwa 1.850 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt. Einer der deportierten, ist der ehemalige Griechische Marineoffizier Errera Alberto aus Larissa (* 1913 in Thessaloniki). Er wird dem jüdischen Sonderkommando zugeteilt. Von Errera stammen die weltberühmten Fotoaufnahmen von den Leichenverbrennungen, heimlich aufgenommen und aus dem Lager geschmuggelt.

Am 11. April 1944 bestand das jüdische Sonderkommando nur noch aus etwa 200 Häftlingen, denn am 24. Februar 1944 waren 200 Sonderkommando- Häftlinge in das Konzentrationslager Majdanek überstellt worden. Deshalb wählte die SS aus der Gruppe der griechischen Juden, die gerade aus der Quarantäne entlassen worden waren, 150 bis 200 Männer aus und brachte sie in den isolierten Block 13, die Unterkunft des Sonderkommandos. Einige der Männer wurden in dem ebenfalls isolierten Block 11 untergebracht. Zu diesen griechischen Juden gehörten unter anderem Shlomo Venezia, Jaakov Gavbai, Leon Cohen, Shaul Chasan und Josef Sackar. Gemeinsam mit sechs weiteren Männern bildeten sie die kleine Gruppe der griechischen Sonderkommando-Häftlinge, die das Kriegsende erlebten.


12.04.1944

Am 12. April 1944 wird der Häftling Piotr Hromejew (Häftlingsnummer 181.378) von einem SS-Mann ermordet. Piotr Hromejew wollte seinem jüngeren Bruder vor Mißhandlungen eines SS-Mannes schützen

Im Standortbefehl vom 12.04.1944 wird der SS-Unterscharführer Achtelik Willi offiziell gelobt. Achtelik ist Spitzensportler der SS Sportgemeinschaft Auschwitz, und hatte beim Hallensportfest in Königshütte das Tischtennisturnier gegen die Gemeinschaft der LG. Farbenindustrie siegreich entscheiden können.


Der SS-Rottenführer Josef Wagner, 2. Stabskompanie, und der SS-Schütze Johann Czischek, 2. Kompanie KL Auschwitz 1, wurden mit je 3 Tagen verschärftem Arrest bestraft, weil sie den verbotenen Bahnsteig am Bahnhof Auschwitz überschritten.


15.04.1944

Am 15. April 1944 verläßt ein Transport mit 884 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Buchenwald

Am 15. April 1944 verläßt ein Transport mit 473 Sinti und Roma das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Ravensbrück


Am 15. April 1944 findet im Quarantäne Lager eine Selektion statt, bei der, der SS-Lagerarzt 184 Häftlinge zur Sonderbehandlung ausgesucht hat. Der angetrunkene Rapportführer SS-Unterscharführer Karl Kurpanik, der Blockführer SS-Rottenführer Baretzki Stefan sowie der SS-Rottenführer Dargelis Andreas vergnügten sich damit, die nur mit Unterhosen bekleideten Opfer aus dem Block zu jagen und zu verprügeln. Einzelne ließen sie niederknien, setzten ihnen ihre Pistole an die Schläfe, ließen sie wieder aufstehen und fortlaufen und schossen ihnen dann nach.


16.04.1944

Flak-Übungsschießen
Am 16.04.1944 wird im Gebiet Auschwitz in der Zeit von 9.30-12.30 Uhr ein Flak-Übungs-
schießen durchgeführt

Am 16. April 1944 trifft ein Transport mit 1500 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 13. April 1944 Drancy verlassen


Am 16.April 1944 kamen 19 sowjetische Kriegsgefangene und ein deutscher Kapo in einem Transport aus dem Vernichtungslager Majdanek in Auschwitz an. Die 20 Häftlinge wurden dem Sonderkommando zugewiesen.


17.04.1944

Am 17. April 1944 wird der Häftling Nikolaj Ramanenko (Häftlingsnummer 180.874) von einem angetrunkenen SS-Mann angeschossen. Er zieht sich einen komplizierten Bruch des rechten Oberarms zu.


19.04.1944

Am 19. April 1944 trifft ein Transport mit 31 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 18. April 1944 Berlin verlassen

Am 19. April 1944 wird der Häftling Liczka Mihail vom SS-Blockführer SS-Rottenführer Baretzki Stefan so zusammengeschlagen, das er an den Folgen verstirbt. Als Grund für die Misshandlung gibt Baretzki an, der Häftling habe nicht korrekt gegrüßt. (Offizielle Todesursache: Nierenentzündung mit Hämaturie).


20.04.1944

Am 20. April 1944 verläßt ein Transport mit 20 Politische das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Groß-Rosen


22.04.1944

Am 22. April 1944 verläßt ein Transport mit 500 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Groß-Rosen


26.04.1944

Am 26. April 1944 verläßt ein Transport mit 599 Polen, 1 Russe das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Konzentrationslager Buchenwald

Am 26. April wird der Häftling Alfons Mazzoni von einem SS Posten durch drei Schüsse ermordet. Alfons Mazzoni hatte am Wassergraben (noch vor der sogenannten neutralen Zone, die nicht betreten werden durfte) Löwenzahnblätter pflücken wollen, um damit seine Kost zu verbessern.

