Hartheim/Linz

Transportliste

Geschichte des 50-jährigen F. B.
Der Mann war 1940 Patient der Heil- und Pflegeanstalt Werneck, die im Oktober auf Anordnung des Würzburger Gauleiters Dr. Otto Hellmuth geräumt wurde. F. B. wurde am 12. Oktober 1940 in Lohr aufgenommen, aber schon am 02. November 1940 in die oberpfälzische Pflegeanstalt Reichenbach verlegt. Dort wurde er abermals Opfer einer Räumung. Am 15. Mai 1941 wurden von dort 197 Insassen in die Regensburger Heil- und Pflegeanstalt Karthaus-Prüll verfrachtet. Für F. B. war dies immer noch nicht der letzte Transport. Noch nicht drei Monate später, am 05. August 1941, wurde der 50-jährige Mann nach Hartheim deportiert und dort ermordet.

Von 1940 bis 1945 starben mindestens 1.600 Patienten der Anstalt Karthaus-Prüll entweder direkt in der Anstalt oder nach der Verlegung in NS-Tötungsanstalten.

Der sogenannte
Hungerkosterlass des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 30. November 1942 traf am 29. Dezember 1942 in Karthaus ein. Das hieß: es sollte für nicht arbeitsfähige Patienten eine völlig fettlose Kost (z.B. in Wasser gekochtes Gemüse) gereicht werden. Die Wirkung sollte ein langsamer, nach ca. drei Monaten eintretender Tod sein.
Eine ehemalige Krankenschwester von Karthaus erinnert sich, dass in der Hungerstation jeder, der ca. 28 Kranken, täglich nur einen halben Schöpfer Suppe erhielt.

Der Mangel an Ärzten und Pflegepersonal in Karthaus führte dazu, dass das Personal völlig überfordert war. So gab es zeitweise nur zwei Ärzte für 1.200 Patienten.

Berichte aus Hartheim/Linz
Personal Tötungsanstalt Hartheim