Terezin (Theresienstadt)


Ghetto Theresienstadt


Übersicht

Gebiet
Terezín/Theresienstadt liegt ca. 60 km nordwestlich von Prag, am Zusammenfluß von Ohře/Eger und Labe/Elbe am Rande des Böhmischen Mittelgebirges. Terezín gehört zum Kreis Litoměřice/Leitmeritz und ist nur drei Kilometer von der Kreisstadt entfernt. Die nächsten größeren Städte sind Ústí n.L./Aussig (20 km), Teplice/Teplitz (40 km)

Eröffnung
24.11.1941

Liquidierung
Das Ghetto wurde am 08.05.1945 durch die Rote Armee befreit. Allerdings wurde es schon am 02.05.1945 unter den Schutz des IKRK gestellt. Die SS hat das Ghetto am 05. Mai 1945 verlassen.

Deportationen
Ab Januar 1942 bis Ende Oktober 1944 in die Vernichtungslager im Osten. Etwa 88.000 Menschen wurden nach Maly Trostinec, Treblinka, Bergen-Belsen, Belzec, Sobibór, Majdanek und Auschwitz verschleppt.

Einsatz der Häftlinge bei

Art der Arbeit

Bemerkungen
Nachdem die nach Terezin unter der Bezeichnung Wohnsitzverlegung verschleppten Juden zunächst in einigen Kasernen untergebracht worden waren, wurde am 27. Juni 1942 die von der nichtjüdischen Bevölkerung vollständig geräumte Stadt mit Ausnahme einiger Gebäude, die eine zusammenhängende Zone bildeten der Ghettoverwaltung übergeben. Das Ghetto unterstand dem Zentralamt für die Regelung der Judenfrage in Böhmen und Mähren im RSHA/Amt IV B 4 unter der Leitung von SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Gemäß der nationalsozialistischen Propaganda sollte Theresienstadt als Altersghetto dienen, in das alte gebrechliche Juden mit Ehegatten sowie bevorzugte Gruppen wie verdiente jüdische Kriegsveteranen oder sogenannte Mischlinge deportiert werden. Tatsächlich wurden jedoch ab Dezember 1944 ebenso Juden aus Sammellagern in Ungarn sowie im Zuge von Evakuierungstransporten insgesamt 12.488 KZ-Häftlinge nach Theresienstadt gebracht. Darüber hinaus wurden zwischen Januar 1942 und Ende Oktober 1944 etwa 87.000, der nach Theresienstadt deportierten Juden, in die Vernichtungslager weitertransportiert. Die höchste Belegungsstärke wurde am 18.09.1942 mit 58.491 Männern, Frauen und Kindern angegeben. Insgesamt wurden etwa 153.000 Personen nach Theresienstadt verschleppt, von denen etwa 34.000 im Ghetto selbst starben, knapp 2.000 Juden 1945 in die Schweiz und nach Schweden gebracht wurden und etwa 700 die Flucht gelang. Etwa 31.500 Ghetto-Insassen und KZ-Häftlinge konnten befeit werden. In Budweis existierte ein Lager für Männer von April 1942 bis vermutlich Herbst 1942. In Eichen bei Kladno (Dubi) existierte ein Lager für Männer von März 1942 bis vermutlich Herbst 1942. Die Häftlinge mußten in einem Bergwerk arbeiten. In Jungfern Breschan (Panenske Brezany) existierte ein Lager für Männer von Juli 1942 bis etwa 11.02.1944. Die Häftlinge mußten auf dem Gut Jungfern Breschan für Frau Heydrich Gartenarbeiten, Instandsetzungsarbeiten und Reparaturen an Anlagen durchführen. In Kladno existierte ein Lager für Männer von Februar 1942 bis vermutlich Herbst 1942. Die Häftlinge mußten in einem Bergwerk arbeiten. In Motitschan (Moycin) existierte ein Lager für Männer von März 1942 bis vermutlich Herbst 1942. Die Häftlinge mußten in einem Bergwerk arbeiten. In Oslawan (Oslavany) existierte ein Lager für Männer von April 1942 bis 30.08.1943. Die Häftlinge mußten in der Kohlengrube Kukla arbeiten. In Pürglitz (Krivoklat) existierte ein Lager für Frauen von April 1942 bis vermutlich Herbst 1942. Die Häftlinge wurden zu Waldarbeiten eingesetzt. In Schnarchenreuth existierte ein Lager für Männer vom 13.03.1945 bis April 1945. Die Häftlinge mußten Baracken errichten. In Wulkow bei Trebnitz existierte ein Lager für Männer (ab 02.03.1944) und für Frauen (ab Sommer 1944) bis zum 02.02.1945 mit der Bezeichnung Zossen. Die Häftlinge mußten Lagerarbeiten verrichten.


Lagerordnung


Kleine Festung

Zur Bewachung der Kleinen Festung war die 1. Kompanie des SS-Wachbataillons Böhmen und Mähren eingesetzt, die am 1. November 1940 antrat. Kommandant der 1. Kompanie SS-Hauptsturmführer Heinrich Jöckel, (von 1940 bis 1945 Kommandant des Gestapo-Gefängnisses Kleine Festung).
Im April 1942 wurde sie durch die 2. Kompanie des SS-Wachbataillons Prag ersetzt. Zu den Pflichten der Wachmannschaft gehörte auch die Begleitung von Häftlingen zu Arbeiten außerhalb der Festung. Gegen Kriegsende wurden einige SS-Männer aus der Wachmannschaft durch Feldgendarmen aus dem Banat ersetzt.


22.02.1942

Am 22.02.1942 verläßt ein Transport mit 100 Männlichen Zwangsarbeiter das Ghetto Theresienstadt, mit Ziel Kladno. Der Transport erreicht Kladno am 22.02.1942. Die Männer mußten in den Kladnoer Bergwerken Arbeiten. Der Arbeitseinsatz endete im Juli 1943. Die Mitglieder dieses Kommandos waren zwischen 20 und 35 Jahre alt.

