Adamöw

Ghetto Adamöw


Übersicht

Polen, Woiwodschaft Lublin, powiat Lukow, Gmina Adamow

Adamöw liegt ca. 21 km südwestlich von Lukow und 60 km nördlich der Landeshauptstadt Lublin. Es ist in zwei Teile geteilt: Adamöw I und Adamöw II

Adamöw liegt an der Woiwodschafts-Straße Nummer 808, die von Łuków nach Kock am Fluss Motwica entlang führt

Die Adamöwer Juden unterstanden der jüdischen Gemeinde (Kahal) in Kock.
Neben der Synagoge und dem Jüdischen Friedhof befanden sich hier auch eine rituelle Schlachterei und eine Mikwe, die unter Aufsicht der Gemeinde standen . In den Jahren 1928-1930, übte J. Grynwald die Funktion des Rabbiners aus . Die Gemeinde beschäftigte außerdem einen Lehrer, was darauf hindeutet, dass neben den privaten Chederen hier auch eine Talmud-Schule für männliche Kinder aus armen Verhältnissen in Betrieb war.

vor 1939 lebten etwa 650 Juden in Adamöw,

das entsprach etwa einem Drittel der Bevölkerung. Die meisten von ihnen waren Handwerker und Kleinhändler. Die Gemeinde hatte mehrere Ortsgruppen der zionistischen Jugendbewegungen.

Am 20. September 1939 wurde Adamöw von der deutschen Wehrmacht besetzt, und konzentrierten die Juden entlang einer Straße, die sie in ein nicht eingezäuntes Ghetto umwandelten. Die "Ghettobewohner" wurden von den Deutschen zur Zwangsarbeit gezwungen. Bereits kurz nach Errichtung des Ghettos wurde von den Deutschen ein Judenrat und ein jüdischer Ordnungsdienst eingesetzt.

September 1940 wurden die ersten Polen und Juden, darunter einige Mitglieder des Judenrats, verhaftet, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Im November 1940 fand die erste Massenhinrichtung auf dem Gelände des jüdischen Friedhofs statt. Hierbei wurden 40 Juden erschossen.

August 1941 waren 1352 Menschen im Ghetto eingepfercht. Durch die Enge und die Katastrophalen Zustände im Ghetto kam es im Winter 1941/42 zu einer Typhusepidemie.
Juli 1942 waren 1724 Menschen im Ghetto eingepfercht.

Ende September 1942 nach der Ankunft von Juden, die die Massenmorde in Serokomla überlebt hatten, organisierte eine Gruppe von 50 Männern, darunter Mitglieder des Ordnungsdienstes, eine Widerstandsgruppe. Sie flüchteten aus dem Ghetto, und versteckten sich im nahe gelegenen Wald wo sie unter anderem "Bunker" anlegten, wo sie Proviant, Kleidung und Waffen lagerten.

Am 04. Oktober 1942 wurde das Ghetto durch Angehörige der Gestapo besetzt, sie befahlen den Juden, sich auf dem Marktplatz zu versammeln und konfiszierten ihre Wertgegenstände. Drei Tage später, am 07. Oktober wurde das Ghetto von ukrainischen SS-Einheiten und polnischen Polizisten umstellt, welche die Juden, gemeinsam mit Juden aus Lukow, nach Treblinka deportierten. Eine kleine Gruppe konnte sich verstecken, und ihnen gelang später die Flucht in die umliegenden Wälder. An der Spitze dieser Gruppe, die sich aus 40 bewaffneten jüdischen Partisanen aus Adamöw zusammensetzte, und die sich in den Wäldern in der Nähe von Szczałb und Krzywda versteckte, stand Mosze Majorek.


Am 20. Oktober 1942 überfiel eine Gruppe "Partisanen" (darunter Flüchtlinge aus dem Ghetto) Gefängnis von Adamöw und es gelang ihnen mehrere jüdische Häftlinge zu befreien.

Mitte Oktober 1942 wurden 300 ältere und gebrechliche Personen auf einer Wiese in der Vorstadt, die östlich einer Kirche lag, erschossen.
Die Leichen der Opfer wurden auf einem Feld, ungefähr 500m vom Ort der Hinrichtung entfernt, neben einer Straße, die in das Dorf Glinne führte, begraben . Die Mehrheit der verbliebenen 1 724 Personen, brachte man in das Ghetto von
Luków , von wo aus sie zwischen dem 26.-27. Oktober und 07.-11. November zusammen mit den Juden aus Łuków, Kock, Wojcieszkowo, Stanin und aus anderen umliegenden Ortschaften ins Vernichtungslager Treblinka gebracht wurden. Nur eine kleine Gruppe von jüdischen Arbeitern, die in einem in der Nähe errichteten Arbeitslager arbeiteten, verblieb an diesem Ort. Das Arbeitslager wurde im September 1943 endgültig aufgelöst.

Im Ghetto von Adamów befanden sich neben den einheimischen Juden auch die Einwohner der benachbarten Ortschaften sowie eine Gruppe von Juden, die aus Nasielsk umgesiedelt wurden.