Außenlager des Konzentrationslagers Flossenbürg

Bezeichnung: Orion, Schwalbe II, Rathen-Schwalbe

Gebiet:
Sachsen, Direktionsbezirk Dresden, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Verwaltungsgemeinschaft Königstein/Sächs. Schweiz

Eröffnung: 15.11.1944

Schließung:
Am 17.03.1945 Evakuierung in das Außenlager Leitmeritz

Lager Eselswiese (Milchweg/Schwarzer Weg)
Dieses Arbeitskommando, welches in dem Lager auf der Eselswiese untergebracht war, sollte an einem neuen, noch größeren Lager im Bereich Milchweg/Schwarzer Weg bauen. Das Lager, mit dem Decknamen „Orion II“ bestand aus Holzbarracken und massiven Bauwerken, von welchen heute noch die Grundmauern zu sehen sind. Die Gebäude waren mit einem elektrischen Zaun, Wachtürmen und Suchscheinwerfern gesichtert. Es gab eine Lagerstrasse, eine Küchenbaracke und eine Hauptwache. Ein Strafblock wurde nicht fertiggestellt, ein Strafbunker war aber unterirdisch vorhan-den. Die Häftlinge wurden dem Geilenberg-Stab unterstellt und dem KZ Flossenbürg zugeordnet. Sie mussten zum Aufbau ei-ner Dehydrieranlage zur Herstellung von Flugzeugbenzin Stollen in den Steinbruch von Strand vorantreiben. Für das Projekt, welches die Bezeichnung „Schwalbe II“ trug, wurden schon im Sommer 1943 Vermessungsarbeiten durchgeführt. Den Menschen teilte man mit, es solle dort eine Nudelfabrik entstehen.
Auf dem ehemaligen Gelände des Lagers auf der Eselswiese wurde ein Parkplatz gebaut. Heute steht an dieser Stelle das Parkhaus für die Besucher der Festung Königstein. Von dem Lager im Waldgebiet sind etwas rechts vom Weg noch zugewachsene Grundmauerreste mehrerer Baracken vorhanden. Im Eingangsbereich des Parkhauses ist eine Gedenktafel vorhanden.
Gedenkstätte
1977 wurde an der Pirnaer Straße in Königstein ein Mahnmal für die Opfer des Faschismus errichtet. Es trägt die Inschrift: Im Waldgebiet der Festung Königstein befand sich ein Teillager vom ehemaligen KZ Auschwitz (tatsächlich aber KZ Flossenbürg) mit über tausend Häftlingen. Diese arbeiteten unter unmenschlichen Bedingungen im Bergstollen der Felsen entlang des Bahndamms nach Kurort Rathen. Die Zahl der dabei vor Entkräftung Gestorbenen ist uns nicht bekannt.

Häftlinge: 1.000
(Sie wurden zunächst im Mittelgasthof Struppen (Adresse heute: Hauptstraße 52A, 01796 Struppen) untergebracht. Ihre Aufgabe bestand darin, ein Gefangenenlager auf dem Sportplatz Eselswiese zu errichten. So entstanden ca. 45 Rundzelte -sogenannte Finnenzelte -, Wirtschaftsbaracken und Wachunterkünfte. Dieses Lager mit dem Decknamen „Orion I“ war mit Stacheldrahtzaun umgeben. Bis zur Fertigstellung der Wasserleitungen herrschten sehr schlechte sanitäre Bedingungen vor. Das Lager befand sich direkt an der Autostrasse und sollte zunächst als provisorisches Lager dienen.

Geschlecht: Männer

Einsatz der Häftlinge bei:
OT-Sonderbauleitung Königstein, Büro Prof. Dr. Ing. Rimpl in Königstein, Schandauerstraße 153

Art der Arbeit:

Bemerkungen:
Das Außenlager entstand im Rahmen des Geilenberg-Programms, das für den Wiederaufbau und die Verlagerung der Treibstoffproduktion zuständig war.

Mittelgasthof Struppen


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15.11.1944

Aus dem aufgelösten Außenlager Böhlen des KZ Buchenwald treffen mit einem Transport am 15.11.44 zunächst 210 Häftlinge in Königstein ein. Sie wurden im Mittelgasthof Struppen (Adresse heute: Hauptstraße 52A, 01796 Struppen) untergebracht. Ihre Aufgabe bestand darin, ein Gefangenenlager auf dem Sportplatz Eselswiese zu errichten. So entstanden ca. 45 Rundzelte -sogenannte Finnenzelte -, Wirtschaftsbaracken und Wachunterkünfte. Dieses Lager mit dem Decknamen „Orion I“ war mit Stacheldrahtzaun umgeben. Bis zur Fertigstellung der Wasserleitungen herrschten sehr schlechte sanitäre Bedingungen vor. Das Lager befand sich direkt an der Autostrasse und sollte zunächst als provisorisches Lager dienen

Konzentrationslager Flossenbürg (NL Eselswiese)


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28.11.1944

Aus dem aufgelösten Außenlager Böhlen des KZ Buchenwald trafen am 28.11.1944 mit einem Transport 780 Häftlinge in Königstein (Eselswiese (Milchweg/Schwarzer Weg) ein. Dieses Arbeitskommando, welches in dem Lager auf der Eselswiese untergebracht war, sollte an einem neuen, noch größeren Lager im Bereich Milchweg/Schwarzer Weg bauen. Das Lager, mit dem Decknamen „Orion II“ bestand aus Holzbarracken und massiven Bauwerken, von welchen heute noch die Grundmauern zu sehen sind. Die Gebäude waren mit einem elektrischen Zaun, Wachtürmen und Suchscheinwerfern gesichtert. Es gab eine Lagerstrasse, eine Küchenbaracke und eine Hauptwache. Ein Strafblock wurde nicht fertiggestellt, ein Strafbunker war aber unterirdisch vorhan-den. Die Häftlinge wurden dem Geilenberg-Stab unterstellt und dem KZ Flossenbürg zugeordnet. Sie mussten zum Aufbau einer Dehydrieranlage zur Herstellung von Flugzeugbenzin Stollen in den Steinbruch von Strand vorantreiben. Für das Projekt, welches die Bezeichnung „Schwalbe II“ trug, wurden schon im Sommer 1943 Vermessungsarbeiten durchgeführt. Den Menschen teilte man mit, es solle dort eine Nudelfabrik entstehen.