Pionki (Männerlager)

Zwangsarbeitslager für Juden

Bezeichnung

Gebiet: Generalgouvernement, Distrikt Radom

Eröffnung: Januar 1941

Schließung: August 1944 Evakuierung

Deportationen: Die Häftlinge wurden in die KZ Auschwitz und Sachsenhausen evakuiert.

Häftlinge:

Geschlecht: Männer

Einsatz der Häftlinge bei: Steyr-Daimler Puch AG; Hermann-Göring-Werke; Deutsche Babcock & Wilcox-Dampfkesselwerke AG, Oberhausen; Firma Meisner, Berlin; Firma Schmidt, Bauunternehmen; Firma Novisielski, Bauunternehmen; Firma Hege-Heiner, Bauunternehmen

Art der Arbeit: Herstellung von Schießpulver, Arbeit im Elektrizitätswerk, Bauarbeiten

Bemerkungen:


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31.07.1944

Am 31. Juli 1944 werden 3000 Juden und unerwünschte Elemente aus dem Zwangsarbeiterlager Pionki ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Der Transport erreicht Auschwitz am 31. Juli 1944. Bei der Selektion werden 817 jüdische Frauen und 1147 Männer als Häftlinge registriert, die übrigen werden der Sonderbehandlung zugeführt.

Aussage des Überlebenden Garfinkiel Wolf Häftlingsnummer B 144
* 12.07.1911 in Tomaschow
Am selben Tag kam aus Stutthof ein Transport an, zu welchem auch eine Gruppe von über hundert litauischen Kindern gehörte. Es handelte sich um jüdische Kinder aus Kowno. Diese Gruppe wurde in derselben Baracke des Quarantänelagers untergebracht, in welcher ich mich befand. Ich erinnere mich sehr genau, daß am jüdischen Neujahrstag 1944 (18. September 1944) eine Selektion stattfand, die ein SS-Arzt vornahm. Wir mußten zu diesem Zwecke uns außerhalb der Baracke aufstellen. Wir mußten uns alle vollständig entkleiden, und der SS-Arzt betrachtete uns und traf auf Grund seines Eindrucks seine Entscheidung. Als der SS-Arzt an die Gruppe der litauischen Kinder kam, mußten der Blockälteste und der Blockschreiber eine Schnur in einer bestimmten Höhe halten. Sofern die Kinder kleiner waren, wurden sie gleichfalls ins Gas selektiert.