München

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Deutschland, Bundesland Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Landeshauptstadt des Freistaates Bayern


1777

Die tolerante Judenpolitik Kurfürst Karl Theodors führt zu einem Zuzug von Angehörigen der Minderheit; 1777 gibt es in München 15 jüdische Haushalte, während sieben Jahre später 119 Juden in München leben; Beschwerden durch misstrauische und fremdenfeindliche christliche Nachbarn beginnen sich zu häufen


10.12.1889

Im bayerischen Landtag wirft der Abgeordnete Wolfgang Wagner dem bayerischen Innenminister von Feilitzsch vor, dessen Polizeibehörden seien den “Zigeunern“ gegenüber machtlos und die “Zigeunervorschriften“ unzulänglich; der Abgeordnete vertritt eine in Bayern weithin geteilte Ansicht, wenn er die “Zigeuner“ grundsätzlich als lästige, kriminelle Ausländer, die über die Reichsgrenze abgeschoben werden müssten, charakterisiert; Wagner hält ferner die Ausländerpolitik für unwirksam; der durch derartige Polemik und entsprechende Pressemeldungen ausgeübte öffentliche
Druck auf die bayerische Regierung lässt diese allzu gern übersehen, dass die Anzahl der Sinti und Roma in Bayern vergleichsweise sehr gering ist;
Innenminister von Feilitzsch nimmt zu seiner Politik gegenüber Sinti und Roma im bayerischen Landtag Stellung:
“Wenn keine Legitimation vorhanden, so ist natürlich der Mann, so lange die Heimath oder Staatsangehörigkeit nicht ermittelt werden kann, als heimathlos zu betrachten und was bliebe dann dem bayerischen Staat übrig? Nichts anderes als diese Zigeunerbande als heimathlos auf Kosten
des bayerischen Staates dauernd zu ernähren. Meine Herren! Das kostet nur den bayerischen Staate so viel Geld, dass man alle Mittel zuerst anwenden muß, bis man zu diesem letzten greift, und wenn eine solche Bande endlich über die Grenze geht, ist jede Behörde froh, in dem man
sich dieselbe glücklich vom Halse geschaffen hat. Um aber den Eintritt und das Herumtreiben dieser Zigeuner in Bayern so schwer als möglich
zu machen, sind die strengsten Befehle an die Behörden ergangen.“


28-03.1899

In der Münchener Polizeidirektion wird als Schaltstelle zwischen Innenministerium und Polizeibehörden der “Zigeunernachrichtendienst“ eingerichtet und zu dessen Leiter der berüchtigte Kriminalrat Alfred Dillmann ernannt, dessen Ziel die systematische Erfassung von Daten zu allen auf bayerischem Gebiet angehaltenen “Zigeunern“ und “nach Zigeunerart umherziehenden Personen“ ist; die Einschätzung der Situation durch diese Zentrale beeinflusst in Zukunft maßgeblich die bayerische “Zigeunerpolitik“; Distriktpolizeibehörden müssen von nun an der Polizeidirektion
München folgende Angaben zukommen lassen:
1. Personalien der einzelnen Mitglieder der Bande
2. Legitimationspapiere nach Inhalt, Datum und Fertigung mit besonderer Berücksichtigung der etwa von bayerischen Behörden ausgestellten oder ausgedehnten Scheine.
3. Mitgeführte Pferde und sonstige Tiere, Wagen und sonst bemerkenswerte Gegenstände
4. Herkunft und Richtung der Wanderung
5. Hervorgetretene Anstände, insbesondere strafbareHandlungen
6. Getroffene polizeiliche Maßnahmen, eingeleitete strafrechtliche Untersuchungen
7. Angabe der Gründe, aus welchen von einer Behelligung im Sinneder eingangs erwähnten Entschließungen abgesehen wurde
Darüber hinaus sind der Polizeidirektion München auf Verlangen alle “Zigeunerakten“ der Distriktverwaltungsbehörden zur Einsicht zu überlassen; am 10. 5. berichtet die Bayerische Gemeindezeitung in der Absicht die Öffentlichkeit für die staatliche “Zigeunerpolitik“ zu gewinnen über den Nachrichtendienst, wobei sie versucht das behördlich Vorgehen wie folgt zu legitimieren: “Die Zigeuner, jenes heimatlose, von Ort zu Ort und von Land zu Land ziehende Volk, welches sich vom Kartenschlagen, Wahrsagen, Betteln, Stehlen und im höchsten Falle vom Kesselflicken und Korbflechten nährt, haben von jeher wegen ihrer Sicherheitsgefährlichkeit die besondere Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen“; die behördliche Entrechtung und Sonderstellung von Sinti und Roma in Bayern wird damit lange vor der Machtübernahme durch die
Nationalsozialisten eingeleitet; Rechte, die für jeden sesshaften Bürger selbstverständlich sind, werden der nichtsesshaften Minderheit konsequent entzogen oder verweigert.


1901

Die Polizeidirektion München legt ein eigenes Strafregister für “Zigeuner“ an, das als Nebenregister des Hauptkatasters geführt wird; Zweck der Maßnahme ist es, Ausweisungen von Angehörigen der verachteten Minderheit noch rascher als bisher einleiten zu können.


17.06.1905

Die bayerische “Zigeunerzentrale“ der Münchner Polizeidirektion gibt die Fertigstellung ihres “Zigeunerbuches“, das ausschließlich für den amtlichen Gebrauch bestimmt ist, bekannt; Herausgeber Dillmann merkt darin an: “
Das gewonnene Material ist nicht nur für die Justiz-, Polizei-, und Finanzbehörden, sondern auch für die mit Beurkundung des Personenstandes beschäftigten Behörden sowie für die Pfarrämter von hohem Interesse. Geradezu unentbehrlich erweist sich dasselbe für die Organe des äußeren Sicherheitsdienstes (Gendarmerie und gemeindliche Polizeiorgane) wie der Strafrechtspflege.“; die Namen ebenso wie weitere detaillierte Angaben zu 3350 “Zigeunern“ und “in Zigeunerart umherziehenden Personen“ sollen dazu beitragen den Bürokraten die Arbeit zu erleichtern; angesichts dieser minimalen Zahl (weniger als ein Promille der bayerischen Bevölkerung) von “Zigeunerunwesen“ zu sprechen, ist geradezu absurd; der Anteil ausländischer “Zigeuner“ in Bayern ist ebenfalls sehr niedrig: “nur 6 ungarische und 3 Pyrenäenzigeunerbanden nachgewiesen...“; noch im selben Jahr verordnen Kultus- und Finanzminister ebenfalls den amtlichen Gebrauch des “Zigeunerbuches“, wobei jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass dieses weder an Privatpersonen (“für wissenschaftliche Zwecke“) noch an Bibliotheken zu übergeben sei; andererseits wird es Behörden des Auslands (Österreich-Ungarn, Schweiz, Luxemburg) zur Verfügung gestellt und von diesen auch benutzt; Prinzregent Luitpold
erhält ebenfalls ein Exemplar und erteilt prompt sein Lob.


