Transport 20.05.1940 Sachsenhausen

Am 20. Mai 1940 wurden die ersten 30 Häftlinge, Berufsverbrecher (BVer) in Begleitung des Rapportführers SS-Hauptscharführer Gerhard Palitzsch aus dem KL Sachsenhausen in das KL Auschwitz überstellt, wo sie als Funktionshäftlinge eingesetzt wurden.

Namensliste:
Brodniewitsch Bruno (Häftlingsnummer 1)
* 22. Juli 1895 in Posen
+ April 1945 im KL Bergen-Belsen
Lagerältester im Stammlager, Sommer 1942 in Birkenau, ab 25.03.1943 im Zigeunerlager, ab 15.06.1943 im Außenlager Neu-Dachs. Erste Hälfte 1944 Außenlager Eintrachthütte, Dezember 1944 AL Bismarckhütte. Zuletzt Mittelbau-Dora, Nebenlager Wolffleben. Er galt allgemein als ganz brutaler Schläger mit einem eigenen Friedhof

Küsel Otto (Häftlingsnummer 2)
* 16. Mai 1909 in Berlin
+ 17. November 1984 in Oberviechtach
Nach Kriegsende wurde Küsel noch 1945 die polnische Staatsbürgerschaft ehrenhalber angeboten.
Kommando Arbeitseinsatz. Flucht am 29.12.1942, in Warschau untergetaucht und am 25.09.1943 erneut nach Auschwitz gebracht Am 09.02.1944 nach Flossenbürg überstellt. Berufsangabe nach 1945: Vertreter.

Balke Arthur (Häftlingsnummer 3)

Biessgen Fritz (Häftlingsnummer 4)
15. September 1900 in Mülheim
+ † 14.4.1964 in Broich

Bock Hans (Häftlingsnummer 5)
Kapo, Blockältester und Lagerältester des Häftlingskrankenbaus im Stammlager
Er war Morphinist und verehrte junge Burschen, die er um sich sammelte, und er vertraute ihnen die verantwortlichen Posten im Revier an. Laut Czech tötete er Häftlinge mit Phenolspritzen, so am 14.08.1941 den Franziskanerpater Maximilian Kolbe.

Bonitz Bernard Heinrich (Häftlingsnummer 6)
* 11. Juni 1907 in Chemnitz

Benn Karl (Häftlingsnummer 7)

Böhm Arno (Häftlingsnummer 8)
* 04. Dezember 1913 Frankfurt am Main
+ 07.07.1962 Frankfurt am Main
Lagerältester im Theresienstädter Familienlager (Lagerabschnitt BIIb). Ein Mörder, ein über Leben und Tod der Häftlinge herrschender Sadist, der im großen mit den für die Häftlinge bestimmten Nahrungsmitteln und mit der Wäsche Schwarzhandel betrieb. März 1944 Übernahme in die SS, Versetzung an die Front.

Gallas Michael (Häftlingsnummer 10)
* 11. August 1903 in Poznan

Grönke Erich (Häftlingsnummer 11)
* 15. September 1902 in Berlin
letzter bekannter Wohnort: Freiburg im Breisgau

Arnold Hartwig (Häftlingsnummer 12)
* 02. November 1905 in Bremen

Henning Hans (Häftlingsnummer 13)
* 13. Mai 1899
+ 10. August 1942 im KL Auschwitz (Typhus)

Jansen Winant (Häftlingsnummer 14)
* 10. Juni 1907 in Stedgrade

Hüchter Dietrisch (Häftlingsnummer 15)
* 23. April 1903
† 06. März 1942 im KL Auschwitz Block 20 (Typhus)

Kellert Bruno (Häftlingsnummer 16)
* 16. Juli 1909 in St. Petersburg

Kusserow Max (Häftlingsnummer 17)

Lang Konrad (Häftlingsnummer 18)
* 29. Juni 1903 in Esslingen

Lechenich Johann (Häftlingsnummer 19)
10. September 1910 in Büsum
† 17.06.1972 in München

Meyer Richard (Willi) (Häftlingsnummer 20)
* 04.07.1909 in Elberfeld
Am 29.11.1940 Flucht bei einem Krankenhausbesuch in Kattowitz

Missun Berthold (Häftlingsnummer 21)
* 10. Februar 1912 in Hamburg
+ 12. Februar 1942

Müller August (Häftlingsnummer 22)
+ 1945
er meldete sich freiwillig zur Wehrmacht (Dirlewanger) 1943 Überstellung zur Ausbildung nach KL Sachsenhausen

Müller Kurt (Häftlingsnummer 23)
* 27. April 1910 in Bielefeld

Pachala Kurt (Häftlingsnummer 24)
* 16. Oktober 1895 in Neusatz
+ 14. Januar 1943 (Verurteilt zum Tode durch Verhungern im Block 11)

Roman Herbert (Häftlingsnummer 25)
* 24. Mai 1915 in Wansbeck
Der Kapo Herbert Roman, (ehemaliger Berufsunteroffizier bei der deutschen Wehrmacht), behandelt Menschen jedoch schlimm wie selten jemand! Neben Gegenständen wie Knüppel, Hundepeitschen oder Bambusstecken, die zum Bestrafen üblicherweise verwendet werden, schlägt er nicht zu selten sogar mit einer Wasserwaage auf Rücken und Beine der Häftlinge ein. Weil aber herauskommt, dass dieser Kapo Häftlinge erpresst und SS-Männer bestochen hat, wird er 1943 von der SS ermordet.

Siegruth Johann (Häftlingsnummer 26)
* 24. März 1903 in Kattowitz
Der einarmige polenhassende Oberkapo des Bauhofes Johann Siegruth, der tägl. 200–300 Häftlinge totgeschlagen hatte, sollte mit dem ersten Transport von Invaliden am 28. Juli 1941 zur "Behandlung" in die NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein geschickt werden. Nachdem Siegruth erkannte, was ihn erwartete beging er Suizid (erhängte sich im Auto).
Andere Quellen geben an, das er nicht Selbstmord begangen hat, sondern von Mithäftlingen im Zug auf dem Weg nach Sonnenstein gelyncht wurde.

Paul Schilkowski
* 29. Juni 1896 (Häftlingsnummer 27)
am 02. Juni 1942 entlassen (?)

Stiel Otto (Häftlingsnummer 28)
* 12. Dezember 1906
12.03.1942 entlassen (?)

Albin Vogel (Häftlingsnummer 29)

Wietschorek Leo (Häftlingsnummer 30)
* 04. August 1899
+
03. Juli 1942 im KL Auschwitz Block 20 (Block 28) (Typhus)
Lagerältester im Männerlager in Birkenau