SS-Unterscharführer

* 22.03.1909 in Neu-Beuthen (New Bytom)
+ 22.02.1946 in
Katowice gehängt

00.12.1941-00.01.1945 Rapportführer im KL
Auschwitz-Birkenau

SS-Unterscharführer Karl Kurpanik galt als besonders brutal. Er missbrauchte die Häftlinge, vor allem Juden, Er verschonte auch Kinder und kranke nicht. Kurpanik nahm sowohl an den Selektionen auf der Rampe in Birkenau teil, sowie an Mißhandlungen in den einzelnen Blöcke des Lagers.

Kurpanik, der zeitweise im Quarantäne-Lager Dienst tat, war Alkoholiker, und das Geld für sein teures Laster kam von Tyn und seinen Spießgesellen, die Neuzugänge terrorisierten und ihnen bislang durch alle Kontrollen gerettetes Gold und Geld abnahmen. Der Unterscharführer zeigte sich recht redselig, wenn er - was oft der Fall war - betrunken war.

Am 22. Januar 1944 findet im Quarantäne Lager eine Selektion statt, fast alle Juden des Lagerabschnittes werden zur Vergasung geholt. Zwei Tage lang blieben die 542 Selektierten ohne Essen in einem Block eingesperrt. Als schließlich abends die Lastwagen kommen, um sie zum Krematorium zu bringen, mußten die Häftlinge fast völlig nackt, nur mit einem Mantel bekleidet, einzeln aus dem Block im Laufschritt zum Auto. Der Rapportführer SS-Unterscharführer Karl Kurpanik rief einzelne Häftlinge, die er kannte, zu sich und sagte ihnen, er wolle sie retten, sie sollten rasch auf Block 2 laufen. Dann schoß er ihnen nach und übte sich so in Genickschüssen.

Nachdem sich mehrere aus dem KL Flossenbürg überstellte Häftlinge über zu kleine Essensportionen beschwert haben, führen die Blockältesten Mietek Katarczynski und Franz Karosiewicz am 10.02.1944 unter dem Kommando des Rapportführers SS-Unterscharführer Karl Kurpanik bei den "Flossenbürger" Häftlingen eine Strafaktion durch. Hierbei werden die Häftlinge:
Piotr Pagodicz (Häftlingsnummer 166345)
Andreas Smolnik (Häftlingsnummer 166203)
Josef Krajec (Häftlingsnummer 166357)
erdrosselt, indem ihnen ein Stock über die Kehle gelegt wurde, auf den sich die Blockältesten stellten.
Dem Häftling Godziński Józef (Häftlingsnummer 92308) werden durch die Schläge zwei halbreife Furunkeln am Gesäß so platt geschlagen, daß er innerhalb von zwölf Stunden eine mächtige Gesäßphlegmone mit Sepsis bekam und in den Krankenbau überstellt werden mußte.Einige Tage später muß der Häftling Nikolaj Simjanko (Häftlingsnummer 166.025) mit den gleichen Verletzungen in den Krankenbau überstellt werden.

Am 15. April 1944 findet im Quarantäne Lager eine Selektion statt, bei der, der SS-Lagerarzt 184 Häftlinge zur Sonderbehandlung ausgesucht hat. Der angetrunkene Rapportführer SS-Unterscharführer Karl Kurpanik, der Blockführer SS-Rottenführer Baretzki Stefan sowie der SS-Rottenführer Dargelis Andreas vergnügten sich damit, die nur mit Unterhosen bekleideten Opfer aus dem Block zu jagen und zu verprügeln. Einzelne ließen sie niederknien, setzten ihnen ihre Pistole an die Schläfe, ließen sie wieder aufstehen und fortlaufen und schossen ihnen dann nach.

Am 07. Oktober 1944 schießt der Rapportführer SS-Unterscharführer Karl Kurpanik im angetrunkenen Zustand mit seinem Gewehr im Lager herum. Die beiden Häftlinge Andrzey Zigzak (Häftlingsnummer 196156) und Henryk Filipiak (Häftlingsnummer 196589) werden getroffen und schwer verletzt.

Kurpanik wurde am 19. Juli 1945 in New Bytom verhaftet und am 20. Februar 1946 vom Sondergericht Katowice zum Tod verurteilt. Die Todesstrafe wurde am 22.02.1946 in Katowice verhängt.

Aussage Häftlingsarzt Wolken u. a. über Kurpanik in Birkenau
»Im Sommer 1943 veranstalteten die SS-Leute des öfteren sog. >Hasenjagden<. Die Opfer suchten sie sich beim Appell aus. Diejenigen, die nicht richtig in der Reihe standen, die beim Kommando >Mützen ab< nicht schnell genug die Mütze abnahmen oder die nicht genügend >strammstanden<,
wurden unter Schlägen und Drohungen gegen den elektrischen Zaun gehetzt. Die Posten von den Kontrolltürmen schossen dann auf die Häftlinge. Von rückwärts schossen die Blockführer.«