Aachen Königstraße 22

Judenhaus (Ghetto)


Beschreibung

Deutschland, Bundesland Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk Köln, kreisfreie Stadt Aachen

Als Judenhaus wurden in der Behördensprache des nationalsozialistischen Deutschen Reichs Wohnhäuser aus (ehemals) jüdischem Eigentum bezeichnet, in die ausschließlich jüdische Mieter und Untermieter zwangsweise eingewiesen wurden. Wer in diesem Zusammenhang als Jude galt, war im § 5 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 geregelt; ausgenommen wurden sogenannte privilegierte Mischehen. Neben ideologischen Gründen bestimmten auch handfeste materielle Interessen diese Maßnahme. Die Judenhäuser mussten gemäß einer Anweisung des Reichssicherheitshauptamtes vom März 1942 mit einem schwarzen Judenstern an der Eingangstür gekennzeichnet werden und standen unter Kontrolle der Gestapo. Sie durften von den "Bewohnern nicht verschlossen werden


Mayer Adele

* 30.09.1874 in Kohlscheid
† 18.05.1942 in Aachen

Adele Mayer ist das erste Kind des Metzgers Nathan Daniel Mayer und seiner Ehefrau Judith, geb. Dahl. Zeitzeugen erinnern sich, dass Adele im Geschäft der Eltern tätig war und wiederholt Waren unentgeltlich an Bedürftige abgegeben hat. 1935 ist Adele in Aachen, Lothringerstr. 69, registriert und ledig. Nachdem der Boykott jüdischer Geschäfte ab 1933 für Kohlscheid bestätigt ist, müssen wir davon ausgehen, dass der Umzug nach Aachen nicht in freier Entscheidung erfolgte. Adele verstirbt am 18.05.1942 im Alter von 67 Jahren in Aachen in ihrer Wohnung in der Königsstraße 22, einem „Judenhaus“.