15.02.1907

Einem Bericht der Polizeidirektion München ist zu entnehmen, dass im Verlaufe des Vorjahres 143 “größere bekannte Banden“, 27 neue “Banden“, 59 bekannte “Zigeunerfamilien“, 19 neue “Zigeunerfamilien“, 14 bekannte und 9 neue “Einzel-Zigeuner“ in Bayern aufgetreten sind, und: “Von 322 Aufschreibungen gegen Zigeuner wurden 138 als erledigt widerrufen, rechtskräftige Bestrafung erfolgte in 99 Fällen: Dazu kommen 5 Reichs- und 15 Landesverweisungen, 148 bekannt gewordene Festnahmen und 12 Einschaffungen in das Arbeitshaus.“ Dass unter diesen Umständen bei
Behörden aber auch in der Presse noch immer von “Zigeunerplage“ gesprochen werden kann, ist nur dadurch erklärbar, dass man die Minderheit als Sündenbock benötigt, um von gravierenden sozialen oder politischen Problemen abzulenken; während Juden gesellschaftliches Ansehen, vereinzelt sogar Einfluss und zeitweise auch einen gewissen Rückhalt bei Teilen der Mehrheitsbevölkerung erlangen können, bleiben Sinti und Roma gänzlich ohne jedwede Fürsprecher.


04.06.1907

In München wird die "Engelmacherin" Babette Seiler, in deren "Kinderheim" innerhalb von acht Wochen acht von zwölf abgegebenen Kindern gestorben waren, zu sechs Monaten Gefängnis, vier Wochen Haft und 70 Mark Geldstrafe verurteilt.


12.07.1907

Die Wirtin eines bekannten Münchener Bräukellers, zu dessen Spezialitäten "Fleischpflanzerln" zählen, wird zu 400 Mark Geldstrafe verurteilt, nachdem ihr Rezept für diese bayerische Spezialität an die Öffentlichkeit gedrungen war: Sie ließ die Fleischreste von den Tellern der Gäste in einem großen Topf sammeln und mit Paniermehl vermischen; daraus wurden die nach Aussagen vieler Gäste wohlschmeckenden Knödel geformt.


01.10.1907

Die Bierpreise in München werden um zwei Pfennig erhöht, ohne dass Protest laut wird. Die Ruhe wird als Zeichen dafür gewertet, dass der Kampf von SPD und Gewerkschaften gegen den Alkoholmißbrauch bei der Arbeiterschaft auf fruchtbaren Boden fällt. Die "Münchner Post" rät den Arbeitgebern gar in den Kantinen billige alkoholfreie Getränke wie Tee anzubieten. Einige Münchner Kantinen melden im Verlauf des Oktobers, dass täglich nur noch 50 l statt wie bisher 15 Hektoliter Bier ausgeschenkt würden.


18.10.1907

Die Schreckensmeldungen aus aller Welt werden in den Schatten gestellt von der Entdeckung des Münchner "Kinder-Vampyrs". Dort hat die 13jährige Ida Schnell sieben Säuglinge, die sie hüten sollte, kaltblütig und so raffiniert umgebracht, dass erst nach dem siebten Mord der Verdacht auf sie fiel. Aufgrund seines jugendlichen Alters wird das Mädchen in eine Besserungsanstalt eingewiesen.


14.04.1910

Die im Bau befindliche Parsevalhalle in München stürzt ein. Eine Person kommt ums Leben, sechs Menschen werden schwer verletzt.


17.09.1910

In München beginnt die 100-Jahrfeier des Oktoberfests.


01.08.1911

Der Münchener Tierpark Hellabrunn wird eröffnet.


03.10.1911

Die Schauspielerin und Schriftstellerin Helene von Dönniges nimmt sich in München aus Gram über den Tod ihres dritten Mannes das Leben.


16.03.1912

Die Münchener Polizei gibt bekannt, dass die Nackttänzerin Adorée Villany (Erna Reich) aus Bayern ausgewiesen worden sei. Die bayerische Regierung wirft der Künstlerin Vergehen gegen die Sittlichkeit vor.


12.12.1912

In München stirbt Prinzregent Luitpold.


19.12.1912

In der Münchner Theatinerkirche findet die Beisetzung des bayerischen Prinzregenten Luitpold statt. Der Trauerfeier wohnen der deutsche Kaiser sowie Vertreter in- und ausländischer Fürstenhäuser bei.


13.05.1913

Der preußische Militärattaché Oskar von Lewinski wird in München von dem 34jährigen arbeitslosen Zinngießer Johann Strasser getötet.


01.09.1913

Die Münchener Krankenhäuser geben die Einlieferung von 41 Typhusfällen bekannt. Die Infizierung erfolgte über typhusverseuchte Milch.


30.10.1913

In München hebt die bayerische Abgeordnetenkammer die Herrschaft des für geisteskrank erklärten Königs Otto verfassungsrechtlich auf. Nachfolger wird Prinzregent Ludwig.


01.11.1913

Mit einem zweiten Gutachten - das erste stammt vom 27. Oktober 1913 - diagnostizieren fünf deutsche Ärzte bei dem bayerischen König Otto das "Endstadium einer langdauernden psychischen Erkrankung". Damit legitimieren sie die Thronbesteigung durch den bisherigen Prinzregenten Ludwig.


05.11.1913

Nach einer Änderung der bayerischen Landesverfassung - die eine Absetzung des rechtmäßigen, aber für psychisch gestört erklärten bayerischen Königs Otto erlaubt - übernimmt Prinzregent Ludwig als Ludwig III. in München die bayrische Königswürde.


08.11.1913

Der neue bayrische König Ludwig III. leistet seinen Eid auf die bayrische Landesverfassung ab. Gleichzeitig erfolgt die Vereidigung des Militärs auf den neuen Herrscher, der bisher als Prinzregent amtierte.


24.09.1914

Die Polizeistation Allach (bei München) erstattet Meldung über das Erscheinen einer “Zigeunerbande“: “Gestern, den 24. dM (September), nachm.
5 h kam die Zigeunerbande R. nach Obermenzing, Die ganze Bande besteht aus 22 Personen, darunter 6 Erwachsene und 16 Kinder. Ihre Habseligkeiten führen sie in 6 Kinderwägen mit. Unter ihren Legitimationen befinden sich auch Ausweisungsbefehle wonach sie von Straßburg ausgewiesen u. auf 100 km Entfernung nach Altdeutschland abtransportiert wurden. Die ganze Bande gliedert sich in folgende Familien: Eine strafbare Handlung konnte ihnen vorerst nicht nachgewiesen werden. Sie kamen von Haimhausen her, wo selbst sie sich um Arbeit bemühten. Nachdem auch sonst Fälle, welche eine eventl. Festnahme erheischen würden, nicht bekannt sind, konnte gegen die Bande nicht weiter vorgegangen werden. Heute vorm. 6 h zog die Gesellschaft in der Richtung Lochhausen-Fürstenfeldbruck. Die einschlägigen Stationen wurden von deren Erscheinen in Kenntnis gesetzt.“


26.06.1916

In München wird ein Zweigwerk des Essener Krupp-Konzerns gegründet. Das Grundkapital von 25 Millionen Mark wird je zur Hälfte von Krupp und von einem Konsortium aus Banken und Industrieunternehmen aufgebracht. Das neue Werk, mit dem vor allem der Bedarf des bayerischen Heeres gedeckt werden soll, wird bei Freimann im Norden Münchens entstehen.


