SS-Obersturmführer

* 10.05.1910 in Siebleben bei Gotha
† 14.01.1949 Landsberg (gehängt)

Als Vater eines Kindes war er mit der am 13. September 1911 geborenen Käthe Demming verheiratet.

gelernter Schlosser

ab 1928
Bürobote (später Bankangestellter bei der Gothaer Lebensversicherungs-Bank bis 1939)

01.06.1930
Eintritt in die NSDAP (Mitglieds Nu. 259 233)

01.06.1930
Eintritt in die SS (Mitglieds Nu. 3 387)

15.09.1933
Beförderung zum SS-Sturmmann

01.10.1933
Beförderung zum SS-Rottenführer

Angehöriger der 14. SS-Standarte

00.01.1934
Beförderung zum SS-Unterscharführer

27.03.1934
Beförderung zum SS-Scharführer.

18.05.1934
Beförderung zum SS-Hauptscharführer

20.04.1935
Beförderung zum SS-Untersturmführer

15.09.1939
Einberufung zur Waffen-SS (Berlin-Lichterfelde)

00.12.1939
Versetzung zum KL
Buchenwald
(bis Mai 1941 Adjutant des Wachblocks)

12.05.1941 - Herbst 1941
Lazarettaufenthalte in Weimar und Gotha (Herzmuskellähmung)

Herbst 1941
zur Genesung nach Hause entlassen

Ende 1941 - 00.05.1942
Kommandeur der Wachmannschaft des KZ Buchenwald

20.02.1942
Auf einem Vorschlag zur Beförderung vorn 20. Februar 1942 liest sich seine bisherige dienstliche Verwendung wie folgt:
Vom 12. November 1939 bis zum 1. Dezember 1939 Kompanieführer des SS-Totenkopf-Sturmbannes der 3. SS-Totenkopf-Standarte "Thüringen", bzw. später der aus dieser Standarte hervorgegangenen 10. SS-Totenkopf-Standarte. Vom 2. Dezember 1939 bis 3. Januar 1941 fungierte Merbach als stellvertretender Wachblockführer des SS-Totenkopf-Sturmbannes und war anschließend ab 4. Januar 1941 Führer der 2. Kompanie des SS-Totenkopf-Sturmbannes Buchenwald.'

Merbachs Vorgesetzte schrieben in einer dienstlichen Beurteilung, dass es sich bei ihm um einen alten, aufrichtigen SS-Führer handelt, der innerhalb und außerhalb des Dienstes stets einwandfrei auftritt. Seine dienstlichen Leistungen als Führer der 2. Kompanie des SS-Totenkopf-Sturmbannes bezeichneten sie als gut. Außerdem bescheinigten sie ihm, dass er durchweg einen guten Eindruck hinterlasse und im Bezug auf die nationalsozialistische Weltanschauung meinten sie, dass diese bei Merbach besonders fest verankert sei.

20.04.1942
Beförderung zum SS-Obersturmführer

00.05.1942 - 00.09.1942
Offizierslehrgang bei der Heereshundeschule Berlin-Sperenberg

00.10.1942 - 00.12.1942
Kommandeur der Wachmannschaft des KL Buchenwald

Kompanieführer im KL Auschwitz

00.01.1943 00.01.1945
Kommandeur der Hundestaffel im KL
Auschwitz

ab 01.02.1945
zweiter Schutzhaftlagerführer im KL Buchenwald

07.04.1945
Leiter eines Evakuierungstransport aus dem KZ Buchenwald (Todeszug von Buchenwald)
(Hans Merbach wurde zur Last gelegt, als Leiter des Evakuierungszuges aus Buchenwald für die über 2.000 Toten dieses Transports verantwortlich gewesen zu sein. Zudem wurde ihm nachgewiesen, im Rahmen der Evakuierung des KZ Buchenwald Misshandlungen und Tötungen an Häftlingen selbst vorgenommen oder angeordnet zu haben. Merbach stritt in seiner Aussage vor Gericht ab, Häftlinge misshandelt oder getötet zu haben. Zudem habe er bei mehreren Aufenthalten des Evakuierungstransportes vergeblich versucht, Nahrung für die Häftlinge zu beschaffen. Nach seiner Aussage seien während des Evakuierungstransportes über 400 Häftlinge geflüchtet, zwischen 400 und 480 Häftlinge eines natürlichen Todes gestorben und zudem etwa 15 Häftlinge bei Fluchtversuchen erschossen worden. Die Verantwortung für die Streckenführung des Zuges und die damit verbundene dreiwöchige Fahrdauer lastete er der Deutschen Reichsbahn an.)