Am 26. April wird der Häftling Jan Prmak (Häftlingsnummer 188 340) mit einem großen Gesäßphlegmon in den Krankenbau aufgenommen. Er ist vom Blockältesten Katarczynski verprügelt worden.


28.04.1944

Am 28. April 1944 wird der Häftling Salomon Salem (Häftlingsnummer 182.700) beim Tragen von Steinen von einem SS-Mann mit einem schweren Stein beworfen. Hierdurch wird er so schwer an der Wirbelsäule verletzt, das er ins Krankenrevier eingeliefert werden muß. (Brüche der Wirbelsäule, vermutlich mit Losreißung der Dornfortsätze)


29.04.1944

am 29.04.1944 schickt der SA-Obersturmführer Blankenburg Werner (Leiter des Amtes IIa in der Kanzlei des Führers) an Himmler einen Bericht über die Einwirkung der Röntgenstrahlen auf die menschlichen Keimdrüsen.
Dort heißt es: Sie baten seinerzeit Oberführer Brack um Durchführung dieser Arbeit und unterstützten dieselbe durch Zurverfügungstellung des entsprechenden Materials (Häftlinge) im KL Auschwitz. Ich verweise speziell auf den 2. Teil der vorliegenden Arbeit, der den Nachweis führt, daß eine Kastration des Mannes auf diesem Wege ziemlich ausgeschlossen ist oder einen Aufwand erfordert, der sich nicht lohnt. Die operative Kastration, die, wie ich mich selbst überzeugt habe, nur 6-7 Minuten dauert, ist demnach zuverlässiger und schneller zu bewerkstelligen als die Kastration mit Röntgenstrahlen.


01.05.1944

Am 01. Mai 1944 trifft ein Transport mit 1004 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 29. April 1944 Drancy verlassen (91 Frauen und 48 Männer als Häftlinge übernommen, 865 werden der Sonderbehandlung zugeführt)


02.05.1944

Der SS-Rottenführer Josef Wagner, 2. Stabskompanie, und der SS-Schütze Johann Czischek, 2. Kompanie KL Auschwitz 1, wurden mit je 3 Tagen verschärftem Arrest bestraft, weil sie den verbotenen Bahnsteig am Bahnhof Auschwitz überschritten.

Transport
Am 02. Mai 1944 treffen zwei ungarische Transporte, von denen der erste, aus dem Lager Kistarcsa, am 29. April in Budapest abgeschickt wurde und ungefähr 1.800 Juden - "arbeitsfähige" Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 50 Jahren - umfaßt hat, und der zweite am 30. April in
Topoly abging (in dem Transport befanden sich auch Juden aus dem Ghetto Baja) und 2.000 "arbeitsfähige" Menschen zählte, in Auschwitz ein. Nach der "Selektion" werden 616 Frauen und 486 Männer als Häftlinge übernommen. Die anderen 2.698 Menschen werden in den Gaskammern ermordet.


08.05.1944

Die Exl-Bühne gibt ein Gastspiel in Auschwitz
Während die brutal gequälten und bis auf die Knochen abgemagerten Lagerhäftlinge ihrer Vernichtung entgegensahen, spielten die „Exl-Leute“ zur Belustigung der SS-Schergen den Lachschlager
«Der verkaufte Großvater» von Anton Hamik. Das Theater befand sich auf dem Lagergelände im „Kameradschaftsheim der Waffen-SS“.
Es ist kaum glaubhaft, dass die Schauspieler nichts von den abscheulichen Verbrechen mitbekommen haben. Über die Unternehmung schreibt Kurt Knittel, der Leiter der Truppenbetreuung in Auschwitz, in einem Zeitungsbeitrag „Die Exl-Bühne in Oberschlesien. Der verkaufte Großvater vor der Waffen-SS in Auschwitz“, Das Gastspiel vor der Waffen-SS Auschwitz war ein Theaterereignis. Es muß besonders vermerkt werden, daß der Direktor der Bühne, Ilse Exl, trotz hochgetürmter Spielplanschwierigkeiten in Wien einen großen Teil des Ensembles zu dieser zweitägigen Gastspielfahrt mitten in der Saison nach Auschwitz entließ. Aber die Mitglieder kamen mit einer so großen Freude und ganz von der Aufgabe beseelt, den Soldaten der Waffen-SS einige beglückend-erheiternde Stunden zu bereiten. Endloser Beifall danke den Gästen aus Wien mit dem Wunsche auf ein baldiges Wiedersehen.“ Unter der Spielleitung von Ludwig Auer traten in Auschwitz am 8. Mai 1944 auf Richard Pachler, Hans Degl, Anna Zötsch, Maria Wiesinger, Herta Agostini sowie Ernst und Leonhard Auer.


