SS-Unterscharführer

* 08.09.1908 in Trier
letzter bekannter Wohnort:
Bad Neuenahr-Ahrweiler

Reichsdeutscher

Volksschule

Fachschule

Kaufmännische Lehre

Beruf: Verwaltungsangestellter

ab 01.09.1932
Mitglied der NSDAP (Mitglieds Nu. 1 282 720)

ab 01.09.1932
Mitglied der Allgemeinen SS (Mitglieds Nu. 36 964)

1932
Beförderung zum SS-Sturmmann (Allgemeine SS)

1936
Beförderung zum SS-Rottenführer (Allgemeine SS)

1937
Beförderung zum SS-Unterscharführer (Allgemeine SS)

ab 05.11.1938
Mitglied der Bewaffneten Verbände der SS

05.11.1938
Beförderung zum SS-Schützen (Waffen-SS)

1939
Beförderung zum SS-Oberscharführer (Allgemeine SS)

31.03.1941 - 19.01.1945
Angehöriger der Lagermannschaft KL
Auschwitz
(ab 31.03.1941 Standortverwaltung, Abt. IV: Verwaltung HGV) Häftlings-Geld-Verwaltung, Unterabteilung Wertsachen

20.04.1942
Beförderung zum SS-Sturmmann (Waffen-SS)

01.05.1943
Beförderung zum SS-Rottenführer (Waffen-SS)

01.05.1944
Beförderung zum SS-Unterscharführer (Waffen-SS)

Orden, Ehrenzeichen und Medaillen
Deutsches Reichssportabzeichen in Bronze

00.02.1946
nach Polen ausgeliefert
(Wir haben einen furchtbaren Transport gehabt nach Polen. Wir mußten uns bei 20 Grad Kälte nackig ausziehen, wurden dann vier Tage transportiert. Das muß wohl aufgrund dessen gewesen sein, daß Herr Boger – ich weiß nicht, ob das stimmt – vom Transport weg sein soll.)

Gerichtsverfahren nach 1945
20.01.1948
Urteil des Bezirksgerichts in Krakow, Az.: VII K 910/47
zu 12 Jahren Haft verurteilt
(Akte kann angefordert werden)

21.05.1956
aus der Haft entlassen und in die BRD abgeschoben

12.10.1959
polizeiliche Vernehmung in Bad Neuenahr

04.04.1961
polizeiliche Vernehmung in Bad Neuenahr

nach 1945
Verwaltungsangestellter bei der AOK Ahrweiler

14.09.1964
1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
Strafsache gegen Mulka u.a.
4 Ks 2/63
Landgericht Frankfurt am Main
Vernehmungsprotokoll [322 KB] 2361–2365, 8269–8279
Vermerk Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main 11484

Aussage Morla Karl
Ich hatte da eine Kartei gehabt unter anderem, also es waren ja mehrere Leute dort. Da wurden die eingehenden Beträge der Häftlinge auf die Karteikarten verbucht. Und die Häftlinge bekamen monatlich oder alle 14 Tage, das weiß ich auch nicht mehr, Geld ausbezahlt, damit sie sich etwas kaufen konnten.

Aussage (AV, Bl. 2361 ff.):
»Auf Grund eines Augenfehlers — ich kann nachts schlecht sehen — kam ich in die Häftlingsgeldverwaltung, die bei der Standortverwaltung untergebracht war.«

Aussage (AV, Bl. 8269 ff.):
»Die Wertsachen stammten in der Hauptsache von den vielen Judentransporten, die etwa ab 1942 aus allen besetzten Gebieten in Auschwitz eintrafen. Manchmal wurde zur Beaufsichtigung des >Kanadakommandos< die gesamte Häftlingsgeldverwaltung eingesetzt, die aus ca. 10-12 SS-Angehörigen bestand. Unsere Aufgabe war lediglich, das Aufladen des Gepäcks zu überwachen, damit die Häftlinge des Kommandos keine Diebstähle ausführen konnten.«

Aussage Häftling Dov Paisikovic:
»Viele Frauen hatten versucht, irgendwelche Wertsachen in der Scheide zu verstecken. Deshalb mußte die Scheide aller getöteten Frauen einmal mit einem Stock überprüft werden.«