Bacsalmas

Ghetto Bacsalmas


Ghetto

Ungarn, Region Südliche Große Tiefebene, Komitat Bacs-Kiskun

erste Erwähnung
28.04.1944

28.06.1944
offizielle Schließung

Juni 1944 lebten 2793 Juden im Ghetto von Bacsalmas

Die Ghettoisierung und Deportation der Juden erfolgte aufgrund von Dekreten und Anweisungen der ungarischen nationalen und kommunalen Behörden.

das Ghetto wurde von den örtlichen Behörden im Gebiet zwischen der heutigen Rákóczi út und Helden Straße eingerichtet. Die wichtigsten Gebäude waren Felsőbácskai, Historische Mühle, die Grundschule und die jüdische Synagoge.

Am 16. Juni 1944 brachte man die Juden aus dem
Ghetto Szabadka in das Ghetto von Bacsalmas

Am 17. Juni 1944 brachte man die noch in Baja geblieben Juden (mehrere Hundert Personen) aus dem Ghetto Baja in das Ghetto von Bacsalmas

am 26.06.1944 wird in der Sammelstelle Szeged ein Transport mit Juden und unerwünschten Elemente zusammengestellt. Der Transport erreicht am 27.06.1944 den Bahnhof von Bacsalmas. Hier werden die im Ghetto lebenden Menschen gezwungen den Zug zu besteigen. Insgesamt befanden sich in dem Transport rund 6000 Juden. Aufgrund der Bestimmungen der Reichsbahn, dürfte der Transport aus 5 - 6 Zügen bestanden haben. Der Zug wurde in Felsozsolca geteilt. Insgesamt 2737 Personen gelangten nach Auschwitz, während die übrigen (auch einige Bewohner des Ghettos von Bacsalmas) ins österreichische Strasshof verlegt wurden.


Jüdische Gemeinde Bacsalmas

Januar 1941 lebten 186 Juden in Bacsalmas (1 % der Gesamtbevölkerung)

Die Mehrheit der Juden arbeitete als Händler oder Handwerker, in der Stadt gab es mehrere jüdische Vereinigungen. Die jüdische Gemeinde gehörte der Glaubensrichtung »Status Quo ante« an

1942 wurden Juden aus Bacsalmas zum Zwangsarbeitsdienst in die ungarische Armee eingezogen

am 19. März 1944 wurde Ungarn durch die deutsche Wehrmacht besetzt.
Von da an war es Juden nur noch zu bestimmten Zeiten gestattet, ihre Häuser zu verlassen.

in der zweiten Aprilwoche 1944 gehörten zu dieser Zeit noch 167 Juden der »Status Quo ante«-Gemeinde von Bacsalmas an.


IX. Waffen-Gebirgskorps

Das IX. Waffen-Gebirgskorps wurde im Juli 1944 in Bacsalmas gebildet um die Führung der albanischen und kroatischen Einheiten der Waffenn-SS zu übernehmen.
Im Oktober 1944 wurde das Korps kurzzeitig nach Zagreb in Kroatien verlegt. Von dort aus ging es wieder nach Ungarn, wo das Korps am 22. November kurz vor der Roten Armee in Budapest ankam.
Einen Monat später, am 24. Dezember, wurde das Korps von der Roten Armee in Budapest eingekesselt. Am 17. Januar 1945 wurden alle Einheiten nach Bruda evakuiert, wo sie sich in einem nur einen Quadratkilometer großen Kessel befanden. Am 28. Januar versuchte das IV. SS-Panzerkorps zu dem eingeschlossenen Korps zu gelangen, doch alle Versuche waren vergebens und wurden von der Roten Armee unterbunden. Die eingeschlossenen Truppen in Bruda sahen bereits am Horizont das Leuchten der deutschen Artillerie.
Am 11. Februar versuchte das Korps einen Ausbruch mit über 5.000 Mann, von denen nur 785 die deutschen Linien-erreichten. Davon waren nur 170 Männer der Waffen-SS. Am folgenden Tag, dem 12. Februar 1945, wurde das Korps von der Roten Armee in Budapest vernichtet, als diese Budapest einnahm.

Kommandeure
SS-Gruppenführer Karl-Gustav Sauberzeig (21 Juni 1944 - Dz 1944)
SS-Obergruppenführer Karl von Pfeffer-Wildenbruch (Dez 1944 - 12 Feb 1945)

Chef des Stabes
SS-Obersturmführer Erich Braun (Juni 1944 - Aug 1944)
Oberstleutnant Usdau Lindenau (Dez 1944 - Feb 1945)

Unterstellte Einheiten

Juni 1944: 13. und 23. Waffen-Gebirgs-Divsion der SS
16.09.1944: 118. Jäger-Div., 7. SS-Geb.Div. "Prinz Eugen", 369. Inf.Div., 13. SS-Geb.Div. "Handschar"
Januar 1945: 8. und 22. SS-Kavallerie-Division

Stabs- und Korpstruppen

ArKo
SS-Korps-Flak-Abteilung 509 (aus SS-Flak-Abteilung 13) (SS-Hauptsturmführer Max Daumer)
1.-3. Batterie
SS-Gebirgs-Pionier-Bataillon 509
SS-Nachrichten-Kompanie 109
SS-Nachschubtruppen 109


Entscheidungen des Schweizerischen Bundesgerichts

Auszug aus
16. Urteil der I. Zivilabteilung vom 4. Februar 1969 i.S. Schweizerische
Bankgesellschaft gegen Poljak. Regeste
Im Juli 1948 gelangte Elemer Fogel, der Bruder der Ehefrau Keppichs, im Namen seiner Eltern Lajos und Matild Fogel-Fried, an die SBG und verlangte die Auszahlung des Kontos. Auf Grund beigebrachter Urkunden soll Keppich im Jahre 1943 in Auschwitz umgekommen, seine Ehefrau am 18. Juni 1944 in Bacsalmas gestorben und ihre Eltern die alleinigen Erben sein. Gestützt darauf zahlte die SBG das Guthaben Keppichs am 27. Oktober 1949 mit
Fr. 33 481.-- und - nach ihrer Darstellung - am 23. November 1949 mit Fr. 15 057.-- an Fogel aus.


Opfer

Kalmar Emma
* 14.03.1910 in
Bácsalmás
ab 17.10.1944 im Lager St. Pölten-Viehofen
Emma Kalmar musste schwere körperliche Zwangsarbeit bei der Regulierung des Traisenflusses im Raum Viehofen leisten. Rein vom Lebensalter her, sie war Jahrgang 1910, dürfte sie eine der relativ wenigen Lagerinsassen gewesen sein, die dazu rein physisch auch in der Lage waren. Viel mehr als dünne Wassersuppe mit ein paar Bröckchen Dörrgemüse wird es wohl nicht gewesen sein. An Nahrungsüberfluss wird Emma Kalmar jedenfalls ebenso wie alle anderen in der Viehofener Au Internierten vermutlich nicht gelitten haben.

Kalmar Judit
* 14.9.1911 in
Bácsalmás
ab 17.10.1944 im Lager St. Pölten-Viehofen


Klein Adolf
* 1887 Bácsalmás
Wohnort: Dunaföldvár
Beruf: Händler
Todestag: Juli 1944
Ort des Todes: Auschwitz


Personenverzeichnis

SS-Unterscharführer
Schmidt Josef
* 12. November 1922 in Bácsalmás
am 24. Oktober 1947 in Wadowice zu 7 jahre Haft verurteilt
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. Blockführer im NL Lagischa

Obergrenadier
Wagner Johann
* 09.09.1922 in Bácsalmás
gefallen 04.08.1944 Frankreich