11.05.1944

Standortbefehl vom 11.05.1944:
SS-Hauptsturmführer Richard Baer hat heute die Dienstgeschäfte des Lagerkommandanten KL Auschwitz l verantwortlich übernommen


12.05.1944

Am 12. Mai 1944 wurden die 39 Sinti-Kinder von Mulfingen, die Eva Justin zur Erlangung des Doktortitels gedient hatten, aus dem Kinderheim St. Josefspflege in das KZ Auschwitz-Birkenau eingeliefert. Die Jungen erhielten die Nummern Z-9873 bis Z-9892, die Mädchen Z-10629 bis Z-10647.


13.05.1944

am 13. Mai 1944 erreicht nach Aussage der Überlebenden Fried, Erzsebet (Mädchenname) ein am 13. Mai 1944 aus dem Ghetto Kosice (Kassa) abgegangene Transport mit Juden und unerwünschte Elemente das KL Auschwitz.
Aussage der Überlebenden:
Am 13. Mai 1944 wurde ich aus dem Ghetto Kassa mit dem ersten Deportiertentransport zusammen mit meiner Mutter, meiner Schwiegermutter und meinen beiden Zwillingskindern Agnes und Istvan nach Auschwitz-Birkenau gebracht.« Ankunft am 13.05.1944:
»Während dieser Zeit wurde dauernd auf deutsch etwas ausgerufen, doch ich verstand es nicht. Zur gleichen Zeit trat zu uns ein deutscher Offizier und fragte Zwillinge? Ich antwortete, daß meine Kinder Zwillinge seien, worauf ich ihnen zur Seite gestellt wurde. Meine Mutter und meine Schwiegermutter blieben in der Reihe. Ich habe sie nie wieder gesehen. Ich sah, daß die Reihe der Deportierten vor einem großen feschen Offizier [Mengele] vorbeizog, der wie ein Orchesterdirigent wortlos mit Handzeichen die Gefangenen in die verschiedenen Gruppen einwies.«


16.05.1944

Am 16. Mai 1944 gastiert das Landestheater Beuthen mit Gerhart Hauptmanns Komödie "Der Biberpelz" im Kameradschaftsheim der Waffen-SS auf dem Gelände der SS-Wirtschaftsgebäude.

Aufstand im Zigeunerlager
Am 16. Mai 1944 erblickt im sogenannten Zigeunerlager von Auschwitz Birkenau ein Kind das Licht der Welt: Edmund Weiss. Auch am Tag zuvor wird dort ein Junge geboren: Oskar Broschinski. Doch die beiden Jungen haben keine Überlebenschance. Mager, klein, untergewichtig - sie bräuchten besondere Fürsorge, aber im "Zigeunerlager" gibt es kaum Nahrung für sie: Ihre Mütter sind selbst halb verhungert und dem Tode nahe. Es ist, wie für alle Neugeborenen im Zigeunerlager, eine Frage von Stunden, Tagen, höchstens Wochen bis zu ihrem Tod.
An diesem Tag jedoch ist ihr Leben doppelt bedroht. Denn die Lagerführung hat am Vortag beschlossen, das Zigeunerlager zu liquidieren. Doch gelingen wird dies nicht: Die Häftlinge wehren sich – erfolgreich:
Etwa 20 000 Menschen sind insgesamt im "Zigeunerlager" untergebracht gewesen: Männer, Frauen und Kinder. Es sind "zigeunerische Personen" oder "Zigeunermischlinge", wie die SS sie nennt, die 1942 überall im damaligen Reichsgebiet verhaftet und nach Auschwitz gebracht worden sind. Dort wartet eine fürchterliche Existenz auf sie. In dreißig Pferdebaracken eingepfercht zwischen Männerlager und Häftlingskrankenbau vegetieren sie dahin. Ihre Verpflegung ist noch schlechter als die der übrigen Häftlinge, die hygienischen Verhältnisse noch katastrophaler als im Rest des Lagers. Die Sterblichkeitsrate ist ungeheuer hoch.
Am 15. Mai 1944 also beschließt die Lagerleitung, das "Zigeunerlager" mit etwa 6000 Menschen zu liquidieren. Sie sollen alle ins Gas gehen Am 16. Mai wird abends Blocksperre angeordnet: Niemand darf die Blocks verlassen. Aber die Insassen des "Zigeunerlagers" sind durch einen SS-Mann gewarnt und vorbereitet worden. Einer der Insassen ist Hugo Höllenreiner. Sein Vater hat in München ein Fuhrunternehmen betrieben und dann in der Wehrmacht gedient, bis 1941 alle "Zigeunermischlinge" aus dem Wehrdienst entlassen worden sind. Der kleine Hugo beobachtet von seiner Pritsche oben das Geschehen: "Papa stand unten, gerade, mit dem Pickel in der Hand und einer seiner Brüder mit einem Schaufelstiel, einer links, einer rechts. Draußen gingen sie auf das Tor zu, bestimmt sieben, acht Mann. Der Papa hat einen Schrei losgelassen. Die ganze Baracke hat gezittert, so hat er geschrieen: Wir kommen nicht raus. Kommt ihr rein. Wenn ihr was wollt, müsst ihr reinkommen. Wir warten hier. Die blieben stehen, es war still. Nach einer Weile kam ein Motorrad angefahren, die unterhielten sich draußen, dann sind sie weggefahren, der Lastwagen ist weitergefahren. Wir haben alle aufgeatmet."
Das gleiche geschieht in allen Baracken. Die Häftlinge, oft ehemalige Wehrmachtssoldaten haben sich bewaffnet, mit Stöcken, Schaufeln und Messern, die sie sich aus Blech geschliffen haben. Das Unglaubliche geschieht. Die SS rückt ab. Der Aufstand hat Erfolg.
Aber es ist ein Triumph von kurzer Dauer: einige Häftlinge wie Hugo Höllenreiner werden in andere Lager überstellt. Auf die meisten wie den kleinen Edmund Weiss und Oskar Broschinski wartet nur der Tod. (In der Nacht vom 31. Juli zum 1. August 1944 wird das "Zigeunerlager" endgültig liquidiert werden.)