08.07.1916

In München wird der Kunstmaler Wilhelm Lehmann zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Er war für schuldig befunden worden, in den vergangenen Jahren mehr als 200 Bilder deutscher Maler aus dem 19. Jahrhundert gefälscht und dann verkauft zu haben.


1918

Das Stellvertretende Generalkommando I in München verfügt die “Einschaffung der Zigeuner aus den Bezirken des II. und III. Armeekorps zur Arbeitsstelle Weilheim“ (zur Zwangsarbeit); ob diese Anordnung noch zur Durchführung kam, ist nicht geklärt; Tatsache ist, dass in Bayern bereits im Ersten Weltkrieg geplant wurde, was im Zweiten zur Ausführung kam.


07.11.1918

In München wird die Wittelsbacher Monarchie gestürzt. Kurt Eisner ruft die bayerische Volksrepublik aus.


24.12.1918

Bis einschließlich zum 01.01.1919 bleiben die Betriebe in München wegen des Mangels an Heizstoffen geschlossen.


05.01.1919

In München gründen der Sportreporter Karl Harrer und der Werkzeugmacher-Schlosser Anton Drexler die Deutsche Arbeiter-Partei (DAP), zu deren wichtigsten Parteizielen bereits jetzt die Errichtung einer völkischen Diktatur gehört; Hitler lernt die DAP am 12.09.1919 während einer Versammlung kennen, bei der er selbst das Wort ergreift (Drexler über ihn: “Mensch, der hat a Gosch’n, den kennt ma braucha.“); eine Woche später tritt er ihr bei und setzt schon bald die Umbenennung in NSDAP durch; auch das Parteiprogramm, das am 24.02.1920 bekannt gegeben wird, gestaltet er bereits mit.


21.02.1919

Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner (USPD) wird auf dem Weg zur Eröffnung des Landtags in München von dem Reserveleutnant Graf Anton von Arco-Valley ermordet.

Kommunisten und linke Gruppierungen besetzen die Münchner Zeitungshäuser. Es kommt zur sog. zweiten Revolution in Bayern. Die politische Führung übernimmt ein aus MSPD, USPD und KPD sowie aus Mitgliedern der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte gebildeter Aktionsausschuß; leitendes Organ ist der elfköpfige Zentralrat.


18.03.1919

Der bayerische Landtag in München nimmt das Gesetz über die Aufhebung des Adels an. Der bayerische Adel wird aufgehoben, bayerischen Staatsangehörigen wird verboten, die Verleihung eines Adelstitels eines anderen Staats anzunehmen.


13.04.1919

In der Nacht auf den 13. April putschen Teile der Münchner Garnison gegen die Räteregierung, verhaften mehrere Mitglieder des Zentralrats und erlassen am Morgen des 13. eine Proklamation, in der die Bevölkerung zur Unterstützung der nach Bamberg entflohenen sozialdemokratischen Regierung unter Johannes Hoffmann aufgerufen wird.

Mit der Erstürmung des Münchner Hauptbahnhofs nach schweren Straßenkämpfen durch die Kommunisten ist die eintägige Diktatur der Münchner Garnison beendet.


14.04.1919

Der Münchner Stadtkommandant, der Matrose Rudolf Eglhofer, ordnet die Entwaffnung des Bürgertums an. Bürger, die innerhalb von zwölf Stunden ihre Waffen nicht abgegeben haben, sollen erschossen werden. Zugleich wird das Proletariat bewaffnet.


16.04.1919

Der bisherige Stadtkommandant von München, der Matrose Rudolf Eglhofer, wird Kommandeur der Roten Armee in München.

Der Schriftsteller Ernst Toller, einer der Frontabschnittskommandeure der Roten Armee, durchbricht in der Schlacht bei Dachau den Ring aus preußischen, württembergischen und bayerischen Regierungstruppen (Weiße Garde), die gegen München marschieren.


29.04.1919

In München wird die Diktatur der Roten Garde errichtet. Die oberste Gewalt übt der 21jährige desertierte Matrose Rudolf Eglhofer aus.

In die Kämpfe gegen die Münchner Räterepublik greifen mehrere Freikorps ein, in denen sich viele rechtsgerichtete ehemalige Kaiserliche Soldaten zusammengeschlossen haben.


30.04.1919

Soldaten der Roten Garde erschießen in München zehn Geiseln, um die vorrückenden Regierungstruppen vor einem weiteren Vormarsch abzuschrecken. Am gleichen Tag erobern bayerische Regierungs- und Reichstruppen Dachau, den stärksten Stützpunkt der revolutionären Münchner Roten Armee.


01.05.1919

Während Reichswehrtruppen bis vor München heranrücken, bildet sich in der Stadt eine Bürgerwehr gegen die Herrschaft der Roten Armee.


02.05.1919

Bayerische Regierungs- und Reichstruppen sowie Freikorps erobern die Landeshauptstadt München und zerschlagen die Herrschaft der Roten Armee.


06.05.1919

Konterrevolutionäre Soldaten ermorden in München 21 katholische Gesellen, die fälschlicherweise als Spartakisten denunziert worden waren.


13.05.1919

Eugen Leviné, einer der Führer der gestürzten Münchner Räterepublik wird in München verhaftet.


03.06.1919

Eugen Leviné, eine der führenden Persönlichkeiten der Münchner Räterepublik, wird vom Standgericht in München wegen Hochverrats zum Tod verurteilt.


12.06.1919

Das Standgericht in München verurteilt Gustav Klinglhöfer, den stellvertretenden Führer der Roten Garde während der kommunistischen Herrschaft in München, wegen Hochverrats zu fünf Jahren und sechs Monaten Festungshaft.

Der Verein FC Bayern-München wird deutscher Fußballmeister, ein Erfolg, den die Mannschaft ganz besonders ihrem Präsidenten, dem Juden Kurt Landauer verdankt; seine Verdienste bewahrenden gebürtigen Münchner jedoch nicht vor Verhaftung und Deportation ins KZ Dachau; mit viel Glück kann er 1939 in die Schweiz entkommen, während vier seiner Geschwister dem deutschen Rassenwahn zum Opfer fallen.


23.06.1919

Das Standgericht in München verurteilt Ernst Niekisch, den früheren Vorsitzenden des Revolutionären Zentralrats wegen Beihilfe zum Hochverrat zu zwei Jahren Festungshaft.


26.06.1919

Eduard Schmid (MSPD) wird zum Ersten Bürgermeister der bayerischen Hauptstadt München gewählt.


12.07.1919

Das Münchner Standgericht verurteilt den Schriftsteller und Rätepolitiker Erich Mühsam wegen Hochverrats zur Höchststrafe von 15 Jahren Festung unter "Zubilligung" der ehrlosen Gesinnung.


16.07.1919

Das Münchner Standgericht verurteilt den Dramatiker und Rätepolitiker Ernst Toller wegen Hochverrats zur Mindeststrafe von fünf Jahren Festung. Toller konnte keine "ehrlose Gesinnung" nachgewiesen werden.