Am 22.02.1942 erreicht der Transport Y mit 802 Personen das Ghetto Theresienstadt. Der Transport kommt aus Kladno und hat den Bahnhof Kladno am 22.02.1942 verlassen. Von den 802 Personen aus diesem Transport wurden 746 ermordet, nur 56 haben überlebt.


26.02.1942

Am 26.02.1942 erreicht der Transport Z mit 823 Personen das Ghetto Theresienstadt. Der Transport kommt aus Kladno und hat den Bahnhof Kladno am 26.02.1942 verlassen.


16.03.1942

Am 16.03.1942 verläßt ein Transport mit 200 Männlichen Zwangsarbeiter das Ghetto Theresienstadt, mit Ziel Kladno. Der Transport erreicht Kladno am 16.03.1942. Die Männer mußten in den Kladnoer Bergwerken Arbeiten. Der Arbeitseinsatz endete im Juli 1943. Die Mitglieder dieses Kommandos waren zwischen 20 und 35 Jahre alt.


29.04.1942

Transport
Am 29.04.1942 treffen mit dem
Transport Ez-St 12 3 "Häftlinge" aus Prag im Ghetto Theresienstadt ein. Aus diesem Transport hat keiner überlebt.


22.07.1942

Am 22.07.1942 erreicht der Sonderzug VII/1 mit 965 Personen überwiegend Jüdischen Glaubens Theresienstadt. Dieser Sonderzug hatte Düsseldorf am 21.07.1942 verlassen. Der Transport trug bei der Reichsbahn die Zugnummer Da 70 und erhielt in Theresienstadt die Bezeichnung VII/1.


24.07.1942

Am 24.07.1942 erreicht der Sonderzug VIII/1 Reichsbahnbezeichnung Da 75 Theresienstadt. Der Zug hatte den Bahnhof Hannover-Fischerhof über Dresden und Bauschowitz (Bohusovice) kommend mit Ziel Theresienstadt am 23.07.1942 verlassen. Der Zug bestand aus uralten Wagen der 'Holzklasse' und schäbig-schmutzigen Viehwaggons. Mit diesem Transport wurden 779 Menschen (im NS Jargon unerwünschte Elemente) ,,umgesiedelt“. Mindestens 114 Personen aus Bremen wurden zu diesem Zug angehängt. Aus diesem Transport haben 75 Menschen das Ende der Nazi-Diktatur überlebt.


01.08.1942

Am 01.08.1942 erreicht der Sonderzug Transport XI/1 Zug Da 77 mit 900 Personen aus Münster i.Westf. kommend Theresienstadt (Terezín). Der Zug hat Münster am 31.07.1942 verlassen. Von den 900 Deportierten werden 835 ermordet, nur 65 haben überlebt.