23.05.1944

Am 23. Mai 1944, an diesem Tag werden Transporte aus Italien, Ungarn und Frankreich selektiert, gibt es im Kameradschaftsheim der Waffen-SS einen Wiener Abend mit Künstlern der Staatsoper, des Burgtheaters, des deutschen Volkstheaters Wien, des Zentraltheaters Dresden und des Opernhauses Breslau.


25.05.1944


Telegramm von Hans Kammler an die Zentralbauleitung vom 25. Mai 1944


27.05.1944

Auschwitz, 27. Mai 1944
Standortbefehl Nr. 16/44
Ich spreche dem SS-Schützen Albert Kling, 3. Komp. KL Au. 1 für sein am 5.5.44 als Wachposten bei der Häftlingsbegleitung gezeigtes aufmerksames und umsichtiges Verhalten meine Anerkennung aus. K. erhält 3 Tage Sonderurlaub. K. hat durch besondere Aufmerksamkeit den Schmuggel von Genußmitteln zwischen Zivilisten und Häftlingen verhindert und durch geistesgegenwärtiges Handeln den tätlichen Widerstand eines Häftlings gebrochen und die Flucht eines anderen verhindert.


28.05.1944

Am 28. Mai 1944 trifft ein Transport mit 2708 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 27. Mai 1944 den Bahnhof Nyíregyháza verlassen

Am 28. Mai 1944 trifft ein Transport mit 2988 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 27. Mai 1944 den Bahnhof Ungvár verlassen

Am 28. Mai 1944 trifft ein Transport mit 3183 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 27. Mai 1944 den Bahnhof Marosvásárhely verlassen

Am 28. Mai 1944 trifft ein Transport mit 2208 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 28. Mai 1944 den Bahnhof Técső verlassen


Am 28. Mai 1944 trifft ein Transport mit 3150 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 28. Mai 1944 den Bahnhof Dés verlassen


30.05.1944

Am 30. Mai 1944 trifft ein Transport mit 3227 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 28. Mai 1944 den Bahnhof Nagyvárad (Oradea) verlassen

Am 30. Mai 1944 trifft ein Transport mit 860 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 29. Mai 1944 den Bahnhof Beregszász verlassen


31.05.1944

Am 31. Mai 1944 trifft ein Transport mit 3299 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 29. Mai 1944 den Bahnhof Mátészalka verlassen

Am 31. Mai 1944 trifft ein Transport mit 3417 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 29. Mai 1944 den Bahnhof Kolozsvár verlassen

Am 31. Mai 1944 trifft ein Transport mit 3306 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 29. Mai 1944 den Bahnhof Szatmárnémeti verlassen

Am 31. Mai 1944 wird der Häftling Alfons Bienkowski (Häftlingsnummer 156.054) von einem angetrunkenen SS-Mann (Alfons Bienkowski und der Mithäftling Wincenti Baranow Häftlingsnummer 187.166 versperrten ihm angeblich den Weg) derart mit einer Schaufel geschlagen, daß er mit Knochenbrüchen in den Krankenbau überstellt werden muß. Wincenti Baranow der noch versuchte weitere Misshandlungen durch Flucht zu entkommen wird durch Schüsse verletzt. Er erhält einen Durchschuß durch den Oberschenkel


01.06.1944

Am 01. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3166 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 29. Mai 1944 den Bahnhof Nagyvárad verlassen

Am 01. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3475 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 30. Mai 1944 den Bahnhof Kisvárda verlassen


Am 01. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3203 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 30. Mai 1944 den Bahnhof Marosvásárhely verlassen

Am 01. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3187 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 30. Mai 1944 den Bahnhof Nagyvárad verlassen