14.08.1947
zum Tode durch den Strang verurteilt
im Rahmen der Dachauer Prozesse im Buchenwald-Hauptprozess wegen der "Mithilfe und Teilnahme an den Operationen des Buchenwald-Konzentrationslagers", insbesondere wegen seiner Verantwortung für die Todesfälle während des Evakuierungstransportes zum Tode durch den Strang verurteilt
(Für Merbachs Begnadigung setzten sich neben seiner Ehefrau, seiner Kollegenschaft von der Gothaer Versicherung, Bewohnern seines Heimatortes, Freunden und zwei amerikanischen Juristen sogar ehemalige Belastungszeugen ein. Dennoch wurde Merbachs Begnadigungsgesuch nicht stattgegeben, da er zumindest nachweisbar Morde begangen hatte, auch wenn er möglicherweise nicht für die katastrophalen Zustände des Evakuierungstransportes hauptverantwortlich gewesen sei.)

14.01.1949
im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg hingerichtet (gehängt)

Auszeichnungen
SS-Sportabzeichen
SA-Sportabzeichen in Bronze
SS-Ehrendolch
SS-Totenkopfring

Eidesstattliche Erklärung
Ich, Hans Erich Mehrbach, schwöre, sage aus und erkläre wie folgt:
(1) Ich wurde am 10. 5. 1910 zu Siebleben bei Gotha geboren. Ich besuchte in Siebleben acht Jahre die Volksschule, wurde aus der 8. Klasse entlassen und anschließend drei Jahre die Fortbildungsschule. 1924 trat ich in die Lehre bei der Maschinen- Firma Kloebner bei Gotha ein und erlernte dort das Schlosserhandwerk. Nach Beendigung der Lehrzeit war ich dort selbst noch ein halbes Jahr, noch als Junggeselle, und bewarb mich später bei der Gothaer Lebensversicherungs-Bank in Gotha. 1928 trat ich als Bürobote der Lebensversicherungs-Bank in Gotha ein, wo ich bis zu Beginn des Krieges 1939, später als Bankangestellter, tätig war.

(2) Am l. Juni 1930 trat ich in die SS ein und am l. Juni 1931 in die Partei. Soweit ich mich erinnern kann, war meine SS-Nummer 3120, Partei-Nr. 259233. In Gotha geboren, gehörte ich zur 14. SS-Standarte als SS-Mann. Der letzte Rang in der Allgemeinen SS war Untersturmführer. Zu Beginn des Krieges 1939, am 15. September, wurde ich zur Waffen-SS nach Berlin Oranienburg einberufen. Im Dezember 1939 wurde ich von Berlin-Lichterfelde aus nach Buchenwald versetzt. Damals war ich noch Unterscharführer.

(3) In Buchenwald war ich zunächst als Unterscharführer tätig und wurde im Mai 1940 nach Ablegung einer Prüfung zum Untersturmführer befördert. Als Untersturmführer kam ich zum Wachblock und versah dort die Geschäfte des Adjutanten. Das war 1940. Ich blieb beim Wachblock als Adjutant bis etwa 12. Mai 1941 und kam auf Grund einer Herzmuskellähmung ins Lazarett nach Weimar und Gotha und war bis Dezember 1941 zu Hause. Im Januar 1942 kam ich nach Buchenwald zurück und wurde dort mit der Führung der 2. Wachkompanie beauftragt, die ich bis Anfang Mai 1942 führte. Auf Befehl des Oberführer Pister musste ich an einem Offizierslehrgang bei der Heereshundeschule Berlin-Sperenberg teilnehmen und kam im September 1942 nach Buchenwald zurück.

(4) Dort blieb ich bis zum Ende des Jahres 1942 und wurde im Januar 1943 nach Auschwitz versetzt, um die dortige Staffel, welche ein Major der Polizei führte, zu übernehmen. Ich blieb in Auschwitz bis etwa 10. Januar 1945 und kam, nachdem ich meine Diensthunde- Abteilung in Berlin übergeben hatte, am 31. Januar 1945 nach Buchenwald zurück. In Buchenwald wurde ich am 2. Februar vom Kommandanten Pister in das Schutzhaftlager, angeblich als 2. Lagerführer, kommandiert. Ich war also vom 2. Februar bis 6. April 1945 in Buchenwald tätig. Am 7. April musste ich auf Befehl von Oberführer Pister einen Transport von Häftlingen (4480 Mann) über Flossenbürg nach Dachau bringen.

(5) Die historische Entwicklung der Bewachungsmannschaften in den K.Z. war folgende:
von 1933 bis 1935 unter dem Kommando von Kicke, Wachverband
Dachau
von 1935 bis 15. September 1939 Totenkopfstandarten unter Kicke
vom 15. September 1939 bis Juni 1941 Wachblock K. Z. unter Glücks
von Juni 1941 bis Dezember 1941 Wachsturmbanne K.Z. unter Glücks
von 1942 bis 1945 Totenkopfsturmbanne K.Z. unter Glücks als Chef der Amtsgruppe D und Pohl als Chef des W. V. H. A.

(6) Die in jedem Lager bestehende Lagerordnung regulierte vollkommen das Leben der Gefangenen im K.Z. Die Lagerordnung enthielt Bestimmungen über die Bewachung, über die Sicherung des Lagers, über den Postenwechsel, über das Verhältnis von Bewachungsmannschaften und den Häftlingen, Bestimmungen über Häftlingsbestrafungen bei Disziplinarvergehen und die Rechte und Pflichten der Bewachungsmannschaften. Die l. Lagerordnung wurde seinerzeit von Kicke für das Lager Dachau entworfen und wurde später als Muster für die anderen K.Z. verwendet. Im Falle Buchenwald wurde die Lagerordnung von Koch im Januar 1937 abgefasst, wurde von Pister übernommen und blieb in Kraft bis zur Auflösung des Lagers.

(7) Als die K. Z. 1942 unter Pohl kamen, kam eine Verordnung vom W. V. H. A., gezeichnet Pohl, die eine Abänderung des Häftlingseinsatzes beinhaltete. Pohl instruierte die K. Z. dahingehend, die Häftlinge voll und ganz für die Rüstungsbetriebe auszuwerten und nach Möglichkeit die Häftlinge für Arbeiten zu benutzen, die wichtig für die Rüstungsindustrie und für die Wirtschaftsbetriebe der Amtsgruppe W waren. Es gab keinerlei Befehle Pohls, die Lagerordnung dahin zu ändern, die Strafen abzuschaffen oder das Leben der Gefangenen zu erleichtern. Pohl als Chef des W.V.H.A. hatte alle Möglichkeiten und Rechte dazu.

(8) Am 7. April bekam ich den Auftrag vom Kommandanten Pister, einen Transport mit 4480 Häftlingen von Buchenwald nach Flossenbürg zu bringen (per Bahn). Ich weiß, dass ein Teil der Häftlinge meines Transportes zu Fuß vom Außenlager Ohrdruf, welches ca. 90 km von Buchenwald entfernt ist, nach Buchenwald marschieren musste und dass ein Teil von ihnen bereits zu Beginn des Transportes nicht transportfähig war. Mir ist nicht bekannt, dass die Häftlinge vor dem Transport vom Lagerarzt untersucht wurden. Die Häftlinge mussten erst von Buchenwald 9 km zum Bahnhof Weimar marschieren. Dort wurden sie auf Lastwaggons verladen, von denen der größte Teil geschlossene Waggons waren, aber auch ein kleiner Teil von offenen Waggons darunter war. Ich bekam für diesen Transport pro Häftling folgende Ration mit: pro Mann eine Handvoll gekochter Kartoffeln, 500 Gramm Brot, 50 Gramm Wurst und 25 Gramm Margarine. Ich bekam kein Wasser als Ration für diesen Transport mit. Es ist meine Überzeugung, dass diese Ration für den auf 24 berechneten Transport ungenügend war und es wäre die Aufgabe des Lagerkommandanten und des Verwaltungsführers gewesen, mir mehr Lebensmittel zur Verfügung zu stellen.

