Konzentrationslager Lublin-Majdanek

Stammlager des Konzentrationslagers Majdanek

Bezeichnung:

Gebiet:
Polen, Woiwodschaft Lublin, Kreisfreie Stadt Lublin

Eröffnung:
02.1941

Schließung:
Befreiung am 22.07.1944. Im Frühjahr 1944 begann die Evakuierung in westliche KZ; letzte Evakuierung am 22.07.1944. Die weiblichen Häftlinge wurden nach KZ Auschwitz, KZ Natzweiler und KZ Ravensbrück, die männlichen Häftlinge nach KZ Auschwitz, KZ Groß-Rosen und KZ Natzweiler überstellt.

Deportationen:

Häftlinge:
In Majdanek waren insgesamt ca. 300.000 Menschen inhaftiert. Die beiden größten Häftlingsgruppen waren Juden und Polen. Durchschnittlich war das Lager mit 10.000 bis 15.000 Häftlingen belegt. Schätzungen beziffern die Zahl der Toten auf mindestens 170.000.

Geschlecht:
Männer und Frauen

Einsatz der Häftlinge bei:
DAW, OSTI, BKW (SS-Betriebe)

Art der Arbeit:

Bemerkungen
Lagerhymne Lublin-Majdanek

Die Frauen von Majdanek Bericht der Überlebenden Polin
Danuta Medryk

Augenzeugenbericht des Journalisten Alexander Werth kurz nach der Befreiung Majdaneks

Namensliste der Täter

19.02.1942

Transport
am 19.02.1942 erreicht ein
Transport mit 4 "Häftlinge" vom KL Auschwitz kommend das KL Lublin-Majdanek

22.05.1942

Mit diesem Transport werden 1000 slowakische Juden aus dem Konzentrationslager Lublin-Majdanek ins KL Auschwitz überstellt. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 36132 - 37131

30.06.1942

Mit diesem Transport werden 400 "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Lublin-Majdanek ins KL Auschwitz überstellt. Nach der Übernahme ins Lager erhalten die Übernommenen "Häftlinge" die Häftlingsnummern 43833 - 44232

26.09.1942

In einem Schreiben vom 26.09.1942 des zuständigen stellvertretenden Chefs des Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts, SS-Brigadeführer August Frank an die Verwaltungsstellen in Lublin und Auschwitz werden folgende Richtlinien zur Erfassung der Habseligkeiten der getöteten Juden bekanntgemacht.

"Unbeschadet der im Laufe des Monats Oktober zu erwartenden Gesamtanordnung hinsichtlich Verwertung des beweglichen und unbeweglichen Besitzes der umgesiedelten Juden wird hinsichtlich des eingebrachten Gutes, das künftig in allen Anordnungen als Diebes-, Hehler- und Hamstergut zu bezeichnen ist, schon jetzt folgendes bestimmt:

1. a)
alle Barbeträge in Deutschen Reichsbanknoten sind auf das Konto W.-V.--Hauptamt 158/1488 bei der Reichsbank Berlin-Schöneberg einzuzahlen.

b)
Devisen (gemünzt oder ungemünzt), Edelmetalle, Schmuckstücke, Ganz- oder Halbedelsteine, Perlen, Zahngold und Bruchgold sind an das SS-Wirtschafts-- Verwaltungshauptamt abzuliefern. Dieses ist für die sofortige Weiterleitung an die Deutsche Reichsbank verantwortlich.

c)
Uhren jeder Art, Wecker, Füllfederhalter, Drehbleistifte, Rasierapparate für Hand- und elektr. Betrieb, Taschenmesser, Scheren, Taschenlampen, Brieftaschen und Geldbörsen, werden durch das SS-W.-V.-Hauptamt in Spezialwerkstätten instand gesetzt, gereinigt und geschätzt, um dann raschestens der Fronttruppe zugeführt zu werden. Die Abgabe an die Truppe erfolgt gegen die Bezahlung durch die Marketendereien. Es sind 3-4 Preisklassen festzulegen und sicherzustellen, dass jeder Führer oder Mann höchstens eine Uhr kaufen kann. Ausgenommen vom Verkauf bleiben die goldenen Uhren, deren Verwertung ich mir vorbehalte; die Gesamterlöse werden dem Reich zugeführt.

d)
Männerwäsche, Männerkleidung einschliesslich Schuhzeug ist zu sortieren und abzuschätzen. Nach Deckung des eigenen Bedarfs für KL-Insassen und ausnahmsweise für die Truppe ist die Abgabe an die Volksdeutsche Mittelstelle vorzunehmen. In jedem Falle ist der Erlös dem Reich zuzuführen.

e)
Frauenkleidung, Frauenwäsche einschliesslich Fussbekleidung, Kinderkleidung und Kinderwäsche einschl. Schuhzeug ist an die Volksdeutsche Mittelstelle gegen Bezahlung abzugeben. Reinseidene Wäschestücke sind nach Anordnung des SS-W.-V.-Hauptamts an das Reichswirtschaftsministerium abzugeben. Das gleiche gilt auch für die Wäsche zu d).

