Transport 31.07.1940 Buchenwald

Sachsenhausen

Am 31.07.1940 werden mit einem Transport Schutzhafthäftlinge aus dem Konzentrationslager Buchenwald ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Einer von ihnen ist der am 17.09.1872 in Mayen geborene katholischer Pfarrer Zilliken Josef Kaspar.
Tatvorwurf:
Am 27.05.1940 besuchte Zilliken in Gesellschaft von Johannes Schulz, dem Pfarrer von Nickenich, das Ausflugslokal „Waldfrieden“ in Wassenach. Beide begingen den Affront, den zufälligerweise ebenfalls als Gast anwesenden Hermann Göring nicht nur nicht mit dem verpflichtenden „Heil Hitler“ zu grüßen, sondern ihn und seine Begleitoffiziere zu ignorieren. Göring fühlte sich brüskiert und Zilliken wurden noch am selben Abend von der Gestapo verhaftet und in das
Gefängnis Andernach verbracht. Am 08.06.1940 ordnete das Reichssicherheitshauptamt in Berlin für Zilliken die so genannte „Schutzhaft“ an.
Am 14.06.1940 wurde er in das KZ Buchenwald deportiert, am 31.07.1940 in das KZ Sachsenhausen-Oranienburg überstellt und schließlich am 14.12.1940 in das KZ Dachau.
Nach 1945 aus einem NKWD Protokoll
„Auch Göring war in Hochstimmung. Beim Warten auf den Wagen vor dem Unterstand schilderte er Hitler sein jüngstes `Abenteuer`. Einige Tage zuvor war er in einem Lokal am Rhein gewesen. Alle Gäste seien aufgestanden, nur zwei katholische Priester nicht. `Denen habe ich es aber gezeigt. Ich habe sie ins KZ geschickt`, sagte Göring lachend. `Und habe befohlen, dort eine Stange mit einer alten Mütze von mir aufzustellen. Jetzt müssen sie jeden Tag daran vorbeimarschieren und den nationalsozialistischen Gruß üben.“