(9) Nach fünfstündiger Fahrt wurde ich davon verständigt, dass Flossenbürg bereits in amerikanischen Händen ist und daher mein Transport nach Dachau umgeleitet werden musste. Am 2. oder 3. Tag hielten wir in Zeitz in Sachsen und von dort aus rief ich das Lager Buchenwald an, um mehr Lebensmittel für die Gefangenen zur Verfügung gestellt zu bekommen. Ich sprach telefonisch mit dem Verwaltungsführer Barnewald und forderte von ihm die notwendige Verpflegung an. Barnewald gab mir zur Antwort, dass sich im Lager Buchenwald kein Brot mehr befinde und auch der Transport durch Tieffliegerangriffe sehr erschwert gewesen wäre. Barnewald erklärte, dass ich selbst sehen müsste, Lebensmittel für meinen Transport aufzutreiben. Am 4. Tag kamen wir nach Dresden und es war mir in der Zwischenzeit nicht möglich gewesen, für die Gefangenen Lebensmittel herbeizuschaffen. In Dresden hatten wir bereits die ersten Todesopfer. Ein bei dem Transport anwesender Häftling, der Arzt war, erklärte mir, dass die Gefangenen an Entkräftigung gestorben wären. Von Dresden aus wurde der Zug durch tschechoslowakisches Gebiet, Aussig-Pilsen, weitergeleitet. Am 10. Tag der Reise trafen wir in Pilsen ein. In Pilsen angekommen, hatte sich die Zahl der Toten schon bedeutend erhöht. In fast jedem Waggon hatte ich ein oder zwei Tote zu verzeichnen. Die Häftlinge selbst sahen körperlich mehr als schlecht aus. Dadurch, dass die Häftlinge nur eine Decke, zum Teil auch keine mithatten und die Temperatur im April sehr verschieden, die Nächte sehr kalt und am Tage oftmals warm waren, wurden die Häftlinge krank. Es war keinerlei ärztliche Betreuung auf diesem Transport vorgesehen, ich hatte keine Sanitäter mit. Ich hatte nur einen Häftlingssanitäter mit einer Arzthilfetasche für die 4480 Häftlinge zur Verfügung. Die kranken Häftlinge blieben auf dem Transport und wurden von dem Häftlingssanitäter betreut. Ich veranlasste, dass die verstorbenen Häftlinge durch die Polizei in Pilsen abgeholt wurden und machte Eintragungen über ihren Abgang in mein Dienstbuch. In Pilsen gelang es mir, bei der dortigen Heeresverpflegungsstelle etwa 3000 Brote und dasselbe an 3000 Stückchen Käse zu bekommen. Das war die erste Verpflegung, die ich den Häftlingen am 12. Tag der Reise geben konnte.

(10) Der Transport ging weiter nach Deggendorf (der sechstägige Aufenthalt in Nammering mit 794 Toten wird von Mehrbach verschwiegen! und über Passau, Mühldorf nach München und von München nach Dachau. In Dachau kam ich am 21. Tag der Reise an. In Dachau war ich nochmals in der Lage, etwas Essen zu bekommen und ich ließ aus 20 Zentnern Kartoffeln und Suppenwürfeln für die Häftlinge eine Suppe zubereiten. Ich bin mir darüber im Klaren, dass die Suppe fast keinerlei Nährwert gehabt hat. Dies war die zweite Verpflegung, die ich für die Häftlinge auf dieser 21tägigen Reise herschaffen konnte.