September 1942

Am 8. September 1942, als der Transport mit den Juden aus Kassel und Chemnitz in Theresienstadt eintraf, wurde der Leerpark aus dem Zug »Da 511« mit der neuen Nummer »Lp 1511« über eine Fahrstrecke von 250 km nach Nürnberg in Bewegung gesetzt, um dort aus seinem Wagenmaterial nebst örtlich beigestellten Güterwagen den nächsten Sonderzug »Da 512« des Fahrplanprogramms zu bilden.
Mit diesem Transport sollten am 10. September 1942 aus den Gebieten von Nürnberg, Fürth, Bamberg und Würzburg in Franken 1000 Juden nach Theresienstadt deportiert werden. Einige Aktenstücke zu seiner Vorbereitung sind erhalten geblieben. Das RSHA hatte auch diesen Transport durch seinen genannten Erlass vom 1. August 1942 angekündigt, welcher der darauf erfolgenden »Organisationsanweisung« der Staatspolizeileitstelle Nürnberg-Fürth vom 19. August 1942 zugrunde gelegt wurde. Demnach sollten mit diesem Transport 550 Juden aus Nürnberg, 180 Juden aus Fürth, 128 Juden aus Bamberg und 142 Juden aus Würzburg deportiert werden.
Über den Einsatz von Güterwagen wurde vermerkt: »Die Abfahrt der Juden erfolgt am 10.09.1942, nachmittags 18.25 Uhr, mit dem Zug ab Nürnberg von der Fäkalienversandstelle (Finkenstr. 33). Da beim Transport vermutlich eine große Anzahl nichtgehfähiger Juden vorhanden ist, ist Sorge zu tragen, daß deren Transportunterbringung – z. B. in Güterwagen oder Personenwagen für Traglasten – entsprechend vorgenommen werden kann und die Verladung seinerzeit reibungslos erfolgt. Die entsprechenden Vorbesprechungen mit der Reichsbahn zur Bereitstellung des Transportraumes und mit der Stadt zur Bereitstellung des Verladeplatzes wurden bereits geführt. Es ist dafür Sorge getragen, daß sowohl nach Bamberg als auch nach Würzburg eine entsprechende Anzahl von Eisenbahnpersonenwagen abgestellt wird. Diese Wagen sind jeweils dort unmittelbar mit den Juden zu beladen. Die Waggons werden seinerzeit im normalen Zugsverkehr nach Nürnberg gebracht und dort ohne Umladung dem Transportzug angehängt. Die näheren Einzelheiten (Abgangszeit usw.) müssen örtlich mit den zuständigen Bahndienststellen geregelt werden. Die Reichsbahndirektion Nürnberg (Amtmann (Franz] Rauch) hat zugesagt, diesen örtlichen Bahndienststellen rechtzeitig Mitteilung zugehen zu lassen. Besondere Wagen zur Verladung des Gepäcks werden voraussichtlich für außerhalb Nürnbergs nicht gestellt, da die Kopfzahl für die Zuteilung der Personenwagen hoch angesetzt wurde (ca. 200), so daß das Gepäck mit in den Wagen genommen werden kann.
Gettogepäck ist ebenfalls mit in den Wagen zu nehmen. Im übrigen wird das Hauptkontingent durch die Kultusvereinigung Nürnberg gestellt. Das überholte Gepäck ist entsprechend zu lagern, damit es durch die von der Kultusvereinigung gestellten Spediteure im Laufe des Nachmittags des 9. bezw. am Vormittag des 10.09.1942 nach der Finkenstr. 33 geschafft werden und in den dort bereitgestellten Güterwaggons verladen werden kann. Am 10.09.1942, ab 13 Uhr, ist der Fäkalienversandbahnhof durch eine SS Wache von der Öffentlichkeit abzusperren.
Die Wache hat außerdem für die entsprechende Ordnung am Verladegelände zu sorgen.«
Nach einer Vereinbarung zwischen Gestapo und Reichsbahndirektion Nürnberg sollte der Sonderzug »Da 512« aus 20 Personenwagen sowie aus 6 Güterwagen von Nürnberg sowie 1 Güterwagen von Würzburg bestehen. Zweifellos handelte es sich bei der »Fäkalienverladestelle« in Nürnberg als Abgangsort für den Transport am 10. September 1942 nach Theresienstadt um einen für die zur Deportation »konzentrierten« Juden ähnlich entwürdigenden Platz wie bei dem Schlachthof in Düsseldorf-Derendorf, der Viehverladestelle in Wiesbaden oder der Großmarkthalle
von Frankfurt am Main.
Auch in Nürnberg hatte ein heftiger Bombenangriff vom 28. August 1942 zur Folge gehabt, dass sich die noch in ihren eigenen Wohnungen lebenden älteren Juden im Altersheim Johannisstraße einfinden und dort ihre Deportation erwarten mussten. Über die Stunden vor der Abfahrt der 533 Juden aus Nürnberg am 10. September 1942 hat Arnd Müller später berichtet: »Ein Fußmarsch zur Einladestelle Güterbahnhof Finkenstraße konnte vermieden werden. Von der Johannisstraße wurden die Transportteilnehmer mit Straßenbahnkraftwagen, von den zwei anderen Heimen mit Möbelwagen zur Bahn gebracht. Das Einsteigen in die Personenwagen ohne Rampe machte zwar bei den vielen alten und gebrechlichen Leuten ziemlich Schwierigkeiten; für die kranken Personen waren in geschlossenen Güterwagen mit Matratzen entsprechende Lager hergerichtet worden.«
Für den Raum Würzburg handelte sich bei der Beteiligung am Sonderzug »Da 512« um den vierten Transport von Juden, der diese Stadt verließ. Es war für Sicherheitspolizei und Reichsbahn in Nürnberg bereits an jenem Tag deutlich, dass mit dem Zug »Da 512« nur ein Teil der Würzburger Juden deportiert werden konnte, und dass ein weiterer Transport aus dieser Stadt bald darauf folgen sollte. Am 10. September 1942 waren Juden aus der gesamten Region Mainfranken von der Deportation betroffen. Als ihre letzten Wohnsitze auf der 177 Menschen umfassenden Würzburger Transportliste sind die Orte Aschaffenburg (für 42 Personen), Bibergau (2), Bütthard (2), Schweinfurt (54) und Würzburg (77 Personen) genannt. Die im Würzburger Sammellager am »Platz'schen Garten« kontrollierten Juden wurden zum Güterbahnhof Aumühle gebracht und um die Mittagszeit des 10. September 1942 mit vier Personenwagen und einem Pesonenwagen zunächst nach Nürnberg überführt.
Nach der Ankunft in Theresienstadt erhielt der Transport die Bezeichnung »II/25«.
Im September und Oktober wurden 158 Personen daraus weiter nach Treblinka deportiert. Zu Beginn des Jahres 1943 überstellte man daraus 8 Menschen und im Laufe des Jahres 1944 nochmals 131 Transportteilnehmer nach Auschwitz. Nur 51 Personen aus dem gesamten Transport überlebten.

Quelle:
1. Schreiben Reichsbahndirektion Nürnberg, an Staatspolizeileitstelle Nürnberg-Fürth, betr.
Evakuierung von Juden von Nürnberg, Bamberg und Würzburg (hier: Lp 1511 am 09. 09.
und Da 512 am 10. 9. 1942 nach Theresienstadt), Az. 33 Bfp 1 Bfsv, vom 26. August
1942, gez. Schrenk.

2. Staatspolizeileitstelle Nürnberg-Fürth, Organisationsanweisung zur Durchführung der
Judenevakuierung am 10.09.1942, vom 19. August 1942, gez. Dr. Grafenberger.


24.08.1942

Am 24. August 1942 wurde mit dem Bau der 2,5 Km langen Bahnnebenstrecke vom Bahnhof Bohušovice ins Ghetto begonnen. Etwa 300 Personen haben an 245 Arbeitstagen in zwei Schichten bei jedem Wetter unter der Leitung von 4 Ingenieuren 19.000 m3; Erdreich abgegraben, verführt und in Dämme geschüttet, 1.500 m3; Mauerwerk der Befestigungsanlagen abgetragen, 2.800 m3; Schotter abgeladen und als Gleisbettung eingebracht sowie 2.600 m Gleise und 4 Weichen montiert. 180 Tonnen Eisen, 4.800 Schwellen und 5.000 Tonnen Schotter wurden verbraucht.
Ein Gleis lief in die Straße L 2 ein, bis vor die "Hamburger Kaserne" (zentrale Schleuse). Ein zweites Gleis führte nach links ab und an der Kaserne A II entlang, wo man eine Laderampe baute. Hierdurch hatte das Lager einen „Güterbahnhof“.


08.09.1942

Am 08.09.1942 erreicht der am 07.09.1942 aus Kassel ausgelaufene Sonderzug Da 511 das Ghetto Theresienstadt. Der Laufweg des Sonderzuges führte über Bebra, Erfurt und Weimar zunächst nach Chemnitz. In Chemnitz waren weitere 63 bis 90 Juden aus dem Südwesten Sachsens mit Plauen und Zwickau sowie Einzelpersonen aus Oelsnitz im Erzgebirge und aus Schmalkalden aufzunehmen. Insgesamt befanden sich 844 Personen in dem Transport (Laut Transportliste), aus dem Regierungsbezirk Kassel: 755 Personen (Aus der Stadt Kassel selbst 323 Bewohner der Altersheime Mombachstraße und Große Rosenstraße).

