Transport 15.01.1943 Mechelen/Malines

Konzentrationslager Auschwitz (Osvetim)

am 15.01.1943 verläßt ein Doppel-Transport mit 1.626 Juden und unerwünschten Elemente das Durchgangslager für Juden und unerwünschte Elemente Mechelen/Malines. Ziel ist das KL Auschwitz. Der Transport erreicht Auschwitz mit mindestens 1.586 lebenden Menschen am 18.01.1943. 40 Menschen ist unterwegs die Flucht gelungen oder sind unterwegs verstorben. Bei der Selektion werden 130 Männer und 81 Frauen im Lager aufgenommen. 1.375 Menschen werden der Sonderbehandlung zugeführt.

Dieser Transport bestand aus Nummer:
XIX-397, XIX-520


Namensliste

Klieger Noah
Am 17. Januar 1943 kommen mit den Güterwagen des Reichssicherheitshauptamts, Transport XIX., 239 Männer und 51 Jungen, 270 Frauen und 52 Mädchen in Auschwitz an. Noah Klieger ist Nummer 286 auf der Transportliste. So steht es dort heute noch in säuberlicher Schreibmaschinenschrift. Er wird in das Innere eines Hangars ohne Dach getrieben. "Ausziehen", ruft ein Wachmann. Noah steht nackt unter freiem Himmel. Wächter schließen das Schiebetor. Es ist acht Uhr morgens, im Januar, in Oberschlesien. Die Temperaturen fallen unter minus 20 Grad. Es fühlte sich an, sagt er, als ob das Blut in seinen Adern langsam gefriert. "Was nun?", fragen seine Nachbarn. 22 Studen lang bleibt das Schiebetor geschlossen. Irgendwann fangen sie an, Kniebeugen zu machen. Irgendwann fallen die Ersten um. Irgendwann wird es dunkel. Irgendwann wird der Himmel wieder heller. Nur die Hälfte erlebt den nächsten Morgen. Als Klieger die Baracke verlässt, schert ihm ein Häftling die Haare, ein anderer besprüht ihn mit dem Insektenvernichtungsmittel DDT, ein dritter tätowiert ihm eine blaue, sechsstellige Nummer auf den linken Unterarm, er bekommt die gestreifte Häftlingskleidung übergestülpt, die alle im Lager nur den Pyjama nennen. Ein eleganter Mann mit blank geputzten Stiefeln tritt vor, der Lagerälteste. "Bei uns herrschen Ordnung und Sauberkeit", ruft er. Er lässt sich einen Knüppel geben und schlägt den vor ihm stehenden Häftling tot. "Habt ihr mich verstanden?", fragt er. "Ja", ruft Noah mit den anderen. "Ja, wer?" fragt der Lagerälteste und schlägt den zweiten Häftling nieder. "Ja, Herr Lagerältester", ruft er. Das ist Noahs zweiter Tag in Auschwitz.