25.07.1919

Das Münchner Standgericht verurteilt Tobias Axelrod, Mitglied der Münchner Räteregierung, wegen Beihilfe zum Hochverrat unter Annahme "ehrloser Gesinnung" und unter Verweigerung mildernder Umstände zu 15 Jahren Zuchthaus.


17.08.1919

Der bayerische Landtag und die bayerische Staatsregierung übersiedeln von Bamberg nach München.


12.09.1919

Der Österreicher Adolf Hitler besucht in München eine Veranstaltung der rechtsradikalen Deutschen Arbeiterpartei, in die er wenig später eintritt und deren Führung er übernimmt.


18.09.1919

Das Volksgericht für den Landesgerichtsbezirk München I erlässt nach 18 tägiger Verhandlung das Urteil im Geiselmörderprozeß. Sechs Angeklagte werden zum Tod verurteilt, sieben zu 15 Jahren Zuchthaus, zwei werden freigesprochen. Die Todesurteile werden einen Tag später durch Erschießen vollstreckt.


01.10.1919

Der bayerische Landtag tritt zum ersten Mal seit seiner Übersiedlung von Bamberg nach München wieder zusammen.


15.12.1919

Das Volksgericht am Landgericht München I verurteilt die Landtagsmörder vom 21. Februar zu hohen Freiheitsstrafen. Der Hauptangeklagte, der Metzger Lindner, erhält 14 Jahre Zuchthaus. Ihm wird "niedrige Gesinnung" nachgewiesen.


16.01.1920

Der Mörder des bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD), Anton Graf von Arco auf Valley, wird in München zum Tode verurteilt, später jedoch von der bayerischen Regierung zu lebenslanger Festungshaft begnadigt.


1920

Die Stadt München beschließt 1500 Juden aus Osteuropa, die in der Stadt eine neue Heimat gefunden haben, abzuschieben; erst in allerletzter Minute wird der Beschluss rückgängig gemacht und die ehemaligen Flüchtlinge dürfen bleiben, jedoch nur für kurze Zeit: 1923 lässt sie Generalstaatskommissar von Kahr aus München ausweisen.


24.02.1920

In München hält die von Anton Drexler 1919 gegründete rechtsnationale Deutsche Arbeiterpartei (später Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei NSDAP) eine Großversammlung ab. Adolf Hitler - seit Januar zuständig für Parteipropaganda - verkündet vor knapp 2000 Anwesenden ein von ihm zusammen mit Gottfried Feder und Drexler ausgearbeitetes Programm.


21.04.1920

Der NSDAP-Propagandaleiter Adolf Hitler gründet im bayerischen Rosenheim die erste Parteisektion außerhalb Münchens.


04.10.1920

Bei einem Vortrag des deutschen Sexualforschers Magnus Hirschfeld in München kommt es zu gewalttätigen Störaktionen durch Rechtsextreme. Hirschfeld - seit 1918 Leiter eines Instituts für Sexualwissenschaft in Berlin - wird dabei verletzt und muss im Krankenhaus behandelt werden.


27.10.1920

Die bayerische Landesregierung in München erlässt eine einstweilige Anordnung gegen das Wucher- und Schiebertum. Sie sieht schwere Freiheits- und Geldstrafen für Wucherer und Schwarzhändler vor.


16.12.1920

In München erwirbt die NSDAP für 120.000 Mark die Wochenzeitung (ab 1923: Tageszeitung) Völkischer Beobachter. Die Bürgschaft für die Finanzierung übernimmt der neue Hauptschriftleiter Dietrich Eckart, der die Hälfte des Betrags aus einem Fonds der Reichswehr erhält.


21.01.1921

In München findet eine Generalmitgliederversammlung der NSDAP statt. Der Vorsitzende Anton Drexler und sein Stellvertreter Oskar Körner werden wiedergewählt.


31.01.1921

In München verbietet der Staatskommissar der Polizei die Kampforganisation Republikanischer Schutzbund mit der Begründung, dass sie ein militärischer Verband sei.


05.02.1921

Erste Massenveranstaltung der NSDAP im Münchner Zirkus Krone als Protestkundgebung gegen den Versailler Vertrag und die Pariser Reparationsbeschlüsse.


15.02.1921

Der Dramatiker Georg Kaiser wird in München zu einer zwölfmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.


14.05.1921

Der bayerische Ministerpräsident Gustav Ritter von Kahr (parteilos) empfängt in München den NSDAP-Propagandaleiter Adolf Hitler und seinen Mitarbeiter Rudolf Heß, um Möglichkeiten zur Sammlung aller "nationalen Kräfte" zu besprechen, da die Reichsregierung die endgültige Auflösung der Einwohnerwehren. fordert.


09.06.1921

Der Fraktionsvorsitzende der bayrischen USPD im bayerischen Landtag, Karl Gareis (1890–1921), wird in München ermordet. Trotz starker Verdachtsmomente gegen Otto Braun, im Krieg Oberleutnant und Mitglied der rechtsradikalen »Organisation Consul«, wird kein Täter ermittelt.


24.07.1921

Der frühere bayerische Verkehrsminister und bekannte Numismatiker Heinrich von Frauendorfer begeht in Geiselgasteig bei München Selbstmord, nachdem ihm die Fälschung zahlreicher antiker Münzen nachgewiesen wurde.


29.07.1921

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der NSDAP in München wird Adolf Hitler als Nachfolger von Anton Drexler zum Parteivorsitzenden gewählt.


03.08.1921

Auf Initiative des NSDAP-Parteivorsitzenden Adolf Hitler wird der NSDAP-"Versammlungsschutz" in München in eine paramilitärische Kampforganisation umgewandelt, die im November in Sturmabteilung (SA) umbenannt wird.


26.08.1921

Bei einer von den Gewerkschaften organisierten Demonstration gegen Hunger und Teuerung in München, an der 50 000 Menschen teilnehmen, kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.


17.09.1921

In München wird zum ersten Mal seit dem Weltkrieg wieder das traditionelle Oktoberfest gefeiert. Dieses Volksfest findet seit 1811 alljährlich statt und dauert zwei Wochen.


01.10.1921

Die sozialdemokratische Tageszeitung "Münchener Post" berichtet von den Aktivitäten des rechtsextremistischen Freikorps Oberland, das neben einer Spionageabteilung ein Einbruchkommando und eine "Mordabteilung" unterhalte. Die Organisation, die über eine große Anzahl an Waffen verfüge, sei von dem inzwischen zurückgetretenen Münchner Polizeipräsidenten Ernst Pöhner und seinem Mitarbeiter Wilhelm Frick gefördert worden.


04.11.1921

Während einer Rede des NSDAP-Vorsitzenden Adolf Hitler im Münchner Hofbräuhaus kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Hitler-Anhängern und Sozialdemokraten. Hitler hatte den Mordanschlag von Nationalsozialisten auf den SPD-Landtagsabgeordneten Erhard Auer im Februar gerechtfertigt.


26.04.1922

Weite Teile des Münchener Tierparks in Hellabrunn müssen wegen finanzieller Not geschlossen werden.


04.07.1922

In München endet ein Hochverratsprozeß gegen Freiherr Hubert von Leoprechting, der zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wird. Er hatte von der französischen Gesandtschaft Geld erhalten, um eine Trennung des Landes Bayern vom Deutschen Reich zu unterstützen.