Am 08.09.1942 erreicht der am
08.09.1942 aus Berlin ausgelaufene Sonderzug mit 100 Personen die Bahnstation Theresienstadt. Es handelt sich um den 59. Alterstransport.


18.09.1942

Am 18. September 1942 lebten in Theresienstadt 58 491 Personen


21.09.1942

Am 21.09.1942 verläßt der Sonderzug Bp mit 2020 Personen Theresienstadt. Ziel ist das Vernichtungslager Treblinka. Der Transport erreicht Treblinka am 23.09.1942.


24.09.1942

Transport
Am 24.09.1942 treffen mit dem
Transport I/69 100 Juden u. unerwünschte Elemente aus der Sammelunterkunft Große Hamburger Straße 26 in Berlin im Ghetto Theresienstadt ein


29.09.1942

Am 29.09.1942 verläßt der Sonderzug BS mit 2000 Personen das Ghetto Theresienstadt. Ziel ist das Vernichtungslager Treblinka. Der Zug erreicht Treblinka am 01.10.1942


15.12.1942

Am 15.12.1942 erreicht der Sonderzug I/80 mit 100 Personen das Ghetto Theresienstadt. Der Zug kam aus Berlin.


20.01.1943

am 20.01.1943 verläßt der Transport Cq Zug Da 101 mit 2.000 Juden und unerwünschten Elemente das Ghetto Theresienstadt. Ziel ist das KL Auschwitz. Der Transport erreicht Auschwitz mit mindestens 1.960 lebenden Menschen am 21.01.1943. 40 Menschen ist unterwegs die Flucht gelungen oder sind unterwegs verstorben. Bei der Selektion werden 254 Männer und 164 Frauen im Lager aufgenommen. 1.542 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt.


23.01.1943

am 23.01.1943 verläßt der Transport Cr Zug Da 103 mit 2.029 Juden und unerwünschten Elemente das Ghetto Theresienstadt. Ziel ist das KL Auschwitz. Der Transport erreicht Auschwitz mit mindestens 1989 lebenden Menschen am 24.01.1943. 40 Menschen ist unterwegs die Flucht gelungen oder sind unterwegs verstorben. Bei der Selektion werden 148 Männer und 80 Frauen im Lager aufgenommen. 1.761 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt.


29.01.1943

Am 29.01.1943 verläßt der Transport Ct mit 1000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern (auf Veranlassung des RSHA – Reichssicherheitshauptamt zusammengestellt) das Ghetto Theresienstadt. Ziel ist das Konzentrationslager Auschwitz. Der Zug erreicht Auschwitz am 30.01.1943. Nach der Selektion werden 122 Männer sowie 95 Frauen in das Lager eingewiesen. Die übrigen 783 Menschen werden sofort in den Gaskammern getötet.


28.05.1943

Am 28.05.1943 erreicht der Sonderzug I/95 als 90. Alterstransport aus Berlin kommend das Ghetto Theresienstadt. In diesem Transport befanden sich auch die Bewohner des Krankenhauses und der Altersheime Auguststraße und Elsässer Straße in Berlin


01.06.1943

Die 2,5 Km lange Bahnnebenstrecke vom Bahnhof Bohušovice ins Ghetto Theresienstadt wird in Betrieb genommen


27.06.1943

Am 27.06.1943 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/3, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 32 Personen in Theresienstadt ein. Der Transport war am 25.06.1943 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


10.09.1943

Am 10.09.1943 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/4, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 9 Personen in Theresienstadt ein. Der Transport war am 10.09.1943 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


05.10.1943

Am 05.10.1943 verließen die Bialystoker Kinder Theresienstadt mit dem Transport, Dn - Kindertransport, der aber auf Befehl Heinrich Himmlers nicht in die Schweiz fuhr, sondern nach Auschwitz, wo die Kinder mit den 53 Erwachsenen, die sie freiwillig betreuten und begleiteten, nach ihrer Ankunft am 07.10.1943 umgehend in die Gaskammer geschickt wurden. Die aus Gesundheitsgründen in Theresienstadt verbliebenen Kinder wurden in die Kleine Festung gebracht, wo sie erschossen wurden

Die Kinder von Bialystok


18.12.1943

Am 18.12.1943 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/4 Ez, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 1 Person in Theresienstadt ein. Der Transport war am 16.12.1943 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


15.01.1944

Am 15.01.1944 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/5, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 14 Personen in Theresienstadt ein. Der Transport war am 13.01.1944 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


19.01.1944

Am 19.01.1944 erreicht der Transport XIV/2 mit 10 unerwünschte "Elemente" das Ghetto Theresienstadt. Der Transport kam aus Königsberg (Kaliningrad), und hatte Königsberg am 19.01.1944 verlassen. Aus diesem Transport wurden 4 ermordet, 6 haben überlebt.


21.01.1944

Am 21.01.1944 erreicht der 100. Alterstransport mit 64 "Juden und unerwünschte Elemente" aus Berlin kommend das Ghetto Theresienstadt. Der Transport hat Berlin am 21.01.1944 verlassen. Aus diesem Transport wurden 23 ermordet, 41 haben überlebt.


27.01.1944

Am 27.01.1944 erreicht der Transport XXIV/3 mit 283 "Juden und unerwünschten Elemente" das Ghetto Theresienstadt. Der Transport kommt vom Konzentrationslager Bergen-Belsen, und hat das Lager Bergen-Belsen am 25.01.1944 verlassen.


28.01.1944

Am 28.01.1944 erreicht der Transport XIV/3 mit 9 Personen (Juden und unerwünschte Elemente) das Ghetto Theresienstadt. Der Transport kommt aus Königsberg (Kaliningrad) und hat Königsberg am 27.01.1944 verlassen. Von den deportierten wurden 2 Ermordet, 7 haben überlebt.


