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Österreich, Bundesland Kärnten, Politischer Bezirk Statutarstadt

Klagenfurt wurde 1192/99 erstmals urkundlich erwähnt

Im Zuge der Napoleonischen Kriege war Klagenfurt im Jahr 1797 sowie 1805 und 1809/1810 von französischen Truppen besetzt. Vor ihrem Abzug sprengten die württembergischen Sappeure Napoleons die Stadtmauern.

Nach dem Kriegseintritt Italiens im Jahr 1915 lag Klagenfurt zwar nicht unmittelbar an der Front des Gebirgskrieges und blieb so vom unmittelbaren Kriegsgeschehen verschont, wurde jedoch anschließend durch zurückkehrende Soldaten überflutet. 2214 Klagenfurter starben als Soldaten während des Krieges. Zudem beanspruchte der nach Kriegsende entstandene SHS-Staat unter Berufung auf die slowenische Bevölkerung Teile Südkärntens sowie der Untersteiermark, seine Truppen überschritten die Demarkationslinie und besetzten am 6. Juni 1919 auch Klagenfurt; die Kärntner Landesregierung war aus Sicherheitsgründen kurz zuvor vorübergehend nach Spittal und später nach St. Veit verlegt worden. Bereits Ende Juli mussten die Truppen wieder abziehen, nachdem auf der Pariser Friedenskonferenz eine Volksabstimmung über den Verbleib der umstrittenen Gebiete verfügt worden war. Das Plebiszit vom 10. Oktober 1920 ergab schließlich eine deutliche Mehrheit für Kärnten und die Republik Österreich.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Klagenfurt am 12. März 1938 Hauptstadt des Gaues Kärnten (ab 1. März 1939 Reichsgau). Ab 1. Oktober 1938 wurden auch Osttirol und ab 17. April 1941 das 1918 an Jugoslawien gefallene Mießtal und Teile Oberkrains von Klagenfurt aus verwaltet. Unter dem nationalsozialistischen Bürgermeister Friedrich von Franz wurden alle Zeitungen eingestellt und durch den Kärntner Grenzruf ersetzt. Der Neue Platz wurde zum Adolf-Hitler-Platz, und zahlreiche weitere Plätze und Straßen wurden nach Nationalsozialisten benannt.

Die junge und ohnehin kleine jüdische Gemeinde in Klagenfurt (1934: 269 Glaubensjuden) wurde in dieser Zeit fast völlig ausgelöscht. In der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 verwüsteten Klagenfurter das Bethaus in der Platzgasse (das später in einem Bombenangriff gänzlich zerstört wurde), demolierten jüdische Wohnungen und schändeten den Jüdischen Friedhof in St. Ruprecht.

Im Stadtteil Lendorf errichteten Häftlinge aus dem KZ Mauthausen eine Kaserne und eine Junkerschule für die Waffen-SS. Das KZ-Nebenlager Klagenfurt-Lendorf befand sich im Hof der heutigen Khevenhüller-Kaserne.

Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen

Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Rottenführer
Gratzer Josef
* 30.04.1921 in Klagenfurt am Wörthersee
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz


SS-Rottenführer
Guschlbauer Paul
* 31.12.1912 in Klagenfurt am Wörthersee
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz