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Übersicht

Serbien, Okrug Belgrad, Hauptstadt der Republik Serbien

02.12.1914

Österreichisch-ungarische Truppen besetzen die serbische Hauptstadt Belgrad. Nach einer am 3. Dezember begonnenen serbischen Gegenoffensive muss sich das Balkanheer der Donaumonarchie jedoch bis zum 15. Dezember wieder hinter die Grenze zurückziehen.

09.10.1915

Belgrad wird von den Truppen der Mittelmächte erobert.

27.07.1921

Die rumänische und die jugoslawische Regierung vereinbaren in Belgrad, Ungarn den Krieg zu erklären, falls der frühere König Karl IV. (der österreichische Ex-Kaiser Karl I.) wieder die Herrschaft erlangen sollte.

19.03.1922

Aus Konstantinopel (Istanbul) trifft der weißgardistische General Pjotr N. Baron von Wrangel in Belgrad ein, um sich vorläufig niederzulassen. Man vermutet, dass er hier Vorbereitungen für eine weitere bewaffnete Intervention in Russland treffen will.

08.06.1922

In Belgrad werden die rumänische Prinzessin Marjola und Alexander I., König der Serben, Kroaten und Slowenen, getraut.

25.03.1941

Am 25. März 1941 unterzeichnete Prinzregent Paul von Jugoslawien den Dreimächtepakt, was eine Straßenrevolte in Belgrad auslöste und als Reaktion zum deutschen Angriff am 6. April 1941 auf das Königreich Jugoslawien führte.

28.03.1941

In Belgrad wird der Belagerungszustand ausgerufen. Die Grenzen wurden gesperrt. Hitler gibt eine Weisung heraus, militärische Operationen gegen Jugoslawien vorzusehen. Die Operationen sollen gleichzeitig mit MARITA beginnen und den jugoslawischen Staat zerschlagen. Mussolini wird von dem beabsichtigten deutschen Einmarsch in Jugoslawien brieflich unterrichtet. Das AOK 12 braucht nun nicht mehr an die Olymp-Linie beim Einmarsch gebunden werden (Benutzung jugoslawischen Territoriums ist möglich). Noch in der Nacht zum 28.3. befiehlt der OBdL die Verlegung von 7 Kampf-, 3 Sturzkampf, einer Zerstörer und 2 Jagdgruppen vom Kanal und Norddeutschland zum Balkan (KG2 und 51 mit je drei Gruppen, II./KG4, StG77 mit drei Gruppen, II.+III./JG54 und I./ZG26), insgesamt über 500 Flugzeuge zum Wiener und Grazer Raum sowie ins westliche Rumänien.

12.06.1942

Wie aus einem Schreiben des Sicherheitsdienstes (SD) in Berlin an das AA hervorgeht, hatte der Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Belgrad am 12. Juni 1942 gemeldet, dass die im ostbosnischen Raum eingesetzte Sicherungsdivision zwei Ustascha-Kompanien und das 5. Bataillon des Regiments Francetic festgenommen hatte.
Die Gründe waren folgende:
1.) Mehrfache Plünderung bei Bauern.
2.) Eigenmächtige Erschießung von 3 Cetniks.
3.) Mord und Verstümmelung von 2 Männern und 2 Frauen. (Die Morde erfolgten durch Halsabschneiden. Den Frauen, einer 50-jährigen und einer 37-jährigen Schwangeren, waren Holzstücke in die Geschlechtsteile getrieben worden.
4.) Mord und Verstümmelung eines Greises.
5.) Zahlreiche weitere Plünderungen und Diebstähle

20.10.1944

Die Rote Armee und die Jugoslawische Volksbefreiungsarmee befreiten Belgrad mit der Belgrader Operation am 20. Oktober 1944.

29.11.1945

Marschall Josip Broz Tito proklamiert am 29. November 1945 in Belgrad die Föderative Volksrepublik Jugoslawien.

8./9.02.1949

Die Belgrader Zeitung „Borba" veröffentlichte am 8./9. Februar 1949 folgende erschütternde wie aufschlußreiche Zahlen:
„Die jugoslawische Armee nahm bei der Befreiung des Landes vom Okkupator und seinen Helfern 1945 221.287 feindliche Soldaten, Unteroffiziere, Offiziere und Generale gefangen.
Deutsche 84.453
Italiener 57.150
Österreicher 27.398
Russen (Wlassowleute) 26.611
Polen 9.425
Ungarn 4.461
Franzosen 3.869
Tschechoslowaken 3.840
Rumänen 3.139
Belgier 387
Holländer 294
Luxemburger 90
Dänen 49
Engländer 35
Schweizer 29
Amerikaner 26
Norweger 9
Spanier 7
Brasilianer 2
Kanadier 2

Vom Mai 1945 bis zum Januar 1949 wurden insgesamt repatriiert:
Deutsche 74.354
Italiener 56.733
Russen (Wlassowleute) 26.611
Österreicher 26.126
Polen 9.425
Ungarn 4.461
Franzosen 3.868
Tschechoslowaken 3.840
Rumänen 3.139
Belgier 378
Holländer, 294,
Luxemburger 90
Dänen 49
Engländer 35
Schweizer 29
Amerikaner 26
Norweger 9
Spanier 7
Schweden 3
Brasilianer 2
Kanadier 2

Insgesamt 209.499

Verfahren nach 1945

NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt
Obj. 14 ZA 55/0915
Entnazifizierungsverfahren (nach SMAD-Befehl 201; Kontrollrats-Gesetz Nr. 10; Kontrollrats-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38) gegen den ehemaligen Polizisten und Betriebsinhaber (o.A.) Adolf Sachs, geb. 03.05.1902, wegen Beteiligung an Exekutionen von Juden in Belgrad (o.J.) und wegen politischer Tätigkeiten

Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Rottenführer
Daugs Otto
* 16.04.1913 in Belgrad
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz