Kommando Eintrachthütte

Außenlager des Konzentrationslagers Auschwitz

Bezeichnung
Außenlager Eintrachthütte in Schwientochlowitz b. Kattowitz

Gebiet
Polen, Woiwodschaft Schlesien, Kreisfreie Stadt Swietochlowice

Eröffnung
07.06.1943

23.12.1943
der SS-Scharführer
Kleemann schlägt im NL Eintrachthütte einen Häftling fast blind, woraufhin dieser auf das Krankenrevier gebracht werden musste. Am Folgetag ist Kleemann dann in den Krankenbau gestürmt, um den Häftling nach Auschwitz Birkenau deportieren zu lassen, was dessen sicheren Tod in den Gaskammern bedeutete.
(Der Häftlingsarzt Dr. med. L. Eitinger schilderte diese und noch weitere Gräueltaten Kleemanns in einem Brief an den Autoren und Mitbegründer des Auschwitz-Komitees Hermann Langbein in aller Ausführlichkeit: „Am Weihnachtsabend 1943 war der SDG.
[Sanitätsdienstgrad] Wloka verreist. Kleemann, der mit Wloka nicht auf gutem Fuße stand, weil dieser sich nicht in den Krankenbau vom Rapportführer hineinreden lassen wollte, benutzte die Gelegenheit, ‚im Krankenbau aufzuräumen‛. Es handelte sich hier speziell um einen Häftling, der am Tage vorher von Kleemann so geschlagen worden war, dass er schwere Blutungen in den Augen hatte. Kleemann behauptete, dies sei Sabotage, holte den Häftling hinaus und hat ihn nach Birkenau ins Krematorium geschickt.“

Schließung
Evakuierung am 23.01.1945 in das KZ Mauthausen

Deportationen

Häftlinge
am 17.01.1945 1297 Häftlinge

Geschlecht
Männer

Einsatz der Häftlinge bei
OSMAG (Ost Maschinenbau GmbH); Grün & Bilfinger AG; Firma Holzmann, Posen; Königshütter Metallwerke

Art der Arbeit
Bearbeitung von Teilen sowie Montage von Flugzeugabwehrgeschützen; Eisenbahn- und Chausseearbeiten / Produktion von Flak-Geschützen (Firma: Berghütte - OSMAG und Ost-Maschinenbau), Arbeit in der Hütte Eintracht.

Täter

Bis auf das Administrationsgebäude, bestand das Lager aus zweiräumigen Holzbaracken, in denen 60 bis 80 Gefangene pro Raum untergebracht wurden. Das Lager war von einem doppelten Elektrozaun umfasst. Kranke und Arbeitsunfähige wurden zurück in das KZ Auschwitz-Birkenau geschickt, trotzdem starben im Lager selbst 10 bis 15 Insassen pro Woche.

nach 1945
Internierungslager für Reichs- und Volksdeutsche
Unter Leitung des polnischen Sicherheitsdienstes

Das von den Deutschen geräumte Lager wurde am 23. Januar 1945 von der Roten Armee besetzt, in Zgoda umbenannt und im Februar 1945 der polnischen, kommunistischen Geheimpolizei des Ministerstwo Bezpieczeństwa Publicznego (Ministerium für Öffentliche Sicherheit) in Warschau unterstellt und weiterbenutzt. Es wurde somit zu einem der 1.255 Konzentrationslager für Deutsche in Polen in denen von etwa insgesamt inhaftierten 110.000 Menschen 15 bis 20% ums Leben kamen.

Lagerkommandant wurde Salomon Morel, ein ehemaliger Partisan und Mitglied der polnischen, kommunistischen Untergrundarmee „Armia Ludowa“(deutsch Volksarmee).

Die Zahl der Insassen im Lager Zgoda variierte. Anfang August 1945 erreichte sie mit ca. 5.000 Menschen, einschließlich Kindern und Frauen - etwa 60% waren Frauen, 20 bis 25% Kinder, der Rest alte Menschen -, ihren Höhepunkt. Es handelte sich dabei mehrheitlich um Deutsche und volksdeutsche Polen, die dort im Zuge der Vertreibung aus den damaligen deutschen Ostgebieten, die unter polnische Verwaltung gekommen waren, zunächst zusammengefasst wurden; andere Nationalitäten wie Ukrainer stellten die Minderheit. Nach einer Berechnung des polnischen Instituts für Nationales Gedenken kamen in Zgoda 1.855 Menschen ums Leben, viele weitere wurden systematisch gequält.

Im Bericht eines amerikanischen Diplomaten an das Foreign Office heißt es: "Konzentrationslager sind nicht aufgehoben, sondern von den neuen Besitzern übernommen worden. Meistens werden sie von der polnischen Miliz geleitet. In Schwientochlowitz...müssen Gefangene, die nicht verhungern oder zu Tode geprügelt werden, Nacht für Nacht bis zum Hals im kalten Wasser stehen, bis sie sterben.".

Der ehemalige Kommandant Salomon Morel floh 1994 nach Israel. Er wird von der polnischen Regierung wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht. Polen hat seine Auslieferung beantragt, der Antrag wurde jedoch seitens Israels abgelehnt.