Am 01. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3300 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 30. Mai 1944 den Bahnhof Szatmárnémeti verlassen


02.06.1944

Am 02. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3056 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 31. Mai 1944 den Bahnhof Ungvár verlassen

Am 02. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3056 Juden und unerwünschten Elemente (darunter 60 Mädchen und 52 Jungen) im Lager Auschwitz ein. 134 Frauen und 239 Männer werden ins Lager übernommen, 627 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt. 35 Männer und 64 Frauen haben das Kriegsende überlebt. Der Transport hat am 31. Mai 1944 den Bahnhof Drancy verlassen

Am 02. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3270 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 31. Mai 1944 den Bahnhof Kolozsvár verlassen

Am 02. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3073 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 31. Mai 1944 den Bahnhof Nagybánya verlassen

Am 02. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3106 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 31. Mai 1944 den Bahnhof Szilágysomlyó verlassen


03.06.1944

Am 03. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3299 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 01. Juni 1944 den Bahnhof Mátészalka verlassen

Am 03. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3421 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 01. Juni 1944 den Bahnhof Kisvárda verlassen


Am 03. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3059 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 01. Juni 1944 den Bahnhof Nagyvárad verlassen

Am 03. Juni 1944 trifft ein Transport mit
2615 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 01. Juni 1944 den Bahnhof Szatmárnémeti verlassen


04.06.1944

Am 04. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2396 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 02. Juni 1944 den Bahnhof Huszt verlassen

Am 04. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3106 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 02. Juni 1944 den Bahnhof Beszterce verlassen


Am 04. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3100 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 02. Juni 1944 den Bahnhof Kolozsvár verlassen

Am 04. Juni 1944 trifft ein Transport mit
2967 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 03. Juni 1944 den Bahnhof Nagyszőllős verlassen


05.06.1944

Am 05. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2499 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 03. Juni 1944 den Bahnhof Košice verlassen

Am 05. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2972 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 03. Juni 1944 den Bahnhof Nagyvárad verlassen

Am 05. Juni 1944 trifft ein Transport mit
3161 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 03. Juni 1944 den Bahnhof Szilágysomlyó verlassen


06.06.1944

Am 06. Juni 1944 trifft ein Transport mit 496 jüdische Häftlinge (397 Frauen und 99 Männer) im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 03. Juni 1944 das KL Herzogenbusch/Vught verlassen

Am 06. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3149 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 04. Juni 1944 den Bahnhof Szászrégen verlassen

Am 06. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2567 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 04. Juni 1944 den Bahnhof Sátoraljaújhely verlassen


Am 06. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2527 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 05. Juni 1944 den Bahnhof Nagyvárad verlassen

Am 06. Juni 1944 trifft ein Transport mit
3100 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 05. Juni 1944 den Bahnhof Mátészalka verlassen


07.06.1944

Am 07. Juni 1944 amüsieren die Beuthener das KL-Personal mit dem Lustspiel "Heimliche Brautfahrt". Organisiert hat den Abend Intendant Heinz Huber, der nach dem Krieg Chef des Pfalztheaters Kaiserslautern wird.

Am 07. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2253 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 05. Juni 1944 den Bahnhof Nyíregyháza verlassen

Am 07. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2844 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 05. Juni 1944 den Bahnhof Nagybánya verlassen


Am 07. Juni 1944 trifft ein Transport mit 1852 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 06. Juni 1944 den Bahnhof Huszt verlassen

Am 07. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3160 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 06. Juni 1944 den Bahnhof Dés verlassen


08.06.1944

Am 08. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2875 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 06. Juni 1944 den Bahnhof Beszterce verlassen

Am 08. Juni 1944 trifft ein Transport mit 1584 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 06. Juni 1944 den Bahnhof Szilágysomlyó verlassen


09.06.1944

Auschwitz, 9. Juni 1944
Standortbefehl Nr. 17/44
Der SS-Unterscharführer Johann Trunz, 7. Kompanie, hat am 1.6.44 durch sein umsichtiges Verhalten die Flucht von zwei Häftlingen verhindert. Ich spreche ihm für die bewiesene Aufmerksamkeit meine Anerkennung aus.

Am 09. Juni 1944 trifft ein Transport mit 1364 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 08. Juni 1944 den Bahnhof Dés verlassen

Am 09. Juni 1944 trifft ein Transport mit 1784 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 08. Juni 1944 den Bahnhof Kolozsvár verlassen


10.06.1944

Am 10. Juni 1944 trifft ein Transport mit 1163 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 08. Juni 1944 den Bahnhof Marosvásárhely verlassen