30.07.1922

In München hält der Führer der Nationalsozialisten, Adolf Hitler, einen Vortrag zum Thema "Freistaat oder Sklaventum", in dem er u.a. die bayerische Regierung auffordert, "steifnackig" zu bleiben gegenüber den Berliner "Regierungsbolschewisten".


01.10.1922

Auf der Theresienwiese in München findet das 100. Oktoberfest statt.


20.10.1922

In München wird der ehemalige Privatsekretär von Kurt Eisner (Präsident der ehemaligen Münchner Räterepublik), Felix Fechenbach, wegen Hochverrats zu zehn Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Festungshaft verurteilt.


29.10.1922

Aus Protest gegen das Singen von Liedern in französischer Sprache werfen Besucher des Konzerts der italienischen Liedersängerin Gita Lenart in München Stinkbomben. Das Konzert muss daraufhin abgebrochen werden.


03.11.1922

Der junge deutsche Schriftsteller Bertolt Brecht heiratet in München die Augsburger Sängerin Marianne Zoff.


08.11.1922

Mit den Stimmen der Bayerischen Volkspartei (BVP) und des Bauernbunds wählt der bayerische Landtag in München Eugen Ritter von Knilling (BVP) zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten. Er löst Hugo Max Graf von Lerchenfeld ab.


13.11.1922

Die bayerische Regierung gibt für die beginnende Faschingszeit wesentliche Einschränkungen bekannt. Demnach werden alle öffentlichen Faschingslustbarkeiten unter freiem Himmel, ferner solche, bei denen die Teilnehmer in Masken erscheinen, verboten. Diese Maßnahmen stehen in Verbindung mit der immer stärker werdenden Tätigkeit Rechtsradikaler in Bayern.


30.11.1922

In München wird Korvettenkapitän Hermann Ehrhardt als einer der führenden Teilnehmer des Kapp-Putsches von 1920 verhaftet.

An einer Massenkundgebung der Nationalsozialisten in München nehmen etwa 50 000 Menschen teil. Hauptredner auf der Veranstaltung ist Adolf Hitler.


17.12.1922

In München veranstalten die nationalsozialistischen Sturmtruppen einen Generalappell, auf dem Adolf Hitler einer der Hauptredner ist.


11.01.1923

In München demonstrieren die Nationalsozialisten (NSDAP) gegen die "Novemberverbrecher". Dieses diffamierende Schlagwort bezieht sich auf die republikfreundlichen Parteien (SPD, Zentrum, DDP), die sich im November 1918 für die Ausrufung der Republik und die Unterzeichnung eines Waffenstillstandsvertrags einsetzten.


27.01.1923

In München findet der erste Reichsparteitag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) statt. Wegen umlaufender Putschgerüchte hat der bayerische Ministerpräsident Eugen Ritter von Knilling (BVP) vorsorglich den Ausnahmezustand für München erklärt.


06.02.1923

Der anlässlich des nationalsozialistischen Parteitags in München erklärte Ausnahmezustand wird aufgehoben.


28.02.1923

Während der Debatte über die Einführung des Amtes eines Staatspräsidenten kommt es im bayerischen Landtag zu einer Schlägerei, nachdem ein kommunistischer Abgeordneter die Antragsteller (Bayerische Volkspartei) als Hochverräter bezeichnet. Der Antrag erhält nicht die für die Verfassungsänderung notwendige Zweidrittelmehrheit.


09.03.1923

Der bayerische Landtag in München stimmt mit 92 gegen 26 Stimmen (SPD/KPD) einer Abfindung des bayerischen Königshauses der Wittelsbacher zu.


26.04.1923

Zwischen Anhängern der SPD, KPD und NSDAP kommt es in München zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Vergeblich fordert der Nationalsozialist Adolf Hitler die bayerische Regierung auf, die Maifeiern zu verbieten, weil angeblich ein Linksputsch geplant sei.


01.05.1923

Nur die Präsenz von Reichswehreinheiten und Landespolizei hindert die Nationalsozialisten daran, die große Mai-Demonstration der Linken in München gewaltsam zu stören. Adolf Hitlers Aufgebot umfaßt etwa 1200 Mann (hauptsächlich Mitglieder der Sturmabteilung), zu deren Bewaffnung auch Maschinengewehre gehören.


04.06.1923

Vor dem Münchner Volksgericht beginnt der Fuchs-Machhaus-Prozeß. Gegen den Schriftsteller und Theaterdirektor Georg Fuchs (Hugo Machhaus hatte am 04.05. in der Untersuchungshaft Selbstmord begangen) wird wegen Hochverrats verhandelt. Fuchs und andere Mittelsmänner sollen von dem französischen Agenten Augustin Richert hohe Summen zur Weitergabe an rechtsradikale Verbände erhalten haben, um diese zu einem separatistischen Rechtsputsch zu bewegen.


22.06.1923

Siegmund Fränkel, Vizepräsident der Handelskammer München, wird am Isartorplatz von Nationalsozialisten überfallen, verprügelt und als "Saujud" beschimpft.


09.07.1923

Das Volksgericht München verurteilt nach vierwöchiger Verhandlung den Schriftsteller Georg Fuchs wegen hochverräterischer Unternehmungen zu zwölf Jahren Zuchthaus. Der Mitangeklagte Johann Munk erhält eine Gefängnisstrafe von anderthalb Jahren.


14.07.1923

Adolf Hitler, nationalsozialistischer Parteiführer, nutzt das 13. Deutsche Turnfest in München zu einer Großkundgebung seiner Partei im Zirkus Krone. Die anschließende Demonstration der NSDAP wird von der Polizei gesprengt.


17.07.1923

Im bayrischen Landtag kommt es zu einer heftigen Debatte wegen des Fuchs-Machhaus-Prozesses. Der SPD-Abgeordnete Alwin Saenger kritisiert die "unverständliche Milde" des Urteils und greift die Polizei an, weil sie den französischen Agenten Augustin Richert habe entkommen lassen.


08.11.1923

NS-Führer Adolf Hitler verkündet im Münchener Bürgerbräukeller die "nationale Revolution", erklärt die bayrische und die Reichsregierung für abgesetzt und proklamiert den Marsch auf Berlin. Am folgenden Tag wird der Hitlerputsch von Polizei und Reichswehr an der Feldherrnhalle gewaltsam niedergeschlagen.


12.12.1923

Einer üblen Hetze der Rechtsradikalen ist Kardinal Michael von Faulhaber, Erzbischof von München, ausgesetzt. Faulhaber hatte öffentlich zugunsten der Juden Stellung genommen, weil er im Zusammenhang mit dem Hitlerputsch auf die Gefahr eines Pogroms aufmerksam gemacht worden war.


24.05.1926

Ein in den Bahnhof München-Ost einfahrender Reisezug kann vom Lokführer nicht rechtzeitig zum Halten gebracht werden und fährt auf einen im Bahnhof stehenden Sonderzug auf, wobei die beiden letzten Waggons des Sonderzuges ineinander geschoben werden. Der schuldtragende Lokführer wird zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt. Opferbilanz: 33 Tote, ca. 100 Verletzte.


