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Allgemeines

Deutschland, Bundesland Saarland, Landkreis Regionalverband Saarbrücken

Saarbrücken entstand 1909 aus dem Zusammenschluss der drei Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach.

Die Einwohner dieser Stadt heißen nicht, wie angenommen, „Saarbrückener“, sondern „Saarbrücker“

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gestapo-Lager Neue Bremm errichtet. Das Lager bestand bis zum Einmarsch der alliierten Truppen im Winter 1944/45.

Juli 1945 wurde die Stadt wie das gesamte Saargebiet unter französische Militärregierung gestellt. Zwei Jahre später wurde das Saarland ein autonomer Staat mit Saarbrücken als Hauptstadt.

Lager Neue Bremm
Die roten Kacheln im Waschraum
das Wasser wäscht sie tot die Männer
sie frieren, sie tragen die Knochen zu Grabe
im Waschraum da liegt es sich gut
auf dem Martertisch im Waschraum da liegt es tot
das Skelett mit verdrehten Armen und Beinen
die Augen starren, sie staunen
über das Weiß im Gesicht
„Das ist Hygiene in Deutschland!“

Der Löschteich ist kalt und verdorben
er spuckt ständig Schlamm und Geröll
die Männer sie hocken sie hüpfen
im Entengang unten am Teich da knarrt es
da kracht es, sie fallen und fallen
Gewehrkolbenhiebe, Fußtritte, Schläge
sie peitschen sie hoch die Männer sie taumeln
am Teich am Morgen - am Mittag - am Abend

die seifige Planke neigt schräg sich zum Wasser
die Kipplade trägt ins Wasser den Tod
die Männer zerschlagen ihr Rot läuft davon
ins Nichts trägt die Luft die Skelette
die balancieren auf der Planke am Teich
die Kugel löscht die Bewegung im Grab
aus Wasser die Hände am Bassinrand noch klammern

Der ‚Salatkorb’ hält still entlässt seine Fracht
Kolonnen aus Widerstandskämpfern - Gefangenen
sie reihen sich auf, stehen stramm unter’m Schild:
„Ihr seid hier um zu leiden und zu sterben
Die Nahrung die man euch gibt ist nur ein Geschenk“
Da sehen sie’s - der Teufel ist hier - der Teufel ist hier
„Juden und Priester vorgetreten!“ der Teufel ist hier
der Teufel ist hier, er wütet - er wütet

Der Kapo er schreit „Was ihr wollt nicht marschieren!“
und schlägt und schießt - er tritt und brüllt:
„In die Hocke - im Kreis um den Teich!“
die Stunden sie kreisen sie halten still
beim sechsten Schlag, die Juden sind tot - die Juden sind tot
die Priester im Schlamm im Rot die Soutane
Sie sollen noch nicht sterben, geschleift zur Baracke,
sie sollen langsam sterben, sie knallen zu Boden
Ein Kohlblatt im Wasser der stinkenden Brühe
verfault sind die Rüben, versalzen der Sud
das Brotstück im Magen, der Hunger er wütet
in den Gedärmen der Männer von morgens bis abends
die Hasen wie Könige schlemmen im Stall
die Männer sind hungrig, auf Verrat steht Brot
die Männer sind hungrig, ein Dieb ist ein Held
ich hab was gehört - ich hab was geseh’n

Der Teufel ist hier - der Teufel ist hier
er greift nach den Frauen der Männer
er greift nach den Schwestern und Müttern
er zeichnet die Spur in den Leibern
Der Aufseher schnallt seinen Gürtel
der Teufel ist hier - der Teufel ist hier
die Frauen sie wimmern, sie torkeln
kein weißer Fleck im Gesicht, zerrissen die Lumpen

Das Wasser im Waschraum es wäscht schon
die Kacheln sind rot - die Kacheln sind rot
der Tisch wird geleert - der Vorrat an Särgen
ist aufgebraucht, wohin mit den Toten
der SS’ler sagt „Auf den Müll mit dem Müll“
die Aborte sie stinken, der Haufen der Toten wächst täglich
das ist die Hölle in Deutschland
der Teufel ist hier - der Teufel ist hier
im Lager des langsamen Sterbens
im KZ Neue Bremm


Justizvollzugsanstalt Lerchesflurweg 37

Täter und Mitläufer 1933-1945

NS Jurist
Albrecht Erwin Dr.
* 21.02.1900 in Düsseldorf
† 26.06.1985 in Saarbrücken
vor 1945 Richter (Blutrichter an Sondergerichten)
nach 1945 Anwalt in Saarbrücken u. MDL des Saarlandes

Hauptsturmführer beim NSFK
Dürrfeld Walter Dr. Ing.
* 24.06.1899 in Saarbrücken
† 01.03.1967 in Essen-Kettwig
vor 1945 Direktor der IG-Farben KL Auschwitz III (Monowitz)

SS-Oberscharführer
Jochum Jakob
* 31.08.1911 in Saarbrücken
† 30.07.1944 in Warschau (Suizid)
vor 1945 Angehöriger des SS-T. Stuba. im KL Auschwitz


SS-Brigadeführer u. Generalmajor dr. Polizei
Schellenberg Walter
* 16.01.1910 in Saarbrücken
† 31.03.1952 in Turin
vor 1945 Chef des Amtes VI im Reichssicherheitshauptamt