11.06.1944

In der Nacht vom 11. auf den 12. Juni 1944 gegen 3:00 Uhr oder 4:00 Uhr trifft ein Transport mit 1447 Juden und unerwünschten Elemente (RSHA-Transport) aus Clausenburg (Kolozsvár) in Siebenbürgen auf der Rampe in Birkenau an. Der Transport hat am 09. Juni 1944 den Bahnhof Kolozsvár verlassen. Der Zug blieb zunächst einige Zeit verschlossen auf der Rampe stehen. Gegen 4:00 Uhr oder 5:00 Uhr wurden die Waggons geöffnet. Die Menschen mußten aussteigen. Unter ihnen befanden sich zwölf Ärzte aus dem Ghetto-Spital in Clausenburg und etwa 250 bis 300 Schwerkranke aus dem gleichen Spital. Die Kranken wurden zunächst auf die Erde hingelegt. Es entstand ein großes Durcheinander. Die Männer schrien und die Frauen und Kinder weinten. Ein Überlebender, der zu den zwölf Ärzten aus dem Spital gehörte, sah sich hilfesuchend um. Dabei bemerkte er den SS-Sturmbannführer Dr. Victor Capesius den er von früher her kannte, etwas abseits auf der Rampe stehen. Er lief voll Freude zu ihm hin, grüßte ihn und fragte, wo man sich befinde. Capesius antwortete, sie seien in Mitteldeutschland, was der Arzt jedoch nicht glaubte, weil er unterwegs Bahnstationen mit slawischen Namen gesehen hatte. Der Arzt fragte dann Capesius weiter, was mit ihnen geschehen werde. Capesius antwortete, es werde alles gut. Der Arzt erklärte dann dem SS-Sturmbannführer Dr. Capesius, daß seine Frau nicht ganz gesund sei. Daraufhin bedeutete Capesius dem Arzt, daß sie sich zu einer bereits gesondert aufgestellten Gruppe von Kranken stellen solle, indem er sagte, sie solle sich dorthin stellen und mit der Hand auf diese Gruppe zeigte. Der Arzt lief daraufhin zu seiner Frau und seiner bei ihr befindlichen 17jährigen Nichte, die inzwischen mit den anderen jüdischen Männern und Frauen in Reihen aufgestellt worden waren, zurück und sagte ihnen, daß sie sich zur Gruppe der Kranken stellen müßten. Seine Ehefrau ging daraufhin zu der Gruppe der Kranken hin. Ihre 17jährige Nichte nahm sie mit.
Nach diesem Vorfall läßt Dr. Capesius die Reihen vorrücken und sucht die Arbeitsfähigen aus, die er mit einer Handbewegung nach rechts, also ins Lager, schickt. Die nach links Gewiesenen werden später zusammen mit den Kranken in die Gaskammern gebracht. Ein Mann, der seiner Armbinde nach Arzt ist, spricht Dr. Capesius darauf an, daß seine Frau und seine Mutter auf der anderen, der linken, Seite stünden. Daraufhin sagt Dr. Capesius zu ihm: "Dann schicke ich Sie auch dorthin, das ist ein guter Ort." So wird auch er mit den anderen zusammen in einer der Gaskammern mit Zyklon B getötet.


12.06.1944

Am 12. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3160 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 10. Juni 1944 den Bahnhof Székesfehérvár verlassen

Am 12. Juni 1944 trifft ein Transport mit
2794 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 11. Juni 1944 den Bahnhof Maklár verlassen


13.06.1944

Transport
Am 13. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2675 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 12. Juni 1944 den Bahnhof Diósgyőr verlassen

Transport
Am 13. Juni 1944 trifft ein
Transport mit 2810 Juden und unerwünschten Elemente aus den Ghettos von Balassagyarmat im KL Auschwitz ein. Die Menschen waren am 02. Juni 1944 vom Ghetto Balassagyarmat ins Sammellager Nyirjespuszta verbracht worden.

Transport
Am 13. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2941 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 12. Juni 1944 den Bahnhof Diósgyőr verlassen


14.06.1944

Am 14. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2899 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 12. Juni 1944 den Bahnhof Érsekújvár verlassen

Am 14. Juni 1944 trifft ein Transport mit
3051 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 12. Juni 1944 den Bahnhof Diósgyőr verlassen

Am 14. Juni 1944 trifft ein Transport mit
2961 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 13. Juni 1944 den Bahnhof Hatvan verlassen


15.06.1944

Am 15. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2790 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 13. Juni 1944 den Bahnhof Komárno verlassen

Am 15. Juni 1944 trifft ein Transport mit
2310 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 13. Juni 1944 den Bahnhof Salgótarján verlassen

Am 15. Juni 1944 trifft ein Transport mit
3968 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 14. Juni 1944 den Bahnhof Miskolc/Diósgyőr verlassen

Am 15. Juni 1944 trifft ein Transport mit
1867 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 14. Juni 1944 den Bahnhof Balassagyarmat verlassen


16.06.1944

Am 16. Juni 1944 trifft ein Transport mit 29 Juden und unerwünschte Elemente (12 erhielten die Nu. A-14307-A-14318 und wurden ins Lager übernommen) im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 15. Juni 1944 Berlin verlassen

Am 16. Juni 1944 trifft ein Transport mit
2678 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 15. Juni 1944 den Bahnhof Léva verlassen