12.06.1932

Der Verein FC Bayern-München wird deutscher Fußballmeister, ein Erfolg, den die Mannschaft ganz besonders ihrem Präsidenten, dem Juden Kurt Landauer verdankt; seine Verdienste bewahren den gebürtigen Münchner jedoch nicht vor Verhaftung und Deportation ins KZ Dachau; mit viel Glück kann er 1939 in die Schweiz entkommen, während vier seiner Geschwister dem deutschen Rassenwahn zum Opfer fallen.


10.08.1933

Bei einer Großrazzia in München werden 68 Funktionäre der illegalen KPD verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau gebracht.


22.08.1933

Am 22.08.1933 wird der aus München-Pasing stammende KPD-Funktionär Franz Stenzer, Instrukteur der illegalen KPD in Süddeutschland, im Konzentrationslager Dachau ,,auf der Flucht erschossen“.
Franz Stenzer geriet bei einer Besprechung am 30. Mai 1933 der Politischen Polizei in die Hände, kam als Schutzhaftgefangener in das KZ
Dachau. Dort wurde er schwer gefoltert und am 10.August 1933 noch in den sogenannten Kommandantur-Arrest gesperrt. Am 22.August 1933 wurde Franz Stenzer vom SS-Scharführer Dirnagel im Todeskeller ermordet, angeblich „auf der Flucht erschossen“.
Stenzers Frau wurde am Tage seiner Beisetzung bedingt freigelassen und zog mit ihren drei Töchtern, den Zwillingen Emma und Elise (* 02.09.1923) und Lilly (* 01.07.1927) in ihr Heimatdorf Anspach im Taunus. Die Rote Hilfe organisierte Ende November 1933 ihre Flucht aus Deutschland.


04.01.1938

Die Gestapo München vermerkt am 14. Januar, dass es jüdischen „Mischlingen“ mit unehelichen Kindern nicht verboten ist, sich zu treffen


20.07.1938

Mit diesem Transport wird der am 20.01.1899 in Unterammergau geborene Speer Augustin von München ins KL Dachau deportiert.


28.10.1938

Die Münchener Polizei vermerkt das 568 Juden polnischer Staatsangehörigkeit festgenommen wurden


17.04.1944

Adolf Hitler stattet ’seiner’ Stadt München einen letzten Besuch ab, um am Begräbnis eines Parteifunktionärs teilzunehmen; bis zum Vorjahr war er alljährlich zum Jahrestag des Novemberputsches erschienen und in einem der großen Bräusäle der Stadt aufgetreten, zuletzt, 1943, als er versprochen hatte Deutschland werde die Waffen frühestens “fünf nach zwölf“ niederlegen; die inzwischen weitläufigen Zerstörungen durch den Luftkrieg will er nicht mehr besichtigen und tritt daher bald die Rückreise nach Berlin an.


00.11.1945

Auch nach Ende des “Dritten Reiches“ erfährt die Fremdenfeindlichkeit in Bayern keine Mäßigung; eine irrationale Furcht vor “Überfremdung“
herrscht vor und wird von offizieller Seite noch geschürt; im November etwa macht in München das Gerücht die Runde eine ganze Armee von
Ausländern und KZ-Überlebenden befinde sich im Anmarsch und wolle die Stadt plündern; Bewohner fordern daraufhin mehrfach die “Säuberung“ ihrer Stadt von “fremdartigen“ Einflüssen; selbst gegen eigene deutsche Landsleute, “Vertriebene“ aus Schlesien und dem Sudetenland, richtet sich diese Haltung der Einheimischen; wenn es nach dem opportunistischen Oberbürgermeister Karl Scharnagl geht, sollen bewohnbare Behausungen ausschließlich gebürtigen Münchnern zur Verfügung stehen, Flüchtlinge und andere Heimatlose (“Personen, die sich zum Zusammenleben mit unserer Bevölkerung nicht eignen“) hingegen in Barackenlager am Stadtrand abgedrängt werden; nur eine Intervention der amerikanischen Besatzungsbehörden kann verhindern, dass Scharnagl seine markig geäußerten Absichten verwirklicht; die Münchener Stadtverwaltung versucht ebenfalls bei der Besetzung von Stellen “Fremde“ nach Möglichkeit nicht zu berücksichtigen, wobei sie sich auf das
Gesetz gegen “Zigeuner, Landfahrer und Arbeitsscheue“ von 1926 beruft.


23.02.1948

München gibt den Schauplatz für eine Großkundgebung, auf der u. a. vom ehemaligen Landwirtschaftsminister Josef Baumgartner (Bayernpartei) die Selbständigkeit Bayerns, aber auch Gesetze gefordert werden, um das Land von rund 400 000 als “Preußen“ bezeichneten Mitbürgern zu “säubern“; die Hetze gegen Nichteinheimische findet damit einen weiteren traurigen Höhepunkt.


02.10.1956

Die Münchner CSU Stadtratsfraktion stellt den Antrag den Wohnwagenstandplatz “Zigeunerschlucht“ an der Riemerstraße anderswohin zu verlegen, da man die Ansicht vertritt: “Für die Stadt München ist es keine gute Visitenkarte, dass ausgerechnet auf der Hauptzufahrtsstraße zum Flughafen Riem diese Landfahrerniederlassung den ganzen Verkehr störend beeinflusst... Nicht allein die Fremden (=Touristen) sind darüber äußerst ungünstig beeindruckt, sondern auch unsere Mitbürger haben bei den verschiedensten Gelegenheiten ihr Missfallen zum Ausdruck gebracht.“


1960

Nach Auflösung des Wohnwagenplatzes in München-Riem haben (bis Ende Januar) die als “nicht mietfähig“ eingestuften oder auch nicht mietwillige Sinti und Roma ihren neuen Standplatz Fröttmaning, hinter Kläranlage und Schuttberg der Landeshauptstadt gelegen, bezogen; die planierte Kiesfläche liegt weit entfernt von der nächsten Siedlung, von der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie von Schulen und Geschäften; sie ist mit 45 Wohnwagen belegt, in denen 104 Personen leben; von 8 bis 17 Uhr wachen ein Beamter des städtischen Liegenschaftsamtes, nachts zwei Mann der Wach- und Schließgesellschaft über das Lager; in einer Kantine werden allernötigste Lebensmittel verkauft; strenge Bestimmungen regeln das tägliche Leben: Bewohnern ist u. a. untersagt “ohne schriftliche Einwilligung des Liegenschaftsamtes andere Personen auch nur besuchsweise in die Unterkunft aufzunehmen“; wöchentlich muss der Lagerbeamte Berichte abliefern, die jedoch meist
nur aus dem Vermerk “Keine besonderen Vorkommnisse“ bestehen, jedoch löst einmal bereits eine harmlose Rauferei unter Kindern einen
größeren Polizeieinsatz aus.


25.06.1963

Das OLG München prägte am 25. Juli 1963, anlässlich der Einstellung eines Strafverfahrens gegen den Richter am Volksgerichtshof Hans-Joachim Rehse, den Grundsatz: „Einem von den nationalsozialistischen Lehren und dem damaligen Rechtsdenken verblendeten Richter kann nicht nachgewiesen werden, dass er mit
bestimmtem Vorsatz das Recht gebeugt hat. Die bloße Behauptung, man habe den zehntausendfachen Justizmord für rechtens gehalten, führte zum Freispruch. Ja, man brauchte –in dubio pro reo- gar nichts zu sagen.