(11) Die Häftlinge befanden sich, als wir hier ankamen, in einem mehr als bedauernswerten Zustand, halb verhungert und einfach hoffnungslos und ineinander gehakt schleppten sich die Gefangene, die noch gehen konnten, ins Lager. Die Häftlinge, die nicht mehr im Stande waren zu gehen, wurden später von Dachau-Häftlingen ins Lager gebracht. Ich schätze, dass auf diesem Transport 500 Häftlinge gestorben sind. Ich weiß, dass ein Teil der Leute krank war und machte den Obersturmführer, der den Transport hier in Dachau übernahm, auf diese Tatsache aufmerksam. Meiner Ansicht nach sind für diesen Transport folgende Dienststellen des WV.H.A. verantwortlich
1.) die Stelle, welche den Transport angeordnet hat,
2.) die Stelle, welche die Transportmittel zur Verfügung gestellt hat,
3.) die Stelle, welche die Verpflegung für diesen Transport hätte herschaffen müssen,
4.) die Stelle, welche die ärztliche Betreuung der Häftlinge unter sich hatte
Da mir die nähere Amtsbezeichnung dieser Ämter nicht bekannt ist, umschreibe ich sie in dieser Form.



Hundestaffel
In einem Bericht heißt es über die Morde in den Gasbunkern:
»Es wurden so viele hineingepresst. Schwer, sich vorzustellen, daß in einem so kleinen Raum so viele Menschen Platz fanden. Derjenige, der nicht hineingehen wollte, wurde erschossen oder von Hunden zerfleischt.«
Die überlebende Häftlingsschwester Sternberg in ihrem Bericht In der Hölle von Auschwitz (AV, Bl. 3975 f.):
»Eines Tages bekamen wir ein Mädchen nach dem Einrücken des Kommandos in den Krankenblock gebracht. Sie war eine Jüdin aus Griechenland. Wir wußten kaum, wie ihr am besten die Kleider zu entfernen waren, ohne ihr wehe zu tun, denn die Sachen waren völlig mit den blutigen Wunden verklebt. Sie war sehr verwirrt und konnte uns auf unsere Fragen nicht richtig antworten. Sie gab uns aber zu verstehen, daß zwei Polizeihunde auf sie losgelassen wurden, weil sie angeblich nicht schnell genug im Arbeitskommando gearbeitet hat. Diesem Mädchen war die linke Gesäßhälfte losgefressen, so daß nur noch überall Fleischfetzen hingen und man den Sitzbeinknochen sehen konnte. Die Schmerzen waren unausstehlich, und sie wünschte sich nur noch den Tod herbei. Nach acht Tagen ist dieses Mädchen mit den Sortierungen zum Vergasen geführt worden.«

Todeszug von Buchenwald
Etwa 5000 KZ-Häftlinge mussten 12 Kilometer auf einem Todesmarsch nach Weimar zurücklegen. Merbach selbst soll auf dem Todesmarsch zehn Häftlinge erschossen haben. In Weimar wurden die Häftlinge in überwiegend geschlossene Güterwaggons gepfercht. Da auch das KZ Flossenbürg ab dem 20. April 1945 evakuiert wurde, fuhr der Zug über Nebenstrecken weiter in Richtung Dachau, wobei Merbach außerhalb von Pilsen mit anderen SS-Männern zusammen 20 Häftlinge erschossen haben soll. Der Zug erreichte erst am 28. April 1945 das KZ Dachau, einen Tag vor der Befreiung des Konzentrationslagers. Zuvor waren noch über 1.500 Leichen nahe München bei einem Zwischenhalt verbrannt worden. Zwischen 30 und 50 Häftlinge, die bei der Verbrennung helfen mussten, sollen von SS-Männern erschossen worden sein. Aufgrund von Nahrungs- und Wassermangel kamen weniger als die Hälfte der etwa 5.000 Häftlinge lebend am Zielort Dachau an. US-amerikanische Soldaten haben von den durch Verhungern und Entkräftung verstorbenen Häftlingen in den Güterwaggons nach der Befreiung des KZ Dachau Fotografien erstellt, welche die grauenhaften Umstände dieses "Evakuierungstransportes" veranschaulichen.