Am 16. Juni 1944 trifft ein Transport mit
2829 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 15. Juni 1944 den Bahnhof Miskolc verlassen


17.06.1944

Am 17. Juni 1944 trifft ein Transport mit 1980 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 15. Juni 1944 den Bahnhof Érsekújvár verlassen

Am 17. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2985 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 16. Juni 1944 den Bahnhof Győr verlassen

Am 17. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2673 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 16. Juni 1944 den Bahnhof Komárom verlassen

Am 17. Juni 1944 verläßt ein Transport mit 1000 Häftlinge das Konzentrationslager Auschwitz. Bestimmungsort ist das Außenlager Kz Dachau (Kaufering). Der Transport erreicht das Lager Kaufering am 18. Juni 1944

Am 17. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2969 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 16. Juni 1944 den Bahnhof Dunaszerdahely verlassen


19.06.1944

Auschwitz, 19. Juni 1944
Folgenden SS-Angehörigen spreche ich hiermit meine Anerkennung aus:
SS-Oscha Schmidt Max - Lagerführer in Fürstengrube
SS-Rottf
Berger Nikolaus - 4. Kompanie
SS-Strm
Korhammer Paul -4. Kompanie
SS-Strm Aron Hans - 3. Kompanie
SS-Schtz Blum Stefan - 3. Kompanie
SS-Schtz Hein Georg - 4. Kompanie
SS-Schtz Bergthal Hans - 4. Kompanie
Die Vorgenannten haben durch ihr umsichtiges Verhalten die Flucht von Häftlingen verhindert.


Transport
am 19.06.1944 werden in einem
Transport 446 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Auschwitz zum Konzentrationslager Buchenwald (NL Bochum Brüllstraße) transportiert. Bei den Häftlingen handelte es sich überwiegend um jüdische Häftlinge, die zuvor aus ihren Heimatländern nach Auschwitz deportiert worden waren: Der Großteil von ihnen stammte aus Ungarn, andere waren tschechischer, russischer, polnischer oder rumänischer Nationalität.


24.06.1944

Am 24. Juni 1944 gelingt den Häftlingen, Mala Zimetbaum und Edek Galinski die Flucht aus dem KL Auschwitz.
Ihre Geschichte:
Mala Zimetbaum wurde 1920 in Brzesko (Polen) geboren. Seit 1928 lebte sie mit ihren Eltern in Antwerpen (Belgien). Von den Nazis wurde sie 1942 nach Auschwitz verschleppt. Wegen ihrer guten Sprachkenntnisse wurde sie von der SS als Läuferin und Dolmetscherin im Lager eingesetzt. Mala Zimetbaum nutzte diese privilegierte Stellung, die ihr viel Bewe­gungsfreiheit innerhalb des Lagers gab, gut aus. Sie transportierte Nachrichten, stellte Kontakte zwischen den Häftlingen her und besorgte Medikamente für die Kranken. Ihre Aufgabe war es auch, Frauen aus dem Krankenbau wieder in Arbeitskommandos einzuweisen; auf diese Weise hatte sie die Möglichkeit, besonders schwache Häftlinge zu schonen. Von ihr bekamen die Häftlinge im Krankenbau auch Meldung darüber, ob wieder eine Selektion anstand. So konnten Gefangene gerettet werden, indem sie schnell aus dem Krankenbau entlassen wurden. Als die Deportation und die Vernichtung der ungarischen Juden in Auschwitz-Birkenau begann, beschloß Mala Zimetbaum zusammen mit dem Polen Edek Galinski zu fliehen, um die Weltöffentlichkeit über die Vernichtungsmaschinerie der Nazis zu informieren. Mit SS-Uniformen getarnt, gelang beiden am 24. Juni 1944 die Flucht. Da Mala bei den Häftlingen ein hohes Ansehen genoß, erregte diese Flucht ein großes Aufsehen im Lager. Für viele war es ein Hoffnungsschimmer, denn sie erhofften sich, daß die Vernichtung ein Ende finden würde, wenn nur die Weltöffentlichkeit endlich Bescheid wüßte.
Mala und Edek wurden jedoch noch innerhalb Polens von der SS gefaßt und nach Auschwitz-Birkenau zurückgebracht. Mala hielt der Folter stand und verriet keine ihrer Fluchthelferinnen. Als Mala vor den angetretenen Häftlingen erhängt werden sollte, schnitt sie sich die Pulsadern auf. Den SS-Mann (
SS-Unterscharführer Adolf Taube), der sie daran hindern wollte, schlug sie ins Gesicht. Den versammelten Frauen rief sie entgegen: „Habt keine Angst! Ihr Ende ist nahe! Ich bin sicher! Ich weiß es! Ich war frei!" Die SS-Oberaufseherin vom Frauenlager in Auschwitz-Birkenau, Mandel, ordnete an, Mala sofort ins Krematorium zu bringen, sie sollte bei leben­digem Leib verbrannt werden. Den Häftlingen, die sie zum Krematorium bringen mußten, sprach sie Mut zu und schärfte ihnen ein, nichts zu vergessen: „Der Tag der Abrechnung ist nahe! Erinnert euch an alles, was sie uns angetan haben!"


26.06.1944

Am 26. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2286 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 25. Juni 1944 den Bahnhof Debrecen verlassen


27.06.1944

Das Drahthindernis um die Krematorien III und IV ist ab Montag, dem 26.06.1944 um 16:00 Uhr, mit elektrischem Strom geladen. Alle SS-Angehörigen und Gefolge sind hiervon sofort in Kenntnis zu setzen.
(Die Anordnung stand im Zusammenhang mit der Ankunft der insgesamt rund 400 000 Juden aus Ungarn, die seit Mai 1944 ins Lager transportiert und zumeist sofort getötet wurden.)


Mengele Josef
am 27. Juni 1944 tötet der SS Arzt Mengele Josef vier Zwillingspaare durch Injektion von Chloroform bzw. Phenol und läßt deren heterochrome Augen präparieren.
Aussage des SS-Oberscharführer Mußfeldt Erich, Kommandoführer des Sonderkommandos KZ Auschwitz-Birkenau (1947)
„Als ich zum Dienst erschien, traf ich drei Häftlingsärzte beim Sezieren der Leichen dieser Kinder an. Ich fragte, was das für Leichen waren. Die Ärzte antworteten darauf, daß die Kinder von Mengele mit einer Giftinjektion getötet worden seien, weil sie Merkmale hatten, die Mengele im Zusammenhang mit seinen Forschungen besonders interessierten. Es ging vor allem um die Augenfarbe. Er hatte nämlich festgestellt, daß von den Zwillingspaaren jeder Zwilling ein blaues und ein graues Auge hatte. Bei der Sektion wurden die Augäpfel entfernt und als Ausstellungsstücke nach Berlin geschickt.“


28.06.1944

Transport
Am 28. Juni 1944 trifft ein Transport mit 22 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 27. Juni 1944 Wien verlassen


Transport
Am 28. Juni 1944 trifft ein Transport mit 3842 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. (einige Quellen geben 2737 Personen)
Der Transport hat am 27. Juni 1944 den Bahnhof Debrecen verlassen


Transport
Am 28. Juni 1944 trifft ein Sammeltransport mit 2737 und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport wurde am 26. Juni 1944 in der Sammelstelle Szeged zusammengestellt. Der Transport erreichte am 27.06.1944 den Bahnhof von Bacsalmas. Hier werden die im Ghetto lebenden Menschen gezwungen den Zug zu besteigen. Insgesamt befanden sich in dem Transport rund 6000 Juden. Aufgrund der Bestimmungen der Reichsbahn, dürfte der Transport aus 5 - 6 Zügen bestanden haben. Der Zug wurde in Felsozsolca geteilt. Insgesamt 2737 Personen gelangten nach Auschwitz, während die übrigen (auch einige Bewohner des Ghettos von Bacsalmas) ins österreichische Strasshof verlegt wurden.


29.06.1944

Am 29. Juni 1944 verschickte der KZ Arzt Mengele den Kopf eines Ermordeten 12-jährigen Kindes aus dem "Zigeunerlager Auschwitz II" zur Hygienisch-bakteriologischen Untersuchungsstelle der Waffen-SS in Rajsko, um dort histologische Schnitte anfertigen zu lassen. Auf die Angabe einer klinischen Diagnose hatte Mengele verzichtet.
Ein Beipackzettel deklariert den Inhalt: „Kopf einer Leiche (12jähriges Kind)“, der auf „histologische Schnitte“ zu untersuchen sei. Einsendende Dienststelle: „H.-Krankenbau Zigeunerlager Auschwitz II, B II e“. Unterzeichnet ist das Formular – vom Ersten Lagerarzt, Dr. Mengele, SS-Hauptsturmführer.

Am 29. Juni 1944 trifft ein Transport mit 38 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 28. Juni 1944 Wien verlassen (6 erhielten die Nu. A 15223-A 15228 und wurden ins Lager übernommen)

Am 29. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2642 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 27. Juni 1944 den Bahnhof Kecskemét verlassen

Am 29. Juni 1944 trifft ein Transport mit 2819 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am
27. Juni 1944 das Ghetto Oradea verlassen

Am 29. Juni 1944 trifft ein Transport mit
3118 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 27. Juni 1944 den Bahnhof Békéscsaba verlassen

Am 29. Juni 1944 trifft ein Transport mit
2737 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 28. Juni 1944 den Bahnhof Bácsalmás verlassen


30.06.1944

Am 30. Juni 1944 trifft ein Transport mit 1000 Juden und unerwünschten Elemente im Lager Auschwitz ein. Der Transport hat am 26. Juni 1944 Fossoli verlassen (180 Männer und 51 Frauen werden als Häftlinge übernommen, 769 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt)


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