16.02.1977

Antisemitismus im bayerischen Offizierskorps
Dass schädliche alte Strukturen in Bayern dauerhaft fortbestehen, belegt der Skandal um Neonazismus und Antisemitismus an der Münchner Hochschule der Bundeswehr, der erst Monate später der Öffentlichkeit bekannt wird; junge Offiziere sangen NS-Lieder, spielten “Judenverbrennungen“ nach, skandierten militaristische und rassistische Parolen und beschmierten Seminararbeiten und Abwesenheitslisten mit Hakenkreuzen; die internationale Medienberichterstattung nimmt den Fall dankbar auf.


Lager und Haftstätten 1933-1945

Gefängnis München Am Neudeck
München Am Neudeck 10
 
Polizeigefängnis München (Ettstraße)
München Ettstraße 2-4
 
Wehrmachtsgefängnis
München Leonrodstraße 51
 
Gefängnis München-Stadelheim
München Stadelheimer Straße 12

Personenverzeichnis

Lorenz Hagen
* 21.07.1885 in
Amberg
+ 23.07.1965 in München auf dem Waldfriedhof in München/Alter Teil im Grab Nr. 96-W-20 beigesetzt.
Gewerkschafter und Politiker SPD
01.09.1933-26.09.1933 im
Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert
15.07.1935-18.12.1935 im Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert
26.01.1938-19.04.1938 im Polizeigefängnis Nürnberg inhaftiert
19.04.1938-26.09.1939 im KZ
Dachau inhaftiert Häftlings Nu 14008
26.09.1939-01.06.1940 oder 01.07.1940 im KZ
Buchenwald inhaftiert Häftlings Nu 7622 23.08.1944-26.09.1944 erneut im KZ Dachau inhaftiert Häftlings Nu 93016

Politiker (SPD)
* 17.10.1905 im Münchener Stadtteil Aubing + 27.08.1960 in
Rosenheim
Als Kind kam er nach Rosenheim, wo er in der Weißgerberei Bauer als Gerberlehrling eintrat
Durch einen Betriebsunfall gehbehindert
Nach 1918 Hilfsarbeiter bei der Firma Steinbeis
15.03.1933 als Angestellter beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund Rosenheim entlassen
1933 nach Wörgl in Tirol, dort von der SPÖ unterstützt
26.02.1935 freiwillige Rückkehr, an der Grenze in Kiefersfelden verhaftet
26.02.1935-16.03.1935
Polizeigefängnis München Ettstraße 2-4 "Schutzhaft"
16.03.1935-26.11.1935 Konzentrationslager
Dachau Häftlings Nu 7132 "Schutzhaft"
29.08.1944-06.10.1944 Konzentrationslager Dachau Häftlings Nu 93699 "Schutzhaft"
In den Rosenheimer Gemeindewahlen von 1946, 1948, 1952 und 1956 wurde er stets als Listenführer der SPD und als der Kandidat mit den meisten Stimmen gewählt.
1958 mit großer Mehrheit zum Oberbürgermeister von Rosenheim gewählt


Täter und Mitläufer 1933-1945

SS-Obergruppenführer Amann Max
Amann Max
* 24.11.1891 in München
† 30.03.1957 in München
vor 1945 Publizist und Parteifunktionär

SS-Schütze
Armbrust Josef
* 30.01.1912 in Apatin
† 30.11.1947 in München
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Oberscharführer
Bauer Karl
* 30.10.1906 in München
vor 1945 Angehöriger des 12/SS ,,D“

SS-Sturmbannführer
Burger Wilhelm
* 19.05.1904 in München
† 14.12.1979 in Dachau
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. Mitarbeiter im
SS WVHA

SS-Oberscharführer
Dylewski Klaus
* 01.05.1916 in Finkenwalde
+ 01.04.2012 in Hilden
letzter bekannter Wohnort: Hilden Mittelstr. 77
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. SS-Führungsstab Hersbruck

SS-Standartenführer
Eirenschmalz Franz
* 20.10.1901 in München
letzter bekannter Wohnort: Bayrischzell
vor 1945 Chef im Amt C VI (Bauunterhaltung) im WVHA


SS-Hauptsturmführer
Frank Willi Dr. med. dent.
* 09.02.1903 in Regensburg
† 09.06.1989 in Plochingen
vor 1945 Arzt im KL Auschwitz, KL Dachau u. KL Niederhagen-Wewelsburg


SS-Rottenführer
Gierisch Martin
* 15.06.1903 in München
† 23.11.1965 in München
von September 1942 bis Oktober 1944 Angehöriger der ZBL (Planungsabteilung) im KL Auschwitz


SS-Sturmmann
Grieshaber Nikolaus
* 21.08.1921 in Tschalma (Serbien)
† 27.06.1962 in München
von Oktober 1942 bis Januar 1945 Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbann im KL Auschwitz


SS-Unterscharführer
Hackenjos Adolf
* 06.02.1910 in Triberg
letzter bekannter Wohnort: Triberg u. München
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Buchenwald, KL Auschwitz u. KL Mittelbau-Dora

SS-Schütze
Heiser Franz
* 22.09.1908 in Brestowatz
letzter bekannter Wohnort: München
vor 1945 Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbann im KL Auschwitz u. NL Golleschau

SS-Sturmmann
Herr Wendelin
* 15.04.1909 in Putinci
† 16.04.1978 in München
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz

SS-Unterscharführer
Herzog Otto
* 17.07.1907 in Wald Oppelsdorf
† 16.08.1979 in München
vor 1945 Angehöriger der Standortverwaltung (Abteilung GEV) im KL Auschwitz

SS-Schütze
Hirtenreiter Adam
* 06.03.1909 in Majs
† 03.08.1967 in München
vor 1945 Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbann im KL Auschwitz u. NL Golleschau

SS-Schütze
Horwath Franz
* 20.05.1908 in Silberek
letzter bekannter Wohnort: München
vor 1945 Angehöriger des SS-Totenkopf-Sturmbann im KL Auschwitz u. NL Golleschau

SS-Schütze
Klein Konrad
* 27.09.1908 in Veprovac
letzter bekannter Wohnort: München
vor 1945 Angehöriger der Wachmannschaft im KL Auschwitz u. NL Golleschau

SS-Hauptsturmführer
Kramer Josef
* 11.10.1906 in München
† 13.12.1945 in Hameln
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Dachau, KL Esterwegen, KL Sachsenhausen, KL Mauthausen, KL Auschwitz, KL Natzweiler-Struthof, KL Bergen-Belsen

SS-Obersturmführer
Krätzer Theodor
* 30.10.1914 in Nürnberg
letzter bekannter Wohnort: München
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Buchenwald u. KL Auschwitz

SS-Sturmbannführer
Kraus Franz Xaver
* 27.09.1903 in München
† 24.01.1948 in Krakau (gehängt)
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Esterwegen, KL Lichtenburg, KL Columbia, KL Sachsenhausen u. KL Auschwitz

SS-Maid (SS-Gefolge)
Langefeld Johanna
* 05.03.1900 in Essen-Kupferdreh
† 26.01.1974 in Augsburg
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, AEL Brauweiler, KL Lichtenburg u. KL Ravensbrück

SS-Gruppenführer
Loeper Wilhelm (Friedrich)
* 13.10.1883 in Schwerin
† 23.10.1935 in Dessau
vor 1945 NS Politiker u. Gauleiter des Gaus Magdeburg-Anhalt

SS-Untersturmführer
Maier Franz Xaver
* 07.01.1913 in Hausham
† 08.07.1970 in München
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Dachau, KL Buchenwald u. KL Auschwitz

SS-Sturmbannführer
May Kurt Dr.rer.pol.
* 1910
† 1978
letzter bekannter Wohnort: München
vor 1945 Angehöriger des SS-WVHA Abt. W IV u. Reichsluftfahrtministerium

SS-Hauptscharführer
Meister August
* 07.04.1896 in München
† 25.04.1945 in Straubing
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. KL Monowitz

SS-Oberscharführer
Mirbeth Johann (Hans)
* 18.03.1905 in München
† 08.11.1975 in München
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz, KL Dachau, NL Golleschau, NL Althammer u. NL Blankenburg-Oesig

SS-Untersturmführer
Müller Max
* 12.09.1910 in München
vor 1945 Angehöriger der Lagermannschaft im KL Auschwitz u. KL Dachau

SS-Schütze
Palko Thomas
* 08.11.1895 in Stari Futog
† 09.04.1960 in München
vor 1945 Angehörige der Lagermannschaft im KL Auschwitz


SS-Obersturmbannführer
Rößner Hans
* 05.07.1910 in Dresden
† 22.06.1997 in München
vor 1945 Leiter des Referates III C 3 im RSHA


SA-Oberführer u. Regierungsdirektor
Schäfer Werner
* 18.04.1904 Straßburg
† 1973 Lindenberg i. Allgäu
vor 1945 Kommandant des KL Oranienburg u. der Strafgefangenenlager Emslandlager


SS-Obersturmbannführer
Schmid Emeran
* 20.12.1901 in München
vor 1945 Schutzhaftlagerführer im KL Esterwegen


Mitbürger der Gemeinde die hier geboren oder gelebt haben und zwischen 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert sowie zu schaden gekommen sind


Namensliste

Beimler Hans
* 02.07.1895 München
+ 01.12.1936 vor Madrid erschossen
Haft 11.04.1933- 25.04.1933 Polizeigefängnis München (Ettstraße)
dep. 25.04.1933 Polizeigefängnis München (Ettstraße) - Konzentrationslager Dachau
   
Bieringer Irma
* 05.09.1922 in
Treuchtlingen
Wohnort: Offenbach am Main, Frankfurt am Main und München
+ 25.11.1941 Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
Haft: 06.08.1941 Unterschleißheim Zwangsarbeitslager Flachsröste Lohhof
dep. 20.11.1941
München - Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
   
Bieringer Johanna geb. Bacharach
* 29.09.1896 in
Treuchtlingen
Wohnort: Treuchtlingen und München
+ 25.11.1941 Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
Haft: 13.11.1941 München, Barackenlager Knorrstraße 148
dep. 20.11.1941 München - Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
   
Buxbaum Emil
* 17.09.1887 in
Ernsbach
München
(Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Kreisfreie Stadt München)
.
+ 25.11.1941
Fort IX (Ghetto Kaunas)
   
Buxbaum Hedwig geb. Guggenheimer
* 07.06.1899
Gunzenhausen
München
(Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Kreisfreie Stadt München)
.
+ 25.11.1941
Fort IX (Ghetto Kaunas)
   
Buxbaum Johanna
* 30.04.1925 München
München
(Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Kreisfreie Stadt München)
.
+ 25.11.1941
Fort IX (Ghetto Kauen)
   
Fuldauer Adolf
* 27.09.1929 in
Nürnberg
Wohnort: Treuchtlingen und München
+ 25.11.1941 Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
dep. 20.11.1941 München - Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
   
Fuldauer Jakob
* 14.01.1936 in
Treuchtlingen
Wohnort: Treuchtlingen und München
+ 25.11.1941 Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
dep. 20.11.1941 München - Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
   
Fuldauer Julie (Julia) geb. Bacharach
* 20.06.1907 in
Treuchtlingen
Wohnort: Treuchtlingen und München
+ 25.11.1941 Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
Haft: 13.11.1941 München, Barackenlager Knorrstraße 148
dep. 20.11.1941 München - Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
   
Fuldauer Max
* 30.08.1932 in
Treuchtlingen
Wohnort: Treuchtlingen und München
+ 25.11.1941 Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
dep. 20.11.1941 München - Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
   
Fuldauer Rudolf
* 24.04.1901 in
Treuchtlingen
Wohnort: Treuchtlingen und München
+ 25.11.1941 Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
Haft: 10.11.1938 Konzentrationslager Dachau
Haft: 13.11.1941 München, Barackenlager Knorrstraße 148
dep. 20.11.1941 München - Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
   
Guldmann Betty (Babette)
* 11.10.1889 in
Treuchtlingen
Wohnort: München
+ 25.11.1941 Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
dep. 20.11.1941 München - Ghetto Kaunas (Kauen, Kowno) Fort IX
   
Herz Josef
* 09.07.1926 in
Treuchtlingen
Wohnort: München
+ 06.09.1942
dep. 03./04.04.1942 München - Ghetto Piaski
   
Herz Max
* 02.05.1928 in
Treuchtlingen
Wohnort: München
dep. 03./04.04.1942 München - Ghetto Piaski
   
Horwitz Selma geb. Oestreicher
* 08.10.1882 in
Treuchtlingen
Wohnort: München und Nürnberg
dep. 03./04.04.1942 München - Ghetto Piaski
   
Jochsberger Herbert
* 07.11.1921 in
Treuchtlingen
Wohnort: München
Haft: 10.11.1938 Konzentrationslager Dachau
dep. 29.11.1941
Nürnberg - Ghetto Riga (Außenlager Jungfernhof)
   
Lang Leopold
* 14.06.1869 in
Treuchtlingen
Wohnort: München
+ 18.06.1944 Ghetto Theresienstadt
dep. 03.07.1942 München - Ghetto Theresienstadt

H

Herzfeld Denny
* 01.04.1940
München
Wohnort Minden
 
   
Herzfeld Pauline
* 06.09.1912
München
Wohnort Minden
 

S

Schmidt Bernhard
* 17.12.1930 Weilheim i.OB
München
(Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Kreisfreie Stadt München)
.
Vernichtungslager Auschwitz für tot erklärt
   
Schmidt Dora
* 05.10.1926 Weilheim i.OB
München
(Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Kreisfreie Stadt München)
.
Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück (
Malchow)
   
Schmidt Johanna (Hanni)
* 12.08.1933
Weilheim i.OB
München
(Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Kreisfreie Stadt München)
.
Vernichtungslager
Auschwitz für tot erklärt
   
Schmidt Sabina
* 1920 Weilheim i.OB
München
(Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern, Kreisfreie Stadt München)
.
Vernichtungslager
Auschwitz für tot erklärt