Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald

Bezeichnung
Richard

Gebiet
Deutschland, Bundesland Sachsen-Anhalt, Landkreis Harz
Wernigerode am Veckenstedter Weg 23 (Barackenlager)

Eröffnung:
25.03.1943

Lager am Veckenstedter Weg 23
sieben Baracken im eigentlichen Lagerbereich, eine achte Baracke für die SS-Wachmannschaften außerhalb des Lagers.

Bewachung
Lagerleiter März 1943 bis März 1945
SS-Obersturmführer Grossmann Hermann
* 21. Juli 1901 + 19. November 1948 im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg
56 SS Angehörige

Bewachung
SS-Sturmmann
Lumnitzer Martin
* 18.02.1915 in Tschechien
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, AL Wernigerode u. AL Gleiwitz I

Schließung:
Dezember 1944 verlegung ins Lager Steinerne Renne in Wernigerode-Hasserode (Außenstelle Wernig-Werke)

Häftlinge
anfänglich 95 bis auf 800 Personen

Geschlecht
Männer

Einsatz der Häftlinge bei
Rautal-Werke GmbH, Wernigerode
ab Nov. 1944 Wernig-Werke

Art der Arbeit
Bau von Luftschutzstollen am Galgenberg
Produktion von Zulieferteilen für Raketen
Gussteile für VW (Kübelwagen Typ 82)


Anmerkung
Am 25.Dezember 1944 beziehen die 500 Häftlinge der Außenstelle Wernigerode des Konzentrationslagers Buchenwald (bis dato tätig in den Rautalwerken und untergebracht in einem Barackenlager am Veckenstedter Weg) die leeren Gebäude des Betriebsgeländes am Bahnhof "Steinerne Renne". Das Gelände wird mit einem elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun umgeben. Die SS-Bewacher führen täglich die Häftlinge von hier zur Zwangsarbeit in das "Wernigwerk" in der Burgmühlenstraße. Die im Jahr 1935 hier gegründete Argenta-Schokoladen-Aktiengesellschaft hatte mit Kriegsbeginn die Produktion eingestellt. Die Junkers-Flugzeugwerke hatten anschließend einen Zweigbetrieb zur Fertigung von Flugzeugteilen eingerichtet.

Am 26. Mai 1944 wird im Zwangsarbeitslager Veckenstedter Weg der Lagerälteste und damit Funktionshäftling Kurt Wabbel (1929 bis 1933 Stadtverordneter der KPD in Halle/Saale) tot aufgefunden. Die Umständes seines Todes sind bis heute ungeklärt.