09.02.1944

Am 09.02.1944 erreicht der Sondertransport V/10 EZ1 Nr. 431 aus Dresden abgegangen am 09.02.1944 das Ghetto Theresienstadt. In diesem Transport befand sich die am 12. September 1877 in Berlin geborene Margarete Neumann geb. Zacharias, sie wurde am 12.06.1944 in Theresienstadt ermordet.


10.02.1944

Am 10.02.1944 wird mit dem Transport XIV/3 eZ1 1 Person ins Ghetto Theresienstadt eingeliefert. Der Transport kommt aus Königsberg (Kaliningrad) und hat Königsberg am 09.02.1944 verlassen.

Am 10.02.1944 werden mit dem Transport I/107 (101. Alterstransport) 100 "Juden und unerwünschte Elemente" ins Ghetto Theresienstadt eingeliefert. Der Transport kommt aus
Berlin, und hat Berlin am 09.02.1944 verlassen.


23.02.1944

Am 23.02.1944 wird unter der Transportbezeichnung III/10 eZ1 eine Person unter Bewachung zweier Angehöriger der Gestapo aus Köln kommend im Ghetto Theresienstadt eingeliefert. Die Gruppe hat Köln am 23.02.1944 verlassen.

Am 23.02.1944 treffen mit dem 102. Alterstransport I/108 73 "Juden und unerwünschte Elemente" von Berlin kommend im Ghetto Theresienstadt ein. Der Transport hat
Berlin am 23.02.1944 verlassen. In diesem Transport waren mehrere Personen (Greifer), die zuvor im Fahndungsdienst der Gestapo eingesetzt waren, das heißt, die nach illegal lebenden Juden gefahndet hatten. Die meisten der Menschen waren zuvor ins Sammellager Berlin-Mitte, Große Hamburger Straße 26 gebracht worden, hier mußten sie unter menschenunwürdigen Zuständen die letzten Stunden vor der Deportation zubringen. Von den 73 deportierten dieses Transportes wurden 40 Menschen ermordet, 33 haben das Kriegsende überlebt

Am 23.02.1944 werden unter der Transportbezeichnung X/4Ez1 zwei „unerwünschte“ Personen unter Bewachung zweier Angehöriger der Gestapo aus
Dortmund kommend im Ghetto Theresienstadt eingeliefert. Die Gruppe hat Dortmund am 23.02.1944 verlassen.


02.03.1944

Am 02.03.1944 werden 200 Männer mit einem Transport vom Ghetto Theresienstadt ins Außenlager Wulkow (Kommando Zossen) überstellt. Der Transport erreichte Wulkow am 05.03.1944. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


29.03.1944

Am 29.03.01944 werden 38 Männer mit einem Transport vom Ghetto Theresienstadt ins Außenlager Wulkow (Kommando Zossen) überstellt. Der Transport erreichte Wulkow am 02.04.1944. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


01.04.1944

Am 01.04.1944 erreicht ein Transport mit 3 Männer das Ghetto Theresienstadt. Der Transport (Rückführung) kommt vom Außenlager Wulkow (Kommando Zossen), und hat Wulkow am 30.03.1944 verlassen. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager Wulkow unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


02.04.1944

Am 02.04.1944 erreicht ein Transport mit 35 Männer das Ghetto Theresienstadt. Der Transport (Rückführung) kommt vom Außenlager Wulkow (Kommando Zossen), und hat Wulkow am 01.04.1944 verlassen. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager Wulkow unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


18.04.1944

Am 18.04.1944 werden 35 Männer mit einem Transport vom Ghetto Theresienstadt ins Außenlager Wulkow (Kommando Zossen) überstellt. Der Transport erreichte Wulkow am 21.04.1944. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


25.04.1944

Am 25.04.1944 werden 6 Männer mit einem Transport vom Ghetto Theresienstadt ins Außenlager Wulkow (Kommando Zossen) überstellt. Der Transport erreichte Wulkow am 27.04.1944. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


28.06.1944

Am 28.06.1944 werden 20 Frauen mit einem Transport vom Ghetto Theresienstadt ins Außenlager Wulkow (Kommando Zossen) überstellt. Der Transport erreichte Wulkow am 30.06.1944. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


02.07.1944

Am 02.07.1944 erreicht ein Transport mit 38 Männer und 8 Frauen das Ghetto Theresienstadt. Der Transport (Rückführung) kommt vom Außenlager Wulkow (Kommando Zossen), und hat Wulkow am 30.06.1944 verlassen. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager Wulkow unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


14.07.1944

Am 14.07.1944 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/5 Ez, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 5 Personen in Theresienstadt ein. Der Transport war am 12.07.1944 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


16.07.1944

Am 16.07.1944 erreicht ein Transport mit 1 Mann das Ghetto Theresienstadt. Der Transport (Rückführung) kommt vom Außenlager Wulkow (Kommando Zossen), und hat Wulkow am 13.07.1944 verlassen. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager Wulkow unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


17.08.1944

Am 17.08.1944 erreicht ein Transport mit 2 Männer das Ghetto Theresienstadt. Der Transport (Rückführung) kommt vom Außenlager Wulkow (Kommando Zossen), und hat Wulkow am 14.08.1944 verlassen. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager Wulkow unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


25.08.1944

Am 25.08.1944 werden 55 Männer und 14 Frauen mit einem Transport vom Ghetto Theresienstadt ins Außenlager Wulkow (Kommando Zossen) überstellt. Der Transport erreichte Wulkow am 26.08.1944. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


01.09.1944

Am 01.09.1944 erreicht ein Transport mit 20 Männer und 1 Frau das Ghetto Theresienstadt. Der Transport (Rückführung) kommt vom Außenlager Wulkow (Kommando Zossen), und hat Wulkow am 28.08.1944 verlassen. Das unter der Tarnbezeichnung Dachs geführte Lager Wulkow unterstand der Gestapo Berlin. Dieses Lager war als Gestapoausweichquartier für Berlin vorgesehen. Das Kommando erstellte im Wald 110 Bauwerke, Wohn-, Arbeits- und Küchenbaracken, Aktenbunker, Feuerlöschteiche und Garagen, eine Abwasserkanalisation, eine Brunnenanlage mit modernsten Pumpen.


17.09.1944

Am 19.09.1944 trifft ein Einzeltransport (Stapo), mit einer unbekannten Anzahl von Mischehepartnern in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet über das Zwangsarbeitslager Lenne-Vorwohle, Halle und Berlin von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend in Theresienstadt ein. Der Transport war am 17.09.1944 in Düsseldorf abgegangen.


27.09.1944

Nach Aussagen von Heinrich Scholz und Theodor Hohaus vor dem Außerordentlichen Volksgericht in Leitmeritz im Jahre 1947 wurde Dr. Paul Eppstein, der zweite Judenältesteste des Ghettos Theresienstadt, am 27. September 1944 zwischen 15:00 und 16:00 Uhr in einem gedeckten LKW in die Kleine Festung geschafft. Chauffeur des LKWs war Hans Wostrel, ein brutaler SS-Hauptscharführer, der zur Zeit der Besichtigung durch die Kommission des Internationalen Roten Kreuzes am 23. Juni 1944 in Zivilkleidung den beflissenen Chauffeur Dr. Eppsteins gespielt hat. Eppstein wurde von mehreren SS-Offizieren aus dem Ghetto gebracht. Während sie zum Kommandanten des Gestapogefängnisses Kleine Festung, Heinrich Jöckl, gingen, nahm sich der Vertreter Jöckls, Wilhelm Schmidt, Eppsteins an. Schmidt zwang ihn, auf die Frage nach seinen Namen zu antworten: Stinkjude Eppstein.


12.10.1944

Am 12.10.1944 verläßt der Transport Eq mit 1500 Häftlingen Theresienstadt. Ziel dieses Transportes ist das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Der Transport erreicht Auschwitz am 14.10.1944.


28.01.1945

Am 28.01.1945 trifft ein Einzeltransport (Stapo) Transportbezeichnung VII/6 Ez, von der Sammelstelle im Gemeindezentrum Düsseldorf, Bilker Allee 25 kommend, mit 1 Person in Theresienstadt ein. Der Transport war am 26.01.1945 in Düsseldorf abgegangen. Mit diesen Transporten wurden Mischlinge oder Eheleute, die in einer Mischehe lebten, aber auch sogar Einzelpersonen in einer 1:1-Überwachung durch Stapobeamte begleitet in Lager verbracht.


10.02.1945

In der Nacht vom 10. zum 11.02.1945 traf ein Transport mit 198 Männer und 17 Frauen im Ghetto Theresienstadt ein. Es handelte sich um das Arbeitskommando Zossen aus dem Außenlager Wulkow. Das Außenlager Wulkow war am 02.02.1945 geräumt worden. Unter Bewachung von 10 bewaffneten SS Männer unter dem Kommando von Obersturmbannführer Franz Stuschka (Stuczka) waren die sich noch im Lager befindlichen 198 Männer und 17 Frauen zu Fuß zum Bahnhof (Der Bahnhof lag etwa 1 ,5 km westlich von Wulkow an der Strecke von Stargard nach Belgard) getrieben worden. Hier wurden sie in 4 Guterwaggons gesperrt, ein 5 Waggon der angehängt war, soll Material und Proviant sowie Akten enthalten haben. Nach Zeugenaussagen wurde der Transport von 7-8 SS Wachen begleitet. Die anderen sollen im Lager geblieben sein. Durch Luftangriffe und Kriegbedingte Verzögerungen war der Transport acht Tage unterwegs. Nach ihrer Ankunft am Bohušovice „Güterbahnhof“ (Bohušovicer Ausfallstraße), wurden sie ins Ghetto zur "Hamburger Kaserne" (zentrale Schleuse) getrieben.


16.02.1945

Am 16.02.1945 erreicht ein Transport bestehend aus 17 Karlsruhern und 13 weiteren Personen aus ganz Baden das Ghetto Theresienstadt. Mit Brief vom 5. Februar 1942 waren per "Ladung" die letzten in "Mischehe" lebenden sowie die "Halbjuden" zum Büro der Karlsruher Gestapo in der Ritterstraße 28/30 einbestellt worden. Es handelte sich um jüdische Mitbürger, deren Ehepartner Christen oder als Mischehekinder mosaischen (jüd.) Glaubens vor den Deportationen bisher verschont geblieben waren. Sie erfuhren, daß sie sich am 14.02.1945 im Luftschutzkeller des Karlsruher Hauptbahnhofs zum "Arbeitseinsatz" einzufinden hätten. An diesem Datum schwankte die Stimmung zwischen Angst und Ungewißheit, doch man glaubte, es handle sich nur um einen Zwangsarbeitseinsatz.


25.02.1945

am 25.02.1945 treffen mit einem Transport (VIII/5) 220 Personen vom Güterbahnhof Moehringsberg nahe der Sandbrücke an der Kapernikusstrasse in Hannover im Ghetto Theresienstadt (Terezín) ein. Der Transport hat Hannover am 20.02.1945 verlassen


06.04.1945

Am 06. April 1945 wurde der Film "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt" zwei Delegierten des Internationalen Roten Kreuzes gezeigt, Dr. Otto Lehner und Paul Dunant, die nach Theresienstadt gekommen waren, um über einen Plan zu verhandeln, der vorsah, das Lager unter den Schutz des Roten Kreuzes zu stellen. Sie wurden von einem Schweizer Diplomaten begleitet, einem Herrn Buchmüller, der den Film ebenfalls sah. Außerdem waren der SS-Standartenführer Erwin Weinmann, der Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD des Protektorats, und zwei Funktionäre des Auswärtigen Amtes, der Legationsrat Eberhard von Thadden und der Gesandte Erich von Luckwald, anwesend.


