Transport 29.01.1943 Berlin

Auschwitz

Der geplante Umlauf für 16 Personenwagen 3. Klasse und einen Begleitwagen für die Wachmannschaft begann in Zamosc. Als Sonderzug Po 61 sollte der Transport mit 1000 polnischen Zwangsarbei¬tern Zamosc morgens um 8:20 Uhr verlassen und am nächsten Tag, dem 26. Januar 1943, um 17:30 Uhr Berlin-Wilhelmshagen erreichen.
Unter der Zugnummer "Da 13" war die über 17-stündige Fahrt von 1000 jüdischen Rüstungsarbeitern und ihren Angehörigen vom Güterbahnhof Berlin-Moabit nach Auschwitz geplant. An den Arbeitsstellen kamen polnische Zwangsarbeiter zum Einsatz.
Nach einer Leerfahrt (Lp 14) von Auschwitz nach Zamosc sollten mit dem Sonderzug "Po 65" 1000 polnische Bewohner der Gegend in das Vernichtungslager deportiert

Bei diesem Transport handelt es sich um die 27. Deportation aus Berlin in die Ghettos und Vernichtungsstätten in Osteuropa (weshalb er als 27. Osttransport registriert wurde). Er verließ den Güterbahnhof Putlitzstraße in Berlin-Moabit am 29. Januar 1943 um 17:20 Uhr und kam einen Tag später um 10:48 Uhr in Auschwitz an.
An Bord befanden sich 1004 Juden, zu denen auch alte und schwache Menschen gehörten, die nach derzeitigen Erkenntnissen in zwei Zügen am 15. und 17. Januar aus Köln nach Berlin gebracht worden waren. 67 dieser Menschen wurden in diese Deportation eingereiht, 17 weitere mit Transport I/179, der die Stadt am gleichen Tag verliess, ins Ghetto Theresienstadt gebracht. Vor der Deportation wurden die Juden in verschiedenen Sammellagern in Berlin festgehalten, wo sie eine Erklärung unterschreiben mussten, in der sie ihr gesamtes Eigentum dem Staat überschrieben.
Am Tag der Deportation wurden die Juden zum Bahnhof gebracht und in einen Zug aus Güterwaggons gezwungen. Diese wurden verschlossen. Eine Wachmannschaft, bestehend aus einigen Polizisten, war zur Begleitung des Transports eingeteilt. Die Züge von Berlin nach Auschwitz fuhren normalerweise über Breslau (Wroclaw) und Kattowitz (Katowice). Aufgrund der ständigen Überlastung der Reichsbahn wurden Transporte verschiedentlich über andere Routen geleitet. Die Historikerin Danuta Czech vermerkt in der Auschwitz Chronik, dass am 30. Januar 1943 ein durch das RSHA organisierter Transport mit 1000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Berlin in Auschwitz ankam. Der Zug stoppte außerhalb des Lagerkomplexes und die Deportierten wurden durch SS-Personal selektiert. 140 Männer und 140 Frauen wurden als „arbeitsfähig“ bestimmt. Die Männer erhielten die Nummern 97685-97824, die Frauen die Nummern 32744-32883. Sie mussten unter schlimmsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten, die sie nur selten überlebten. Die restlichen 724 Juden wurden sofort in die Gaskammern von Birkenau (Auschwitz II) geschickt und ermordet. Laut der Historikerin Rita Meyhoefer hat nicht einer der Deportierten aus diesem Transport den Holocaust überlebt.

Abfahrtsort: Berlin, Deutsches Reich
Transportnummer: 27
Ursprüngliche Zugnummer: Da 13
Abfahrtsdatum: 29/01/1943
Abfahrtstation: Berlin-Moabit, Gueterbahnhof
Transportmittel: Güterwagen
Min. Anzahl der Personen: 1004
Max. Anzahl der Personen: 1009
Zielort des Transports: Auschwitz Birkenau, Vernichtungslager, Polen

Ankunftsdatum: 30/01/1943

Beauftragende Behörde:

RSHA IVB4 - Judenangelegenheiten, Räumungsangelegenheiten
Reichsverkehrsministerium
Gestapo Staatspolizeileitstelle Berlin
Schupo - Schutzpolizei

Verantwortliche:
Eichmann Adolf Otto
Günther Rolf
Novak Franz
Brunner Alois
Weiszl Josef
Bock Wilhelm
Venter Kurt
Schiffer August
Brunner Alois
Max Stark
Lachmuth Felix
Graustück Max Bernhard
Kühnel Max
Tietze Herbert Max
Ernst Sasse
Stange Otto

Bahngesellschaft: Deutsche Reichsbahn
Nationalität der Verantwortlichen: deutsch