Taucha (Frauenlager)

Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald


Übersicht

Sachsen

Die Fabrikanlagen befanden sich nordwestlich im Graßdorfer Wäldchen bei Taucha
in einem Waldgebiet, das teils zu Leipzig-Portitz gehörte. Die Werksanlagen sind als Rüstungsbetrieb nach Kriegsende 1945 demontiert und die Gebäude und Bunker gesprengt worden.

Bau ab Juli 1935 durch Auto Union A.G. auf 116,5 ha Waldfläche
11 Fertigungshallen (teilunterkellert), Motorenprüfstände, 2 Heizhäuser, Wasserwerk, Feuerwache, Lokschuppen,
Sozialgebäude, Verwaltungsgebäude, Wachgebäude
3 verbunkerte Netzübergabestationen der Energie A.G.
Luftschutzbauwerke und -keller mit insgesamt 76 Schutzräumen für 2914 Personen
Anschlussgleis vom Bahnhof Taucha

29.06.1935 Gründung der Mitteldeutschen Motorenwerke G.m.b.H. Taucha
September 1936 Hallen fertiggestellt
März bis Mai 1937 Umzug der Produktionsanlagen von Zwickau
Lizenzproduktion von Junkers-Flugzeugmotoren Jumo 211
01.04.1939 Umflurung des Werksgeländes von Leipzig-Portitz nach Taucha
1941-43 Erweiterungsbauten (3 Fertigteilhallen und zweites Heizhaus im Südteil)
April 1944 Umstellung der Fertigung auf Jumo 213
Mai bis November 1944 Zerstörung des Werkes durch Luftangriffe
23.06.1945 Wiederaufnahme der (zivilen) Produktion
30.12.1945 Demontagebeginn
Juli bis September 1947 Gebäudeabriss
bis Sommer 1948 Sprengungen
27.08.1948 Löschung der MMW aus dem Handelsregister

Eröffnung: 07.09.1944

Schließung: Am 06.04.1945 Evakuierung nach Riesa.

Deportationen:

Häftlinge: Etwa 1.200, zum Teil Jüdinnen

Geschlecht: Frauen

Einsatz der Häftlinge bei: HASAG (Hugo Schneider AG), Taucha, Werk II, Freiherr v. Steinstraße 3a (heute Mathias-Erzberger-Straße)

Art der Arbeit: Herstellung von Infanteriemunition und Panzerfäusten

Bemerkungen:
In Taucha selbst (mit Eingemeindungen) gab es 24 Lager, vorrangig Zwangsarbeiter-, Fremdarbeiter- und Kriegsgefangenenlager

Die Unterbringung erfolgte in einem mit einem Elektro-Zaun gesicherten Barackenlager. Das Lager bestand aus 18 bis 20 Baracken.


Fiedler Irene (Ingeburg)
* 08.08.1924 in Wilkau
+ 1993 in Holzminden (gestorben u. bestattet in Holzminden-Altendorf)
am 25.10.1947 heiratete sie in Taucha bei Leipzig Fügemann William (Heinz)
25.10.1924-1956 Wohnort Taucha bei Leipzig (zog 1956 nach Holzminden)
1945 bei den Mitteldeutsche Motorenwerke als Kontoristin beschäftigt
25.10.1947 in Taucha bei Leipzig als Packerin beschäftigt


Nach 1945
NS-Archiv des MfS, Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt
Obj. 14 ZD 54/4798
Entnazifizierungsverfahren (nach SMAD-Befehl 201; Kontrollrats-Gesetz Nr. 10; Kontrollrats-Direktiven Nr. 24 und Nr. 38) gegen den ehemaligen Großlieferanten für das Ausländer- und KZ-Lager der Fa. Mitteldeutsche Motorenwerke, Taucha, Alfred Tauchnitz, geb. 19.07.1899, wegen wirtschaftlichen Nutznießertums und wegen politischer Tätigkeiten