16.04.1945

Am 16. April 1945 begleiteten SS-Hauptsturmführer und Regierungsrat im Reichssicherheitshauptamt Otto Hunsche und SS-Obersturmbannführer Hermann Krumey den Repräsentanten des Jüdischen Rettungskomitees Budapest Rudolf Kasztner in das Ghetto Theresienstadt zu einer Aufführung des Propagandafilms „Theresienstadt. (Der Führer schenkt den Juden eine Stadt) Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet“ um der ausländischen „Greuelpropaganda“ bezüglich der Massenmorde an Juden entgegenwirken zu können.
Eichmann hatte Kasztner nach Theresienstadt geschickt, um in einer letzten Anstrengung das Täuschungsmanöver des Vorzeigeghettos noch einmal auszubeuten.

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Ebenfalls am 16. April 1945, aber nach Musys Abreise, wurde der Film erneut gezeigt, diesmal für Rezsö Kasztner, einem Repräsentanten des "Jüdischen Rettungskomitees von Budapest", der von zwei Offizieren aus Eichmanns Stab, dem SS-Obersturmbannführer Hermann Krumey und dem SS-Hauptsturmführer Otto Hunsche, ins Ghetto begleitet worden war. Eichmann hatte Kasztner nach Theresienstadt geschickt, um in einer letzten Anstrengung das Täuschungsmanöver des Vorzeigeghettos noch einmal auszubeuten. Bei der Aufführung waren Hans Günther, sein Stellvertreter, der SS-Sturmbannführer Gerhard Günel, sowie Karl Rahm anwesend. Auch der Judenälteste des Ghettos, Benjamin Murmelstein, durfte den Film bei dieser Gelegenheit sehen.

Einer derjenigen - und unter ihnen der einzige Jude -, der den Film im April 1945 gesehen hat, war Benjamin Murmelstein, der Nachfolger Eppsteins als Judenältester in Theresienstadt, nachdem Eppstein von den Nazis hingerichtet worden war. In seinem unveröffentlichten Bericht über Theresienstadt von 1945 vertrat Murmelstein die Ansicht, daß die Szenen aus dem Ältestenrat in dem fertigen Film nicht enthalten gewesen seien.


02.05.1945

Am 02.05.1945 fand auf dem Hinrichtungsplatz zwischen den Wällen im Südosten der Festung die letzte größere Hinrichtung statt.

Am 2. Mai kamen zwei Beamte von der Gestapoleitstelle Prag nach Theresienstadt. Auf dem IV. Hof verlasen sie die Namen einer großen Anzahl von Häftlingen und forderten die Aufgerufenen auf, die Zellen zu verlassen und auf den Appellplatz zu kommen. Die Häftlinge waren unsicher. Auf der einen Seite misstrauten sie den Gestapobeamten, auf der anderen Seite waren sie über das nahe Kriegsende informiert und rechneten damit, entlassen zu werden. Von den Aufgerufenen meldeten sich 49 meist junge Männer, die der Widerstandsgruppe Předvoj und der illegalen KPtsch angehörten. Andere meldeten sich nicht, blieben in den überfüllten Zellen. Sie hatten Glück, denn die SS traute sich nicht in die von Flecktyphuskranken belegten Zellen. Die 49 jungen Männer wurden zusammen mit drei Frauen direkt zum Hinrichtungsplatz geführt und dort erschossen. Ihre Leichen wurden im Vorwerk der Festung verscharrt und sind später dann umgebettet worden.

Die Namen stehen auf dem zentralen Gedenkstein inmitten des Nationalfriedhofes.


Jiří Balabán 15. März 1927
Frantisek Bareš 13. November 1920
Karel Bartel 23. April 1925
Jindřich Černock 16. Januar 1910
Voiteh Černý 26. April 1903
Josef Česaný 13. Oktober 1898
Veronika Čiperová 16. März 1888
Miloš Dlouhý 16. Juli 1918
Jaroslav Dvořák 15. August 1925
Jaroslav Fabián 20. Juli 1896
Frantisek Hájek 11. Februar 1914
Boleslav Hanipejs 3. Februar 1910
Josef Hillebrant 5. Juni 1923
Bohuslav Hanuš 19. Februar 1906
Karel Hiršl 27. Dezember 1922
Vratislav Holát 3. Juli 1926
Miroslav Hošek 22. April 1920
Josef Huseny 31. Oktober 1909
Frantisek Janáček 25. Oktober 1907
Josef Janda 21. Januar 1894
Rudolf Jasenský 19. Dezember 1905
Frantisek Kohout 19. Oktober 1914
Jan Kordík 6. Oktober 1894
Ladislav Kulhánek 17. Juni 1908
Zdena Lachmanova 19. Mai 1920
Jiří Langer 10. August 1916
Miroslav Líva 16. August 1923
Jan Moyzis 16. Dezember 1920
Jiří Novák 13. August 1919
Antonín Pacovský 1. April 1920
Miroslav Pajer 10. Juli 1927
Frantisek Petrák 29. Juni 1898
Bohumil Plevka 24. Februar 1891
Emilian Romanenko 5. August 1890
Antonín Rách 11. Dezember 1897
Alzbeta Scharcowa 9. Dezember 1923
Jindřich Burčina 9. Dezember 1923
Stanislav Bobolak 30. April 1922
Jiří Stanék 11. März 1921
Cestimir Sdrouhal 12. September 1924
Jevgenij Sesták 23. Mai 1920
Frantisek Šiška 3. November 1910
Jiří Tichý 26. September 1924
Edmund Trachta 4. Januar 1902
Miroslav Vajar 2. August 1919
Sergej Vessenev 29. Mai 1916
Jaromír Vosejpka 20. September 1913
Arnošt Weidnek 27. Oktober 1914
Josef Zach 10. Mai 1904
Frantisek Zachariáš 30. September 1904
Josef Získá 1. Mai 1904


03.05.1945

Am 03.05.1945 übernimmt das Internationale Rotes Kreuz das Ghetto Theresienstadt


05.05.1945

Am 5. Mai 1945 erhielt der letzte Kommandant Rahm Karl den Marschbefehl und verließ, in Uniform und bewaffnet, mit einen Scharführer Theresienstadt.


03.10.1946

Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 1b Vr 770/46

Prozess wegen der Ermordung von Gefangenen (Theresienstadt-Prozess)
(enthält auch Dokumente betr. Bergen-Belsen und Verbrechen an ungarischen Juden/Jüdinnen 1944/45)

Opfer
Juden/Jüdinnen, Häftlinge

Tatland (Tatort)
Wien, Tschechoslowakei, Deutschland

Volksgerichtsverfahren gegen:
Dr. Siegfried Seidl (SS-Hauptsturmführer))

wegen: Illegalität, Kommandant des KZ Theresienstadt in den Jahren 1941 bis 1943, Ermordung von 16 Häftlingen des KZ Theresienstadt im Jahre 1942, Misshandlungen, leitender Funktionär des KZ Bergen-Belsen in den Jahren 1943 und 1944, in den Jahren 1944 und 1945 stellvertretender Leiter des Sondereinsatzkommandos–Außenstelle Wien (Stellvertreter des Kommandanten des Konzentrationslagers der nach Wien und Niederösterreich verschickten ungarischen Juden/Jüdinnen)

Verlauf der Vorerhebungen/Voruntersuchung bzw. des Gerichtsverfahrens:
Am 03.10.1946 wurde Seidl zum Tode verurteilt (Vollstreckung am 04.02.1947)


04.10.1963

LG Graz Vr 2132/61

ROJKO Stefan (geb. 1910), Landarbeiter

Tatort
KZ Theresienstadt („kleine Festung“)

Funktion
Aufseher im Gestapo-Gefängnis in der Kleinen Festung

Tatvorwürfe
Tötung und Misshandlungen von politischen Häftlingen und Juden
Erschlagen mit dem Griff des Revolvers oder mit einem Prügel
Versetzen von Fußtritten
Ertränken in einem mit Wasser gefüllten Fass
Spalten des Kopfes mit einem Spaten
Versetzen von Schlägen mit einem Knüppel
Stock oder einem schweren Holzstück
Abgabe von Schüssen aus der Pistole
Versetzen von Schlägen und Hinunterstürzen von der 4-5 m hohen Schanze der Kleinen Festung
Erhängen, durch Versetzen eines Trittes gegen das Genick
Versetzen von Schlägen mit einer Eichenkeule
Schläge gegen den Kopf und Tritte gegen die Kehle
Schläge mit einem Knüppel und einem Dreifußschemel
Versetzen von Schlägen mit einer Zaunlatte
Weiters Verursachung des Todes unzähliger Gefangener durch Teilnahme an der Tötung von Häftlingen durch Versetzen von Schlägen mit Stöcken und Versetzen von Tritten gegen den Kopf
Schläge mit einem Schaufelstiel
Schläge und Abgabe von Schüssen
Hineinstoßen in den Schlamm und Ertränken
Schläge mit einem Brett und Bewerfen mit Steinen
Schläge mit Schaufelstielen
Fußtritte gegen Bauch, Genitalien, Kopf, Brust und den ganzen Körper
Versetzen von Schlägen mit Keulen
weiters durch Erteilung des Befehls an Häftlinge, ihre Mithäftlinge zu töten

Tatzeit
1940 bis 1945

Angeklagt gem.
§§ 5, 134, 135 Z 3, 4 StG5

Verurteilt gem.
§§ 5, 134, 135 Z 4 StG

Urteil
04.10.1963: lebenslang

Rojko erhob Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung, beides wurde aber vom OGH verworfen
Stefan Rojko wurde 1975 bedingt entlassen.


Anmerkungen

Namensliste der Opfer

Testament Emanuel Goldschmidt aus Dortmund vom 21.02.1943

Wir fahren aus Theresienstadt

Gedicht
Als ob (leben in Theresienstadt)
Die Kinder von Bialystok

Täter

Nach den auf Dokumente aus dem Ghetto gestützten Darlegungen wurden ab 2. Juni 1942 42.832 Angehörige der jüdischen Bevölkerungsgruppe aus Deutschland nach Theresienstadt gebracht. Von ihnen starben 20.729 bis April 1945 im Ghetto. Weitere 15.036 wurden in Konzentrationslager, vor allem nach Auschwitz, deportiert, wobei nur von einzelnen sicher ist, dass sie überlebten. Die Befreiung des Ghettos erlebten 5.474 aus Deutschland verschleppte jüdische Bürger.

Insgesamt hatten das Ghetto ca. 140.000 namentlich nachweisbare Deportierte passiert, von denen 88.194 in Konzentrationslager verbracht wurden. Im Ghetto selbst starben 33.500. Die Befreiung erlebten neben den 5.474 deutschen noch ca. 12.000 Insassen aus anderen Ländern, darunter 7.642 aus der Tschechoslowakei, aus der 73.000 Menschen in das Ghetto verschleppt worden waren.

Diese Zahlen beziehen sich dabei nur auf die Menschen, die ursprünglich in das Ghetto gebracht worden waren. Sie berücksichtigen nicht diejenigen, die 1945 bei Räumung der östlichen Vernichtungslager durch die SS massenhaft nach Theresienstadt verschleppt wurden und zum Teil schon tot dort ankamen oder in großer Zahl dann noch dort verstarben.


Verfahren nach 1945

NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt
Obj. 14 ZB 55/132
Ermittlungsverfahren (nach SMAD-Befehl 201; Kontrollrats-Gesetz Nr. 10; Kontrollrats-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38) gegen den "Sonderhäftling" und Aufseher im KZ-Lager Theresienstadt Hans Heinrich Traugott Neumann, geb. 05.03.1909, wegen Beteiligung an der Ermordung des Juden und KZ-Häftlings Zalman Zeilingher im März 1945