f)
Federbetten, Steppdecken, Wolldecken, Anzugstoffe, Schals, Schirme, Stöcke, Thermosflaschen, Ohrenschützer, Kinderwagen, Kämme, Handtaschen, Ledergürtel, Einkaufstaschen, Tabakpfeifen, Sonnenbrillen, Spiegel, Bestecke, Rucksäcke, Koffer aus Leder und Kunststoffen sind an die Volksdeutsche Mittelstelle abzugeben. Die Frage der Entschädigung wird noch geregelt. Eigenbedarf an Steppdecken, Wolldecken, Thermosflaschen, Ohrenschützern, Kämmen, Bestecken und Rucksäcken kann von Lublin und Auschwitz gegen Vergütung aus Haushaltsmitteln entnommen werden.

g)
Wäsche wie Bettlaken, Bettbezüge, Kopfkissen, Handtücher, Wischtücher, Tischdecken, sind an die Volksdeutsche Mittelstelle gegen Bezahlung abzugeben. Bettlaken, Bettbezüge, Handtücher, Wischtücher und Tischdecken können für den Bedarf der Truppe - gegen Vergütung aus Haushaltsmitteln – herausgezogen werden.

h)
Brillen und Augengläser in jeder Form sind an das Sanitätsamt zur Verwertung abzugeben. (Brillen mit Goldgestellen müssen ohne Gläser mit den Edelmetallen abgeliefert werden). Eine Abrechnung über die Brillen und Augengläser kann des geringen Wertes und der beschränkten Verwendungsfähigkeit wegen unterbleiben.

i)
Edelpelze aller Art verarbeitet und unverarbeitet, sind an das SS-W.-V.-- Hauptamt abzuliefern. Pelzwaren unedler Art (Schafpelze, Hasen-, Kaninchenpelze usw.) sind unter Benachrichtigung des SS-W.-V.-Hauptamts, Amt B II, an das Bekleidungswerk der Waffen SS, Ravensbrück bei Fürstenberg (Mecklenburg) abzuliefern.

k) Alle unter Buchstabe d), e), f), aufgeführten Gegenstände, welche nur 1/3 oder 2/5 Tragewert besitzen, oder überhaupt unbrauchbar sind, werden durch das SS-W.-V.-Hauptamt dem Reichswirtschaftsministerium zur Verwertung zugeführt. Soweit Artikel anfallen, die unter b)-i) nicht enthalten sind, ist über deren Verwertung die Entscheidung des Chefs des SS-W.-V.-Hauptamts einzuholen.

2.
Alle Preise setzt das SS-W.-V.-Hauptamt fest, unter Beachtung gesetzlicher Richtpreise. Diese Festsetzung kann auch nachträglich stattfinden. Zeit- und personalraubende, kleinliche Wertfeststellungen können hierbei unterbleiben. Im allgemeinen sind Durchschnittspreise festzusetzen, z.B. für eine gebrauchte Männerhose 3,-- Mark, für eine Wolldecke 6,-- Mark u.s.w. Für die Ablieferung der unbrauchbaren Gegenstände an das Reichswirtschaftsministerium sind im allgemeinen Kilopreise zugrundezulegen. Es ist streng darauf zu achten, dass bei allen zur Abgabe kommenden Kleidern und Überkleidern der Judenstern entfernt wird.

Es sind ferner mit grösstmöglicher Sorgfalt alle zur Abgabe kommenden Gegenstände auf versteckte und eingenähte Werte zu untersuchen.

I.V.
Frank
SS-Brigadeführer und Generalmajor der SS".

03.11.1943

Aussage Zakis, Hundeführer der Wachkompanie:
"Am Morgen des 03.11.1943 kam jemand und sagte, es gebe eine Sonderaktion und zwei Liter Schnaps und 200 oder 400 Zigaretten für den, der mitmachen wolle. Als damals von der Teilnahme an einer Sonderaktion die Rede war, wußte ich, daß damit Erschießungen gemeint waren. An dem Tag wurde das Lager in Alarm versetzt. Ein Teil der Hundestaffel wurde auf Außenposten geschickt. Man konnte das Heranbringen der auswärtigen Juden sehen. Das Schießen war auch von meinem Posten zu hören. Das Schießen ging bis zum Einbruch der Dunkelheit."

21.09.1943

am 21.09.1943 werden in einem Transport 16 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Lublin-Majdanek zum Konzentrationslager Buchenwald transportiert

23.07.1944

Am 23. Juli 1944 befreiten russische Soldaten das großteils geräumte Lager Majdanek. Der Journalist Alexander Werth berichtete für die BBC von diesem Tag: „Meine Schuhe waren weiß von Menschenasche. Auf dem Steinboden vor den Öfen lagen menschliche Skelette. Hier ein ganzer Brustkorb mit Rippen, dort ein Stück Gehirnschale, da ein Unterkiefer, in dem noch die Backenzähne steckten. In einiger Entfernung hatte man ein zwanzig bis dreißig Meter langes Massengrab geöffnet. Darin lagen Hunderte von nackten Leichen. Viele wiesen Einschüsse im Hinterkopf auf. Ein Kind hielt noch seinen Teddybär im Arm.“

Name der Häftlinge

Abraham Julius Mannheim (Land Baden, Landeskommissärbezirk Mannheim Stadt und Landkreis Mannheim)
überstellt von
Drancy bei Paris (La Cité de la Muette)

Baer Richard Karlsruhe Gau Baden (kreisfreie Stadt Karlsruhe)
überstellt von
Drancy bei Paris (La Cité de la Muette)